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Thema: Wie lernen zu mir zu stehen?
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14.04.2020, 11:43Inaktiver User
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
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14.04.2020, 11:45Inaktiver User
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14.04.2020, 11:59Inaktiver User
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Liebe kenzia!
Was du schreibst, hört sich kompetent und sehr durchdacht an. Da kann ich viel heraus lesen, was mich anregt, dem nachzugehen.
Eben auch mit professioneller Unterstützung. Momentan bin ich wieder dabei, eine Therapie aufzunehmen....nicht meine Erste 😉.
In der Vergangenheit hat mir professionelle Hilfe viel gebracht, nicht immer dort hin, wo ich heute gerne schon wäre, aber wie du auch meintest, der Weg wird mir so nie langweilig 🎂.
Dass meine Eltern selber sich in Anpassung gebracht und eine Rolle ebenfalls spielen, ist zu 100% so!!
Dies fiel mir bereits in der Kindheit auf, fand ich damals schon befremdlich und belastend zu gleich. Weil die Eltern so ja nie loyal und zugewandt hinter einem stehen können. Auch dieses vor anderen immer klein beigeben, seine Gutmütigkeit ausnutzen lassen...habe ich von meinem Eltern übernommen.
Meine Mutter konnte perfekt in ihren Rollen hin und her springen...nach außen hin die liebe, hilfsbereite, aufopferungsvoll...nach Innen, die launische, unberechenbare Frau und Mutter.
Ja, dass ich diese Rolle nicht so leicht los werde, vielleicht nie, löst Erleichterung und Trauer/Verzweiflung gleichzeitig aus.
So gerne wäre ich mehr als die, die am Zaun steht und den anderen beim Leben, Lieben, etc. zuschaut😥.
Vielen Dank dir, für deine wertvollen Gedanken ☀️.
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14.04.2020, 12:02
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Ich weiss nicht ob das dir hilft aber ich las mal das NEIN sagen am einfachsten dort gelernt wird wo es keine Konsequenzen hat. Z.b beim Fleischer (der Satz " darfs ein bisschen mehr sein") einfach mit "nein danke" antworten oder jemand will dir draussen einen Flyer geben...eine Umfrage machen. Etc
Dann das Nein Danke einfach langsam in den wichtigen Teil deines Lebens integrieren.
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14.04.2020, 12:14Inaktiver User
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Diese Rolle, dieser Anteil in dir- ist letztlich etwas sehr wertvolles!
Nicht nur, dass er damals wichtig für dich war- auch heute, ist es nicht das Ziel, dass dieser komplett geht.
Stell es dir bildlich so vor, dass alle deine Anteile in dir an einem großen Tisch sitzen und - noch- steht dieser dominante Anteil daneben und gibt nur an, was getan werden muss. Die anderen werden damit nie oder kaum gehört.
Ziel ist es nun, dass sich dieser Anteil zu allen anderen dazu setzt und - wie bei der Ritterrunde von Artus- gleichberechtigt alle mitreden können.
Bedeutet, es kann eine Verbindung und Ausgewogenheit in dir stattfinden- und alle reden mit!
Und da Anpassung manchmal wirklich wichtig ist- ist es auch gut, wenn der Teil BLEIBT. Er soll halt nur nicht ausschließlich und alleine in dir "regieren".
Verstehst du- es muss nichts weg- es muss nur alles in dir an seinen richtigen Platz!
Und damit, kannst du auch schon heute anfangen, dich - so wie du bist- anzunehmen.
Du bist doch schon längst auf dem Weg und du musst gar nicht gegen diese Rolle kämpfen! Und dieses Wissen kann dich sehr entlasten und auch den Anteil in dir zur Ruhe kommen lassen, denn der will natürlich DA sein dürfen und nicht das Gefühl haben, dass er irgendwann ausgelöscht würde.
Wird er nicht- er darf bleiben- er bekommt nur einen Sitzplatz in der Tafelrunde- das- ist alles.
Es wird alles gut werden
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14.04.2020, 12:26Inaktiver User
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14.04.2020, 12:42Inaktiver User
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
@Kenzia, ein ganz wichtiger Gedankenansatz

Hier ist die Rede von den sogenannten "Glaubenssätzen", mit denen man als Kind aufwächst.
Und einige dieser Glaubenssätze können lauten:
"Sei immer lieb, brav und nett. Sag immer 'danke' und 'bitte'. Halte den Mund, wenn Erwachsene reden... Erwachsene haben immer Recht. Zeig deine Gefühle nicht, wenn dir was nicht passt... lächle, auch wenn dir zum Weinen ist... Sag nichts, was den Unmut der anderen hervorruft... denn das mögen sie nicht.
Sei so, dass du nicht unangenehm auffällst, dann hat man dich auch lieb".
Mit anderen Worten: Ob du geliebt oder gemocht wirst, ist an die Bedingung geknüpft, dass du kuschst, dich vollkommen zurücknimmst und keinerlei Gefühlsregung zeigst.
Als Kind bist du abhängig von dem, was dir deine Eltern sagen.
Du weißt es ja auch nicht besser. Du kannst nicht beurteilen, ob es die Wahrheit ist oder ob es schädigend und falsch ist.
@Kenzia hat es ja schon geschrieben... es war wichtig für das Überleben des Kindes...
Der Erwachsene ist jetzt für sich selber verantwortlich.
Ich finde es gut und richtig, zurück zu seinem Ursprung zu gehen.
Nachzuspüren, was hat mich geprägt? Was war gut und hat mich im Leben weitergebracht?
Aber genauso wichtig ist es, sich zu fragen: Wo hakt es immer wieder?
Was begleitet mich mein ganzes Leben?
Woher kommt das? Wann schlägt das Bauchgefühl an?
Wo erklingt eine alte Melodie, die mich schon mein ganzes Leben lang begleitet?
Was ich nicht gut finde, ist, wenn man dann all dem "Bösen" mal auf die Spur gekommen ist und dann sagt "so bin ich nun mal, ich kann nicht anders... ich hatte eine schlechte Kindheit..."
@dieElvis, bitte verstehe mich nicht falsch... ich möchte dir nicht unterstellen, dass du das denkst und/oder eventuell so handelst.
Ich weiß aber aus Erfahrung, dass das Wissen um all das und das Umsetzen in ein glücklicheres Leben sehr, sehr schwer sein kann. Und es ist bequem, sich auf eine unglückliche Kindheit zu beziehen und zu sagen "nimm mich so, wie ich bin..."
Die Crux ist nur die, dass man sich selber ja so nicht mag, wie man ist... zumindest dann nicht, wenn mal wieder was in die Hose gegangen ist und an einem das Gefühl nagt, man hätte auch anders handeln können... wenn man nur wüsste wie...
Du hast hier gesagt, dass dir das "Werkzeug" fehlt, dich zu wehren.
Als Antwort hast du bekommen, dass du einen Mund hast....
Ich glaube, ich weiß, was du mit "Werkzeug" meinst...
Das Werkzeug ist das, was dir als Kind von deinen Eltern mitgegeben wurde.
Hat man dir beigebracht, dass du dich wehren kannst, darfst und sollst?
Hat man dir das vorgelebt? Hast du je aus dem Munde deiner Eltern gehört, wie sie fremde Menschen in ihre Schranken gewiesen haben, weil sie sich ungerecht behandelt gefühlt haben?
Haben sich deine Eltern je vor dich gestellt, wenn ihr Kind von außen ungerecht behandelt wurde...?
Ich glaube, nein.
Andernfalls wüsstest du, wie man sich wehrt und zu sich steht.
Hast du in deinem Umfeld... oder in deiner Fantasie... einen Menschen, den du toll findest und ihn für seine "Kühnheit" bewunderst, weil er vielleicht so ist, wie du gerne sein möchtest? Solch einen Menschen könnte man quasi als "Erste Hilfe" betrachten, solange man noch nicht weiß, was Sache ist...
Darüber hinaus glaube ich auch, dass du ganz tolle Chancen hättest, wenn du dich auf dem Weg in ein neues, erfülltest und glücklicheres Leben begleiten lassen würdest.
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14.04.2020, 12:46Inaktiver User
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Liebe die Elvis,
wer so offen und frei über sich schreiben kann - ist meiner Meinung nach schon auf einem guten Weg...
Was heißt: es sind keine anderen da?
Manches können wir schon steuern.
Mal angenommen du wärst jetzt auf online-Suche: je präziser du bist desto eher triffst du auf den Menschen der passt.
Dazu muss man sich schon sortieren.
Es ist in meinen Augen erst mal im Bereich des Normalen, im Fluss des Lebens dass nicht immer alle Bereiche gleich gut laufen.
Ich habe jetzt nicht so viel Zeit, darum versuche ich kurz zu sein.
Denke längerfristig!
Was ist dir wirklich wichtig, wo gehst du keine Kompromisse ein
Was macht dir Freude
Versuche deine Kraftquellen heraus zu finden
Willst du wirklich das selbe wie alle?
Es wird schon was geben was dir besonders wichtig ist. Es könnte auch das sein was du eben nicht kannst...
Oder vielleicht das - was alle Menschen meinen: es wäre Unsinn.
Mir hatte man in frühen Jahren immer gesagt, ich wäre ein Träumer, unrealistisch.
Das waren keine Feinde, nur eben die Realos.
Alles Gute für dich, ich muss jetzt abhauen.
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15.04.2020, 11:09Inaktiver User
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Liebe Lara!
Du hast einen wichtigen Aspekt angesprochen! Habe mal darüber nachgedacht und freudig den Unterschied bemerkt.:
Sobald ich genau weiß, also vorher, was ich will bzw. nicht...kann ich gefestigt Nein sagen....zur Verkäuferin, Kollegen oder Familie.
Bin ich mir aber unsicher, oder habe mir zu wenig konkrete Gedanken gemacht, konnte mich nicht entscheiden...fällt mir das nein sagen schwer....oder der andere ist dabei mir ein schlechtes Gewissen zu machen oder mich schuldig zu fühlen.
Dann wäre es eine gute Übung für mich, was hier auch schon erwähnt wurde, "muss ich mir noch überlegen oder ich melde mich wieder " zu antworten.
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15.04.2020, 11:14Inaktiver User
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Danke dir kenzia für diese wichtigen Gedankengänge 🌹. Die muss ich erst mal auf mich wirken lassen.
Danke auch für deinen tröstenden und zugleich motivierenden Zuspruch, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Das würde ich mir wünschen, dass alles gut wird und die unterschiedlichen Anteile in mir den richtigen Platz/Gehör finden!
Leider habe ich die letzten Tage einige Chancen gehabt zu mir zu stehen und sie nicht genutzt...bin ein hoffnungsloser Fall 😉😭.




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