Wäre es denn für dich ok, dich auch mal von solchen Kontakten zu lösen? Es durchaus an die Wand zu fahren, indem du zu solchen Leuten auch öfters NEIN sagst oder da klarstellst, dass sie keinen Anspruch auf Dich haben? Bei dieser Freundin oder ich würde sie eher Bekannte nennen, könnte das so aussehen, dass du sie in die Schranken weist. Wenn sie das nächste Mal anruft mit Problemen würde ich ihr sagen, dass ich gerade keine Zeit habe und ob sie meine Nachrichten von dann und dann gesehen hätte? Und dann würde ich nachfragen, weshalb sie darauf nicht antwortet, dass Freundschaft in der Regel Geben und Nehmen ist.
Beim Diskussionskreis würde ich schon ab und an mal absagen, wenn mich etwas nicht interessiert und auch mal nicht antworten z.B.. Und ich würde mir andere Kontakte suchen zusätzlich. Klar, das ist etwas schwer in Coronazeiten, aber irgendwann wird auch das rum sein.
Ich lasse mittlerweile Kontakte gut, die mir nicht gut tun. Daran hänge ich nicht mehr. Ich kann ohne sie auch gut leben und das ist ggf. der Lauf des Lebens, dass einen manche Menschen länger und andere kürzer begleiten. Ich hänge ja als erwachsene Frau von denen nicht ab wie ein Kind von Mami. Aber ich suche mir auch neue Kontakte, habe meine Hobbys und das läuft weiter auch ohne komische Leute in meinem Umfeld. Das geht fast immer ohne großen Streit und Auseinandersetzung. Trotzdem würde ich schauen, dass ich unbequemer werde für andere, gerade für die die nur Fordern oder Kraft kosten und selbst nicht geben wollen. Da ist es nicht wirklich schlimm, wenn so etwas auseinandergeht.
Wenn man sich selbst schnell abgelehnt fühlt, kann es sein, dass man selbst zu großzügig ist anderen gegenüber und sich zu viel gefallen lässt aus eine Angst heraus. Das wiederum gibt schlechten Kontakten zu viel Raum.
Wie gesagt bei deiner Bekannten, könnte es durchaus bei mir so aussehen, dass ich ihr sogar klar sagen würde, weißt du, ich habe den Eindruck, dass wenn ich dich brauche du nicht für mich da bist. Die und die Nachrichten von mir hast du gar nicht beantwortet, ich habe jetzt auch mal keine Zeit und es wäre schön, wenn das zukünftig ausgewogener zwischen uns läuft. Das wäre die offene Variante, klar ausgesprochen und mit Chance für den oder die anderen etwas zu ändern, wenn sie das denn möchten. Hat man dies allerdings ausgesprochen und es ändert sich eben nix, dann kann man wirklich getrost solche Kontakte beenden oder eben einschränken wie es einem gut tut. Man muss nicht mit vielen so eng sein aus und für jeden da sein, nur um geliebt zu werden.
Antworten
Ergebnis 11 bis 16 von 16
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07.07.2020, 07:06Inaktiver User
AW: Wie mit Ablehnung von anderen umgehen?
Geändert von Inaktiver User (07.07.2020 um 07:21 Uhr)
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07.07.2020, 10:56
AW: Wie mit Ablehnung von anderen umgehen?
Es gibt da verschiedene Methoden, und idealerweise verwendt man sie alle zusammen:
1. Such dir jemanden, der ehrlich ist, dich toll findet, und dir regelmäßig Komplimente macht. (Hast du ja. Das hilft auf Dauer unheimlich!) Glaub ihm.
2. Übe, Situationen im Kopf in einen anderen Kontext zu setzen. Der guckt so, weil er Verdauungsstörungen hat. Sie hat nicht reagiert, weil sie fand, alles war gesagt. Die Welt dreht sich nicht um mich. Jeder hat seine Gründe, und der Grund bin meistens nicht ich.
3. Guck, was die Leute richtig machen, die unheimlich gut ankommen. Kannst du das für deinen Stil und deine Zwecke adaptieren?
4. Mach Sachen, die *du* interessant findest, und umgebe dich bevorzugt mit Leuten, die diese Sachen *auch* interessant finden.
5. Such dir jemanden, der dir ehrliches und konstruktives Feedback geben kann. Manchmal versaut man sich alles dadurch, daß man nicht zum Thema kommt, sich zu viel entschuldigt, oder eine schlechte Stimmgebung hat. All das kann man ändern, das sind keine Aspekte der Persönlichkeit, sondern Angewohnheiten.
6. Unterscheide zwischen Leuten, denen du gefallen mußt, weil sie Macht über sich haben, Leuten, denen du gerne gefallen würdest, weil sie dir gefallen, und Leuten, die dir am Allerwertesten vorbeigehen können.
7. Unterscheide zwischen dem, was du tust, weil es dir gefällt oder weil es getan werden muß, oder weil es dir nützt, und dem, was du tust, um Beifall zu bekommen. Soziale Medien trainieren einen auf Beifall. Das ist ein Luftballon.
8. Unterscheide zwischen Ablehnung und Gleichgültigkeit. Wer dich ableht, dem paßt du nicht in den Kram, wer dir gegenüber gleichgültig ist, hat Sachen im Kopf, die für ihn gerade wichtiger sind als du. Daß man für jemanden in diesem Moment wichtiger ist als alles andere, was in seinem Leben und seinem Kopf stattfindet, ist nicht der Normalzustand.
9. Habe den Mut, nachzuhaken, wenn jemand das, was du tust, aus sachlichen Gründen abzulehnen scheint. (z.B. in der Arbeit. Schnapp dir dafür eine geeignete Person und treib sie in die Enge, z.B. mit einem "ich bräuchte mal deine Einschätzung, hast du kurz Zeit?" In der Arbeit sollte eigentlich der Chef oder technische Chef sagen können, was der grundlegende Mangel in deinen Vorschlägen ist und wie du den beheben kannst). Setze dich mit sachlicher Kritik auseinander. Denke daran, daß die anderen auch nicht allwissend und allgütig sind sondern nur Meinungen haben, die sehr unterschiedlich qualifiziert sind.
10. Wenn du dich traust: Gönn dir mal einen VHS-Wochenendkurs für Rhetorik/Auftreten, oder einen Schauspiel- oder Clownskurs. (Vielleicht in einer Stadt, wo du keinen kennst.) Da siehst du, wie es die anderen machen und was "Stand der Technik" ist, und kriegst Feedback von Leuten, die emotional echt keine Meinung zu dir haben.
Und, nicht in der ToDo-Liste, aber:
Wie wichtig sind dir Problemgespräche in einer Freundschaft? Wie stellst du dir vor, daß ein "gutes" Problemgepräch laufen würde? Willst du Rat, praktische Hilfe, moralische Unterstützung, in den Arm genommen werden, oder nur mal Dampf ablassen?
Meine automatische Reaktion ist ein Problemlösungsversuch, was auch nicht immer gut ankommt. Inzwischen frag ich die Leute, ob sie einen Rat, eine Meinung, einen Tee oder nur ein mitfühlendes Ohr wollen. Und ich höre mich nicht hundert Mal das gleiche an.
Man muß akzeptieren, daß Problemgespräche meist asymmetrisch sind (einer hat Probleme, der andere hat Tempotücher) und das ist gut so. Die Symmetrie ergibt sich über die Zeit. Und macnhmal nicht: Manche Leute sind anfälliger für Probleme als andere, oder ihre Lösungsstrategie enthält mehr "erzählen". Dann muß sich das woanders ausgleichen.
Außerdem gewinne ich mit den Jahren zunehmend den Eindruck, daß der Wert von Problemgesprächen für Freundschaften überbewertet wird. Was einen zusammenhält, sind die guten Dinge, die gemeinsamen Erlebnisse und die gemeinsam überwundenen Hindernisse, nicht die Auskotzrechte. Allerdings: Jemand, der dich ständig als seinen Gummibaum behandelt, ist vielleicht niemand, mit dem es wirklich Spaß macht, zu reden. Vielelicht macht's Spaß, mit ihm Tennis zu spielen oder so, aber dann sollte man sich auch darauf konzentrieren.Geändert von wildwusel (07.07.2020 um 11:09 Uhr) Grund: Wörter! Mehr Wörter! Noch mehr Wörter!
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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07.07.2020, 11:35Inaktiver User
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07.07.2020, 12:15Inaktiver User
AW: Wie mit Ablehnung von anderen umgehen?
Mangelndes Interesse ist für mich nicht gleich Ablehnung.
Und Leute, die alles und jedes auf sich beziehen und schnell gekränkt sind, wenn sie nicht bekommen was sie wollen, find ich auch anstrengend. Von so jemand halte ich auch Abstand.
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07.07.2020, 16:38Inaktiver User
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07.07.2020, 17:15
AW: Wie mit Ablehnung von anderen umgehen?
"Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“



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