Vielen Dank für die expliziten Fragen...Denn diese zeigen mir mal wieder, dass ich da mittlerweile gar keine wirklichen Antworten mehr drauf habe...Das zeigt ja eigentlich schon alles. Vor 6 Jahren dachte ich mir folgendes: Ich möchte in Deutschland arbeiten, zB in der Beschaffung (nicht Einkauf) und dabei eben internationale Kontakte haben oder auch Geschäftsreisen machen. Ich arbeite auch seit Jahren in der Beschaffung. Zu Beginn hatte ich ab und zu schriftlichen internationalen Kontakt, die Stelle mittlerweile ist allerdings mehr Richtung Inhouse Consulting, sprich, ich habe nur noch zu den Kollegen in der Firma in Deutschland Kontakt. Aber eigentlich macht mir das Spaß. Ich muss dir Recht geben, es ist wie ,,irgendwas mit Menschen‘‘ Bei mir hieß es immer ,,irgendwas mit internationalem Bezug‘‘ Ich fühle mich ertappt!
Ich habe eine (beste) Freundin, die wird nun mit ihren 31 Jahren, internationale Vertriebsleiterin, mit Assistentin, Firmenwagen etc. Wir haben gemeinsam studiert. Es fühlt sich für mich an, als hätte sie es geschafft und ich nicht... Ich selbst würde allerdings nicht im Vertrieb arbeiten wollen... Was ist also mein Problem?
Ein Beispiel, worauf ich mich in letzter Zeit beworben habe, was mich auch sehr interessieren würde, was ich jetzt auch schon teilweise mache: Prozessmanagement. Dafür ist auch das Bewerbungsgespräch am 2.6. Allerdings eben nicht international. Ich hatte mich auch auf eine Stelle als ,,Internationalen Prozessmanager‘‘ und ,,International Data Management‘‘ beworben. Da wäre eben der interne internationale Kontakt (auch in der Art Inhouse Consulting) dabei gewesen. Was es für mich interessanter und irgendwie ,,besser‘‘ gemacht hätte.
Sorry, sehr ausführlich, aber es liegt mir so viel auf dem Herzen, was ich in meinem Umfeld nicht zugeben möchte.
Antworten
Ergebnis 11 bis 17 von 17
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16.05.2020, 11:50
AW: Gefühlter Stillstand in allen Bereichen
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16.05.2020, 12:01
AW: Gefühlter Stillstand in allen Bereichen
Herzlichen Dank für die ausführliche Antwort! Ich werde Dir nachher antworten, wenn ich mehr darüber nachgedacht habe, was Du da sonst noch machen könntest.
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16.05.2020, 12:10Inaktiver User
AW: Gefühlter Stillstand in allen Bereichen
Okay, Teamleitung könntest du dir vorstellen, und Prozessmanagement interessiert dich und machst du teilweise auch.
Da liegt es doch nahe, dich in diesen Bereichen entsprechend weiterzubilden. Gibt x Lehrgänge und Seminare zu beidem, die Herausforderung wäre, diejenigen zu finden, die wirklich was bringen und dich für potenzielle AG interessant machen.
Zudem schreibst du sinngemäss, deine Freundin habe international viel erreicht, einen Firmenwagen, Assistentin … äh … sind das die Kriterien, nach denen sich "viel erreicht" definiert? Bzw. sind das die einzigen Kriterien? Tolles Auto, Haus, schöne Geschäftshotels und Essen, Konferenzen … ist DAS Erfolg? Und das wiederum Zufriedenheit?
Für manche ja. Für mich ist so was zum Gähnen. Für dich ja vielleicht auch, aber du redest dir vielleicht ein, dass dies der Massstab sei, weil "man" ( = die Gesellschaft) das so sieht.
Wirklich? Ist es wirklich dein Massstab?
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16.05.2020, 12:38
AW: Gefühlter Stillstand in allen Bereichen
Über ein Seminar oder einen Lehrgang habe ich ehrlicherweise noch nie wirklich nachgedacht. Ist das nicht sehr teuer? Ich habe immer gehofft, dass ich mit meiner Arbeitserfahrung und meiner bisherigen Entwicklung auch so weiterkomme. In meinem Umfeld scheinen das alle zu schaffen. Ob die alle glücklich sind, weiß ich natürlich nicht.
Was meine Freundin anbetrifft. Bei ihr weiß ich ganz genau, dass sie der Job nicht 100% glücklich macht. Hätte sie einen Partner stünde die Familiengründung an absolut erster Stelle bei ihr. Nur solange dies nicht in Aussicht steht, verwirklicht sie sich so gut es geht eben im Berufsleben. Und da ich ja ebenso Single bin, denke ich, ich sollte dasselbe tun und aber schaffe es irgendwie nicht. So ist mein Glaubenssatz. Ich glaube auch nicht, dass das Thema Assistenz und Auto das ist, was mich an ihrer Situation so beeindruckt. Sondern einfach nur die Tatsache: Wir haben dasselbe studiert, sie arbeitet international und erreicht eben etwas (egal was) damit. Und ich gefühlt nicht.
Ich denke immer, dass ich vielleicht nach einem
Firmenwechsel auch in einem ,,gewöhnlichen‘‘ Job glücklich werden kann. Aber dazu passt meine innere Haltung noch nicht, wie ich gerade merke. Ich dachte eigentlich, dass ich mich im letzten Jahr sehr gut selbst gefunden hätte und im Reinen mit mir sei...Weit gefehlt ;-)
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17.05.2020, 20:01Inaktiver User
AW: Gefühlter Stillstand in allen Bereichen
@Helga: Ich würde dir raten, mal schriftlich zu planen, was du eigentlich willst. Dazu gibt es tools, wie zB den One Page Personal Plan (einfach googlen, die Vorlagen sind kostenlos herunterzuladen). Wenn man es mal aufgeschrieben hat, wird es verbindlicher. Bei mir war es so, dass nach einem ersten Durchgang mit dem One Page Personal Plan plötzlich Dinge NICHT draufstanden, von denen ich vorher immer dachte, dass sie total wichtig für mich wären - ich hatte sie schlichtweg vergessen. Und das sagt schon viel aus über die eigenen Prioritäten.
Ansonsten hilft vielleicht, nicht ständig nach rechts und links zu schauen. Letztlich musst du da deinen eigenen Weg finden. Menschen sind verschieden.Geändert von Inaktiver User (17.05.2020 um 20:07 Uhr)
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18.05.2020, 09:21
AW: Gefühlter Stillstand in allen Bereichen
Du vergleichst. Deine Motivation entsteht extrinsisch und nicht intrinsisch. Wer sagt denn, dass man das so tun sollte? Wer gibt vor, was richtig ist? Was man machen sollte? Welche Ziele man verfolgen "muss"? Da sollte doch jeder für sich selbst entscheiden, was für ihn richtig ist, oder?
Versuch es doch mal anders zu sehen. Deine Freundin würde lt. deiner Aussage gern ein Familienleben haben. Hat sie nicht, also macht sie Karriere. Aber ist das nicht irgendwie nur Kompensation? Du sagst selbst, dass sie damit (vermeintlich zumindest) nicht glücklich ist. Weißt du, ob sie nicht insgeheim neidisch ist auf andere Kommilitoninnen die verheiratet sind, 3 Kinder haben und Teilzeit arbeiten?
Wenn man eine klare Priorität hat, muss man das dann wirklich kompensieren, nur weil man das (momentan) nicht haben kann? Vllt verbaut man sich dadurch erst Recht die Möglichkeit, das zu bekommen, was man will. Im Beispiel deiner Freundin: Vllt hat sie durch die viele Arbeit, die sicherlich mit der Karriere verbunden ist, gar keine Gelegenheit den passenden Partner kennenzulernen um ihr Ziel Familie zu erreichen und verbaut sich durch ihre Kompensation das, was sie sich eigentlich wünscht.
Nur mal so, als Perspektivwechsel.
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18.05.2020, 12:22Inaktiver User




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