Manchmal bin ich am Boden. Vielleicht ist das eine Depression, ich bin einfach nur noch traurig.
In diesen Phasen, es können Tage oder Monate sein, kommen mir viele Erinnerungen und Gedanken
an meine Vergangenheit hoch.
Ich denke an meine verstorbene Mutter und könnte dabei heulen. An meinen verstorbenen Bruder,
dessen Tod mein Leben sehr belastet hat. Und an meinen toten Vater, den ich sehr vermisse,
die ganze "alte Welt" meiner Eltern, in die ich doch sehr tief eingebunden war.
Alles ist weg, alles, was früher mein Leben war.
Meine Trennung, der Tod der Schwiegereltern, Sorgen mit meinen Kindern.
Berufliche Verantwortung und häufig Ärger und Kämpfe im Beruf, dazu Geldsorgen.
Manchmal erdrückt mich das fast und ich merke, dass mein Blick in die Vergangenheit gerichtet ist. Alles erscheint grau.
Sobald ich das bewust wahrnehme, versuche ich, gegenzusteuern. Musik hören. Tanzen gehen. Mit meinen Kindern reden, sie haben viel Verständnis und machen mir dann oft eine Freude. Mit einer Freundin was trinken gehen. Zur Massage gehen. In den Wald biken. Ins Grüne setzen und den Vögeln lauschen. Blumen ansehen und beschnuppern. Schöne Farben ansehen. Kaffee aus meiner Lieblingstasse trinken. Musik üben. Ein Buch lesen...
Oft wird es dann besser, plötzlich ruft mich jemand an und ich freue mich,
mit ihm sprechen zu können, wo ich am Tag vorher noch Telefonangst hatte und nicht telefonieren konnte.
Ich glaube, bei mir ist das eine depressive Ader, die bei Belastung durchbricht und ich kann damit mal besser,
mal schlechter umgehen.
Jetzt ist auch vieles schön, doch es ist für mich nicht immer leicht, das zu sehen und zu schätzen.
Allerdings ist das bei mir, im Gegensatz zu Dir, liebe Minimaus, eine langfristige Sache und es ist nicht plötzlich aufgetreten.
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07.07.2020, 17:34Inaktiver User
AW: Warum lässt mich plötzlich die Vergangenheit nicht los?
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09.07.2020, 14:29
AW: Warum lässt mich plötzlich die Vergangenheit nicht los?
Gerade auch die Trennung von einem langjährigen Partner ist ein sehr tiefer Einschnitt ins Leben. Ich war mit meinem Mann über 20 Jahre zusammen, einschließlich gemeinsamer Kinder und Hausbau. Das waren die prägenden Jahre meines Lebens.
Die Trennung war dann zwar von uns beiden gewünscht, ging aber zuerst doch mehr von mir aus. Ich habe sehr lange gebraucht, um das zu verarbeiten. Klar, man merkt, dass man irgendwie so nicht mehr weiter machen kann. Man macht Therapie, versucht dies und das. Es geht nicht mehr.
Aber dann das Endgültige, das ist trotzdem hart, gerade wenn der Partner nicht so ein "Böser" ist, sondern eigentlich ein ganz lieber Mensch, nur als Paar harmoniert man halt nicht mehr.
Auch jetzt, fast 10 Jahre nach der Trennung, kommen mir manchmal noch Erinnerungen hoch, es gab ja auch gute und schöne Zeiten. Wir haben einiges miteinander durch gemacht. Aber ich weiß, dass das Vergangenheit ist und kann das dann so einordnen. Am Anfang fiel mir das aber auch sehr schwer und ich hatte sogar Panikattacken.
Also, nimm es so, wie es ist. Es war ein Teil deines Lebens und deine Eltern sind ja auf immer eng mit dir verbunden. Trauere, weine, erinnere dich, aber sehe auch, dass nun ein neuer Abschnitt kommt, auf den du dich trotz allem auch freuen kannst und darfst.
Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg (Mahatma Gandhi)



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