Na gut, dass wir das hier mal in die Öffentlichkeit rücken.
Ich finde, das Thema gibt viel her.
Unsere Gesellschaft ist ja in ständiger Bewegung und Veränderung.
Kann es sein, was wir heute Resilienz nennen früher gar nicht so nötig war:
weil man eben noch viel mehr in Familienverbänden lebte, zumindest in dem Gefühl der Beständigkeit leben konnte?
Ich glaube, vieles wurde in Familien aufgefangen.
Heute ist eben Einsamkeit für viele Menschen einfach ein Thema.
Heutzutage können sich Menschen nicht mehr einfach so auf den Lauf der Dinge verlassen.
Was natürlich ein freies Leben möglich macht, aber auch anstrengender sein kann.
Antworten
Ergebnis 1.101 bis 1.110 von 1425
-
19.03.2021, 10:15Inaktiver User
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
-
19.03.2021, 10:20
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Ich meinte das sogar noch eine Stufe höher. Wie resilient sollte eine Gesellschaft sein, um in Zukunft zu überleben?
"I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
-
19.03.2021, 10:39Inaktiver User
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Das ist schon sehr interessant - Corona mal ausgeschlossen.
Wir leben ja in Zeiten der Völkerwanderungen. Und haben dadurch sehr konkrete Beispiele um uns vergleichen zu können.
Dazu müsste man vielleicht auch Ziele und Begriffe definieren.
Oder reicht diese Glücks-Tabelle für die einzelnen Länder?
-
19.03.2021, 10:45
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Glück ist subjektiv und nur eine Momentaufnahme, finde ich.
Ich würd da eher so Begriffe wie Sicherheit, Zufriedenheit, Gesundheit (physisch und mental) sehen."I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
-
19.03.2021, 11:16Inaktiver User
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Nee, ich finde Glücklichsein gehört schon dazu.
Mir gefällt darum auch so, dass : das Streben nach Glück in der Verfassung von Amerika steht.
Ich habe auch festgestellt, dass gerade alte Menschen oft sagen: sie hatten ein glückliches Leben, wenn überhaupt.
Da hab ich noch nie gehört: ich war immer gesund oder hatte immer ein Dach überm Kopf.
Obwohl das ja alles nicht unwichtig ist.
Glück kann und soll ruhig für Jeden was Anderes sein.
Es ist aber doch das Salz in der Suppe. Ja, ich würde sogar noch weiter gehen.
Glückliche Momente tragen einen Menschen, schon die Erinnerung kann heilend sein.
Und: die Antwort auf die Frage: was fehlt dir um wirklich glücklich zu sein - kann auch was subjektiv gesehen Kleines sein.
Also - nicht kleckern sondern Klotzen kann manchmal für Resilienz sorgen.
Ich hatte das gerade in ganz besonders armen und auch aussichtslosen Familienzeiten manchmal bewusst praktiziert. Da macht momentan bei uns so ein Video die Runde: mit Geburtstagen und Fasching.
Da denke ich heute: ein Glück dass du den Mut dazu hattest. Mit ein bisschen was Selbst zusammen Geschustertes sieht es üppig und - eben nicht arm aus.
Wäre ein Beitrag von mir dazu.
-
19.03.2021, 19:36Inaktiver User
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Das ist eine gute Idee. Ich habe zwar schon meine große Nachcoronaparty organisiert (falls ich dann nicht am Alter, Corona oder Astrazeneca gestorben bin) und Du bringst mich gerade auf die Idee, das zu einer üppigen Masken- und Kostümparty zu gestalten.
Yeah!
-
19.03.2021, 19:57Inaktiver User
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Naja, technologische bzw. Klimaresilienz wird ja schon rauf und runter dekliniert. Ich denke mal, Dir geht es eher um "soziale" Resilienz? Es wird ja immer wieder gesagt, dass so was wie Kurzarbeitergeld eine Zeichen staatlicher bzw gesellschaftlicher Resilienz ist, dh man bietet Menschen Möglichkeiten, sich durch die Krise zu hangeln. Bei dem Instrument an sich kann ich mitgehen, aber gesellschaftliche Resilienz würde auch bedeuten, den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern. In den USA hat man zB zwar kein soziales Netz, so wie wir es kennen, aber es ist in vielen Fällen sehr viel einfacher, überhaupt einen Job zu finden, weil dort weniger auf formale Qualifikationen geachtet wird und der Arbeitsmarkt insgesamt durchlässiger ist. Auch das könnte man als gesellschaftliche Resilienz bezeichnen (es ist dort zB kein riesiger Gesichtsverlust, mal eine Weile einen Job zu machen, der deutlich unter der eigenen Qualifikation ist, während das hier einen großen Abstieg bedeutet). Auch wenn der sozial Abgesicherte hierzulande da gern die Nase rümpft.
-
19.03.2021, 23:28
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Ja, Kara, auf sowas in der Art wollte ich hinaus. Sozialere Absicherung, mehr Gemeinschaftsgefuehl, besseren Zugang zur Ausbildung, mehr Mateship. Wenn man sagt, dass gute soziale Verbindungen genauso wichtig sind wie gute Ernaehrung, Bewegung und Schlaf, dann gehoeren die zum Resilienzaufbau ja dazu. Gesunde Menschen, resilientere Gesellschaft.
Ich bin jetzt am WE viel unterwegs, deshalb klink ich mich bis Montag etwas aus."I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
-
20.03.2021, 10:39Inaktiver User
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Ich finde das Thema auch nach wie vor interessant, gerade die Ausführungen von Kara.
Müsste aber darüber nach denken, und hab momentan auch weder Zeit und Musse dazu.
-
25.03.2021, 08:17Inaktiver User
AW: Resilienz - Modewort oder wichtiger denn je?
Hallo Frangipani,
mit Deinem Thema beschäftige ich mich schon länger.
Nachdem ich mich mehrere Jahre hier in Schweigen gehüllt habe, stürze ich mich voller Freude wieder in`s Diskussionsgetümmel.
Ich verstehe unter Resilenz die Fähigkeit, belastende Ereignisse besser zu verkraften/verarbeiten als Menschen in vergleichbarer Situation. Also eine besondere Widerstandsfähigkeit zu entwickeln. Seien es Naturkatastrophen, Verlust von Heimat, Gewalterfahrungen, fehlende Voraussetzungen für eine gesunde kindliche Entwicklung usw.
Dann finde ich es besonders schwer, wenn ich "nur" Motivation von außen bekomme. Wenn sie wegfällt, bleibt nichts mehr.
Vielleicht bieten Dir meine Erfahrungen einige Denkanstöße: in meiner Wohnung habe ich bes. in einem Raum viele Erinnerungen an hilfreiche, berührende Situationen oder Dinge, auf die ich stolz bin. Dazu gehört eine Karte mit dem Weltall und ein winziger "Stern" ist die Erde. Damit relativiert sich manches für mich. Ich habe 2 Wände in einem wunderbaren Blau gestrichen. Das sieht so Klasse aus, dass ich mich jedes Mal freue. Hühnergötter von einem Singleurlaub auf Hiddensee und das im ALG-II-Bezug. Meine Pflanzen, die meinen grünen Daumen zu schätzen wissen und die jährlichen 3 Tomatenpflanzen auf dem Balkon.
Meine berufliche Situation ist derzeit ungeklärt. Und wenn ich mal wieder nahe dran bin, wegen Hartz IV zu verzweifeln, hilft mir, mir deutlich zu machen, dass ich nicht hungern und obdachlos sein muss. Der Staat sorgt dafür. Auch wenn es auf Dauer nicht erstrebenswert ist für mich. Dann denke ich an Menschen in Ländern, die nach Überschwemmungen oder so alles verloren haben. Die buchstäblich nur noch das haben, was sie auf dem Körper tragen.
Rausgehen hilft bei mir fast immer. Bewusst gucken, gibt es nicht doch etwas Schönes zu sehen?
Oder mich einfach treiben lassen, bis ich irgendwo ein stilles Plätzchen gefunden habe. Nichts machen.
Die Gewissheit haben, auch schlimme Situationen gehen vorbei. Das Leben verläuft nicht gradlinig.
Und es gibt bestimmt Dinge, auf die Du stolz bist bzw. bei genauem Hinsehen Dir besonders gut tun.
Ja, natürlich gibt es die Tage, an denen all das nicht hilft. Dann akzeptiere ich es. Das ist sehr schwer. Lasse meinen Tränen freien Lauf, höre bestimmte Musik, die das noch verstärkt. Danach bin ich erschöpft, aber es hat sich auch etwas gelöst. Und davon ist noch eine Menge in mir...
Mir fallen noch andere Sachen ein, bin aber auch unsicher, ob es nicht den Rahmen sprengt.
Sonnige Grüße und ein schönes Wochenende schon jetzt.


Zitieren

