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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Grissom Beitrag anzeigen
    ...Wenn ich mal vom Freundeskreis absehe ... sondern nur zufällige Paare nehme (Nachbarn zum Beispiel):...
    Hm, ich finde es recht schwierig, da so sehr den Blick auf andere zu haben. Weil das einfach auch irgendwie ablenkt vom Eigenen. Häufig hat man auch als Außenstehender gar keinen echten, internen Einblick. - Man sollte da bei sich bleiben. - Grissom, ich fände es auch für diesen Langzeitstrang hilfreich, wenn du die Aspekte nennst von deinem eigenen Leben, also deine Beziehung, dein Kind/deine Kinder. Deine Lebenserfahrung teilen.

    Ich z.B. finde sehr hilfreich zu lesen, wie andere Langzeitpaare, die schon 20 oder mehr Jahre zusammen sind, vieles händeln. Meine Schwägerin ist jetzt über 20 Jahre verheiratet, sie wirken glücklich. Und ich sehe immer wieder schöne Züge, z.B., dass sie sich auf sehr gute Weise Raum lassen, dass nicht jeder kleine Ärger am anderen ausagiert werden muss, sondern, dass es öfter auch reicht, sich einfach seinen eigenen Dingen eine Zeitlang zu widmen (sei es im Job, sei es im Hobby, beim Sport).

    Ansonsten bin ich sehr bei Marys "haarfeiner Balance".
    Be a voice not an echo.

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    anknüpfend an meinen letzten Beitrag, umgekehrt formuliert schafft man sich dadurch, meiner Erfahrung nach, nicht nur potentielle Probleme "vom Hals", sondern bereichert dadurch die Partnerschaft auch nachhaltig.
    Man hat eine gemeinsame Schnittmenge bzgl. eines elementaren Punktes: Sicherung des gemeinsame Lebens.

    Auch wenn beide in ganz anderen Bereichen arbeiten, meiner Meinung spielt das dabei kaum eine Rolle, sondern es besteht grundlegendes Verständnis aus dem eigenen Erleben.

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen

    Hm, ich finde es recht schwierig, da so sehr den Blick auf andere zu haben. Weil das einfach auch irgendwie ablenkt vom Eigenen. Häufig hat man auch als Außenstehender gar keinen echten, internen Einblick. - Man sollte da bei sich bleiben. -
    Grissom, ich fände es auch für diesen Langzeitstrang hilfreich, wenn du die Aspekte nennst von deinem eigenen Leben, also deine Beziehung, dein Kind/deine Kinder. Deine Lebenserfahrung teilen.
    .......
    mir geht es, wie man in meine Beiträgen auch nachlesen kann, um beides, ich lege meine eigene Position/Er-Leben dar und schaue auf das anderer. Tust du ja auch gerne, wie du eben ausgeführt hast.
    ich hoffe, du fühlst jetzt doch wieder wohl hier?

  4. Inaktiver User

    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und dieses innere "Man-Selbst-Bleiben" oder auch "Bei sich bleiben" sorgt - zumindest in meinen Beziehungen - dafür, dass der Kick erhalten bleibt.
    Das Bewusstsein, dass wir alle unabhängige, auf eigenen Füßen stehende Personen sind, die sich nun mal dafür entschieden haben, eine Beziehung miteinander zu führen und die sich deshalb immer wieder neu entdecken.
    Und sich auch immer wieder neu ineinander verlieben, selbst wenn wir die Geschichte, die der andere gerade erzählt, schon fünfzigmal gehört haben. Oder genau wissen, was er/sie im nächsten Moment tun wird - es kann trotzdem immer wieder so ein Funke auftauchen, ein Staunen und die Freude, dass sich genau dieser Mensch dafür entschieden hat, mit einem zusammen zu sein.
    das finde ich toll formuliert

    für mich ist das entscheidend in einer beziehung, ohne diese grundhaltung entwickle ich ganz schnell fluchtimpulse.

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Grissom Beitrag anzeigen
    Genau das meinte ich (zum Beispiel) mit: Das sind dann Probleme, die man sich (für das Gelingen der Partnerschaft!) vom Hals halten kann, in der von dir beschriebenen Form, wenn beide arbeiten gehen.
    Ich verstehe die Logik nicht. Wenn beide unzufrieden sind, dann haben sie wenigstens eine Gemeinsamtkeit, über die sie sich austauschen können?
    Geändert von Borghild (26.12.2020 um 11:15 Uhr)

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    ....
    Das erlebe ich anders und schon gar nicht so pauschal. Ebenso nehme ich „Krisen“ oder Beschwerden als Phasen wahr.

    oh, da sehe ich jetzt nicht wo das im Gegensatz zu meinen Gedanken steht. Manche Phase wird dann erfolgreich bewältigt, manch andere eher weniger. Das wird wohl so vielfältig sein wie die Menschen, aus denen die jeweiligen Paare bestehen.

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    ....

    Ebenso wie die aktuelle Homeofficesituation für manche Paare kritisch war.
    woran lag das, deiner Wahrnehmung nach?

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    ....

    Interessant fand ich auch die Aussage einer meiner Kolleginnen im ehrenamtlichen Bereich: „Warum soll ich jemandem die Arbeitsstelle wegnehmen, der sie vielleicht braucht, wenn mein Mann mehr Geld verdient, als wir ausgeben können“.
    Ja gut, solche Luxusfälle kenne ich tatsächlich nicht

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen
    (...)
    Wenn es auch ein Nebenaspekt ist, so hatte ich Rokebys EP so verstanden, dass es um die Frage nach dem Prickeln und der Stärkung von Langzeitbeziehungen geht, nicht um den Aspekt Finanzen?

    Ich würde mich gerne in diesen Strang etwas mehr einbringen, fühle mich aber derzeit hier nicht so recht wohl.

    Halleluja, frohe Weihnachten.

    Ich habe mir gar nicht sooooo tiefe GEdanken über Inhalt des Threads gemacht, fürchte ich.
    War ja spontan durch die Klage im Singelstrang, alle schössen sich immer nur auf Single ein

    Finanzen-Abhängigkeiten

    sehe ich schon als einen! Punkt an. Wobei ich der These anhänge, Geld sei immer! nur Metapher, Stellvertreter. Der aber krachend und mächtig.

    Ich war in meiner 1. Ehe in einer gegenseitigen wirtschaftlichen Abhängigkeit - beruflich. Wir hatten ein Unternehmen zusammen und waren da organsatiorusch-rechtlich und kreditmäßig verhandelt.

    Wir hatten immer den Witz, wir hocken auf einem Floß tuckern die reißende, sauteure Isar runter und halten uns aneinander fest.

    Das Auseinanderklamüsern fand dann gsd. in etablierteren Jahren statt.

    Er war urpspr. wesentlich reicher als ich von daheim - ich war die Kirchenmaus. Wir hatten einen Ehevertrag, der allerdings eher zu meinen Gunsten war. Als wir uns dann scheiden ließen haben wir es aber nochmal ganz anders geregelt.

    Streits über Geld kenne ich nicht so.

    Prickeln

    Ich meinte das nicht sexuell. Da hatte es bis zum Ende, das in mehreren Akten über die Bühne ging, geprickelt.
    Ich meinte das so seelisch. Ich kannte ihn einfach. Ich wusste was er denkt. Und wann. (Beweis: er neigt, dazu Gedanken laut auszusprechen )

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Für Wegstrecken, in denen wir uns für eine bewusste „Schieflage“ entscheiden, zum Beispiel bei uns die insgesamt sieben Jahre, in denen ich kinderbedingt nicht berufstätig war- es wäre mit meinem Beruf und in der Zeit nicht möglich gewesen, aber das Vertrauen und unsere Erfahrung von Gemeinsamkeit in diesen Zeiten haben die Aufteilung sinnvoll, tragfähig, zukunftsgerichtet gemacht ...
    Mit dem Begriff 'Schieflage' kann ich kaum etwas anfangen.
    Oder anders rum: immer, wenn Menschen zusammenkommen bzw. Teams bilden, ergeben sich zwangsläufig 'Schieflagen' - eben weil Menschen nicht gleich sind, nicht immer alle das Gleiche tun, nicht immer alles gleich (gut) verrichten können etc. etc.
    Das gilt natürlich auch für Partnerschaften.
    Und wenn der Eine die Kinder betreut und die Andere das Geld für die Familie verdient, dann kann ich darin keine 'Schieflage' erkennen.
    Gleiches würde dafür gelten, wenn 'sie' die Wäsche wäscht - er jedoch die Klamotten, wo erforderlich, bügelt. Das ist doch auch keine Schieflage, es ist schlicht und einfach Arbeitsteilung.
    Oder sie kümmert sich um den Garten, er kümmert sich ums Kochen. Das könnte man im Grunde genommen auch als eine Art von Schieflage bezeichnen - aber ist das sinnvoll?
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
    Daniel Kahneman

  9. Inaktiver User

    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Ich erlebe hier im Ehrenamtlichen Bereich viele Menschen, die viele Außenkontakte haben und sich nicht nur auf den Partner fokussieren. Schwierig wurde es dann, als der Partner in Rente ging und feststellen musste, dass die Frau keine Zeit dafür hat, mit ihm auf der Couch zu sitzen. Da mussten sich einige Paare wieder eingrooven.
    Ich war kurz geneigt, in eine reflexartige Abwehr zu verfallen und Grissom zuzustimmen, allerdings muss ich ehrlich sagen, dass ich da mehr an von mir als ungesund empfundene Abhängigkeiten dachte und klischeehafte Bilder aus den 50ern vor meinem Auge hatte, die der Realität, vor allem dem Thema hier nicht gerecht werden. Für mich persönlich gilt das umso mehr, als wir beide in den ersten Jahren zunächst voll berufstätig waren und ich dann über 15 Jahre hinweg Alleinverdienerin war, während er unter anderem aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nur noch stundenweise arbeitete. Eine Veränderung im Sinne einer Schieflage in der Partnerschaft oder auch nur eine größere Fixierung von ihm auf mich habe ich nicht erwartet und konnte ich dann auch nicht feststellen.

    Ich meine daher auch, dass eine Schieflage in einer Alleinverdiener-Partnerschaft nicht zwangsläufig entsteht. Wer außer dem Beruf nichts weiter hat, kann ebenso am Partner kleben wie der nicht erwerbstätige, der rein häuslich orientiert ist. Ob einer stärker auf den anderen ausgerichtet lebt, scheint mir davon jedenfalls nicht abzuhängen.

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Interessant fand ich auch die Aussage einer meiner Kolleginnen im ehrenamtlichen Bereich: „Warum soll ich jemandem die Arbeitsstelle wegnehmen, der sie vielleicht braucht, wenn mein Mann mehr Geld verdient, als wir ausgeben können“.
    Diesen Gedankengang finde ich allerdings auch bemerkenswert, allerdings nicht im positiven Sinn.
    So wurde früher argumentiert, um Frauen den Zugang zu Berufen zu erschweren, die ein schlechtes Gewissen haben sollten, wenn sie anderen Arbeit wegnehmen und damit geradezu eine Erklärung brauchten für eigene Berufstätigkeit. Es tut geradezu weh, dergleichen heute noch zu lesen. Wie schräg solche Muster sind, zeigt der umgekehrte Fall: Warum nimmt ihr Mann jemandem die Arbeitsstelle weg, die ein anderer vielleicht viel mehr braucht, nachdem sie das ganze Geld es ja nicht mal zusammen ausgeben können? Oder: Warum arbeitet sie nicht, wenn sie doch dann das ganze viele unnütze Geld dann spenden könnte?

    Sie hat sich so entschieden und kann dazu stehen. Oder vielleicht doch nicht so ganz, wenn sie eine Argumentation nötig hat, in der sie ihre ureigene Lebensentscheidung im Licht eines Verzichts für das Gemeinwohl erscheinen lassen möchte und Doppelverdienern, die nicht auf zwei Gehälter angewiesen sind, Vorwürfe ("wegnehmen") macht. Es wäre schön, wenn dieses gegeneinander Ausspielen von Modellen irgendwann mal auf dem Misthaufen der Geschichte landen könnte.

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Mit dem Begriff 'Schieflage' kann ich kaum etwas anfangen.
    Da gehst Du mit Deinen Beispielen vom Idealzustand aus.

    Wie würdest Du es bezeichnen, z.B. der eine (mal beide gemeint) hat keinen Bock mehr auf Sex, der andere sehrwohl?

    Eine Schieflage entsteht für mich stets dann, wenn einer mehr gibt als der andere und in der Tat entstehen - jedenfalls für mich - in vielen Beziehungen Schieflagen der mannigfachsten Art, Güte und Konsequenzen.

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