Wir bleiben ja alle lieber in unserer Komfortzone. Da ist es kuschlig, es lauern keine Gefahren, man kennt alles. Problem ist nur, dass die Komfortzone mit der Zeit immer enger wird, weil immer mehr Dinge wegfallen, die nicht mehr gebraucht werden. Versäumt man es, seine Komfortzone zu erweitern, indem man sich regelmäßig in der Wachstumszone aufhält und die Herausforderungen dort meistert, hockt man irgendwann in seiner Mini-Komfortzone. Beispiel: wer vor Jahren sagte, dass er „das mit dem Computer“ nicht braucht und deshalb auch nicht lernen will, der kann heute kein Onkine Banking machen. Klar, es gibt dann immer Alternativen, die sind aber oft viel mühseliger. Wer mit dem Handy nicht klarkommt, kann dann auch in Corona Zeiten nicht mal skypen, Whatsappen oder Zoomen (Letzteres sehr schmerzlich im eigenen Verwandtenkreis erlebt).
Wir wissen heute noch nicht, was die „Must Haves“ in 20, 30 Jahren sind. Sollten uns aber trotzdem damit auseinandersetzen, damit wir nicht an den Punkt kommen, wo wir schon so weit abgehängt sind, dass wir denken „och, brauche ich nicht...“.
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11.07.2020, 09:38Inaktiver User
AW: O Kapitän... Mein Kapitän.... Wer rudert bei euch?
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11.07.2020, 09:52Inaktiver User
AW: O Kapitän... Mein Kapitän.... Wer rudert bei euch?
So sollte es ja auch sein. Nur hilft mir die Biographie deiner Großmutter nicht wirklich weiter, wenn ich selber ständig das Beispiel meiner Mutter vor der Nase habe. Da ist der finanzielle Überblick eben keine Selbstverständlichkeit, sondern schlicht und ergreifend nicht vorhanden.
Und zu meinem Leidwesen kenne ich Frauen um die vierzig, die in der Hinsicht nicht wesentlich anders gestrickt sind als meine Mutter.
Recht hat er, der Hape Kerkeling.Ich erinnere mich da an etwas, was Harpe Kerkeling mal irgendwo gesagt hat. Dass es mit den Schwulen und Lesben dann endlich geschafft ist, wenn keiner mehr drüber redet, weil es einfach schon so selbstverständlich ist. Man muss nichts betonen, nichts aufwerten, nichts kritisieren.
Es ist, weil es eben "ist".
Aber das ist der Idealzustand, den wir noch nicht erreicht haben. Es gibt noch verbale und körperliche Übergriffe gegen Homosexuelle, "schwul" ist ein beliebtes Schimpfwort auf unseren Schulhöfen, bis heute traut sich kaum ein Spitzensportler, ganz normal zu seiner Homosexualität zu stehn.
Solange das so ist, ist "nicht darüber reden" eben keine Option.
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11.07.2020, 16:17Inaktiver User
AW: O Kapitän... Mein Kapitän.... Wer rudert bei euch?
Lufti ist aber durchaus in der Lage, dass alles zu überblicken. Sie will es halt einfach nicht und sagt selber, dass es sich auch wieder ändern kann. Jeder wie er mag.
Erstaunt bin ich aber über Eure Erfahrungen mit unselbstständigen Frauen, ich kenne tatsächlich keine Einzige, die nicht den Überblick hat, oder gar Geld vom Mann auf den Tisch gelegt bekommt. Meine Mutter ist fast 84 und hat ihr Leben lang die Finanzen und alles was mit Versicherungen zu tun hat, selber erledigt. Bei uns wäre mein Vater aufgeschmissen gewesen. Sie macht zwar kein Onlinebanking, aber handelt mit Aktien und bessert damit ihre kleine Rente ordentlich auf. Außerdem ist sie Weltmeister bei WhatsApp und eigentlich bin ich sehr stolz auf sie...
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11.07.2020, 16:39
AW: O Kapitän... Mein Kapitän.... Wer rudert bei euch?
Ich kenne keinen Mann, der so unselbstständig ist wie Dein Vater.

Nur so als Gedankenanstoß. Vertausche mal die Rollen in Deinem Beitrag. Dann sagst Du eigentlich genau das, was wir hier sagen.
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11.07.2020, 16:48Inaktiver User
AW: O Kapitän... Mein Kapitän.... Wer rudert bei euch?
Blue, wieso ist Altersarmut weiblich? Wieso haut es viele Frauen nach einer Scheidung finanziell aus der Kurve? Wieso sind Alleinerziehende zu einem irre hohen Prozentsatz armutsgefaehrdet?
Doch nicht, weil Frauen sich alle Gedanken ueber ihre finanzielle Eigenständigkeit machen und die Verantwortung für sich übernehmen.
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11.07.2020, 16:51
AW: O Kapitän... Mein Kapitän.... Wer rudert bei euch?
Bei mir ist es teils-teils:
meine Großmutter und Mutter können gut mit Geld umgehen, sind aber konservative Sparerinnen, keine Aktien, Fonds, etc.
Sonder Sparbücher, Bausparer, etc.
Dafür hapert's an der Technik:
beide ohne Bankomatkarte, ohne Online-Banking, ohne Computer oder Smartphone - wobei meine Mutter glaub ich mittlerweile eines hat, aber zuhause kein Internet hat.
Beide haben zB den Führerschein - meine Mutter hat ihn Mitte-Ende 20 gemacht und ist in der Kleinstadt mit dem Kleinwagen rumgefahren. Das erste Mal auf der Autobahn: nach rund 30 Jahren mit Führerschein ...
Meine Großmutter hat den Führerschein irgendwann mit Ü40 gemacht, als sie Witwe geworden war, und ist ihr Lebtag kein einziges Mal auf einer Autobahn oder Schnellstraße gefahren.
Reaktion beider, als ich mit kurz nach Erwerb meines Führerscheins (auch erst mit Ende 20) das erste Mal von Wien über die Autobahn an den Neusiedler See gefahren bin: "Dass du dich das traust"
Und das meinte ich mit: man traut sich dann selbst kaum mehr was zu.
Auch bei Reparaturen im Haushalt muss immer ein Nachbar/Partner/Bekannter helfen - man käme nicht auf die Idee, eine Firma ausfindig zu machen, diese anzurufen und eine Leistung zu kaufen. Nein, erste Frage war immer: "Kennst du jemanden, der das reparieren kann".
Nein, kenne ich nicht, macht aber nichts, weil ich mir jemanden "kaufe".
Und nicht warte, bis sich jemand erbarmt, mir zu helfen.
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11.07.2020, 17:20
AW: O Kapitän... Mein Kapitän.... Wer rudert bei euch?
Jepp, ich erlebe es grade bei drei Trennungen im Freundeskreis. Einmal 12, einmal 14 und einmal 20 Jahre zusammen gewesen. Alle geboren in den 70ern oder 80ern. Alle drei Frauen rudern massiv um ihre Existenz, in zwei Fällen wissen sie nicht einmal, was der Ex so verdient. Es ist gruselig....
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11.07.2020, 18:01
AW: O Kapitän... Mein Kapitän.... Wer rudert bei euch?
Ja, es ist wirklich immer noch zeitgemäß.
Ich habe eine ehemalige Schulkollegin, knapp Ü40 - die bis vor kurzem Teilzeit gearbeitet hat. Ich habe mich erkundigt, warum nur Teilzeit, ob sie so viel verdient. Nein, aber sie braucht die Freizeit und ihr Mann verdiene ja ...
Dann kam Corona und ich meinte, ich zittere um meinen Job (mittlerweile gottseidank nicht mehr), sie: der Job sei ihre letzte Sorge. Ok.
Jetzt hat sie vor ein paar Wochen ganz aufgehört zu arbeiten - und ich versteh's nicht. Ihr Sohn ist schon im Teenageralter, und ihr Mann verdient bestimmt auch keine Reichtümer. In einem Gespräch meinte sie, sie mache sich um ihre Pension keine Sorgen ... na dann.
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11.07.2020, 18:51Inaktiver User
AW: O Kapitän... Mein Kapitän.... Wer rudert bei euch?
Das ist mir schon klar, aber ich kenne es tatsächlich eher andersherum. Wobei das nichts daran ändert, dass die meisten Frauen durch Kindererziehung bei der Rente schlechter dastehen. Mein Vater konnte aber sonst alles, aber er war mit Taschengeld zufrieden und hat bis zum Lebensende wahrscheinlich nicht gewusst, wie viel wo auf dem Konto liegt. Er hat da meiner Mutter zu 100% vertraut.
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11.07.2020, 19:34Inaktiver User
AW: O Kapitän... Mein Kapitän.... Wer rudert bei euch?
Ich erlebe es hier völlig anders als Blue.
Keine meiner Mit-Azubis (von <1990) kennt sich mit ihren Finanzen aus, legt ihr Geld an, oder kümmert sich sonstwie um ihre Rente.
Alle arbeiten seit den Kindern Teilzeit (meist 50%) und stocken auch nicht auf, wenn die Kinder aus dem Haus gehen.Selbst jüngere Kolleginnen oder Freundinnen haben keinen Bezug dazu und keinen Plan.
Meine Mutter kann mittlerweile online-Banking, aber sie vergisst gerne ihre Pin. Oder sie ist zu aufgeregt um überhaupt die Karte zu finden (mit 78). Auch Passwörter sind ein Problem. Alleine geht es meistens, aber sobald jemand hinter ihr steht, ist sie komplett aufgeregt und dann aufgelöst.
Mein Vater (80) kann technisches allerdings gar nicht. Weder Handy, noch Smartphone, noch Computer. Null!
Verträge machen beide nicht. Da verweisen sie dann auf mich, damit ich das kläre.
Ich kann eigentlich das, was mein Mann nicht kann/will und andersrum. Wir rudern und steuern gemeinsam, mal der eine, mal der andere.
Wenn ich nicht selber entscheiden könnte und dürfte, würde ich mich sofort trennen, das finde ich unerträglich. Da ich finanziell auf eigenen Beinen stehe, wäre das auch sofort möglich. Unabhängigkeit ist Pflicht. Mich hält nur die Liebe.


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