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    AW: Freunde haben wollen, aber nicht sehen wollen

    Zitat Zitat von kangastus Beitrag anzeigen
    Ja.
    Einer alten Freundin, besser Bekannten, von mir ist es so ergangen. Kein Engagement in dieser Hinsicht, alle Kontakte nur, wenn sie keine Mühe machten, und dann kam der Tag, an dem sie sich wegen eines Unfalls nur schwer selbst versorgen konnte. Kein einziger ihrer unkomplizierten Bekannten sah sich in der Lage, auch nur mal für sie einkaufen zu gehen o.ä.
    Ich wünsche es keinem, aber in so einer Situation merkst du generell, wer deine Freunde sind, ob sie die Bezeichnung verdient haben, das muss dann auch nicht immer eine angenehme Erfahrung sein.

  2. Inaktiver User

    AW: Freunde haben wollen, aber nicht sehen wollen

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    @ambiva2
    kannst du deinen inneren Konflikt mit deinen Freunden ansprechen?
    „Manchmal geht es mir so, dass ich am liebsten alleine bin, gleichzeitig habe ich ein schlechtes Gewissen, dass ich mich schon lange nicht mehr bei dir gemeldet habe. Mein „Nicht-melden“ hat mit mir zu tun, nicht mit dir. Ich weiß noch nicht, wie ich damit umgehen soll“
    DAS denke ich mir auch schon die ganze Zeit, vielleicht auch Gelegenheit herauszufinden wer dich mit diesen einzelgängerischen Tendenzen versteht und trotzdem oder gerade deshalb mag und einen Kontakt gerade
    deshalb zu vertiefen (ohne mehr Zeit gemeinsam zu verbringen).
    Geändert von Inaktiver User (27.12.2020 um 12:40 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Freunde haben wollen, aber nicht sehen wollen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und -sehr überspitzt formuliert-das sind dann Leute, die in ihrer Wohnung sterben und wo es monatelang keinem auffällt. Und andere reden dann vom armen Menschen, für den sich niemand interessiert hat. Nur hat der sich auch nicht für andere interessiert.
    Auch unüberspitzt erscheint mir dieser Gedanke doch sehr klischeehaft.

    Ich mache mir in der Tat oft Gedanken darüber, was ich auf dem Sterbebett wohl denken und empfinden werde.
    Bzgl. Beziehungen wird sicher nicht maßgebend sein, ob ich beim Sterben alleine bin oder nicht, sondern wie groß die Liebesbilanz meines Lebens war, z.B. die >20 Jahre mit meinem Partner.

    Alleine sterben doch v.a. die Langlebigsten und Kinderlosen, die ihre Beziehungen überlebt haben.

  4. Inaktiver User

    AW: Freunde haben wollen, aber nicht sehen wollen

    Zitat Zitat von kangastus Beitrag anzeigen
    Einer alten Freundin, besser Bekannten, von mir ist es so ergangen. Kein Engagement in dieser Hinsicht, alle Kontakte nur, wenn sie keine Mühe machten, und dann kam der Tag, an dem sie sich wegen eines Unfalls nur schwer selbst versorgen konnte. Kein einziger ihrer unkomplizierten Bekannten sah sich in der Lage, auch nur mal für sie einkaufen zu gehen o.ä.
    Das ist übel und sicher nicht ganz unverschuldet von der Dame, andererseits kann sie diese Bekannten meiner Meinung in der Pfeife rauchen. In einer Notlage würde ich, sofern es zeitlich und kräftemäßig machbar ist, auch für Bekannte Besorgungen erledigen.

    Manche einsamen alten Menschen waren schon lange vorher eigenbrötlerisch veranlagt und haben keine Kontakte gepflegt. Dann kommen die zugewandten Freunde und Bekannten natürlich nicht plötzlich um die Ecke geflogen. Aber viele geraten auch unverschuldet in eine unfreiwillige Einsamkeit. Frühere Freunde sterben weg oder werden krank, und um die eigene Gesundheit steht es auch nicht mehr gut. Bei einigen ist nach Schlaganfällen oder kaputten Gelenken durch Rheuma etc. die Mobilität dahin, und wenn sich dann noch Anzeichen von Demenz dazugesellen, kann das soziale Netz sehr schnell sehr dünn werden.
    Wer sich dann noch gut eingebunden in einem stabilen Netzwerk befindet, hat sicher viel richtig gemacht im Leben, aber auch viel Glück.

  5. gesperrt

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    AW: Freunde haben wollen, aber nicht sehen wollen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, absolut. Je länger man sich kennt ,desto wahrscheinlicher wird das. Und ich würde aus meiner Erfahrung noch hinzufügen wollen: das Thema "räumliche Nähe" spielt schon eine Rolle. Es ist viel einfacher, Kontakt zu halten, wenn man dafür nicht durch die halbe Republik kurven muss. Selbst innerhalb der gleichen Stadt macht das durchaus was aus.
    Ja das musste ich auch feststellen: Menschen, für die mehrwöchiges Inselhopping in der Ägäis, plus mehrmals pro Monat 400km per Bahn zu den Eltern gang und gäbe war, war es völlig unmöglich, einmal im Halbjahr zehn Minuten U-Bahn-Fahrt plus 15 Minuten Bus in meine Richtung zu bewältigen.

    Meistens bin ich gefahren - eine beste Freundin war 15 Jahre nicht mehr bei mir gewesen, außer zweimal: einmal von ihrem Vater zu mir geführt und einmal mit mir mitgefahren.

    Dann muss man sich echt Leute im 500m-Radius suchen - also die, nicht ich. Ich habe auch ein Auto - wurde natürlich gerne mitgenossen, wenn es um Fahrten zu IKEA etc. ging.

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    AW: Freunde haben wollen, aber nicht sehen wollen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber dafür gibt‘s doch den Lieferservice? Und eine Hilfe von der Krankenkasse?
    Nicht für jeden, und ein Lieferservice ist kein Ersatz für "von einer Freundin Einkäufe gebracht bekommen".

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    AW: Freunde haben wollen, aber nicht sehen wollen

    Zitat Zitat von Milk_ Beitrag anzeigen
    Ich wünsche es keinem, aber in so einer Situation merkst du generell, wer deine Freunde sind, ob sie die Bezeichnung verdient haben, das muss dann auch nicht immer eine angenehme Erfahrung sein.
    Ja, dem stimme ich zu. Es ist auch hier wie sonst im Leben: Nichts ist umsonst.

  8. Inaktiver User

    AW: Freunde haben wollen, aber nicht sehen wollen

    Zitat Zitat von kangastus Beitrag anzeigen
    Nicht für jeden, und ein Lieferservice ist kein Ersatz für "von einer Freundin Einkäufe gebracht bekommen".
    Naja, aber verhungern muss man deshalb ja trotzdem nicht. Da gibt es andere Wege, als dafür Freundschaften zu „nutzen“. Und wenn die Dame in ihrem Leben nie einen Unfall gehabt hätte (soll vorkommen), hätte es ja auch keinen Grund gegeben, Freundschaften „auf Vorrat“ anzulegen, wenn man da gar nicht so viel Interesse daran hat.

  9. Inaktiver User

    AW: Freunde haben wollen, aber nicht sehen wollen

    Zitat Zitat von hawaiianstarline Beitrag anzeigen
    Ja das musste ich auch feststellen: Menschen, für die mehrwöchiges Inselhopping in der Ägäis, plus mehrmals pro Monat 400km per Bahn zu den Eltern gang und gäbe war, war es völlig unmöglich, einmal im Halbjahr zehn Minuten U-Bahn-Fahrt plus 15 Minuten Bus in meine Richtung zu bewältigen.

    Meistens bin ich gefahren - eine beste Freundin war 15 Jahre nicht mehr bei mir gewesen, außer zweimal: einmal von ihrem Vater zu mir geführt und einmal mit mir mitgefahren.

    Dann muss man sich echt Leute im 500m-Radius suchen - also die, nicht ich. Ich habe auch ein Auto - wurde natürlich gerne mitgenossen, wenn es um Fahrten zu IKEA etc. ging.
    Dazu gabs aber auch viele umfassende Untersuchungen mit vielen Teilnehmern - demnach ergaben sich auf Unis Freundschaften zwischen Leuten die im selben Campus/Wohnheim/dort im selben Trakt lebten, oder irgendwo eine Studie nachdem sich sogar Partner/Ehepaare überwiegend im Abstand weniger Blocks fanden.

    Mit ist das Thema klargeworden als mir mal eine Frau erzählte daß sie 15 Mal umgezogen ist um gute Nachbarn zu finden bei denen sie sich wie eine Familie aufgehoben fühlt - und meine Ex Freundin die noch so aus dem Studentenleben offenbar wirklich ihre Freunde im 1 km Radius fand und nach Umzug in anderes Grätzl gleich wieder zufällig Freunde auf der Straße traf.
    naja und die SB Frau die meinte daß sie niemanden außerhalb des Gürtels treffen würde weil beim Warten auf die Öffis jegliche romantischen Gefühle absterben....

  10. Inaktiver User

    AW: Freunde haben wollen, aber nicht sehen wollen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Naja, aber verhungern muss man deshalb ja trotzdem nicht. Da gibt es andere Wege, als dafür Freundschaften zu „nutzen“. Und wenn die Dame in ihrem Leben nie einen Unfall gehabt hätte (soll vorkommen), hätte es ja auch keinen Grund gegeben, Freundschaften „auf Vorrat“ anzulegen, wenn man da gar nicht so viel Interesse daran hat.
    Eigentlich ist das wie Kinder primär zu bekommen damit sich im Alter jemand um mich kümmert.

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