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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Ich persönlich bin ja eine Verfechterin des Gedankens, dass es gut tut, negativen Gefühlen Raum zu geben und sie zu akzeptieren.


    Das hat für mich nichts mit "resilient oder nicht resilient zu tun".

    Resilienz bedeutet für mich, dass ich mich selbst als handelnde Person wahrnehme und zumindest versuche, zusammen mit dem Akzeptieren der negativen Gefühle einen Weg zu finden, mit Situationen umzugehen.

    Das ist natürlich leichter gesagt als getan.

    Ich habe zum Beispiel diagnostizierte Depressionen. Nachdem ich diese Diagnose bekam, wurde mir im Bezug auf mein bisheriges Leben klar, dass die Depressionen vermutlich schon länger da waren, nur dass sie halt niemand diagnostiziert hat. Heißt aber auch, dass sie vielleicht auch nie völlig verschwinden werden. Nun muss ich also irgendwie einen Weg finden, mit dieser Krankheit umzugehen.

    Nach Optionen suchen ist für mich Resilienz. Und für mich gehört irgendwie auch das Wissen dazu, dass das Leben eben unwägbar ist und dass es immer Situationen geben kann, in denen man gezwungen ist, neue Optionen zu suchen oder neue Wege zu finden, mit etwas Unbekannten umzugehen. Und auch, dass man selbst eine handelnde Person ist, die sich an Situationen anpassen kann oder deren Handeln Einfluss auf sich selbst und ihre Umwelt hat.

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von print Beitrag anzeigen
    2 Menschen fallen aus dem Fenster, einer bricht sich ein Bein, der andere die Wirbelsäule.

    Der mit dem Beinbruch jammert den Rest seines Lebens über den Vorfall,
    (gefettet von mir)

    er leidet, müsste es heißen, wenn es resilienz bzw. deren abwesenheit beschreiben soll.

    jammern ist eine haltung, die man kritisieren kann. aber ob er leidet oder nicht, das liegt an der resilienz. so verstehe ich das jedenfalls.

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von LilyHydrangea Beitrag anzeigen
    Nach Optionen suchen ist für mich Resilienz.
    das ist für mich eher haltung. resilienz wäre, dass du überhaupt in der lage bist, nach optionen zu suchen (wenn du willst).
    könnte ja auch sein, dass du das gar nicht kannst, obwohl du es wolltest.

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Galah9 Beitrag anzeigen

    Dieses Buch z.B. passt m.E. hier sehr gut, obwohl es nicht explizit von Resilienz handelt.
    Rick Foster: "How we choose to be happy"
    Es geht um 9 Haltungen, für die man sich entscheiden kann.
    Vielen Dank für den interessanten Hinweis, Galah!

    Hat es einen besonderen Grund, dass man nicht bei Wikipedia nachschauen soll, um die Definition des Wortes "Resilienz" zu erfahren, oder wäre das irgendwie zu einfach?

    Wenn nein: Resilienz (Psychologie) – Wikipedia

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Die meisten Menschen wissen aber schon, was sie unter einem „guten Leben“ verstehen. Das ist per se nichts Schlimmes. Und sie versuchen, das zu erhalten bzw. wieder herzustellen.
    Ja, ich habe nichts anderes behauptet.

    Es geht darum, was passiert, wie man damit umgeht, wenn das "gute Leben" gerade oder auch dauerhaft nicht geht.

    Wenn ein geliebter Mensch stirbt, oder eine schwere Krankheit... oder auch wie jetzt in der Pandemie, wenn vieles was sonst zu diesem guten Leben gehört nicht möglich ist. Wenn man das Gefühl hat, darum ist es gerade kein gutes Leben mehr, und man kann nicht das tun, was man gerne möchte, was dann?
    Think before you print.

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Interessant, wie unterschiedlich das Wort Resilienz verstanden wird.

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Hat der Katastrophenmodus wirklich was mit Resilienz zu tun?
    Für mich nicht. In katastrophenfallen schaltet sich bei mir der Auto pilot ein und funktioniert.
    Das verstehen und verarbeiten kommt erst später - und da fängt dann für mich auch erst das Thema Resilienz an
    Ich denke, so ist es auch
    Und es geht ja darum, wie gut man wieder "ins Leben" kommt, nach einer Katastrophe (oder dem, was einen aus der Mitte bringt).

    Zusammen gehört das also schon - außer du gehst davon aus, dass die Katastrophe ununterbrochen bestehen bleibt

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Wäre er nicht da gewesen, wäre sie irgendwann eingegangen wie eine Blume, die nicht gegossen wird - Tod durch gebrochenes Herz oder so, im übertragenen Sinne. Ist das jetzt ein Beispiel von Resilienz, dass das nicht eingetreten ist? Aus meiner Sicht nicht.
    Ja- ich denke das ist es.

    Es geht doch einzig um die Fähigkeit, wie gut ich mit "negativen Situationen" umgehe. Nicht mehr und nicht weniger.
    Davon haben wir alle im Leben, immer wieder - das gehört zum Leben einfach dazu.

    Der Mensch, der denkt und benennt, hat dem Verhalten halt ein Wort zugeteilt.......auch bei Tieren spricht man von resilientem Verhalten.
    Das ist doch letztlich alles.

    Und der Mensch hat beobachtet und bemerkt, dass es Umstände, Mechanismen und Bedingungen gibt, die sich auf dieses Verhalten auswirken.
    Dass manches stabilisiert oder schwächt und wir so unterschiedlich auf Situationen reagieren.
    Man muss doch auch gar nicht bis in eine "Katastrophe" gehen- schon im Alltag kann man durch "ganz wenig" wahnsinnig gestresst und genervt sein.
    Die Definition, was ist "negativ", ist nicht allgemeingültig sondern definiert jeder für sich alleine.

    Was verwirren kann ist, dass wir- sobald wir eine Handlungsfähigkeit erkennen- sofort meinen, dass dieses angewendet werden muss.
    Mal wieder- dieser elende Anspruch, besser zu werden, sich zu optimieren, sei belastbarer, tue was dafür.........

    Ich glaube, es wäre gut, wenn man sich erst einmal nur gut kennen lernt- so wie man IST.
    Ohne gleich zu verändern oder zu "verbessern".
    Es ist doch in Ordnung wie man ist und sollte Veränderung anstehen, wird sich diese schon zeigen- meine Meinung.

    Das spricht natürlich nicht dagegen, dass man sich bewusst mit dem Thema befasst und dann auch neue Wege beschreitet. Wie man hier aus Erfahrungsberichten liest- was auch richtig gut tun kann.

    Auf jeden Fall hat jeder von uns Resilienz in sich - die Frage ist nur in welchem Ausmaß- eine Masseinheit gibts - zum Glück- noch nicht

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Hat der Katastrophenmodus wirklich was mit Resilienz zu tun?

    Für mich nicht. In katastrophenfallen schaltet sich bei mir der Auto pilot ein und funktioniert.

    Das verstehen und verarbeiten kommt erst später - und da fängt dann für mich auch erst das Thema Resilienz an
    Naja, und es gibt ja auch Katastrophen, die erst mal schlimm sind, aber wo es grundsätzlich Schritt 1, 2, 3 gibt, die getan werden müssen, und wenn man damit erst mal angefangen hat, wird's irgendwie besser in der Regel. Beispiele sind zB Autounfälle - ja, da kann man erst mal in den Katastrophenmodus schalten, aber am Ende muss doch jemand bei Polizei, Versicherung, Werkstatt etc. anrufen. Das ist für mich was anderes als Situationen, wo es "Schritt 1, Schritt 2, Schritt 3" nicht gibt.
    Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a well preserved body, but rather to skid in broadside, totally worn out, and loudly proclaiming "Wow!" (Hunter S. Thompson)

    Life is better at the finish line. (unbekannter Sportler)

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von print Beitrag anzeigen
    Ja, ich habe nichts anderes behauptet.

    Es geht darum, was passiert, wie man damit umgeht, wenn das "gute Leben" gerade oder auch dauerhaft nicht geht.

    Wenn ein geliebter Mensch stirbt, oder eine schwere Krankheit... oder auch wie jetzt in der Pandemie, wenn vieles was sonst zu diesem guten Leben gehört nicht möglich ist. Wenn man das Gefühl hat, darum ist es gerade kein gutes Leben mehr, und man kann nicht das tun, was man gerne möchte, was dann?
    Das kommt dann sehr darauf an, wie lange dieser Zustand voraussichtlich dauert. Es gibt ja genug Situationen, die zwar schlimm snd, aber wo das trotzdem abschätzbar ist. DAs Problem bei Corona ist dagegen zB, dass das eben keiner weiß. Vielleicht ist 2021 das letzte Jahr in der Grütze, vielleicht aber auch nicht. Für mich hat das immer sehr viel mit dem zeitlichen Aspekt zu tun. Ein Jahr lang kann ich so einiges aushalten, würde ich sagen, aber wenn dann kein Licht am Horizont ist, geht's an die Substanz. Merke ich zB gerade bei meinen Bewerbungen auf einen neuen Job.
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  9. Inaktiver User

    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen

    Es geht doch einzig um die Fähigkeit, wie gut ich mit "negativen Situationen" umgehe. Nicht mehr und nicht weniger.
    Davon haben wir alle im Leben, immer wieder - das gehört zum Leben einfach dazu.

    Die Frage, wie man mit negativen Situationen umgeht, greift zu kurz, weil sie außer Acht lässt, dass Menschen unterschiedlich mit sich selbst umgehen.
    Es gibt z. B. viele Menschen, die aufgrund von Kindheitserfahrungen gelernt haben, dass es für sie "besser" ist, wenn sie sich selbst verleugnen, vor allem ihre Gefühle.
    Viele von ihnen findet man sogar immer wieder in den allerhöchsten Ämtern in der Politik oder der Wirtschaft.
    Diese Menschen nehmen ihre Gefühle nicht mehr wahr.

    Wenn so ein Mensch in eine für andere Menschen furchtbare Situation gerät, geht er oft buchstäblich unberührt da wieder raus und zwar aus genau diesem Grund: Lässt sich nicht berühren.
    Mit Resilienz hat das noch weniger zu tun, als eine Tomate mit einem Asteroiden.

    Und davon, also von der Verleugnung der eigenen Gefühle, existieren alle möglichen Varianten und Ausmaße.
    Von außen betrachtet, wenn man jemanden nicht bestens kennt, sieht man dann nur das "Endergebnis".
    Das muss aber nichts über Resilienz aussagen (aber es könnte auch), wenn man nicht weiß, was sich in dem Menschen abgespielt hat.

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    AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Naja, und es gibt ja auch Katastrophen, die erst mal schlimm sind, aber wo es grundsätzlich Schritt 1, 2, 3 gibt, die getan werden müssen, und wenn man damit erst mal angefangen hat, wird's irgendwie besser in der Regel. Beispiele sind zB Autounfälle - ja, da kann man erst mal in den Katastrophenmodus schalten, aber am Ende muss doch jemand bei Polizei, Versicherung, Werkstatt etc. anrufen. Das ist für mich was anderes als Situationen, wo es "Schritt 1, Schritt 2, Schritt 3" nicht gibt.
    Autounfälle, bei denen man "Polizei, Werkstatt, Versicherung" überhaupt als Erstes auf dem Schirm hat, sind für Dich Katastrophen?


    Katastrophal wird es aus meiner Sicht, wenn man an die Werkstatt ganz bestimmt nicht mehr denkt, weil "Notarzt, Krankenwagen" offensichtlich eine deutlich höhere Priorität hat.

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