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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Grissom Beitrag anzeigen
    Nach meiner Erfahrung ist Ehrlichkeit in Kombi mit Offenheit ein wesentlicher Bestandteil oder auch Garant für eine stabile langzeit-Beziehung.
    Würde ich so pauschal nicht unterschreiben.

    Gibt viele, die die gute Freundin oder den guten Freund brauchen, um mal etwas zu besprechen, was gerade nicht für die Ohren des Partners tauglich ist.

    Die jeweiligen Partner können zwar alles essen, müssen aber nicht zwingend alles wissen.

    Mitunter kann schlicht die Klappe halten mehr retten, als ständig alles bereden zu wollen/müssen.

    Vieles bereinigt sich durch gute Gespräche mit Dritten.

    Ausgenommen sind selbstredend wirkliche Probleme, die nur im "Dütt" zu klären sind.

    Und was körperliche Attraktivität angeht: Sie liegt stets im Auge des Betrachters/der Betrachterin. Kann man sich wundern, wie sich manches Pärchen gefunden hat, aber irgendwas müssen sie jeweils ja haben.

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Kick in einer Langzeitbeziehung (lt. Eröffnungspost) und körperliche Attraktivität sind für mich 2 verschiedene Dinge.
    Trotz körperlicher Anziehung ist ein Kick ja nochmal etwas anderes und für mich eher mit dem Reiz des Neuen verbunden.
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen



    Gibt viele, die die gute Freundin oder den guten Freund brauchen, um mal etwas zu besprechen, was gerade nicht für die Ohren des Partners tauglich ist.

    Die jeweiligen Partner können zwar alles essen, müssen aber nicht zwingend alles wissen.

    .....

    Ausgenommen sind selbstredend wirkliche Probleme, die nur im "Dütt" zu klären sind.

    Und was körperliche Attraktivität angeht: Sie liegt stets im Auge des Betrachters/der Betrachterin. Kann man sich wundern, wie sich manches Pärchen gefunden hat, aber irgendwas müssen sie jeweils ja haben.
    Also mal ganz ehrlich, wenn jemand eine Langzeitbeziehung führt, und um die geht es ja hier, und auch darum, ob es immer schwerer wird, oder wie ggf leichter, da findest du so etwas Grundsätzliches wie auf was jemand "steht" gehört nicht in die Ohren des Einzigen, den es betrifft?

    Klar muss man manches erstmal mit anderen besprechen, wichtige Sachen, die wirklich den Partner betreffen, würde ich aber demjenigen niemals vorenthalten.

    Mal ganz normal gedacht, die Männer, Freundeskreist sitzt zusammen, das Gespräch kommt drauf, wer was hübsch findet, das landet dann hintenrum bei den Ehefrauen die ggf völlig konsterniert sind....jetzt sag bitte nicht, das sowas nieeee vorkommt.
    Das dürfte sogar der Regelfall sein.

    Soll also der Partner seine Vorstellungen gefälligst ganz für sich behalten? Damit sie auch nicht hintenrum beim Partner ankommen?
    Sorry, versteh ich nicht.

    Ich z.B habe von meinen Mädels, die das natürlich ebenfalls wußten, gerne mal Geburtstagskarten mit Muskelpaketen, bezeichnenderweise meist ohne Kopf (so vom Bildausschnitt her) bekommen, also ich wurde dafür gerne auch mal auf den Arm genommen.
    Hätte mein Partner dann jedesmal konsterniert gucken sollen?
    Wo ja jeder wußte, dass mein Faible keinerlei negative Konsequenzen für meinen Partner hatte, ich die Treue in Person war. Auch gedanklich.
    Ich kann sowas von gucken ohne mehr zu wollen, das glaubt man kaum

    Vielleicht liegt hier aber auch das Miss-Verständnis, also mir kann alles mögliche total gut gefallen, ohne dass ich es haben muss.
    einfach nur schön finden, so wie andere ein bestimmtes Bild schön finden.
    Oder ich van Goghs Malweise schön finde.

    Wenn ich darüber nicht mit meinem engsten Partner sprechen kann, dann weiß ich auch nicht........ich glaube sowas verunsichert nur, wenn der Andere sich der Liebe eh nicht ganz gewiss ist, kann das sein?
    Geändert von Grissom (22.12.2020 um 22:40 Uhr)

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen
    Würde mein Mann fremdgehen, wär vorbei. Scheidung.
    Würde mein Mann sich verlieben in eine andere, ebenfalls. Selbst, wenn es keinen sexuellen Kontakt gegeben hätte, wäre bei mir vorbei. Ehe futsch, Vertrauen kaputt. Da hab ich die Einstellung: Lieber Planieren als Sanieren.
    Diese Einstellung finde ich untreu.

    Und wenn ihm dann mal eine mehr im Kopf herumgehen würde als angemessen, wenn er wirklich beim Abendessen in Gedanken bei einer anderen wäre - dann dürfte er sich dir nicht anvertrauen?

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Grissom Beitrag anzeigen
    Auch das klammern gedanklich glaube ich sehr viele Menschen aus, dass normalerweise ein jeder (minus ein paar Ausnahmen) sich im Lauf seines Lebens weiterentwickelt. Und man selbst sich ganz anders. Das muss man dann auch mit-gehen können/wollen, oder eben nicht.
    Aber eine 180-Grad-Wendung ist selten.
    Und wenn man im Gespräch miteinander und im Bezug aufeinander ist (das macht Beziehung ja aus), dann schadet Änderung und Entwicklung doch weniger als Stillstand.

    Nach meiner Beobachtung scheitern sehr viele Ehen aus Gründen, die bereits am Anfang erkennbar gewesen wären - wenn man denn hingeschaut hätte.


    Ich kannte mal ein Paar, die hatten eine sehr lebhafte Beziehung, also oft Streit, teils auch wegen Grundsätzlichem. Von den anderen Paaren, meist von den jeweiligen Frauen, kam schnell der Rat, sich doch zu trennen, das hätte doch keine Zukunft.
    Im Laufe von ca. 20 Jahren haben sich alle getrennt, die den Rat gaben, nur das Paar war noch zusammen und dem Vernehmen und auch Eindruck nach durchaus glücklich mit dem jeweils anderen. Die haben sich gerade durch die Höhen und Tiefen zurechtgestrampelt, sozusagen.
    Leider ist sie dann gestorben.
    Häufiger Streit per se ist kein Qualitätsmerkmal - kein Streit aber erst recht nicht.

    Echte Auseinandersetzung ist essentiell - viele Paare befinden sich in der Harmoniefalle und wundern sich dann, dass ihre Beziehung sich als Kartenhaus herausstellt und etwas Wind mal nicht aushält.

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Und zur Monogamie:

    Offensichtlich fällt sie vielen schwer.

    Aber der Wunsch nach Exklusivität ist im Menschen angelegt - wenn vielleicht daneben vielleicht auch der Wunsch nach fremder Haut.

    Die sexuelle Revolution ist zwei Generationen her und es wurde da immer wieder versucht, die Paarbeziehungen aufzulösen oder offener zu gestalten. Wer das so leben will, kann das gerne tun - aber wenn das den meisten Menschen entsprechen würde, hätte sich das längst durchgesetzt. Hat es aber nicht.

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Ich war mal mehr als 20 Jahre verheiratet und mit ihm 22 Jahre zusammen.

    Gescheitert ist es, weil er folgenreich fremdging und ich mich daraufhin trennte.
    Wo wir gerade bei Monogamie und Treue sind - war das für dich völlig klar, dass du dich trennst?

    Heißt "folgenreich", dass ein Kind entstanden ist?

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Grissom Beitrag anzeigen
    Klar muss man manches erstmal mit anderen besprechen, wichtige Sachen, die wirklich den Partner betreffen, würde ich aber demjenigen niemals vorenthalten.
    Und auch "wichtige" Sachen können schon in diesem Gespräch mit einem Dritten zu einer Lösung führen, ohne mit dem Partner vielleicht einen unnötigen Streit vom Zaun zu brechen.

    Darum ging's mir.

    Vielen hilft oft ein Gespräch mit einem vertrauten "Unbeteiligten".

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Aber der Wunsch nach Exklusivität ist im Menschen angelegt
    Genetisch oder kulturell? Ich glaube eher letzteres.

    Die sexuelle Revolution ist zwei Generationen her und es wurde da immer wieder versucht, die Paarbeziehungen aufzulösen oder offener zu gestalten. Wer das so leben will, kann das gerne tun - aber wenn das den meisten Menschen entsprechen würde, hätte sich das längst durchgesetzt. Hat es aber nicht.
    Für derartige Veränderungen wäre das einfach eine viel zu kurze Zeitspanne.

    Aber hier geht es nicht um so grundsätzliche Themen, sondern darum, wie sich langjährige Partnerschaften gestalten.

    Und nach meiner Beobachtung sind in Langzeitbeziehungen von mehreren Jahrzehnten solche Dinge meist passiert und wurden toleriert, diskutiert, verarbeitet, unter den Teppich gekehrt etc., so wie man auch mit anderen Problemen umgeht.
    Geändert von Sprachlos (23.12.2020 um 07:29 Uhr)
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

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    AW: Langzeitbeziehungen - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Aber der Wunsch nach Exklusivität ist im Menschen angelegt - wenn vielleicht daneben vielleicht auch der Wunsch nach fremder Haut.
    Ich würde sagen, nicht nur "vielleicht". Nur gibt es Menschen, die den Wunsch unterdrücken können, schnell wieder abgelenkt sind und wiederum viele, die es nicht können.

    Es braucht m.E. keine "sexuelle" Revolution, um Paarbeziehung aufzulösen oder offener zu gestalten. Es sind die Beteiligten, die dem "Inneren" ihre Struktur gibt. Von außen sind es gesetzliche Vorgaben, was der Staat (also die Gesellschaft) von Eheleuten erwartet. Für umsonst gibt es nicht das ausgeklügelte Gesetzespaket, was im Falle von .... zu geschehen hat und wer was zu leisten hat, trotz Beendigung.

    Eine "Revolution" hat dennoch irgendwie stattgefunden: Keine/r muss mehr ausharren, wenn er/sie das Projekt Ehe als gescheitert ansieht. Das Schuldprinzip ist abgeschafft. Dann gibt's in gewissen Situationen noch nacheheliche Sorge, aber das war's auch schon (abgesehen von der Vermögensteilung, so etwas aufgehäuft wurde in der Zeit). Elterliche Sorge wird automatisch beiden übertragen (so nicht irgendwas Gravierendes ist) und über den Hausrat kann man sich auch einig werden.

    Es kann also eine Unternehmung auf Zeit sein oder auch für immer. Die Wahl/Möglichkeit haben die Beteiligten, ohne im Falle von .... gesellschaftlich geächtet und verdammt zu sein. Letzteres halte ich für das wichtigste Ergebnis. Hat keiner mehr einen "Makel", geschieden zu sein.

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