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    AW: Langzeit Singles - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von hawaiianstarline Beitrag anzeigen
    Ja ich wollte es gerade sagen ... wer steht auf so einen Mann? Gibt es sicherlich auch noch, aber hoffentlich eher auf dem absteigenden Ast.
    Meiner Beobachtung nach sind immer noch viele Männer und Frauen unbewusst in solchen Mustern stecken geblieben.
    In meinem letzten Singlebörsen-Ausflug hatte ich Kontakt mit zwei Frauen, die das sogar mehr oder weniger unverblümt so kommunizierten.
    Fand ich ganz erfrischend, wir hatten jedenfalls guten Gesprächsstoff.




    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ... Jedenfalls verwundert es wenig, dass viele Evolutionsbiologen auf Kriegsfuß mit der Evolutionspsychologie stehen und diese als unseriösen Versuch einordnen, kulturell bestimmte Verhaltensweisen als fest verankertes Programm zu verkaufen.

    Um es ganz einfach auszudrücken, soll angeblich der Mensch mit der rasanten kulturellen und technischen Entwicklung nicht Schritt gehalten haben, kurz: im Kopf soll noch Steinzeit stattfinden. Hört sich erst mal ganz plausibel an, es ist aber schon völlig im Dunkeln, zu welcher Zeit es eine angeblich stabile Umgebung gegeben haben soll die bis heute unserem Verhalten zugrunde liegen und das auch noch für alle Menschen weltweit, obwohl die Lebensbedingungen je nach Umgebung zwangsläufig völlig unterschiedlich waren. ...

    Auch die Vorstellung, evolutionäre Veränderungen könnten sich nur schrittweise und langsam vollziehen, ist nicht zu halten, genetische Veränderungen sind teilweise in wenigen Generationen vollzogen.
    ... Leider eignen sich solche Ansätze gut, um komplexe Themen allzu simpel zu erklären, bestehende Strukturen zu zementieren und die Uhren rückwärts zu drehen...
    Interessant.
    In der Tat denke ich, dass bei vielen Menschen im Kopf mehr Steinzeit stattfindet als 21. Jahrhundert.
    Das zeigt sich immer wieder in Krisensituationen, wo auf breiter Front auf einmal "Rückwärtsbewegungen" gefordert oder gelebt werden.
    Beispiele:
    Verstärkte Fremdenfeindlichkeit als Reaktion auf die vermeintliche "Flüchtlingskrise"
    Verstärkter Nationalismus und Protektionismus als Gegenbewegung gegen Globalisierung
    Stillschweigendes Aufbürden der Erziehungslasten auf Frauen, wenn wegen Corona Schulen und Kindertagesstätten schließen.


    Natürlich kann mensch versuchen, solche evolutionspsycholgoischen Ansätze dazu zu verwenden, Bestehendes der genauer gesagt Tradiertes als "War schon immer so, wird auch immer so bleiben" zu zementieren.
    Damit aber gräbt so jemand sich selbst das Wasser ab, denn wo keine Evolution, sprich Entwicklung ist, da gibt es auch keine Evolutionspsychologie.

    Auch legt so ein Ansatz ja ganz klar offen, dass es eben tradierte Verhaltensweisen (bzw. moralische Muster oder gesellschaftliche Erwartungen) sind, die psychologisch wirksam wurden, weil die mal einen gewissen Sinn gehabt haben.
    Den Sinn haben sie aber schon länger nicht mehr, siehe Widerspruch vermeintlich "evolutionäres Erfolgsmodell" vs. Ressourcenkonflikte, Umweltzerstörung, Klimakatastrophe.
    Wenn das ganze also evolutionär enstanden ist, ist es nicht statisch oder fest verankert, sondern muss auch evolutionär wandelbar sein.

    Es ist ja auch nicht so, dass es dieses "evolutionäre Erfolgsmodell" immer und überall gäbe oder gegeben hätte, Stichworte matriarchalische Gesellschaftsstrukturen, Besuchsehen, gänzlich andere Eigentums- oder Rechteverteilung zwischen Männern und Frauen.

    Ich habe das Ganze hier angeführt, weil es eben meiner Meinung nach unbestreitbar ein Faktor ist, der Partner*innenwahl und den individuellen "Verpaarungs-Erfolg" determiniert.

    Auf dem aktuellen Verpaarungsmarkt haben es zwei Gruppen besonders schwer, "eine/n passenden Partner*in" zu finden, wen denn eine/r gewünschjt wird:
    1. Überdurchschnittlich gut (aus-)gebildete Frauen, die in überdurchschnittlich gut bezahlten Jobs überdurchschnittlich erfolgreich sind, also "Karriere machen oder gemacht haben".

    2. Unterdurchschnittlich (aus-)gebildete Männer, die in unterdurchschnittlich bezahlten Jobs unterdurchschnittlich erfolgreich sind, also "keine Karriere machen oder gemacht haben", die "nix zu bieten haben".

    (Überzeugte Langzeitsingles haben es allenfalls damit schwer, ihren Lebensentwurf gegen gesellschaftliche Erwartungen zu verteidigen.
    Ich persönlich beende einfach das Gespräch, wenn jemand meint, meinen Lebensentwurfs ungefragt kritisieren zu müssen.)


    Auch hier findet sich ein evolutionäres Phänomen wieder:
    Die Regression zur Mitte. Ausreißer nach oben, unten oder zur Seite haben es evolutionär eben immer schwerer, sich zu erhalten, also "fortzupflanzen".

    Wenn überhaupt, wird das mittlerweile rein tradierte, meines Erachtens überholte "Erfolgsmodell" nur als "Kriegserklärung der Geschlechter gegeneinander" gegeneinander wahrgenommen bzw. benutzt:

    "Alle Frauen sind nur scharf Männer, die größer, stärker, reicher und erfolgreicher sind als sie."
    "Alle Männer wollen immer nur Macht und Kohle und Frauen damit beeindrucken und klein halten.
    Männer kommen mit starken Frauen nicht klar."

    Das ist mir nun wieder zu simpel.
    Es hinterfragt nicht, woran so etwas liegen könnte bzw. ob das wirklich "so ist, immer so war und immer so sein wird" .


    Zudem wird der Blick darauf verstellt, dass es jedem Menschen, der selbständig fühlt und denkt, möglich ist, sich diesem "Erfolgsmodell", den gesellschaftlichen Standards und Erwartungen zu widersetzen und sein eigenes Leben zu leben.
    Das ist dann natürlich nicht so einfach wie "Alles so machen, wie es alle machen.", kann aber zu einem individuell glücklicheren Leben führen.

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    AW: Langzeit Singles - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eines der Bücher von Buss habe ich gelesen.
    Ich kann mit solchen Erklärungsansätzen allerdings wenig anfangen ...
    Über die Forschungsergebnisse von David Buss ist offenbar ziemlich unterschiedliches zu lesen.

    In diesem Artikel im Fokus über die Forschungsergebnisse von David Buss heißt es einerseits:

    Geld. Weltweit ist allen Frauen die finanzielle Sicherheit bei einem Ehepartner wichtiger als Männern, egal in welchem politischen System sie leben und welcher Religion und Rasse sie angehören. Sie bewerten dieses Kriterium bei der Partnerwahl durchschnittlich doppelt so hoch.

    Zugleich heißt es in dem Artikel aber auch:

    Zärtliche Zuneigung, Herzensgüte und Aufrichtigkeit ist für alle Frauen dieser Welt der wichtigste Indikator für eine ernsthafte Bindung, gleichgültig ob in den Stammesgemeinschaften Südafrikas oder in den Großstädten Brasiliens. „Warmherzigkeit signalisiert Einfühlungsvermögen für Kinder, die Bereitschaft, die Bedürfnisse des Partners vor die eigenen zu stellen“, interpretiert Buss.

    Zuverlässigkeit. Auf der Partnerschaftswunschskala folgen nach der Liebe die Merkmale Verläßlichkeit, emotionale Stabilität und charakterliche Reife


    Heißt im Klartext: auch wenn Frauen bei der Partnerwahl das Thema Geld doppelt so hoch bewerten wie Männer dies bei Frauen tun, so spielen andere nicht-materielle Wünsche eine weit größere Rolle für Frauen bei der Partnerwahl.
    Womöglich sollte man sich nicht zu sehr von der Begrifflichkeit "doppelt so hoch" beeindrucken lassen: das doppelte von einem Cent zum Beispiel ist eben auch nicht besonders viel Geld ...
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
    Daniel Kahneman

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    AW: Langzeit Singles - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von hawaiianstarline Beitrag anzeigen
    Ohne geht es halt nicht; es muss doch irgendwie aufgedröselt werden, was nicht sein kann und darf und verpartnerten Menschen unerklärlich ist.
    Mir ist Verpartnerung ja auch unerklärlich .

    Aber ich will da nix "aufdröseln".

    Sicherlich sehr interessante Aspekte, auch von @Nicolo; aber letztlich mündet alles in dem Fazit: Der Mensch sollte in der kurzen Zeitspanne, die er auf Erden weilt, es sich so schön, wie irgend möglich machen. Ob das im Dütt ist oder für sich, spielt m.E. keine Rolle. Die Wege sind allerdings von jedem Menschen selbst zu suchen und (möglichst) zu finden.

    Die Wissenschaft beschäftigt sich schon lange mit dem Phänomen der "Vereinzelung der Gesellschaft". Aber wo anfangen und wo aufhören? Vereinzelung hat viele Facetten; sicherlich vom überzeugten "Für-sich-Sein (sich selbst zu genügen) bis hin zur "unfreiwilligen Vereinzelung" (durch Trennung und Tod).

    Wer welche Kriterien zur Suche und möglichst Findung aufstellt, muss jeder für sich entscheiden.

    Selbst bin ich froh, in einer Zeit zu leben, wo sich keine Sau dafür interessiert, dass ich für mich bin. Im RL spielt das überhaupt keine Rolle. Und das ist gut so. Wird mal im engsten Kreise besprochen bzw. gesagt, warum. Aber das war's auch schon.

    Wie mich auch bei anderen nicht tiefschürfend interessiert, wie genau sie leben und in welchem Modell.

    Überzeugt von der Lebensform zu sein (egal welche jetzt), ist der ultimative Schritt zum Zufriedensein. Das Glück kann dann auch sehr gerne ab und zu um die Ecke gucken.

    Die Modelle "verpartnert und nicht verpartnert" gegenüberzustellen, bringt absolut nichts; denn in beiden Formen ist Individualität, Egoismus etc. pp. vorzufinden.

    Die einzigen Aspekte, die ich für meine Lebensform virtuell noch über den Zaun werfen kann, wären: Ich lehne Verantwortung jedweder Art und Güte für einen Partner ab (ebenso muss keiner für mich Verantwortung übernehmen) und die Dauerpräsenz eines Sexualpartners möchte ich auch nicht. Brauche auch keinen Ernäherer und Versorger und ein Haus bauen will ich auch nicht.

    Das war's schon.

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    AW: Langzeit Singles - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    ... aber letztlich mündet alles in dem Fazit: Der Mensch sollte in der kurzen Zeitspanne, die er auf Erden weilt, es sich so schön, wie irgend möglich machen. Ob das im Dütt ist oder für sich, spielt m.E. keine Rolle. Die Wege sind allerdings von jedem Menschen selbst zu suchen und (möglichst) zu finden.

    Die Wissenschaft beschäftigt sich schon lange mit dem Phänomen der "Vereinzelung der Gesellschaft". Aber wo anfangen und wo aufhören? Vereinzelung hat viele Facetten; sicherlich vom überzeugten "Für-sich-Sein (sich selbst zu genügen) bis hin zur "unfreiwilligen Vereinzelung" (durch Trennung und Tod).

    Wer welche Kriterien zur Suche und möglichst Findung aufstellt, muss jeder für sich entscheiden. ...
    So weit, so unbstreitbar.

    Es zeigt sich allerdings, dass es Menschen gibt, die zwar ger in einer wie auch immer gearteten Partnerschaft leben wollen,
    aber keine anderen Menschen finden, welcher die wie auch immer geartete Partnerschaft mit ihnen leben möchte.
    Die fragen sich, andere Menschen oder auch dieses Forum dann mitunter:
    "Warum ist das so?"

    Meine Antwort wären diese Gegenfragen:
    "Welche Art von Beziehung möchtest Du leben?"
    "Welche Kriterien zur Suche und möglichst Findung des dazu passenden Menschen hast Du aufstellt?"
    "Woher stammen diese Kriterien - hast Du die wirklich für Dich selbst entschieden und warum sind es genau diese?"

    Sinn der Gegenfragen ist, dass jeder Mensch sich möglichst klar darüber sei bzw. werde, welche Art von Beziehung er/sie gern führen würde und mit welchen Kriterien er/sie warum genau auf Partner*innen-Suche geht.

    Mein Eindruck nach fünf Gastspielen in einer Singebörse ist, dass vele Menschen sich all dies nie wirklich überlegt haben, sondern mehr so zufällg oder bestenfalls spielerisch an die Suche herangehen. Etwaig ausbleibender "Erfolg" jedoch führt oft ebenfalls nicht zu solchen Überlegungen, sondern mehrheitlich zu Traurigkeit und Verbitterung.

    Was diese Vereinzelung angeht, nun ja, wenn die so gar kein Problem wäre, warum wird sie dann überhaupt besonders bemerkt oder erforscht?:


    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    ... Die Modelle "verpartnert und nicht verpartnert" gegenüberzustellen, bringt absolut nichts; denn in beiden Formen ist Individualität, Egoismus etc. pp. vorzufinden.

    Die einzigen Aspekte, die ich für meine Lebensform virtuell noch über den Zaun werfen kann, wären: Ich lehne Verantwortung jedweder Art und Güte für einen Partner ab (ebenso muss keiner für mich Verantwortung übernehmen) und die Dauerpräsenz eines Sexualpartners möchte ich auch nicht. Brauche auch keinen Ernäherer und Versorger und ein Haus bauen will ich auch nicht. ...
    Es war meiner Wahrnehnmung nach auch nicht Sinn dieses Threads, Lebensformen gegenüber zu stellen.
    Denn das wäre mit einer platten Pro und Contra-Liste ja schnell getan.

    Die Frage war meines Erachtens, ob es für jemanden, der lange unverpartnert gelebt hat, schwerer wird, eine/n potentielle/n Partner/in zu finden und dann eine Partnerschaft zu versuchen. Und wenn das mit der Dauer des Unverpartnertseins tatsächlich schwerer wird, warum das wohl so sein könnte.

    Für Dich sind das zugegebenermaßen keine diskussionswürdigen Probleme.

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    AW: Langzeit Singles - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von hawaiianstarline Beitrag anzeigen
    Ohne geht es halt nicht; es muss doch irgendwie aufgedröselt werden, was nicht sein kann und darf und verpartnerten Menschen unerklärlich ist.

    [/I]
    Es war eine extrem steile These. Sie regte zumindest zum (weiteren) Diskutieren an. Wenn wir alle einer Meinung sind, wo ist dann der Reiz des Dislutierens?

    Aber ein in diesem Zusammenhang ständiges auf "Verpartnerte" (dieses Wort ist furchtbar und in der Bri irgendwie festgefroren) macht ein angeblich selbstgewähltes Singleleben unglaubwürdig.

    Meine These lautete ja nicht: Singles streben nach dem Status "Beziehung zu einem Liebesmenschen" mit der Vermutung, sie schielen mit neidischen Blicken Pärchen hinterher".

    Mir selbst ist es völlig egal, wie jemand sein (Liebes)Leben lebt. Ich nehme aber hier nur 2 Usern tatsächlich ihr selbstgewähltes Singleleben ab.

    Das wiederum ist meine ganz persönliche Sicht und natürlich nicht in Stein gemeißelt.
    Der Humor ist die Maske der Weisheit. Maskenlos ist die Weisheit unerbittlich. - Dürrenmatt -

  6. Inaktiver User

    AW: Langzeit Singles - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    Der Mensch sollte in der kurzen Zeitspanne, die er auf Erden weilt, es sich so schön, wie irgend möglich machen. Ob das im Dütt ist oder für sich, spielt m.E. keine Rolle. Die Wege sind allerdings von jedem Menschen selbst zu suchen und (möglichst) zu finden.
    Wenn dies nicht mit Faulheit, Desinteresse an anderen und ohne gesellschaftliches Engagement ausgelebt wird und am Ende noch zum Schaden anderer, mag es ok sein.

    Ich habe momentan eigentlich zu viel zu tun, sogar so viel, dass es mir eigentlich ganz Recht ist, Single zu sein. Im Grunde denke ich darüber gar nicht mehr wirklich nach. Der Lockdown tut sein Übriges dazu. Ein philosphierender Typ, der mich zum Reden braucht und sonst kaum einen produktiven Beitrag leistet, aber Bestätigung braucht, wäre grad nicht so meins.
    Geändert von Inaktiver User (14.01.2021 um 19:13 Uhr)

  7. User Info Menu

    AW: Langzeit Singles - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    M und (möglichst) zu finden.

    Die Wissenschaft beschäftigt sich schon lange mit dem Phänomen der "Vereinzelung der Gesellschaft". Aber wo anfangen und wo aufhören? Vereinzelung hat viele Facetten; sicherlich vom überzeugten "Für-sich-Sein (sich selbst zu genügen) bis hin zur "unfreiwilligen Vereinzelung" (durch Trennung und Tod).
    :
    Dass es vermehrt Singles gibt hat sicherlich viele Facetten, auch negative. Ich möchte aber die positive hervorheben:

    Eine Frau mit 36, kinderlos ohne Mann oder mit Kind, aber ohne Mann, ist heute nicht dem Fegefeuer ausgeliefert, sondern Ergebnis einer Freiheit, die man heute nicht mehr in Frage stellt.

    Die Institution "Ehe" war (und ist) eine Versorgungsabsicherung, die vornehmlich Frauen den Status "aufgeräumt" einbrachte und ihnen Ansehen und Wahrnehmung in der Gesellschaft sicherte.

    Heute schert das niemanden wirklich mehr, weil die Frau grundsätzlich gleichgestellt ist und dazu noch den Zugang zu elitären Verdienstmöglichkeiten hat.

    Dies ist grundsätzlich erst einmal ein Vorteil.
    Der Humor ist die Maske der Weisheit. Maskenlos ist die Weisheit unerbittlich. - Dürrenmatt -

  8. User Info Menu

    AW: Langzeit Singles - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Über die Forschungsergebnisse von David Buss ist offenbar ziemlich unterschiedliches zu lesen.
    ...
    Heißt im Klartext: auch wenn Frauen bei der Partnerwahl das Thema Geld doppelt so hoch bewerten wie Männer dies bei Frauen tun, so spielen andere nicht-materielle Wünsche eine weit größere Rolle für Frauen bei der Partnerwahl.
    Womöglich sollte man sich nicht zu sehr von der Begrifflichkeit "doppelt so hoch" beeindrucken lassen: das doppelte von einem Cent zum Beispiel ist eben auch nicht besonders viel Geld ...
    Nun ja, zum Einem bezieht sich der Focus-Artikel auf das 1994 erschienene Buch von Buss "The Evolution of Desire".
    Das Zeit-Interview ist von 2021 - ich gehe mal davon aus, dass der Herr in der Zwischenzeit weitergeforscht und publiziert hat.

    Zum Anderen hast Du diesen sehr unterhaltsamen und erhellenden Part "unterschlagen":

    ... Frauen sind keineswegs so zuverlässig und aufrichtig, wie es Männer gern hätten. Nach Schätzungen geht mindestens jede dritte Ehefrau fremd. Denn Seitensprünge und One-night-Stands sind integraler Bestandteil der weiblichen Partnerwahlstrategie.

    Frauen testen dabei einen neuen Liebhaber ganz nebenbei auch als potentiellen Ersatz(ehe)mann. Getreu dem Motto: Vielleicht hat der Markt Neues und gar Besseres zu bieten? „Bei einem schlechten Partner zu bleiben, nutzt niemandem, der seine Gene erfolgreich weitergeben will. Wir sind die Nachfahren von Menschen, die wußten, wann es an der Zeit war, aus einem Verlustgeschäft auszusteigen“, weiß Buss aus persönlicher Erfahrung. Der Lover wird aber auch als Samen- und damit frischer Genspender genutzt. Einen Beweis dafür will Karl Grammer mit Frauen in Wiener Diskotheken erbringen. Er fragt nach ihren Partner- und Verhütungsdetails; im Blut werden Hormonwerte analysiert und per Computerbild der Anteil der freien Haut, den das knappe Disco-Outfit zeigt, gemessen.

    Das – noch vorläufige – Ergebnis: Verheiratete Frauen, die nicht die Pille nehmen, gehen häufiger zur Zeit des Eisprungs tanzen und zeigen dann auch mehr freie Haut, maximal 40 Prozent. Dazu paßt das Ergebnis einer Blutgruppenanalyse in den USA: Schätzungsweise jedes zehnte Kind stammt nicht vom Ehemann der Mutter.

    Partnerwahl ist also eine flexible Strategie, die in der Realität eben nicht immer den Regeln der Evolutionspsychologen folgt ...


    Und wo sind dann da bitte zärtliche Zuneigung, Herzensgüte und Aufrichtigkeit, inwiefern eht es da um eine ernsthafte Bindung?
    Doch wohl eher gar nicht. Das sieht mir mehr nach diesem aus:

    "... Reich soll er sein, gutaussehend und ein höflicher Liebhaber. Was sich wie eine x-beliebige Partnerschafts-annonce aus einer bundesdeutschen Tageszeitung liest, ist der innigste Wunsch einer Herero-Frau aus der Kalahari-Wüste.

    Eipo-Frauen aus dem Hochland Neuguineas schauen beim Tanzfest ganz genau hin: Ihr Zukünftiger muß sich aufwendig geschmückt mit Ketten weißer Meeresschnecken, bunten Paradiesvogelfedern und einer reich verzierten Genitalbedeckung präsentieren. Sonst hat er keine Chance.

    Auch Sharanahua-Indianerinnen in Peru wissen, was sie wollen. Kommt ein Mann ohne Fleisch von der Jagd, verspotten sie ihn vor allen Stammesgenossen: „Es gibt kein Fleisch, darum essen wir jetzt Penisse.“ Als Ehemann kommt er nicht mehr in die engere Wahl. ..."


    Quelle:
    PARTNERWAHL: Wer will wen - FOCUS Online

    Aber keine Sorge, liebe Frauen, die Männer kommen keinen deut besser weg

    Wie auch immer, Sinn der Übung war von einer Seite, zu verdeutlichen, dass uns weder die Form der Beziehung, die wir uns zu wünschen glauben, noch die Kriterien, nach denen wir Partner*innen-Potentials auswählen, unbedingt 100%ig bewusst sind und entsprechend einer bewussten, individuellen Prüfung nicht zwangsläufig standhalten.
    Provokant:
    Wir suchen die für uns falsche Person für eine für uns falsche Beziehungsform,
    oder wir suchen die für uns falsche Person für eine für uns richtige Beziehungsform,
    oder wir suchen die für uns richtige Person für eine für uns falsche Beziehungsform,
    oder wir suchen zwar die für uns richtige Person für eine für uns richtige Beziehungsform,
    aber wir selbst und/oder die Beziehungsform sind leider falsch für die andere Person.

    Czwiericz, das alles.

    Wäre es so, dann wäre es nicht wrklich erstaunlich, dass für Manche, die sich eine Liebesbeziehung (welcher Art auch immer) wünschen, mangels Partner*innen-Potentials bzw. mangels deren Interesser überhaupt keine Liebesbeziehung zustande kommt und Anderen ihre Liebesbeziehungen mit schöner Regelmäßigkeit um die Ohren fliegen.
    Geändert von Nicolo (14.01.2021 um 19:30 Uhr)

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    AW: Langzeit Singles - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Nicolo Beitrag anzeigen
    So weit, so

    Meine Antwort wären diese Gegenfragen:
    "Welche Art von Beziehung möchtest Du leben?"
    "Welche Kriterien zur Suche und möglichst Findung des dazu passenden Menschen hast Du aufstellt?"
    "Woher stammen diese Kriterien - hast Du die wirklich für Dich selbst entschieden und warum sind es genau diese?"

    Sinn der Gegenfragen ist, dass jeder Mensch sich möglichst klar darüber sei bzw. werde, welche Art von Beziehung er/sie gern führen würde und mit welchen Kriterien er/sie warum genau auf Partner*innen-Suche geht.

    .
    Genau hier liegt wohl der Kasus knaxus.

    Die verkopfte Herangehensweise an eine Materie, die letztendlich von Emotionen gesteuert wird. Die Vernunft wird überproportional dann angewandt, wenn das Gegenüber der Zeichnung auf dem Reißbrett nicht entspricht.

    Die Bindungsfähigkeit ist aber evolutionsbedingt erstmal nur dann zu erreichen, wenn der (Sach)Verstand kurzzeitig Pause hat.
    Der Humor ist die Maske der Weisheit. Maskenlos ist die Weisheit unerbittlich. - Dürrenmatt -

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    AW: Langzeit Singles - wird es dann immer schwerer?

    Zitat Zitat von Admaro Beitrag anzeigen
    wir suchen die für uns falsche Person für eine für uns richtige Beziehungsform,

    Die verkopfte Herangehensweise an eine Materie, die letztendlich von Emotionen gesteuert wird. Die Vernunft wird überproportional dann angewandt, wenn das Gegenüber der Zeichnung auf dem Reißbrett nicht entspricht.

    Die Bindungsfähigkeit ist aber evolutionsbedingt erstmal nur dann zu erreichen, wenn der (Sach)Verstand kurzzeitig Pause hat.

    Ich sehe es exakt umgekehrt:
    Das Problem besteht im kopf-oder auch hirnlosen Herangehen an etwas, dass neben dem individuellen Herzen und Bauch auch in erheblichem Maße von gesellschaftlich-kulturellen Prägungen determiniert wird, wobei Letztere dann auch noch mehr oder weniger atavistisch, also überholt, archaisch, nicht mehr zeitgemäß sind.

    But I gladly agree to disagree.

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