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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    @badenserin

    Ich habe nicht gefragt, warum nicht-monogame Beziehungen das friedliche Zusammenleben von Menschen erschweren.
    Ich weiss es nämlich und Du vermutlich auch:
    Wenn zwei Männer sich prügeln, weil beide mit der selben Frau Sex hatten, die aber nur mit einem davon "monogam" verbandelt ist,
    wenn einer der obigen Männer "seine" Frau verprügelt, weil sie Sex mit dem anderen Mann hatte,
    und so weiter und so weiter, dann ist das einen friedlichen Zusammenleben von Menschen abträglich.

    Was die von Dir verlinkte Studie angeht:

    1. "... Etwa 97% der Männer und Frauen, die im deutschsprachigen Raum eine Partnerschaft eingehen, erwarten vom Partner Treue. ..."

    Abstrakt gefragt, was sie von bzw. in einer festen Beziehung erwarten, sagen also 97%, dass sie "Treue" erwarten.
    (Ich halte den Begriff "Treue" für irreführend, daher die Anführungszeichen. Ich bevorzuge den präziseren Begriff sexuelle Exklusivität.)

    Es ist statistisch aber ebenfalls erwiesen, dass weit mehr als 3 % der Menschen faktisch selbst nicht "treu" sind.
    Zum Beispiel:
    Wie viele Menschen fremdgehen: Fremdgehen Statistik

    "... Obwohl für eine überwiegende Mehrheit der Menschen partnerschaftliche Treue sehr wichtig ist, zeigen verschiedene Studien, dass trotzdem viele Menschen fremdgehen.

    Dabei variiert die Häufigkeit nach Land und Studie: Die jährlich durchgeführte repräsentative Umfrage General Social Survey aus den USA berichtet, dass 15-25% der Frauen und 25-50% der Männer bereits eine außerpartnerschaftliche Beziehung in ihrem Leben eingegangen sind. 1-5% der Frauen und 4-12% Männer gaben studienübergreifend an, dass sie sich im letzten Jahr auf eine Außenbeziehung eingelassen haben.

    Bezogen auf das gesamte Leben lag die Wahrscheinlichkeit bei Frauen zwischen 11 und 16% und bei Männern zwischen 21 und 25%. In einer Studie geschiedener Personen gaben 44% der Frauen und 40% der Männer an, mehr als einen außerehelichen Sexualkontakt während der eigenen Ehe gehabt zu haben. Studien in europäischen Ländern zeigen ein etwas höheres Auftreten von Seitensprüngen: Dabei berichteten 4-13% der Frauen und 13-23% der Männer im letzten Jahr von einer Außenbeziehung. ..."


    Und so weiter.

    2. Nirgends werden genauere Daten zu der unterliegenden Studie genannt.
    Eine andere Studie (siehe unten) zeigt ein gravierendes Übergewicht von Frauen:
    34% Männer, 66% Frauen.
    Repräsentativ geht anders.

    3. In einer anderen Studie vom selben Institut zum Thema "Langzeitstudie: Häufigste und schwerste Beziehungsprobleme - Top 10" wird mit 49% Sex/Erotik als dritthäufigstes Problemfeld benannt.

    In derselben Studie wurde abgefragt, welche Problemfelder als die gravierendsten angesehen werden.
    100% = schwerstes denkbares Problem, 0% = kein Problem.
    Die beiden ersten Ränge belegen:
    1. Sex / Erotik (69%)
    2. Treue (69%)
    mit 5 % Abstand zum Drittplatzierten (Vertrauen 64%).

    Langzeitstudie: Häufigste und schwerste Beziehungsprobleme 2016 - Top 10


    Was sagt Dir das?
    Mir sagt es, dass Menschen eine gute Sexualität wichtig ist.
    Mir sagt es dass es ihnen am liebsten wäre, wenn sie diese in einer monogamen Bezihueng leben könnten.
    Und es sagt mir, dass dies offenbar ziemlich oft nicht gelingt und/oder die Verheissung von gutem Sex mindestens ebenso stark ist wie der Wunsch, "treu" zu leben.
    Heisst meiner Meinung nach, Monogamie ist nicht "im Menschen angelegt".


    Es tut mir leid, dass mir als Motiv für das Streben nach Monogamie mehrheitlich unerfreuliche, defizitäre "Menschlichkeiten" einfallen.
    Es steht ja jedem und jeder frei, andere Motive zu benennen.

    Noch mehr tut es mir leid, dass es offenbar für viele Menschen so schwer ist, anzuerkennen, dass alle(!) Menschen mehrheitlich leider nicht "edel, hilfreich und gut" sind.
    Klar wäre schön, wenn es anders wäre.
    Aber:
    "Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt's nicht."
    (Konrad Adenauer)

    Noch mal:
    Wenn sich zwei zusammentun,
    dann mögen sie in Fragen sexueller Exklusivität verienbaren,
    was ihnen am besten gefällt.
    Ich wünsche den beiden, dass es funktioniert und wenn nicht, wünsche ich ihnen, dass sie auch damit menschlich umzugehen vermögen.

    Bloß erzähle bitte niemand mehr, der Mensch sei "von Natur aus monogam" oder irgendwas in der Richtung - das kann nämlich nicht stimmen.

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Nicolo Beitrag anzeigen
    ... die Verheissung von gutem Sex mindestens ebenso stark ist wie der Wunsch, "treu" zu leben.
    Heisst meiner Meinung nach, Monogamie ist nicht "im Menschen angelegt".
    Doch, der Wunsch nach Monogamie ist im Menschen angelegt - sonst hätten wir das längst großflächig "überwunden".
    Aber eben nicht als einziges. Die Faszination Fremder ist eben auch im Menschen angelegt.
    Wie ich oben schrieb - zu unterschiedlichen Anteilen.

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Nicolo Beitrag anzeigen
    Bloß erzähle bitte niemand mehr, der Mensch sei "von Natur aus monogam" oder irgendwas in der Richtung - das kann nämlich nicht stimmen.
    manche schon - ich z.B. und mein Mann.

  4. Inaktiver User

    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Nicolo Beitrag anzeigen


    Was sagt Dir das?
    Mir sagt es, dass Menschen eine gute Sexualität wichtig ist.
    Mir sagt es dass es ihnen am liebsten wäre, wenn sie diese in einer monogamen Bezihueng leben könnten.
    Und es sagt mir, dass dies offenbar ziemlich oft nicht gelingt und/oder die Verheissung von gutem Sex mindestens ebenso stark ist wie der Wunsch, "treu" zu leben.

    Heisst meiner Meinung nach, Monogamie ist nicht "im Menschen angelegt".

    .
    Die Herbeiführung der Kausalität ist wieder einmal amüsant.

    Ein einziger Punkt ist Auslöser so einer Denke.

    Man merkt nicht, dass der gewählte Partner für die gewünschte Monogamie schlicht nicht passt.
    Statt sich zu trennen, redet man sich mit Statistiken, die nur zeigen, wie viele Leute ebenfalls unglücklich in der Partnerschaft sind, eine passende Logik herbei.

    Übrig bleibt ein klassisches Argument von banalen Fremdgängern.

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Chaos,
    was hat das nun mit dem Thema zu tun?

    Wird es deiner Meinung nach in einer Langzeitbeziehung automatisch schwerer?
    Ist eine Trennung unausweichlich?

    Obwohl ich mich ja getrennt habe, glaube ich nicht dass es so kommen muss.
    Im Gegenteil, ich fand, die Anziehung nahm eher zu, jedenfalls von meiner Seite.

    Wenn Langeweile sich breit macht liegt es ja nicht unbedingt an der mangelnden oder schlechten Sexualität.

  6. Moderation

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Daliah- Beitrag anzeigen
    Wenn Langeweile sich breit macht liegt es ja nicht unbedingt an der mangelnden oder schlechten Sexualität.
    Ich glaube, dass Langeweile alle Bereiche betrifft - nur kann man die meist einfacher kompensieren als den Punkt Sexualität (wenn man monogam bleiben möchte). Und so steht dann die Sexualität wie ein riesengroßer rosa Elefant plötzlich im Raum. Und irgendwann geht man entweder fremd - weil man jemanden kennenlernt, der einen wieder lebendig werden lässt oder aber man trennt sich und nennt als Grund die Langeweile und den schlechten Sex. Dabei ist im Grunde in der Beziehung so gut wie nichts mehr gut.

    Um dauerhaft in einer guten = spannenden Beziehung zu sein, muss man die vielzitierte Nähe und Distanz auf Dauer finden. Man muss für den jeweils anderen spannend bleiben, man darf nicht panisch reagieren, wenn man feststellt, dass sich der andere in irgendeine Richtung verändert, sondern sollte neugierig und aufgeschlossen entweder mitgehen oder zumindest verstehen und anerkennen. Dass das im Laufe der Zeit schwieriger wird, kann ich nicht finden.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern
    In einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
    - Ich habe meinen Sport gefunden.


    Moderatorin für:

    Was bringt Sie aus der Fassung?
    Beziehung im Alltag
    Trennung und Scheidung
    Über das Kennenlernen
    Forum für Alleinerziehende

  7. User Info Menu

    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Doch, der Wunsch nach Monogamie ist im Menschen angelegt - sonst hätten wir das längst großflächig "überwunden".
    Aber eben nicht als einziges. Die Faszination Fremder ist eben auch im Menschen angelegt.
    Wie ich oben schrieb - zu unterschiedlichen Anteilen.
    es ist auch der wunsch nach gesundheit, schönheit und unsterblichkeit im menschen angelegt, aber das ändert ja nichts.

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von skirbifax Beitrag anzeigen

    Um dauerhaft in einer guten = spannenden Beziehung zu sein, muss man die vielzitierte Nähe und Distanz auf Dauer finden. Man muss für den jeweils anderen spannend bleiben, man darf nicht panisch reagieren, wenn man feststellt, dass sich der andere in irgendeine Richtung verändert, sondern sollte neugierig und aufgeschlossen entweder mitgehen oder zumindest verstehen und anerkennen. Dass das im Laufe der Zeit schwieriger wird, kann ich nicht finden.
    kommt vielleicht drauf an, wie die veränderung des anderen abläuft. wenn er dadurch neue kontakte aufbaut und mit denen dann mehr zeit verbringt, wird's schwierig... ich kann von mir sagen, dass ich mich dann auch für die anderen begeistere und diese begeisterung aus der zweisamkeit abziehe.
    die alternative wäre, mir die neue entwicklung zumindest ein stück weit zu verkneifen.
    (spoiler, meine beziehungen sind meist aus diesem grund zu ende gegangen.)

  9. Moderation

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Natürlich kann auch ich aus dem Stegreif einige Veränderungen benennen, auf die ich nicht neugierig oder aufgeschlossen reagieren würde. Damit meinte ich nicht dass man alles dulden bzw. erdulden muss - Beziehung ist und bleibt ein interaktiver Prozess. Und klar kann man auch nach 25 Jahren feststellen, dass es jetzt nicht mehr passt. So wie es bei manchen nicht (mehr) passt, gibt es auch die, bei denen es immer noch passt.

    Nur kann es nur passend bleiben, wenn man im Gespräch bleibt, wenn man für den anderen spannend bleibt und der eigene Partner nach wie vor spannend ist.
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    Christian Morgenstern
    In einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Doch, der Wunsch nach Monogamie ist im Menschen angelegt - sonst hätten wir das längst großflächig "überwunden".
    Aber eben nicht als einziges. Die Faszination Fremder ist eben auch im Menschen angelegt.
    Wie ich oben schrieb - zu unterschiedlichen Anteilen.
    So, wie sich gewaltfreie Konfliktbewältigung als "überlegen" durchgesetzt hat, weil die meisten Menschen diese bevorzugen?
    Und wenn Du das bejahst, hast Du in letzter Zeit mal Nachrichten gesehen oder gelesen?
    Geändert von Nicolo (20.01.2021 um 10:20 Uhr)

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