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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Nicolo Beitrag anzeigen
    Das verstehe ich nicht - wenn mensch monogam ist, dann heisst das für mich Sex nur mit dem jeweiligen Partner.
    Wie lässt sich denn Monogamie auf mehrere Ebenen verteilen?
    Ich hatte Monogamie extra in Anführungszeichen gesetzt, um das Festkrallen an der klassischen Bedeutung zu vermeiden; denn es gibt durchaus noch andere Bereiche in einer Langzeitbeziehung, die an Wertigkeit mit der Sexualität vergleichbar sind. Man könnte also theoretisch unterschiedliche Beziehungsaspekte auf zwei Ebenen verteilen, und wäre darin jeweils "monogam", mal von den außerdem immer bestehenden Schnittmengen abgesehen. Die Alternative wäre eine Trennung vom Partner, der das aber vielleicht gar nicht möchte und mit den Vereinbarungen ebenfalls gut leben kann.
    Ich kenne mehrere langjährige Beziehungen, die auf diesem Modell beruhen. Ein solches Arrangement ist natürlich eine Gratwanderung, wobei Grenzen und Möglichkeiten immer wieder neu abgesteckt werden müssen. Aber diese regelmäßige Auseinandersetzung mit der Beziehung hält diese auch lebendig.
    Manches ist durchsichtiger als es scheint.
    Gewaltig ist der Unterschied zwischen x und u!
    Ein Piratenboot ist kein Kirchenschiff.
    Seize the Day, Heaven Can Wait
    If you could read my mind, love, what a tale my thoughts could tell....(Gordon Lightfood)
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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    ...
    Wie machen das Paare, die z.B. voll berufstätig sind? Wie sieht die Aufmerksamkeit aus? Wirklich keine Hänger (auch mal länger anhaltend)? Immer auf Empfang?
    ...
    Das ist doch eine Frage des individuellen Energielevels und der eigenen Aufmerksamkeitskapazitäten.
    Zudem "nimmt" diese Paarzeit mir persönlich nicht nur etwas, verlangt mir nicht nur etwas ab.
    Gut miteinander verbrachte Paarzeit "gibt" mir auch ganz viel.

    Ich kann als Beispiel nur meine zweite Ehe als echten Vergleich heranziehen.
    Ich war voll berufstätig, inhaltlich anspruchsvolle 45- bis 60h-Woche.
    Meine Ex-Frau hatte eine halbe Stelle im medizinischen Bereich, sehr verantwortungsvoll.
    Wir haben zwei Kinder, mit denen wir viel zusammen gemacht haben.
    Dazu kam der normale Haushaltswahnsinn, geteilt durch zwei.

    Wir haben fast jeden Tag mindestens eine Stunde miteinander geredet.
    Einmal natürlich über Alltagskram und Organisatorisches, aber darüber hinaus auch über "Gott und die Welt".
    Wenn wir denn Sex hatten, ging der zeitlich noch obendrauf.
    In den letzten zwei Jahren der Beziehung haben wir sogar noch mehr geredet, nämlich darüber, wie wir diese Beziehung verbessern bzw, retten können.

    Wenn ich abends so spät nach Hause gekommen bin (Arbeit, Hobby, verabredungen), dass meine Frau schon schlafen gegangen war, dann hat mir die Zeit, das Gespräch mit ihr gefehlt.
    Und ich weiss, dass sie das genauso empfunden hat.
    Insbesondere nach unserer Trennung war das sehr schwer für sie.

    Verabredungen mit Freund*innen hatten wir sowohl unter der Woche als auch am Wochenende.
    Individuelle Verarbedungen hatte ich mehr als sie, was der Persönlichkeit meiner Ex-Frau geschuldet war und heute nicht anders ist.
    Meine Hobbies lagen länger etwas brach, aber auch das lief gut mit, wenn es lief.

    Wie auch immer- gescheitert ist unsere Beziehung dennoch.
    Aber nicht daran, dass wir nicht genug Aufmerksamkeit, Energie oder Zeit füreinander gehabt hätten.

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Septima Beitrag anzeigen
    Ich hatte Monogamie extra in Anführungszeichen gesetzt, um das Festkrallen an der klassischen Bedeutung zu vermeiden; denn es gibt durchaus noch andere Bereiche in einer Langzeitbeziehung, die an Wertigkeit mit der Sexualität vergleichbar sind. ...
    Verstehe ich das so richtig?
    Da es über sechs Milliarden Menschen auf dieser Welt gibt, ist es nicht erforderlich, jeden persönlich als wichtig empfundenen Lebensbereich oder -aspekt unbedingt mit genau dem Partner oder der einen Partnerin teilen zu können oder zu müssen, mit dem mensch auch (von mir aus monogamen) Sex hat.

    Das sehe ich nämlich genauso, und habe das mit meinen Partnerinnen auch immer so gelebt.
    Mit einer Ausnahme, diese Frau wollte eine "Du und ich gegen den Rest der Welt"-Beziehung und daran sind wir auch gescheitert.

    Eine Partnerin muss beispielsweise meine Leidenschaft für Musik (aktiv und passiv) nicht teilen oder gar selbst mit mir zusammen musizieren.
    Meine zweite Ehefrau war in 17 Jahren sage und schreibe zwei(!) Mal dabei, wenn ich Musik gemacht habe - das war kein Problem.
    Ich fand auch getrennt Urlaub machen (sie allein, ich mit den Kindern oder ich allein, sie mit den Kindern) unproblematisch.
    Ein Paar ist ja kein vierbeiniges Tier.

    Was aber ein Problem ist bzw. sein könnte:
    Es gibt nicht viele Menschen, die dies auch in bezug auf Sex oder gar Liebe so sehen - da wollen eben viele der/die Einzige sein.
    In punkto Sex ist das für mich noch lebbar.

    Aber ich kann und will nicht garantieren, dass ich mich nicht in andere Frauen verknalle, verliebe oder sie liebe (inklusive Begehren).
    Das ist im Laufe der Jahrzehnte x-mal vorgekommen und solange ich "nix draus mache",
    solange nur ich das weiss und fühle, schadet das auch niemandem.

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Nicolo Beitrag anzeigen
    Das ist doch eine Frage des individuellen Energielevels und der eigenen Aufmerksamkeitskapazitäten.
    Wie ich ja schon schrieb, gehen meine unter der Woche gg 0 und der klägliche Rest reicht mal gerade für mich etc. pp.

    Oder sagen wir so: Mit Energie-Level könnte ich schon eher etwas anfangen, nämlich in der Verliebtheitsphase . Da wird die Nacht zum Tag gemacht und umgekehrt. Kenn ich alles.

    Liest sich bei Dir im Grunde alles super und ist dennoch gescheitert. Tragisch, aber offenkundig ohne Alternative. Dann soll und muss es so sein.

    Wenn am Ende aber (noch) Freundschaft steht, ist es ja gut.

    Was Gespräche angeht (jedweder Art, Güte, Anlass .... vom Ärger bis zu Pillepalle und Weltgeschehen) bin ich schon ein etwas komischer Vogel, da am Tage schon gefordert und wenn nach Hause komme möchte ich nur EINS: Meine Ruhe!

    Wenn mein Akku wieder aufgeladen ist und ich in "Stimmung" bin, kann ich über Tod und Teufel reden und wenn es bis in die Nacht ist.

    Aber die Dauerpräsenz eines Partners hat es mir außerordentlich schwer gemacht.

    In puncto Beziehung bin ich daran gescheitert und stehe auch dazu.

    Muss also alles gewollt sein und dann klappt das auch.

    Wie gesagt: Ich ziehe den Hut vor den Paaren, die das gewuppt kriegen und mache statt dessen einen .

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    Wie ich ja schon schrieb, gehen meine unter der Woche gg 0 und der klägliche Rest reicht mal gerade für mich etc. pp.
    Was Gespräche angeht (jedweder Art, Güte, Anlass .... vom Ärger bis zu Pillepalle und Weltgeschehen) bin ich schon ein etwas komischer Vogel, da am Tage schon gefordert und wenn nach Hause komme möchte ich nur EINS: Meine Ruhe!

    Wenn mein Akku wieder aufgeladen ist und ich in "Stimmung" bin, kann ich über Tod und Teufel reden und wenn es bis in die Nacht ist.
    ...
    Aber die Dauerpräsenz eines Partners hat es mir außerordentlich schwer gemacht. ...
    Dann weisst Du schon mal etwas ganz Wichtiges, nämlich, dass eine gemeinsame Wohnung für Dich nicht in Frage kommt.
    Jedenfalls nicht, soange Du noch berufstätg bist.

    Wäre ich so gestrickt wie Du, würde ich mir sogar die Überlassung eines Schlüssels zu meiner Wohnung sehr gut überlegen, um "meine Ladestation" allzeit für mich allein zur Verfügung zu haben.

    Das finde ich nicht sonderlich verpaarungshinderlich.
    Als Paar in getrennten Wohungen zu leben hat eine Menge Vorteile.


    ... Liest sich bei Dir im Grunde alles super und ist dennoch gescheitert. Tragisch, aber offenkundig ohne Alternative. Dann soll und muss es so sein.

    Wenn am Ende aber (noch) Freundschaft steht, ist es ja gut. ...
    Am Ende stand eine sehr liebevolle, harmonische Trennung mit anschließender enger Freundschaft.
    Diese Freundschaft hat meine Ex.Frau im Laufe der darauf folgenden 13 Jahre leider Stück für Stück "beschnitten", bis ich sie letztes Jahr offiziell für beendet bzw. Geschichte erklärt habe.

    Alles hat seine Zeit und nicht jede Zeit währt ewig.

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Nicolo Beitrag anzeigen
    Dann weisst Du schon mal etwas ganz Wichtiges, nämlich, dass eine gemeinsame Wohnung für Dich nicht in Frage kommt.


    Meine längste Beziehung (immerhin 14 Jahre, schulterklopp), hat auch in getrennten Wohnungen stattgefunden. Wir hatten eben 2 "Zuhauses". Kommt immer auf die Sichtweise an und mir war es egal, ob er Eiche im Tarnmantel stehen hatte und ich snobistisch schwarz-weiß eingerichtet war (was natürlich so nicht stimmt, dient nur der Verdeutlichung ).

    My home is my castle und das bleibt auch so! Oder auch mein "Achtel-Lorbeerblatt" .

    Zur weiteren Schlüsselübergabe ist es seit dem nicht mehr gekommen.

    Alles gut und wenn ich so an "Gelegenheit" denke (ploppt ja hier doch immer wieder hoch), bin ich bestimmt nicht abgeneigt, wenn ich in "Stimmung" bin, aber ohne Weiterungen.

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Nicolo Beitrag anzeigen
    Verstehe ich das so richtig?
    Da es über sechs Milliarden Menschen auf dieser Welt gibt, ist es nicht erforderlich, jeden persönlich als wichtig empfundenen Lebensbereich oder -aspekt unbedingt mit genau dem Partner oder der einen Partnerin teilen zu können oder zu müssen, mit dem mensch auch (von mir aus monogamen) Sex hat.
    So ähnlich könnte man das sehen, wobei auch die Sexualität "monogam" auslagerungsfähig wäre.

    Mit einer Ausnahme, diese Frau wollte eine "Du und ich gegen den Rest der Welt"-Beziehung und daran sind wir auch gescheitert.
    Ich habe dieses Modell etwa 40 Jahre lang sehr erfolgreich gelebt und erst seit ca 5 Jahren hat sich diese enge Bindung langsam gelockert. Aber ich würde das nicht als Scheitern bezeichnen, sondern als eine neue Form von Beziehung.

    Eine Partnerin muss beispielsweise meine Leidenschaft für Musik (aktiv und passiv) nicht teilen oder gar selbst mit mir zusammen musizieren.
    Genau daran hapert es bei uns auch. Mein Mann besucht aber immerhin noch alle meine Konzerte, was mich jedes Mal ganz besonders freut.
    Das Freizeitverhalten spielt in langjährigen Beziehungen eine größere Rolle als man denkt, da erwartungsgemäß mit zunehmendem Alter auch immer mehr freie Zeit zur Verfügung steht.
    Da sind wir nun schon länger nicht mehr sehr kompatibel.

    Ich fand auch getrennt Urlaub machen (sie allein, ich mit den Kindern oder ich allein, sie mit den Kindern) unproblematisch.
    Solange hier Kinder im Haushalt lebten (sage und schreibe um die 35 Jahre), sind wir immer mit dem noch nicht ausgezogenen Nachwuchs zusammen in den Urlaub gefahren. Das habe ich sehr genossen.
    Aber jetzt reise ich meist alleine oder mit FreundInnen und mein Mann geht dafür seinen aufwändigen Hobbys nach. Aber auch das ist völlig in Ordnung. Ich freue mich auf ihn, wenn ich unterwegs bin, aber gleichzeitig genieße ich den Freiraum, den ich unterdessen zur Verfügung habe.

    Wir fühlen uns immer noch emotional sehr verbunden, aber es ist anders als noch vor zehn Jahren. Dafür entwickelte sich eine ganz besondere Achtsamkeit, die hilft die Beziehung am Leben zu erhalten. Ich bin mir bewusst, dass es durchaus noch einige Jahre so weitergehen, aber auch nächste Woche schon vorbei sein kann.
    Manches ist durchsichtiger als es scheint.
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    Allegro con brio

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Septima Beitrag anzeigen
    So ähnlich könnte man das sehen, wobei auch die Sexualität "monogam" auslagerungsfähig wäre. ...
    Stimmt, geht auch. Das wird ja auch in Fällen diskutiert bzw. gemacht, wo ein Partner aus gesundheitlichen Gründen in seiner Sexualität eingeschränkt ist.


    ... Ich habe dieses Modell etwa 40 Jahre lang sehr erfolgreich gelebt und erst seit ca 5 Jahren hat sich diese enge Bindung langsam gelockert. Aber ich würde das nicht als Scheitern bezeichnen, sondern als eine neue Form von Beziehung....
    Ok, gescheitert nenne ich meine solche Beziehung deshalb, weil ich grundsätzlich nicht "gegen die Welt" leben mag und auch diese enge Fokussierung auf meine Partnerin unattraktiv finde.
    Hätte sie mal gleich gesagt, was genau sie will ...


    ... Wir fühlen uns immer noch emotional sehr verbunden, aber es ist anders als noch vor zehn Jahren. Dafür entwickelte sich eine ganz besondere Achtsamkeit, die hilft die Beziehung am Leben zu erhalten. Ich bin mir bewusst, dass es durchaus noch einige Jahre so weitergehen, aber auch nächste Woche schon vorbei sein kann.
    Ich wünsche euch, dass ihr es weiter gut miteinander meistert oder im Guten voneinander scheiden könnt.
    Und morgen vorbei sein kann es ja nun mal leider immer.
    Geändert von Nicolo (20.01.2021 um 18:56 Uhr)

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Guten morgen Nicolo,

    du führst hier Ausnahmesituationen an - wie Krankheit zum Beispiel.
    Das hat meiner Meinung nach weder was mit dem Alltag noch mit den üblichen Wünschen an eine Liebe oder Partnerschaft zu tun.

    Würden Paare mit dem Gefühl morgen kann es vorbei sein Kinder in die Welt setzen?
    Meiner Meinung nach wollen und brauchen wir Sicherheit.

    Schon allein wenn Zwei sich dazu bekennen zusammen alt werden zu wollen webt das ein Band.

    Und last but not least: gestern bin ich auf youtube rein zufällig auf eine Sendung gestossen: SWR Nachtcafe, Thema : Umwege der Liebe. Das war richtig, richtig interessant und spannend.

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Daliah- Beitrag anzeigen
    .....

    hier Ausnahmesituationen an - wie Krankheit zum Beispiel.
    Das hat meiner Meinung nach weder was mit dem Alltag noch mit den üblichen Wünschen an eine Liebe oder Partnerschaft zu tun.
    .. :..

    Schon allein wenn Zwei sich dazu bekennen zusammen alt werden zu wollen webt das ein Band.
    .......
    In einer zeit, in der Krankheit bzw die angst davor zum daily Business (erklärt) wird finde ich die These reichlich steil Aber auch sonst ist es vollkommen realitätsfremd, Solche Aspekte gedanklich aus einer Beziehung auszuklammern. Gerade wenn man ein möglichst lebenslanges band weben will.

    abgesehen von akut lebensbedrohlichen sachen gibt es wohl kaum Menschen, die immer gesund sind. Insofern definiert mMn nicht zuletzt der Umgang mit solchen Aspekten die Qualität einer Beziehung. Und spielt also zwangsläufig auch eine entscheidende rolle für die länge derselben.
    Falls jemand "Mist" findet, was ich poste:
    Meine "BS"-Tastatur ist nur fürs Formale zuständig
    Alles Andere wäre ja noch schöner.

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