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    Angst vor dem Kennenlernen

    Hallo zusammen,
    In diesen Zeiten gibt es sicher wichtigere Dinge aber ich trage das Problem schon so lange mit mir herum ... Und nun bin ich kürzlich 30 geworden und das hat mir nochmal verdeutlicht, wie viel Zeit ich schon vergeudet habe durch mein seltsames Verhalten. Und ich möchte es endlich ändern.

    Mein Problem ist, dass ich keine Liebesbeziehungen aufbauen kann. Es hat nur einmal geklappt, das hat dann auch jahrelang gehalten, aber da war das Kennenlernen auch sehr unkonventionell... Ansonsten hat während des Studiums das Kennenlernen innerhalb einer Gruppe für mich halbwegs funktioniert, wo man sich eben regelmäßig sieht aber anfangs lange Zeit im Schutze einer Gruppe. Mit anderen drum herum. Aus solchen Anbahnungen sind da aber aus anderen Gründen dann keine Beziehungen entstanden. Oder auch genau aus dem Grund, der heute zu meinem großen Problem wird: dass ich dann vor einem Treffen zu zweit zurückgeschreckt bin.

    Seit dem Berufsstart vor etwa 5 Jahren erlebe ich das Kennenlernen leider selten noch so, dass es in Gruppen passiert. Habe ohnehin kaum männliche Kollegen und mein sonstiger Freundeskreis ist halt seit langem der gleiche, da treffen wir uns in altbekannten Konstellationen.

    Also treffe ich Männer z.b. in der Freizeit bei Hobbys. Aber dann kommt man ins Gespräch und man telefoniert vielleicht mal, schreibt sich kurz hin und her. Dann kommt meistens die Frage nach einem Treffen auf. Und dann kneife ich. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich früher auch Männer versetzt habe. Wirklich aus dem Grund weil ich Zuhause saß und mich nicht hingetraut hab, das macht es für denjenigen der versetzt wurde aber nicht besser. Ich weiß wie respektlos sowas ist, sodass ich heute meist bei der Frage nach einem Treffen schon ausweiche, obwohl ich den Mann sehr gern treffen würde... Oder ich versuche es, merke wie die Angst sich sammelt und sage dann frühzeitig wieder ab. Um zu vermeiden dass ich am Ende wieder kurz vor knapp in Panik verfalle und ihn abweise.

    Ich habe wirklich Angst vor diesen Treffen, je netter ich denjenigen finde desto schlimmer. Warum genau weiß ich nicht. Angst vor einer Abfuhr ist es nicht; das ist sicher nicht schön, macht mir aber in dem Sinne keine "Angst". Ich bin auch generell kein unzuverlässiger Mensch. Ich halte Verabredungen sonst ein, habe noch nie "krank gemacht", noch nie auf der Arbeit gefehlt.

    Kurz vor einem Treffen war es dann immer so, dass ich mich wie gelähmt gefühlt habe vor Angst. Kann ich schlecht beschreiben.

    Gedanken die ich mir gemacht habe: bin relativ anti-sozial aufgewachsen, wir hatten nie Besuch daheim, wenn jemand unangemeldet an der Tür geklingelt hat war das ein riesen Problem. Meine Mutter, Hausfrau, hat teils über Jahre nicht das Haus verlassen. Meine Schwester ist heute ähnlich wie meine Mutter, sehr zurückgezogen, lebt mit Partner, trifft sich aber sonst kaum mit Leuten und ist am liebsten Zuhause. Ist ja auch schön, denke sie ist zufrieden so.
    Ich war in der Schule auch sehr zurückgezogen, hatte immer das Gefühl wir hätten was zu verheimlichen Zuhause, weil niemand zu uns kommen durfte, und konnte so auch irgendwie schwer Freundschaften aufbauen. War dann lange Außenseiterin und wurde auch etwas gemobbt. Im Schwimmkurs hat sich dann mein sehr viel älterer Trainer - Familienvater - für mich interessiert. Ich wurde zweimal von ihm missbraucht, es war zwar einvernehmlich, aber ich war noch viel zu jung. Es tat auch körperlich wirklich weh und an den Schmerz erinnere ich mich bis heute. Aber ich fand seine Aufmerksamkeit halt toll; dass er ausgerechnet mich, ausgesucht hat. Quatsch natürlich, solche Menschen wissen zu manipulieren und wissen wer sich leicht manipulieren lässt, aber damals sah eben alles anders aus.

    Eigentlich dachte ich, es gut verarbeitet zu haben. Hatte auch Therapie. Und in der einen Beziehung die ich hatte, auch ein gutes Sexualleben. Hatte auch zwei mal so etwas wie Freundschaft plus, beides mal hat es mit dem Sex nach etwas Aufwärmzeit auch gut geklappt. Ich würde auch nicht sagen dass ich Angst vor Sex habe. Deshalb weiß ich nicht, ob das von damals überhaupt eine Rolle spielt jetzt.
    Was ich diffus in der Angst denke, ist, was wenn wir uns wirklich nah kommen? Was wenn er mich wirklich sieht? Dabei weiß ich aber rational nie, was denn schlimmes passieren sollte. Auch alles was auf einem Date passieren könnte, wie furchtbar es doch laufen könnte - na und? Als ob es nichts schlimmeres gäbe. In meinem Beruf geht es um Menschenleben - was juckt mich dann so etwas?? Warum kann ich mich zu so einer Kleinigkeit nicht einfach durchringen, hingehen, aushalten, und sehen was passiert?
    Ich denke auch, alle die mich heute kennen, Freunde Kollegen etc, würden mich als ganz normal einstufen. Ich bin seit dem Studium sozial auch aufgeblüht, seit ich von Zuhause ausgezogen bin. Lade gerne Leute zu mir ein, klar genieße ich nach wie vor auch das Alleinsein, aber genieße auch Zwischenmenschliches. Dann schaffe ich es nicht auf so ein zwangloses Date zu gehen?

    Stattdessen sabottiere ich von vornherein jede Beziehungsanbahnung. Das obwohl ich mir irgendwann Familie wünsche. Und sowieso eine Partnerschaft.

    Jetzt habe ich vor der Coronazeit einen Mann kennen gelernt. Beim Hobby. Haben uns ein paar Mal gut unterhalten. Beim letzten Mal über fast 4 Stunden! Wir wollten uns beide gern wiedersehen - haben sehr viel gemeinsam und der Funke ist einfach übergesprungen.
    Dann kam Corona, unser gemeinsames Hobby ist seitdem auf Eis. Auch wir haben uns an die Beschränkungen gehalten und jetzt nicht während dieser Zeit zu Daten begonnen. Aber viel telefoniert und geschrieben. Ich mag ihn mittlerweile echt gern - soweit man das auf diesem Weg des Kennenlernens sagen kann.
    Jetzt hat er vor einiger Zeit vorgeschlagen, dass wir uns ja mal draußen auf einen Spaziergang treffen könnten. Ein Eis auf die Hand und einfach sich unterhalten. Mit Abstand, und das wäre ja auch erlaubt. Ich würde auch gerne. Aber jetzt habe ich doch wieder Angst. Ich traue mir da selber schon so wenig über den Weg, dass ich schon gar kein Treffen mehr vereinbaren will. Gar nichts erst ausmachen, was ich doch eh wieder nur absage. Uns beiden die Enttäuschung ersparen. Aber das will ich ja gar nicht, und macht wirklich keinen Sinn. Wochenlang mit jemandem telefonieren und schreiben, sich dann nicht treffen?? Für mich sind Telefonate und schriftliche Chats eh anstrengend, halte mich da meist kurz und treffe mich sonst lieber mit den Leuten. Ausnahme sind Freunde die weiter weg wohnen, da telefonier ich auch mal länger. Und eben nun während Corona.
    Und jetzt gäbe es die Möglichkeit sich zu treffen, und ich weiß nicht, wie ich mein fehlgeleitetes Hirn dazu bringen kann, das einfach zu machen. Es passiert doch nichts! Schon gar nicht auf einem Spaziergang. Das sag ich mir immer wieder. Aber es kommt nicht an. Und schon jetzt merke ich, wie ich innerlich anfange abzublocken. Und ich habe keinen Schimmer warum. Jetzt habe ich ihn schon zwei mal vertröstet. Und komme mir so blöd dabei vor.

    Kennt jemand sowas? Was hilft da?

    Danke schon mal, liebe Grüße und schönen Abend.

    Peri

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    AW: Angst vor dem Kennenlernen

    Wow, ich hatte dir eben einen riesigen Text verfasst und dann war plötzlich alles weg :-(
    Werde es morgen noch einmal abtippen.
    Bis dann!

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    AW: Angst vor dem Kennenlernen

    Willkommen im Forum ,

    erzähl ihm von deinem problem und vielleicht läßt du dich zu spaziergang und eisesssen abholen - wäre das eine möglichkeit für dich?

    arabeske
    Wenn die Hand eines Mannes
    die Hand einer Frau streift,
    berühren sich beide bis in alle Ewigkeit.
    Khalil Gibran

    ***********************************
    Das beste Vorspiel ist die Einhaltung eines strikten Zeitplans.
    Sheldon Cooper

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    AW: Angst vor dem Kennenlernen

    Wie alt warst Du, als Du von Deinem Trainer vergewaltigt wurdest? Ich denke mal, das spielt hier eine zentrale Rolle. Auch wenn Du schon Therapie dafür bekommen hast.

    Hast Du jemals daran gedacht, ihn anzuzeigen? Vielleicht ist für eine Klage zu viel Zeit vergangen aber wenn genügend Frauen über so einen berichten, dann wird er wenigstens nicht mehr als Trainer arbeiten können und keine Mädchen mehr missbrauchen. Das kann dann auch sehr befreiend sein.

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    AW: Angst vor dem Kennenlernen

    Hallo Peri,

    ich denke, bei dem Problem mit dem Kennenlernen kommen bei dir zwei Dinge zusammen.

    Zum Einen spielt sicher deine Familie noch eine Rolle im Hintergrund bzw. die Art, wie dort mit Kontakten umgegangen wurde.
    Du schreibst, ihr habt ziemlich isoliert gelebt und dass das quasi bis heute so weitergeführt wird und dass Besuche bzw. "ungeplante" Kontakte ein Problem darstellten. Und dass du immer das Gefühl hattest, irgendetwas stimme bei euch nicht.

    Diese Atmosphäre hast du von Anfang an quasi mit der Muttermilch eingesogen und trägst es evtl. ein Stück weit noch heute mit dir herum, so in Form eines Stigmas oder eines Makels, selbst wenn du sagst, dass du doch heute eigentlich gerne Leute triffst. ImGrunde hast du ja nicht nur mitbekommen, dass mit deiner Familie irgendetwas anders ist als bei anderen, sondern du bist ja Teil dieser Familie und damit auch anders. Und dieses Gefühl, dass deine Familie etwas zu verbergen hat, beinhaltet ja auch, dass bloß niemand hinter die Fassade schauen darf, weil dann irgendetwas Schlimmes passiert. Vielleicht fühlst du dich auch deswegen allgemein heute noch unsicher in einigen Dingen, auch wenn es nur im Hintergrund und gar nicht so stark wahrnehmbar ist..?

    Nun ja - und dann ist da ja auch noch tatsächlich mal etwas passiert: Da hat jemand absolut deine Grenzen überschritten. Es hat jemand seine eigene Stellung und deine Bedürftigkeit ausgenutzt.

    Mir fällt auf, dass du dich selber wegen deiner Ängste ganz schön abwertest. Du argumentierst, es könne ja nichts passieren, wenn du dich mit jemandem triffst, es sei doch alles jetzt ganz anders, es sei quasi so eine Art "Anstellerei" von deiner Seite. Damit bist du ganz schön hart zu dir selbst, finde ich, und es bringt dich nicht weiter, denn du drehst dich im Kreis.
    Geändert von sweetydivine07 (19.05.2020 um 19:56 Uhr)

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    AW: Angst vor dem Kennenlernen

    Zitat Zitat von sweetydivine07 Beitrag anzeigen
    Hallo Peri,

    ich denke, bei dem Problem mit dem Kennenlernen kommen bei dir zwei Dinge zusammen.

    Zum Einen spielt sicher deine Familie noch eine Rolle im Hintergrund bzw. die Art, wie dort mit Kontakten umgegangen wurde.
    Du schreibst, ihr habt ziemlich isoliert gelebt und dass das quasi bis heute so weitergeführt wird und dass Besuche bzw. "ungeplante" Kontakte ein Problem darstellten. Und dass du immer das Gefühl hattest, irgendetwas stimme bei euch nicht.

    Diese Atmosphäre hast du von Anfang an quasi mit der Muttermilch eingesogen und trägst es evtl. ein Stück weit noch heute mit dir herum, so in Form eines Stigmas oder eines Makels, selbst wenn du sagst, dass du doch heute eigentlich gerne Leute triffst. ImGrunde hast du ja nicht nur mitbekommen, dass mit deiner Familie irgendetwas anders ist als bei anderen, sondern du bist ja Teil dieser Familie und damit auch anders. Und dieses Gefühl, dass deine Familie etwas zu verbergen hat, beinhaltet ja auch, dass bloß niemand hinter die Fassade schauen darf, weil dann irgendetwas Schlimmes passiert. Vielleicht fühlst du dich auch deswegen allgemein heute noch unsicher in einigen Dingen, auch wenn es nur im Hintergrund und gar nicht so stark wahrnehmbar ist..?

    Nun ja - und dann ist da ja auch noch tatsächlich mal etwas passiert: Da hat jemand absolut deine Grenzen überschritten. Es hat jemand seine eigene Stellung und deine Bedürftigkeit ausgenutzt; dass das "einvernehmlich" geschehen ist, ist eher eine Äußerlichkeit, auf die sich solche Leute, denke ich, dann gerne berufen, um dem Mädchen die Schuld in die Schuhe zu schieben und es schwerer zu machen, die Verantwortlichkeiten dort zu benennen, wo sie hingehören, nämlich bei deinem Trainer in diesem Fall. Denn Trainer haben eine Verantwortung für die Leute, mit denen sie arbeiten, und wissen ganz genau, was sie dürfen und was nicht.

    Hast du diese Vorfälle einmal therapeutisch bearbeitet?
    Mir fällt nämlich auf, dass du dich selber wegen deiner Ängste ganz schön abwertest. Du argumentierst, es könne ja nichts passieren, wenn du dich mit jemandem triffst, es sei doch alles jetzt ganz anders, es sei quasi so eine Art "Anstellerei" von deiner Seite. Damit bist du ganz schön hart zu dir selbst, finde ich, und es bringt dich nicht weiter, denn du drehst dich im Kreis.
    Denn Ängste haben ja eigentlich einen sehr wichtigen Zweck, denn sie signalisieren einem, dass irgendeine Gefahr droht, oder dass für einen etwas ggf. nicht geklärt ist.
    Danke für deine vielen Gedanken. Da entspricht vieles dem, was ich auch denke, nur weniger gut in Worte fassen könnte. Das mit meiner Familie denke ich auch, dass mir das irgendwie noch nachhängt. Damals hieß es auch oft, wenn ihr jemanden rein lasst dann holen sie das Jugendamt und nehmen euch uns weg. Unsere Wohnung war etwas verwahrlost, das schon, aber jetzt nicht messimäßig oder dass man Kinder nicht drin wohnen lassen kann. Aber ich hab dann auch angefangen, mich für die Wohnung zu schämen und wollte von mir aus schon gar nicht mehr, dass z.b. Klassenkameraden sie je betreten würden.
    Hab zwar gerne Besuch hier bei mir, aber wenn jemand zum ersten Mal in die Wohnung kommt, immer eine unterschwellige Sorge dass man mich bei etwas ertappen könnte. Dass sie ein ekliges riesenhaftes Monster hier finden, so in dieser Art Absurdität. Meine Wohnung ist durchschnittlich sauber und es hat sich auch noch nie ein Besucher beschwert, aber irgendeine schwammige Sorge ist trotzdem da.
    Dass ich meine Angst nicht richtig ernst nehme, ja stimmt, damit tu ich mir schwer. Weil sie so unnötig ist. Sich mit einem Fremden in seiner Wohnung zu treffen - da kann man Angst haben und die bewahrt einen dann davor, was vielleicht leichtsinniges zu tun. Aber ein Spaziergang in der Öffentlichkeit mit jemand dem man schon ein paar Mal persönlich begegnet ist - da ist nichts gefährliches dran. Und ich weiß dass du genau das meinst, dass es sich nicht rationalisieren lässt und die emotionale Seite trotzdem gewinnt. Ist ja auch bisher jedes Mal so. Aber ich bin sonst eher ein rationaler Mensch und tu mir schwer, das ernst zu nehmen.
    Therapie hatte ich ja damals und fand ich auch hilfreich. Jetzt halte ich mich irgendwie nicht für so geschädigt, dass ich nochmal eine bräuchte. Ich denke manche Problemchen sollte man auch aus eigener Kraft irgendwie gelöst kriegen. Zumal man auf einen Therapieplatz ja ewig wartet, weiß ich aus eigener Erfahrung. Und auf der Warteliste sind sicher Menschen die den dringender brauchen als ich.
    Am liebsten wäre mir eine pragmatische Lösung die mich zwingt, mich dem ganzen einfach zu stellen a la "Augen zu und durch". Mit reiner Willenskraft hab ich bisher nicht geschafft, mich dazu zu überwinden. Hab schon überlegt, eine Freundin zu bitten mich zum Treffpunkt zu begleiten, einen Kaffee zu trinken oder so, und dass sie sich verabschiedet wenn er kommt. Aber das ist irgendwie auch albern.

    Zitat Zitat von annakathrin Beitrag anzeigen
    Wie alt warst Du, als Du von Deinem Trainer vergewaltigt wurdest? Ich denke mal, das spielt hier eine zentrale Rolle. Auch wenn Du schon Therapie dafür bekommen hast.

    Hast Du jemals daran gedacht, ihn anzuzeigen? Vielleicht ist für eine Klage zu viel Zeit vergangen aber wenn genügend Frauen über so einen berichten, dann wird er wenigstens nicht mehr als Trainer arbeiten können und keine Mädchen mehr missbrauchen. Das kann dann auch sehr befreiend sein.
    Ich war kurz vor meinem 11. Geburtstag. Angezeigt hab ich ihn mit Anfang 20, er ist dann während des Ermittlungsverfahrens unerwartet verstorben. War keine schöne Zeit, habe der Familie damit viel angetan. Klingt vielleicht zynisch aber wenn ich vorher gewusst hätte dass er eh bald stirbt, hätte ich ihnen diesen Schmerz auch ersparen können.

    Zitat Zitat von Arabeske_H Beitrag anzeigen
    Willkommen im Forum ,

    erzähl ihm von deinem problem und vielleicht läßt du dich zu spaziergang und eisesssen abholen - wäre das eine möglichkeit für dich?

    arabeske
    Ihm zu erzählen hab ich auch schon überlegt. Ist mir jetzt halt schon peinlich, weil dann auch klar ist dass ich ihn unter vorgeschobenen Gründen bisher vertröstet hab. Zudem müsste ich dann ja auch erklären wo die Angst her kommt, oder er würde fragen. Und ich will weder einen Seelen-Striptease hinlegen wo wir uns noch kaum kennen, noch geheimnisvoll ankündigen, das erzähle ich ihm wenn wir uns besser kennen. Möchte auch den Anfang nicht so beschweren, Kennenlernen sollte ja eher was Leichtes sein.
    Mich abholen lassen ist eine ganz gute Idee. Fürchte nur, auch da würde ich ihm irgendwann vorher rechtzeitig eben absagen. Wenn ich offen mit ihm gesprochen hätte wär's sicher leichter, aber weiß eben nicht wie ich so ein Gespräch führen soll mit jemandem den ich noch gar nicht gut kenne, ohne dass alles gleich mit Dramatik beladen wird.

    Zitat Zitat von HelgaF30 Beitrag anzeigen
    Wow, ich hatte dir eben einen riesigen Text verfasst und dann war plötzlich alles weg :-(
    Werde es morgen noch einmal abtippen.
    Bis dann!
    Oh nein, das tut mir Leid! Danke dir trotzdem für deine Mühe, wie allen anderen Schreibern. Dass sich überhaupt jemand mit meinen eher nichtigen Problemchen beschäftigt, ist mehr als nett. Danke.

    Grüße, Peri

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    AW: Angst vor dem Kennenlernen

    Zitat Zitat von Peri_Cedar Beitrag anzeigen
    Ich war kurz vor meinem 11. Geburtstag. Angezeigt hab ich ihn mit Anfang 20, er ist dann während des Ermittlungsverfahrens unerwartet verstorben. War keine schöne Zeit, habe der Familie damit viel angetan. Klingt vielleicht zynisch aber wenn ich vorher gewusst hätte dass er eh bald stirbt, hätte ich ihnen diesen Schmerz auch ersparen können
    Du warst 10!!! Ich habe eine vage Vorstellung, wie du aufgewachsen bist, fühl dich kräftig umarmt.
    Das du in diesem Alter auch nur von einvernehmlich sprechen kannst, sagt einiges aus. Deine ganze Wahrnehmung ist verquer.

    Von welcher Familie sprichst du eigentlich? Deine oder seine? Ist aber egal, was war mit dir? Dir wurde Gewalt angetan und heute relativierst du das immer noch. Tut mir wirklich sehr leid. Es sieht für mich aus, als ob du dich komplett von dem Geschehenem abspaltest, sowohl von dem Leben in deiner Familie, wie dem Missbrauch und dem Mobbing.
    Dein Unterbewußtsein weiss aber noch genau, wie du gelitten hast und deshalb meldet es sich.

    Ich sehe für dich auch nur den Schritt vorwärts, indem du dich dem Mann öffnest. Nicht alles auf einmal, aber fang' damit an, für dich. Entweder er kommt damit zurecht oder nicht. Aber gegen die Angst ankämpfen ist sehr schwierig und evtl. wäre es wirklich eine gute Idee, deine Freundin um Hilfe zu bitten.

    Ich wünsche dir alles erdenklich Gute!

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    AW: Angst vor dem Kennenlernen

    Zitat Zitat von durchdieblume Beitrag anzeigen
    Du warst 10!!! Ich habe eine vage Vorstellung, wie du aufgewachsen bist, fühl dich kräftig umarmt.
    Das du in diesem Alter auch nur von einvernehmlich sprechen kannst, sagt einiges aus. Deine ganze Wahrnehmung ist verquer.

    Von welcher Familie sprichst du eigentlich? Deine oder seine? Ist aber egal, was war mit dir? Dir wurde Gewalt angetan und heute relativierst du das immer noch. Tut mir wirklich sehr leid. Es sieht für mich aus, als ob du dich komplett von dem Geschehenem abspaltest, sowohl von dem Leben in deiner Familie, wie dem Missbrauch und dem Mobbing.
    Dein Unterbewußtsein weiss aber noch genau, wie du gelitten hast und deshalb meldet es sich.

    Ich sehe für dich auch nur den Schritt vorwärts, indem du dich dem Mann öffnest. Nicht alles auf einmal, aber fang' damit an, für dich. Entweder er kommt damit zurecht oder nicht. Aber gegen die Angst ankämpfen ist sehr schwierig und evtl. wäre es wirklich eine gute Idee, deine Freundin um Hilfe zu bitten.

    Ich wünsche dir alles erdenklich Gute!
    Mit einvernehmlich meinte ich nur, dass er mich nicht körperlich dazu gezwungen, mich festgehalten hat oder so. Freiwillig hab ich mich ja sogar ein zweites Mal mit ihm allein getroffen, wo ich wusste dass es dann nochmal passieren wird. Hab ja gesagt, mir ist schon klar dass ich viel zu jung war um dem zuzustimmen.
    Und sorry, das war missverständlich, ich meinte seine Familie. Meine weiß davon gar nichts. Auf meinen Wunsch und dadurch dass ich aussagte, dass sie eh nichts davon mitbekommen haben, wurde darauf verzichtet sie zu befragen. Also ich glaube wirklich dass ich den Missbrauch eigentlich gut verarbeitet habe. Da gab es ganz andere Zeiten. Und wie gesagt auch Sex kann ich heute ohne große Probleme genießen, bis auf kleine Einschränkungen.

    Mit ihm zu reden überlege ich mir. Ja, wenn mir eine Art einfällt das rüber zu bringen, ohne dass es allzu dramatisch klingt.

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    AW: Angst vor dem Kennenlernen

    Zitat Zitat von durchdieblume Beitrag anzeigen
    Deine ganze Wahrnehmung ist verquer.
    Was ist denn das für eine Aussage!!
    Geändert von kenzia (20.05.2020 um 06:16 Uhr)

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    AW: Angst vor dem Kennenlernen

    Zitat Zitat von Peri_Cedar Beitrag anzeigen
    Freiwillig hab ich mich ja sogar ein zweites Mal mit ihm allein getroffen, wo ich wusste dass es dann nochmal passieren wird. Hab ja gesagt, mir ist schon klar dass ich viel zu jung war um dem zuzustimmen.
    Das ist doch ein Widerspruch.

    Was sagte denn Deine Therapeutin zu diesem Verhalten einer 11-Jährigen?

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