Ich war es, die Fromm erwähnt hatte, im Zusammenhang mit dem „Team“. Ich begreife Fromms Ideen von der Liebe als eine spirituelle, keine konkrete Beschreibung. Es geht um eine Haltung, nicht um die Gestaltung. Aber von mir aus müssen wir hier nicht second-hand Fromm diskutieren.
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26.12.2020, 22:29
AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?
that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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26.12.2020, 23:31
AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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27.12.2020, 02:40
AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?
Hallo Ihr Lieben und R_Rokeby,
Was ist denn eine Langzeitbeziehung? Ist die zeitlich vordefiniert?
Möglicherweise dadurch, dass sie immer schwerer wird, bis Schluss ist?
Meine erste Beziehung ganz klar JA. Meine zweite dauert noch an, natürlich bis der Tod uns scheidet, ich bin ja immer noch nach 25 Jahren verliebt. Meine Beziehung jetzt würde ich als Kurzeitbeziehung bezeichnen, weil die 25 Jahre wie im Flug vorbeigegangen sind.
In dem Thema steckt so übergeordnet die Frage nach dem Sinn des Lebens.,
Ich meine nicht, dass es eine Beziehung ist, auf Du Dich beziehst.
Das schlussfolgere ich aus der Kokettiererei, zwischen denen, die in einer Beziehung leben und die, die Single sind.
Auch eine Beziehung, aus denen Kinder hervorgehen, hat für mich nichts mit Sinn des Lebens zu tun.
Leider wird das eine mit dem anderen immer verglichen und gewertet, weil wir halt die Menschen in unserer Gesellschaft durch diese Lebensmodelle klassifizieren.
Ich habe festgestellt, dass wir ständig in irgendwelchen grossen und kleinen Illusionsblasen leben, die immer wieder mal platzen. Die uns enttäuschen, traur,ig oder ärgerlich machen, weil sie uns auf den Boden der Tatsachen bringen.
Die sexuelle Attraktion ist für mich immer noch die Grundvorraussetzung für das Entstehen einer starken Bindung. Je länger sie andauert, desto toleranter, verständnisvoller und loyaler gehe ich mit dem Platzen dieser Illusionsblasen um. Ich kann das auch umgekehrt feststellen.
Die sexuelle Attraktion hat für mich ein Alleinstellungsmerkmal. Alles andere kann ich ersetzen.
Und dann gibt es noch die *Manipulationsbeziehung*, wenn Topf (Manipulierter) und Deckel (Manipulator) zusammenkommen. Eigentlich eine sehr toxische , aber häufige Mischung.
Die funktioniert dann nicht mehr, wenn´s im Topf zum Kochen anfängt und die Manipulaton entdeckt wird.
Selbst merkt man kaum seine manipulativen Neigungen. Die entstehen ja auch in einer jahrelangen Erfolgsstory und vermitteln einem, das richtige zu tun. Oft gibt der Beruf, den man ausübt, darüber Auskunft.
Typische Berufsmanipulatoren sind Journalisten, Psychotherapheuten, Künstler, Schauspieler, Verkäufer ...Politiker.Geändert von auxout (27.12.2020 um 03:15 Uhr)
Vollkasko war gestern - ab heute zählt Verantwortung und Solidarität.
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27.12.2020, 08:50
AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?
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27.12.2020, 09:41
AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?
Ich versuche es kurz. Wichtig ist zu erwähnen, dass Fromms Buch „The Art of Loving“ ein psychoanalytischer Text für ein breiteres Publikum ist, eine psychologisch-spirituelle Betrachtung des Liebens, kein Beziehungsleitfaden. 1957 herausgegeben, natürlich auch zeitlich eingebunden (12 Jahre nach Kriegsende zum Beispiel).
Meine Ablehnung der Beziehung als Team bezieht sich auf Fromms Beschreibung einer entfremdeten Form des Liebens in der Form, die er Team nennt und folgendermaßen beschreibt: „One of the most significant expressions of love, and especially of marriage with this alienated structure, is the idea of the "team." In any number of articles on happy marriage, the ideal described is that of the smoothly functioning team. This description is not too different from the idea of a smoothly functioning employee; he should be "reasonably independent," cooperative, tolerant, and at the same time ambitious and aggressive. .. the well-oiled relationship between two persons who remain strangers all their lives, who never arrive at a "central relationship," but who treat each other with courtesy and who attempt to make each other feel better.
In this concept of love and marriage the main emphasis is on finding a refuge from an otherwise unbearable sense of aloneness. In "love" one has found, at last, a haven from aloneness. One forms an alliance of two against the world, and this egoism adeux is mistaken for love and intimacy.“
Wenn Paare ihre Beziehung als „wir sind ein Team“ beschreiben, dann kann aber muß das keineswegs eine Beziehung im Frommschen Sinne sein. Der Begriff Team ist bei Fromm ein bestimmter, für andere Leute ein anderer.
Fromm betrachtet in dem Buch das Lieben als eine zentrale Tätigkeit, Haltung, auch Disziplin, die eine spirituelle Komponente hat und sich sowohl auf die Kenntnis und das Lieben seiner selbst als auch anderer Menschen an sich bezieht.
Seine Sicht (ähnlich später auch in „To have or to be“, was für meinen Mann ein wichtiges Buch gewesen ist) hat in mir einen Wiederklang ausgelöst, der für mich eine wichtige Anregung gewesen ist, zusammen mit anderen Texten und Gedanken. Am Anfang unserer Beziehung haben wir auch darüber geredet und haben eine ähnliche Vorstellung davon gehabt, wie wir uns selbst und das Lieben sehen und leben wollen.that was the river - this is the sea
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27.12.2020, 11:57Inaktiver User
AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?
Ich versuche es noch kürzer:
Der Team-Begriff fällt bei Fromm im Kontext seiner Definition von Liebe. Sie ist lt. Fromm nicht nur die Summe von Teamgedanke+Sex+Exklusivität, sondern mehr. Um dieses "mehr" - für Fromm eine bestimmte Haltung - rankt sich sein Buch "Die Kunst des Liebens".
Wenn Ihr's nicht fühlt, Ihr werdet's nicht erjagen.
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27.12.2020, 12:04
AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?
bin zwar nicht direkt angesprochen, habe das aber für mich nochmal genau überlegt.
Ergebnis:
Sexuelle Attraktivität war in allen Fällen da.
Oder eben nicht.
Sie ging in keinem Fall weg durch Streit o.ä. Selbst wenn man feststellte, dass man einfach nicht zusammenpasst und sich deswegen trennt.
Musste auch in keinem Fall durch irgendwas angefacht oder (durch irgendetwas) "aufrecht" erhalten werden.
Und kam auch bei niemandem dazu, egal wie "toll" derjenige ansonsten war.
So zumindest habe ich es erlebt.
Und stimme daher @axout, sofern ich sie richtig verstanden habe, auch absolut zu was die Rolle der Sexualität in einer (Langzeit-) Beziehung betrifft.
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27.12.2020, 12:47
AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?
ja, stimme auch zu.
Die sex. Anziehung ist Grundlage und irgendwie auch Sinn(stiftend).
Ich kann mir einen nicht *** denken, ihn aber auch nicht un**** denken.
wie das zustande kommt? Weiß ich nicht. Meines Wissens nach theoriabhängig. Der Behaviorist wird evt. andere Ansätze diskutieren als der Freudianer (?)
@Wie lange ist lang?
so Auge mal Pi würde ich sagen mehr als 5 jahre ist lang.
@martha agatha
ja, ist mit meinem jetzigen Mann anders. These: ich bin anders.
@Erich Fromm (ich verwechsle den immer mir E. Fried
)
ich hab Haben oder sein so mit 17, 18 gelesen und muss gestehen, dass ich mich kaum nich erinnern konnte - aber jetzt hatte ich ein paar Aha-Erlebnisse aus dem Archiv meines Hirns.
MICH haben mehr die Erkenntnisse John Gottmans beeindruckt. Muss aber noch über den Fromm nachdenken.
Der sieht halt das Team als kapitalistisch-utilitaristische "Output" Einheit, was ihn abstößt.
Weil damit der Spirit und das magische von Liebe flöten geht?
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27.12.2020, 12:47
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27.12.2020, 12:51
AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?
Das ist ein Faust Zitat...
Sagt der Faust zum Famulus Wagner, Frage war wie man eine gute Rede hält oder?
"jagen" ist in den Zusammenhang keine dieser unsäglichen "Jagd" Metaphern, derer sich das Liebesforum sonst gerne bedient (Jäger, Reh, tot, zur Jagd tragen, zu Füßen liegen, bis es vom Haken fällt
)
Was ICH immer extrem abstoßend finde - vüüüüüüül schlümmmmma als Teamsters


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