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    Loslassen ... ist das der Weg?

    Vor einiger Zeit hatte ich ein Erlebnis worüber ich in meinem Thread "Frieden im Herzen..." geschrieben habe. Ich hatte einen für mich sehr wichtigten Wegbegleiter durch dieses Erlebnis loslassen können. Ich fühlte mich danach wochenlang sehr leicht und frei und unverwundbar und ich habe es sehr genossen. Der Alltag holte mich irgendwann ein, aber immer blieb dies Gefühl von Leichtigkeit und wie es sein kann in mir. Vor einigen Tagen kamen nach langer Zeit wieder Schwierigkeiten mit dem Vater meiner (unserer) Tochter auf.

    Vielleicht ist es nicht wichtig worum es genau ging. Jedenfalls gingen gleich als der Ex die mail schrieb wieder die Alarmglocken an und ich fühlte mich ganz furchtbar. Genauso getroffen hilflos und traurig wie damals vor ca. 10 Jahren als er mich vor Gericht zerrte mir die Polizei auf den Hals hetzte usw. Das machte ich ein paar Tage mit und dann kamen seine Eltern zu uns zu Besuch. Die hatten die ganze Geschichte damals ja auch mitbekommen und eine Zeit lang den Kontakt zu ihrem Sohn abgebrochen. Von der mail wussten sie auch.

    Im Laufe des Nachmittags erzählten die Eltern dann sie haben inzwischen wieder ganz guten Kontakt zu ihrem Sohn und sie hätten einfach die Vergangenheit egal was da war begraben etwas geredet und ihm verziehen und sie kennen die Situation. Das alles ist jetzt etwas verkürzt und nur auf das wesentliche beschränkt. Ich bin im Moment noch nicht soweit, aber auf dem Weg dazu.

    Ich hielt es kaum aus wieder in diesen Gefühlen wie damals zu sein . Schliesslich wurde mir klar dass das ein Trigger ist und nichts mit der aktuellen Situation zu tun hat und ich hab mir dann gesagt hey cool down.
    Die Idee einfach so einen Schlusstrich zu ziehen unter Begegnungen Geschehnisse usw. die man irgendwie noch nicht vergessen vergeben kann oder nicht mehr ändern kann fand ich schon fast immer gut, aber nur wenn es sich nicht mehr lohnt weil derjenige tot ist oder es keinen Sinn macht.

    Im Moment kommt in mir so einiges auf an unerledigtem, was ich schon immer mal besprechen wollte oder auch nicht und dann nie wieder. Vielleicht ist es ein Weg dies so langsam abzuarbeiten wie man zb einen Keller ausmistet nur ist es in dem Fall ein seelischer Keller. Wie gefällt euch diese Idee?
    Was bleibt sind nicht die Tage und Jahre und Stunden, was bleibt sind die kleinen Augenblicke

    Du wirst keine neuen Meere entdecken,
    solange du nicht den Mut hast, die Küste aus den Augen zu verlieren.

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    AW: Loslassen ... ist das der Weg?

    Zitat Zitat von strandkatze Beitrag anzeigen
    Die Idee einfach so einen Schlusstrich zu ziehen unter Begegnungen Geschehnisse usw. die man irgendwie noch nicht vergessen vergeben kann oder nicht mehr ändern kann fand ich schon fast immer gut, aber nur wenn es sich nicht mehr lohnt weil derjenige tot ist oder es keinen Sinn macht.
    Deine ganzen Aufzählungen sind Bewertungen deines Verstandes.
    "sich lohnen"- eine Beurteilung, die dein Denken vornimmt, wie auch "es macht keinen Sinn" - oder der Gedanke "tot".

    Wir reden aber doch hier von Umständen, die dich berührt und bewegt haben, oder?
    Und das bedeutet, sie haben dein Herz erreicht- deine Seele- deine Emotionen, dein Inneres.

    Einen wirklichen Schlussstrich kann man dann ziehen, wenn keine Energie mehr auf dem anderen oder der Situation liegt.
    Sind aber noch Rechnungen offen, Verletzungen vorhanden, Fragen oder Antworten im luftleeren Raum.......dann wird das sehr schwierig, denn unvollendet kreist es in uns weiter.
    Wir können es natürlich immer wieder verdrängen, aber es ist dennoch vorhanden und sollte nur die richtige Taste gedrückt werden (über eine Situation, einen Satz oder wieder Kontakt), drängt sich das Unvollendete wieder nach vorne.

    Frieden macht man in seinem Inneren und nicht einzig mit dem Verstand.
    Der kann helfen und auch unterstützen, aber er alleine- lässt die inneren Stimmen des Herzens nicht verstummen.

    Somit: sich den alten Themen Stück für Stück stellen- ist eine gute Idee, um bei sich aufzuräumen und in einen inneren Frieden und Freiheit zu gelangen.

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    AW: Loslassen ... ist das der Weg?

    Ich mache auch gerade etwas ähnliches durch. Ich dachte, ich wäre darüber hinweg und jetzt ist doch etwas eingetreten, das alle Gefühle wieder hoch kommen lässt.

    Wie sehr ich mich über mich ärgere!

    Aber es geht leider nicht anders. Man kann einen Keller ausmisten und die Türe zuschliessen und nie wieder etwas diese Treppe hinunter tragen. Aber Gefühle hat man nicht so gut im Griff wie Keller Räume. Leider.

    Ich muss mich vielleicht einfach eine Weile (ich nehme mal an ein paar Tage oder eine Woche) etwas isolieren weil ich von aussen kein gutes Feedback bekomme. Alle meinen nur: die alte Geschichte.

    Nur mein Therapeut von damals hat mir bestätigt, dass es eine traumatische Situation war und dass es normal ist, wenn man davon wieder erreicht werden kann. Vielleicht kann Dir jemand von damals Stütze sein? Dir bestätigen, dass es nicht "nichts" war sondern ein einschneidendes Erlebnis das Dich für immer verändert hat.

    Wenn Du die Eltern Deines Ex gerade nicht ertragen kannst, dann sag' es ihnen freundlich. In einer Art als ob Du davon ausgehst, dass sie es verstehen.

    Da kam jetzt eine e-mail von ihm, die Dein Trauma wieder hoch gebracht hat und sie reden davon, dass sie jetzt wieder gut mit ihm auskommen. Obwohl sie von der e-mail wissen. Da würde ich sagen: solange Du die e-mail verarbeitest kannst Du sie nicht sehen. Das ist keine Strafe sondern Du kannst ja nicht total auseinander fallen, oder?

    Natürlich kannst Du versuchen, mit ihm oder mit seinen Eltern darüber zu reden und dann nie wieder (mir war nicht ganz klar mit wem). Aber ich habe leider bei solchen Versuchen schlechte Erfahrungen gemacht. Die meisten Menschen geben nachträglich nicht gerne Fehler zu und entschuldigen sich (das gibt es nur im Kino) und dass Eltern sich für ihre Kinder entschuldigen - auch nicht so oft. Ich würde es mit mir selber oder einem Therapeuten verarbeiten. Sei nicht so streng mit Dir! Ich kann mit einer Person nicht mehr reden, weil er gestorben ist. Aber mir ein paar anderen aber ich weiss, es wird nichts helfen. Es wird alles nur noch schlimmer machen. So ein "reinigendes Gewitter" gibt es leider fast nie. Meistens ist es nur eine unschöne Wiederholung des ersten Streites.
    Geändert von annakathrin (06.06.2020 um 04:48 Uhr)

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    AW: Loslassen ... ist das der Weg?

    Wir reden aber doch hier von Umständen, die dich berührt und bewegt haben, oder?
    Und das bedeutet, sie haben dein Herz erreicht- deine Seele- deine Emotionen, dein Inneres.

    Ja auf jeden Fall. Ich meinte das auch nicht vom Verstand her.
    Was bleibt sind nicht die Tage und Jahre und Stunden, was bleibt sind die kleinen Augenblicke

    Du wirst keine neuen Meere entdecken,
    solange du nicht den Mut hast, die Küste aus den Augen zu verlieren.

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    AW: Loslassen ... ist das der Weg?

    Zitat Zitat von strandkatze Beitrag anzeigen
    Ja auf jeden Fall. Ich meinte das auch nicht vom Verstand her.
    Ich bezog mich auf deine Worte - wenn du davon redest, dass sich wer oder was "nicht lohnt", "tot" ist oder "es keinen Sinn macht"- und du deshalb nicht weiter darüber nachdenken möchtest, dann sind das Begründungen, die dein Verstand gibt.

    Wenn es wieder "hochkommt", dann ist doch spätestens klar, dass -egal, wie sehr du gedacht hast, dass es nicht lohnt, es für dich durchaus noch ein Thema ist und damit durchaus lohnenswert, da noch einmal hinzusehen!

    Letztlich zeigt uns unsere Seele schon, wo es lang geht- da kann man sich getrost drauf verlassen

    Falls das "verarbeiten"- und damit soweit kommen, dass man es wirklich zur Ruhe legen kann- alleine zu schwer ist, such dir einen Lebensberater oder Coach.

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    AW: Loslassen ... ist das der Weg?

    Zitat Zitat von annakathrin Beitrag anzeigen
    Ich muss mich vielleicht einfach eine Weile (ich nehme mal an ein paar Tage oder eine Woche) etwas isolieren weil ich von aussen kein gutes Feedback bekomme. Alle meinen nur: die alte Geschichte.

    Nur mein Therapeut von damals hat mir bestätigt, dass es eine traumatische Situation war und dass es normal ist, wenn man davon wieder erreicht werden kann. Vielleicht kann Dir jemand von damals Stütze sein? Dir bestätigen, dass es nicht "nichts" war sondern ein einschneidendes Erlebnis das Dich für immer verändert hat.
    .
    Beides kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich gehe ähnlich mit solchen Dingen um und befinde mich da auch gerade in einem Prozess des Verarbeitens.

    Mir fehlt dabei genau das aus dem zweiten Abschnitt, eine Bestätigung von außen, dass meine Emotionen ihre Berechtigung haben. Auch wenn ich es für mich selbst weiss. Aber ständig aus sich selbst schöpfen müssen, ständig reflektiert sein zu müssen, das ist auf Dauer auch sehr mühevoll. Manchmal würde ich einfach nur in den Arm genommen werden wollen, und dass mir da jemand sagt "ja das ist so, und ich verstehe dich". Auch wenn es höchst subjektiv und "politisch nicht korrekt" wäre. Aber genau das täte mir einfach mal gut.
    Und wem nicht?

    Gerade wenn man in so elementaren Bedürfnissen wie Sicherheit und Geborgenheit sehr verletzt und verunsichert wurde. Mir würde da weder das Bild des Kellers noch des Schlussstriches helfen, wenn die Personen bzw. das System, in dem ich mit diesen Personen war, immer noch in meiner Nähe ist und ich damit immer wieder konfrontiert werden könnte.

    Ich habe für mich eher das Bild einer dreidimensionalen Spirale, auf der ich mich bewege. Ich komme zwar immer wieder an irgendwelchen Stolpersteinen oder Scheissbollen vorbei, aber ich habe bei jeder Runde einen anderen Abstand und Betrachtungswinkel und deshalb fühlt es sich immer wieder etwas anders an. Mit der Zeit sause ich auf so großem Abstand vorbei, dass ich das zwar sehe, aber es mich nicht mehr tangiert.

    So lange das nicht so ist, neige ich auch dazu, mich zurückzuziehen und so gut es geht mir selbst eine gute Freundin oder gar Mutter zu sein. Ich finde da viel Trost in der Natur.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

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    AW: Loslassen ... ist das der Weg?

    Zitat Zitat von strandkatze Beitrag anzeigen
    Ich hielt es kaum aus wieder in diesen Gefühlen wie damals zu sein . Schliesslich wurde mir klar dass das ein Trigger ist und nichts mit der aktuellen Situation zu tun hat und ich hab mir dann gesagt hey cool down.
    Die Idee einfach so einen Schlusstrich zu ziehen unter Begegnungen Geschehnisse usw. die man irgendwie noch nicht vergessen vergeben kann oder nicht mehr ändern kann fand ich schon fast immer gut, aber nur wenn es sich nicht mehr lohnt weil derjenige tot ist oder es keinen Sinn macht.

    Im Moment kommt in mir so einiges auf an unerledigtem, was ich schon immer mal besprechen wollte oder auch nicht und dann nie wieder. Vielleicht ist es ein Weg dies so langsam abzuarbeiten wie man zb einen Keller ausmistet nur ist es in dem Fall ein seelischer Keller. Wie gefällt euch diese Idee?
    Das Ausmisten des seelischen Kellers funktioniert meiner Erfahrung nach nur langsam und nicht mit der Brechstange. Schlechte Phasen, ausgelöst durch bestimmte Trigger, gehören für mich irgendwie dazu. Wichtig ist für mich, sie zu erkennen und zuzulassen. Dann miste ich ein wenig, gerne wortwörtlich. Ich sortiere dann aus und um, putze, räume auf, pflege mich und gönne mir eine Kleinigkeit. Für mich hilfreich sind dabei auch gutes Essen, Sport in Maßen und Gespräche mit Menschen, denen ich vertraue.

    Diese Menschen müssen nicht unbedingt zum "inner circle" gehören. Spannenderweise bin ich schon öfter einmal spontan hilfreichen Menschen begegnet, bei denen ein paar wenige Sätze genügt haben, um verstanden zu werden, ohne dass ich mich da gleich in Gänze präsentieren musste. Ich weiß nicht, ob meine Antwort für Dich zutreffend ist. Mein Kurztipp: Nimm Dir beim inneren Misten lieber weniger vor und gehe kleinere Schritte.

  8. Moderation

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    AW: Loslassen ... ist das der Weg?

    Zitat Zitat von strandkatze Beitrag anzeigen
    Im Moment kommt in mir so einiges auf an unerledigtem, was ich schon immer mal besprechen wollte oder auch nicht und dann nie wieder. Vielleicht ist es ein Weg dies so langsam abzuarbeiten wie man zb einen Keller ausmistet nur ist es in dem Fall ein seelischer Keller. Wie gefällt euch diese Idee?
    Was würdest du da tun wollen?
    Mit welchem Ziel?
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  9. Inaktiver User

    AW: Loslassen ... ist das der Weg?

    Ich finde den Gedanken "Ich bin mir der großen Ungerechtigkeit, Verletzung (oder wie du es nennen würdest) bewusst, aber ich lasse mich davon nicht (mehr) beeinflussen" gut um etwas stehen lassen zu können.

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