So habe ich das aber nicht gemeint, mir ging es eher um wirklich existenzielle Probleme wie Krieg, große Armut, Hunger, die den Einzelnen betreffen ohne dass er eine Chance hat, dem zu entkommen. Da haben wir hier und heute doch sehr andere Vorraussetzungen.
Und ich habe auch Brausepaul nicht so verstanden, dass er solche Probleme hätte.
Eher lese ich bei ihm immer so einen imaginären Verlust ... und ich glaube eben, dass der darin besteht, dass man immer glaubt, das müsse alles viel größer und für die Ewigkeit sein. Ich denke aber, man sollte einfach anerkennen, dass da nichts Hintergründiges, Großes ist und dass wir selbst ebenfalls nur da-sind, ohne tieferen Sinn oder Plan , alles andere können wir machen weil wir es wollen und es uns Spaß macht oder eben auch Erfüllung gibt. Aber wenn jemand da einen geringeren Antrieb hat ist das genauso gut oder schlecht wie das Treiben der Hyperaktiven.
Ich muss in diesem Zusammenhang an ein Zitat von Kuhlenkampff (den werden viele schon nicht mehr kennen) denken:
Als Kind ist einem doch die Welt ziemlich klar - und wenn man stirbt weiß man gar nichts.
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05.08.2020, 10:35
AW: Wozu bin ich eigentlich hier?
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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05.08.2020, 10:41Inaktiver User
AW: Wozu bin ich eigentlich hier?
Ein Grundbedürfnis: ja, offensichtlich.
Jedoch ist dieser Sinn individuell verschieden, man kann aus allem möglichen Sinn ziehen.
Man kann seinem Leben auch einen "sinnlosen Sinn" geben, wenn man nach einem Ziel strebt, welches unerreichbar ist (ich könnte mir jetzt vornehmen, Primaballerina zu werden aber das wird nix mehr mit 54) oder das von bestimmten anderen Menschen abhängt und deren Kooperation voraussetzt (Ich will dass Tom Hardy mich heiratet
).
Das hätte dann zwar keinen Sinn, würde mich aber sicher beschäftigen und ich würde nicht mehr darüber nachdenken.
Ja, ich denke das war auch evolutionstechnisch so gedacht - wenn der Mensch nicht mehr nur mit dem Überleben beschäftigt ist, muss noch was anderes her.Richtig, ich glaube die Sinnsuche ist vermutlich eine Frage, die sich nur in einer Überflußgesellschaft stellt.
Wer um die Existenz oder sogar das Leben kämpfen muss, stellt sich diese Frage vermutlich gar nicht.
Theoretisch könnte man sich auch ständig mit Drogen oder Alkohol zudröhnen, das ist aber auch kein Sinn, man merkt dann nur nicht dass es keinen Sinn gibt.
Hm... ja, das ist gut geschrieben.Nein, man kann nichts erzwingen.
Aber ich denke man braucht einen Grund um morgen aufzustehen, der über die reine Existenzsicherung hinausgeht.
Wie schon jemand schrieb: etwas, worauf man sich freuen kann. Oder von dem man weiß, dass man dadurch Freude und Befriedigung findet, selbst wenn der Weg dahin Mühe macht.
Das geht aber auch ohne (tieferen) Sinn.
Meistens gut, aber auch nicht immerWenn du gut damit fährst, ist es doch prima
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05.08.2020, 10:43Inaktiver User
AW: Wozu bin ich eigentlich hier?
Ja, lese ich ähnlich, und mit zunehmenden Alter dürfte dies Haltung an ihre Grenze stoßen, da kann man sich nicht mehr wirklich vormachen, dass es noch großartiger wird, da ist eigene Handlung und Beziehungsaufbau gefragt und das innerhalb einer Dispkrepanz von gelebtem Leben, gelösten Problemen und damit erworbenen Erfahrungen, die haben reifen lassen. Es ist manchmal so als wenn Menschen in einer Haltung in einem bestimmten Lebensalter stehenbleiben, nicht mehr mit dem Fluss des Lebens gegangen sind, sondern bestimmte Beschränkungen ihres Lebensradius mit großen Träumen befüllt haben.
Im Übrigen meinte ich jetzt nicht unbedingt mit Problemen Krieg und Co.. Es gibt schon auch normale alltägliche Probleme wie Auseinandersetzungen mit anderen Menschen, Trennungen, Verantwortungsübernahme für andere, Krankheit, Trauer, Tod. Davon ist man normalerweise nicht verschont, außer man nimmt sich raus oder meint dies tun zu können.
Was ich im Übrigen noch ergänzen möchte, ist, dass man selbst Sinn geben kann. Damit meine ich eine grundsätzlich aktive lebensbejahende Einstellung, die nicht aus Vermeidung von Problemen im Vorfeld besteht, sondern darin diese anzugehen. Dann ist es nämlich so, dass man sagen kann, welchen Sinn so manches Problem für einen selbst hatte und wie man daran gereift ist. Gleichzeitig versteht man dadurch sehr viel mehr Mitmenschen, was es erleichtert mit ihnen in Verbindung zu treten. Bei mir hat das zu einem Weg geführt, wo ich jetzt nochmals eine Fortbildung mache, um einiges davon weiterzugeben. Das ist ebenfalls ein Unterschied für mich, ob ich mich zu einem Brauchenden oder einem Gebenden entwickeln konnte. Das heißt nicht, dass letzterer keine Grenzen hat.Geändert von Inaktiver User (05.08.2020 um 11:10 Uhr)
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05.08.2020, 11:07Inaktiver User
AW: Wozu bin ich eigentlich hier?
Ja, würde ich dann für mich so formulieren: der Sinn des Lebens ist, dieses Leben zu leben in all seinen Facetten.
Qualität und Quantität dieser Facetten tragen sicherlich zum Sinngefühl bei.
Andererseits gibt es Menschen, die ihr Leben zum großen Teil in Not verbracht haben und nicht so viel gestalten konnten, oder eher indirekt.
Nelson Mandela fällt mir dazu ein. Nur als Beispiel. Der konnte sich halten, weil er trotz langem Gefängnisaufenthalt einen Sinn sah in dem, wofür er eintrat.
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05.08.2020, 11:26Inaktiver User
AW: Wozu bin ich eigentlich hier?
Ja, das ist richtig.
Das macht es aber nicht unbedingt einfacher.
Genau genommen ist es das, was mich ärgert.
Mir geht es im Prinzip gut. Ich bin nicht ernsthaft erkrankt, habe einen Job (auch wenn ich ihn mittlerweile hasse), eine schöne Wohnung, keine Beziehungsprobleme (weil Single
) ... kurzum, ICH allein habe es in der Hand wie es mir geht.
Aber irgendwie ....
Ich erwarte nicht das vollkommene Glück, aber es wäre schön im Grunde zufrieden zu sein.Mhh... woran machst Du das fest? Kann es sein, dass Du "leben" mit zu viel Bedeutung belädst - einfach leben, Freude (oder Schmerz) empfinden und mit Menschen in Verbindung zu sein, sich dabei zu verändern....reicht das nicht?
Das gelingt mir aber nicht sonderlich gut und ich weiß nicht wirklich warum.
Nur bringen mich meine Überlegungen nicht voran. Ich drehe mich im Kreis, schon langeDu bist jemand, der überlegt - nach allem, was ich hier von Dir lese, traue ich Dir zu, auch neue Wege zu gehen.
Ehrlich gestanden habe ich schon einen gewissen Widerwillen gegen das tägliche meditieren. Das ist natürlich kontraproduktiv. Vielleicht habe ich da eine zu hohe Erwartungshaltung. Ich würde gerne mal einen Kurs machen, aber derzeit sind die Angebote coronabedingt eher mau.
Nee nee, ich bin ein Sportfreak.Versuch Schokolade
Ich habe guten Kontakt zu dem Rest meiner Herkunftsfamilie und zwei gute Freunde.
Ansonsten bin ich nicht sonderlich gesellig.
Ehrlich gestanden empfinde ich den Kontakt zu den meisten (nicht allen) anderen Menschen (z.B. bei Geburtstagsfeiern oder sonstigen Anlässen) oft als anstrengend oder langweilig. Ich hasse smalltalk und bin wohl tendenziell eher ein Einzelgänger.
Daher meide ich solche Anlässe wenn möglich.
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05.08.2020, 11:40Inaktiver User
AW: Wozu bin ich eigentlich hier?
wenn ich meinen job hassen würde, ginge es mir ganz und gar nicht gut. wie meinst du das bloß? wegen der kohle? die wiegt doch nicht die viele zeit auf, die man mit arbeit verbringt?
und keine beziehung, keine sorgen, da möchte ich die postkarten-lebensweisheit zitieren: "lieber einen mann als gar keine probleme".
weil dich nichts packt, du scheinst wie hinter einer glasscheibe zu leben und dich auf nichts richtig einzulassen.Ich erwarte nicht das vollkommene Glück, aber es wäre schön im Grunde zufrieden zu sein.
Das gelingt mir aber nicht sonderlich gut und ich weiß nicht wirklich warum.
das ist einfach langweilig - oder? (frage an dich)
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05.08.2020, 11:48
AW: Wozu bin ich eigentlich hier?
Das meine ich ja eben: NICHT überlegen, nicht nur im Kopf sein - sondern etwas MACHEN.Nur bringen mich meine Überlegungen nicht voran. Ich drehe mich im Kreis, schon lange
eine neue, ganz andere Erfahrung. Was, kannst nur Du wissen: spring mal vom Dreier; iss Sushi; sprich einen fremden Menschen an...
Komm aus Deiner Komfortzone und probiere Dinge aus, ohne groß herumzuhirnen.Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009
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05.08.2020, 12:22Inaktiver User
AW: Wozu bin ich eigentlich hier?
„Das gelingt mir aber nicht sonderlich gut und ich weiß nicht warum“
Dann finde es bitte heraus- um Deiner selbst Willen!
Nur Du ganz allein kannst wissen, was „ Zufriedenheit“ für Dich ausmacht
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05.08.2020, 14:43Inaktiver User
AW: Wozu bin ich eigentlich hier?
Nein, mit dem Gehalt komme ich gut klar, auch wenn es natürlich immer gerne etwas mehr sein darf.
Es ist der Job selber. Ich bin schon ewig dort und habe früher auch wirklich gerne dort gearbeitet.
Dann kam die Übernahme und damit Veränderungen, die die Leute dort frustrieren und zermürben.
Nicht nur mich im übrigen, was man an unserer hohen Fluktuation sieht.
Aber leider bin ich sehr spezialisiert und eben auch nicht mehr der Jüngste.
Ein anderer Job wäre sicher nicht unmöglich, aber eben auch nicht so einfach zu finden.
Das ich Single bin ist ok. Das ist kein Problem.und keine beziehung, keine sorgen, da möchte ich die postkarten-lebensweisheit zitieren: "lieber einen mann als gar keine probleme".
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05.08.2020, 14:50Inaktiver User
AW: Wozu bin ich eigentlich hier?
Ich stimme Tabea zu - es nützt glaube ich nichts, wenn du das nur mit dem Kopf angehst.
Mach was anderes, mach was neues, reize deine Sinne....
Hast du eine kreative Ader, in irgendeiner Form?



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