Ich sehe das Geldthema auch als Stellvertreter, und Streits rund um Geld hatte ich mit meinem Mann tatsächlich in all den Jahren kein einziges Mal.
Irgendwie finde ich es besser, mit einem wohl wollenden Blick durch die Welt zu gehen. Also nicht naiv, aber eben eher auf das Gute gerichtet. Ich erlebe mich so, wenn ich nur das Kritische sehe, bin ich noch dabei, eine eigene Position für mich auszuhandeln, weil ich selbst eiere. Wer da save ist mit sich selbst, ist meist entspannter und kann andere Lebensmodelle auch gut gelten lassen.
Dieses Prickeln, dieses Geheimnisvolle, dieses "Keine Ahnung, wie man es nennen soll" erlebe ich auch.
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26.12.2020, 12:08
AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?
Be a voice not an echo.
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26.12.2020, 12:09
AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?
Nun ja, du hattest dich auf Paare mit einem bestimmten Lebenskontext bezogen. Die, in denen beide berufstätig sind, sind harmonischer, als die, in denen einer nicht arbeitet.
Ich meine alle Paare, die mir bekannt sind, die in unterschiedlichen Lebensphasen in verschiedenen Kontexten zusammen gelebt haben. Aktuell kenne ich kein Paar, wo nicht beide 30 - 40 Stunden arbeiten, wenn das jüngste Kind ein gewisses Alter erreicht hat.
An der veränderten Konstellation im Alltag. Wer es gewohnt ist, alleine im Homeoffice zu arbeiten, entwickelt Routinen. Wenn jetzt ein zweiter dazu kommt, werden diese Routinen gestört. Oder beide plötzlich im Homeoffice Platz und Routine finden müssen, vielleicht auch mit unterschiedlichen Tagesabläufen.]woran lag das, deiner Wahrnehmung nach?
Wir haben jahrelang mit sehr wechselnden Routinen gearbeitet und uns regelmäßig in die Haare bekommen, bis wir wieder einen gemeinsamen Rhythmus im Zusammenleben gefunden haben, der unseren Bedürfnissen (er Langschläfer, ich Frühaufsteher), entsprach. Ebenso als die Kinder klein waren und sich in deren Entwicklung oder Betreuung Dinge geändert haben. Das verlief nie reibungslos, das erwarte ich auch nicht.
Reibung erzeugt ja bekanntlich Wärme und schwarze Krümel.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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26.12.2020, 12:12
AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?
@badenserin
Nur kurz: die Frau von der ich sprach ist mittlerweile 76 und hat so entschieden, weil sie es konnte und ihr Mann - der sie ja finanziert - damit einverstanden war.Geändert von xanidae (26.12.2020 um 12:20 Uhr)
Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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26.12.2020, 12:13
AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?
na ja, dass einer auf einmal keinen Bock mehr auf Sex hat - das fällt ja gerade in Langzeitbeziehungen nicht vom Himmel, oder?
DAs hat doch oft eine Vorgeschichte, die mit Sex oft gar nichts zu tun hat. Sonden mit anderen Gefühlen und Problemen wie z. B. Wertschätzung, Aufmerksamkeit, Engagement ....
Dieses "auf einmal mag einer nicht mehr und der andere ist dann der Depp" Ding - das teile ich nicht.
Das hat sowas von "liefern und geliefert kriegen" - DAS ist im long run immer nix.
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26.12.2020, 12:17
AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?
Ich würde sagen, meine Beispiele hatten alle eines gemeinsam: sie handelten nicht von Gefühlen, die die beiden Beteiligten für den jeweils Anderen empfinden - der Eine verdient das Geld, der Andere betreut die Kinder; der Eine macht den Garten, der Andere ist fürs Kochen zuständig usw. usf.
Das ist eben was anderes - da könnte man meiner Meinung nach allerdings von einer gewissen 'Schieflage' reden.Wie würdest Du es bezeichnen, z.B. der eine (mal beide gemeint) hat keinen Bock mehr auf Sex, der andere sehr wohl?
Man könnte es auch als ein (gravierendes) Problem einer Partnerschaft bezeichnen.Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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26.12.2020, 12:17
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26.12.2020, 12:19
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26.12.2020, 12:19
AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?
@badenserin: Supertoller Beitrag auf der ganzen Linie. Der für mich einzige Wermutstropfen ist der, dass ich nun als "Gegenposition" definiert wurde (von anderen) die ich niemals vertreten habe.
Gerade im Sinne dieses gegenseitigen Ausspielens. Ich habe lediglich meine Sichtweise/Lebensweise in dem Punkt dargestellt und mich gewundert, warum (bis zum meinem einen Post) das Thema finanzielle Abhängigkeit / Unabhängigkeit so wenig in der Diskussion war.
@ rokeby, sehr guter Punkt, man kann auch gemeinsam selbständig sein, auch dann spielt das Finanzielle eine wichtige Rolle in der Beziehung.
Ich finde nicht, dass man das aus der Betrachtung:
Wie gestaltet man eine Partnerschaft möglichst positiv haltbar,
einfach herausnehmen kann.
Dabei ist für mich aber selbstredend, dass das in der konkreten Ausgestaltung steht und fällt mit den jeweiligen Charakteren.
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26.12.2020, 12:26
AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?
Das kriegen viele auch gebacken, aber ebenso viele nicht.
Deshalb gibt es auch für mich keine allgemeingültige Vorgehensweise, weil Menschen zu individuell sind.
Was für viele 20 Jahre lang in Ordnung war, muss es ab dem 21. nicht mehr zwingend sein.
Und die, die es bis zum 60. und darüber hinaus Ehejubiläum geschafft haben, ziehen ihr eigenes Fazit. Und nein, in diesem Alter wirft man auch das Leben nicht über Bord und sagt von den meinetwegen 60 Jahren konntest du 40 in die Tonne treten. Wiederum wird auch keiner sagen, alle 60 waren super-hyper-toll. Geht auch gar nicht. Glaubt eh keiner.
Deshalb für mich das Fazit: Man muss einfach Glück haben, den Menschen im Leben getroffen zu haben, mit dem die Unternehmung Beziehung weitestgehend geklappt hat, man auf ein erfülltes, zufriedenes Leben zurückblicken kann, das sicherlich Höhen und Tiefen hatte, aber sich ansonsten rund anfühlt.
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26.12.2020, 12:35Inaktiver User
AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?
Nochmal zurück zur Strangfrage:
Es wird m.E. immer leichter. (Grundannahme hierbei:. Es handelt sich um eine glückliche Langzeitbeziehung, denn eine unglückliche Beziehung würde man/ich gar nicht über lange Zeit aufrechterhalten.)
Immer leichter wird z.B.:
- Vertrauen in die Liebe
- Gewissheit, dass eine Beziehung nicht einengt und nicht in der eigenen Individuation behindert
Daraus leite ich übrigens die These ab, dass genau das der Grund ist, warum viele nach Langzeitbeziehung Verwitwete für das Umfeld oft überraschend früh wieder eine neue Beziehung eingehen.
Eine Userin äussert in der Bri öfters die Vermutung, dass der Grund vielmehr sei, dass diese Menschen nicht alleine sein könnten. Das glaube ich nicht.
Immer schwerer wird es im Sinne wie von mir in #6 beschrieben. Dieser Schmerz wird wohl nur noch vom Verlust eines Kindes getoppt.
Aber das ist halt der Preis.
Der's wert ist.




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