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    AW: Wie lernen zu mir zu stehen?

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Aus diesem Grund, finde ich es sehr wichtig, sich selbst ein gutes Zuhause zu sein.
    Bei sich ankommen und mit sich gut auskommen können.
    Wer bei sich losgeht- aus seinem inneren Haus heraus in die Außenwelt- der besucht nur alle Menschen im Außen und kehrt immer wieder heim zu sich.
    Und Besuch hat fast jeder gern- die Kontakte werden aus dieser Haltung häufig entspannter, schöner, leichter und können gleichzeitig mehr Tiefe erhalten.
    Liebe dieElvis,
    ich habe deinen Strang schon länger verfolgt, auch, weil mich die Themen, die du darin zur Sprache bringst, sehr berühren. Denn ich kenne sie alle auch aus meinem Erleben, inklusive dem "Rückzug" nach langer Zeit in heimatliche Gefilde. Kenzia's Zitat (und Kenzia, deine Beiträge schätze ich sehr!) habe ich herausgepickt, weil es für mich irgendwie die Basis ist...

    Ich glaube, dieElvis - du bist mehr in Bewegung und auf dem Weg, als du selbst vielleicht denkst. Wenn ich das alles lese, lese ich zwar immer wieder Verzweiflung, Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit heraus, oder meine es, herauszulesen, andererseits sehe ich auch deinen unbedingten Drang nach Entwicklung, nach Abstreifen von alten Häuten, die nicht mehr passen. Es scheint, als wärst du gerade an den Themen dran, die einen Grundpfeiler für deinen Umgang mit Herausforderungen im Leben darstellen und es scheint auch, als würdest du (dich) die richtigen Fragen stellen.

    Ich komme gerade von einer Wanderung zurück und habe mir deine - die auch meine Themen sind - Themen nochmals durch den Kopf (und den Körper) gehen lassen. Deine ursprüngliche Frage war ja, wie du lernen kannst, mehr zu dir zu stehen - und auch das ist eine Frage, die mich sehr bewegt, auch aufgrund einer kleinen aktuellen Begebenheit. Nix wildes, nur merke ich eben auch: ich tue mich noch schwer, zu meinen Empfindungen zu stehen. Und ich frage mich - was bräuchte es, dass ich es mehr könnte? Und habe als Antwort gefunden: Vertrauen, dass das, was ich fühle und wahrnehme, schon richtig ist. Und zwar für MICH - und niemanden sonst. Denn ich merke, dass ich oft Konventionen gelebt habe, dass ich Konzepte anderer, Vorstellungen anderer über ein gelungenes und glückliches (?) Leben unreflektiert übernommen habe - und das seit Kindheit an. Ich finde etwas schön, andere, mir nahestehende Menschen empfinden das Gegenteil und schon merke ich, wie ich innerlich zu Wanken, ja, zusammenzubrechen beginne und mich auf meine "Richtigkeit" hin hinterfrage. Und das nimmt dann oft eine sehr ungute Dynamik.

    Ja, ein Überlebensmechanismus, der zum Automatimus wurde über die Jahre und jetzt merke ich, der Mantel (den Kenzia an einer Stelle erwähnt hatte), der passt nicht mehr, irgendwas ist an diesem Mechanismus nicht mehr stimmig. Ich sehne mich nach Frieden im Inneren, nach eben Stimmigkeit. Und dieses Sehnen wahrnehmen tue ich tatsächlich erst seit kurzem. Und es ist irgendwie gut, andererseits schon hart - weil - auch das steht irgendwo - es erst einmal einsam macht. Und schwer, weil es harte Arbeit ist, sich selbst kennenzulernen und *irgendwie* zu lernen, zu sich zu stehen, sich selbst zu akzeptieren, seine Situation, sein Leben zu akzeptieren. In meiner letzten (von 4) Therapien - diese Therapie, die bis Herbst 2018 ging, empfinde ich rückblickend übrigens als Initialzündung für diese tiefgreifende Veränderung - hat mir die Therapeutin ein Zitat von Carl Rogers geschickt, sinngemäß: erst wenn ich mich akzeptiere wie ich bin, kann Veränderung geschehen.

    Damals habe ich es auch brav auswendig gelernt und unhinterfragt für gut befunden, weil es kam ja von einer, die es beruflich einfach wissen muss - jetzt weiß ich, dass es für mich definitiv passend war. Und dieses Akzeptieren ist für mich der Schlüssel. Noch kriege ich ihn nicht immer umgedreht, so dass sich die nächste Tür aufmacht, aber immer öfter. Und das hätte ich mir vor einem Jahr kein bisschen träumen lassen, dass ich heute da stehe, wo ich stehe. Vor einem Jahr war ich verzweifelt, und habe mit mir gerungen, ob ich nochmals in eine Klinik gehen soll/muss oder nicht, um mich "heiler" zu machen.

    Deshalb möchte ich dir Mut machen, dass es oft ein kleiner Schritt sein kann, ein Puzzleteilchen an der richtigen Stelle, und schon nimmt ein heilsamer Prozess gewaltig an Fahrt auf.

    Nochmal zum Zitat von Kenzia (von Kenzia möchte ich sowieso am liebsten ganz viel zitieren, sie spricht mir oft aus der Seele und ich finde ihre Wort sehr wertschätzend): ja. Sich selbst ein gutes und schönes Zuhause sein, in das man zurückkehren möchte von einem anstrengenden Tag, einer fordernden Begegnung; ein Zuhause, in dem man verweilen möchte, wenn das Leben um einen herum gerade Kapriolen schlägt und es scheint, als würde es einen zerreißen. Das habe ich mir schon zu Jahresbeginn für 2020 auf die Fahne geschrieben - eben ein schönes Zuhause zu errichten, mehr im Innen als im Außen. Und es klappt mal mehr, mal weniger.

    Und ich merke: je mehr ich verstandesmäßige Konzepte, Annahmen und "so bin ich"'s über mich loslasse, je mehr ich mir erlaube, wirklich zu erfühlen, was mich stärkt, desto mehr fühlt sich mein Inneres wie ein Zuhause an. Und zwar wirklich fühlen, rein in den Körper, raus aus dem Kopf. Verdammt schwer, ich beginne gerade jetzt erst, durch Meditationen, durch Stillwerden, den Körper überhaupt wahrzunehmen.

    Und - auch ich habe einer Stadt, in der ich mich nie so wirklich heimisch gefühlt habe, Ende letzten Jahres nach 15 Jahren dort den Rücken gekehrt und bin wieder in die Nähe meiner Familie gezogen, von der ich vor über 20 Jahren "geflohen" bin. Und was soll ich sagen: auch wenn ich nicht weiß, ob ich hierbleiben werde, ob ich noch ein paar Stationen abklappere bevor ich mich niederlasse (oder vielleicht tue ich das auch nie, wer weiß? Das möchte ich jetzt nicht wieder festtackern) - es hat irgendwas geheilt. Es fühlt sich an, als wäre die Flucht jetzt zuende, ja, auch das war nicht leicht, konfrontiert zu sein mit alten Themen - ich bin als "Kind" weggegangen, mit den ganzen Eltern-Kind-Verstrickungen und jetzt fühlt es sich an, als hätte ich sie auch mit Hilfe der Therapien in der Vergangenheit so gelöst, dass ich jetzt einen guten, reifen Umgang mit meiner Familie leben kann. Und - ich fühle mich in der Landschaft sehr, sehr wohl und bin sehr dankbar, dass ich die Erfahrung machen darf, dass z. B. Natur, Wälder und Hügel/Berge mein Herz weit machen.

    Auch wenn ich - was Freundschaften angeht - alleine hier bin, merke, die damaligen Freundschaften passen nicht mehr ganz zu mir, wenngleich ich mir vorstellen kann, weiterhin Kontakt zu halten - nur möchte ich auch da mehr für mich schauen, was nährt mich und was bringt mich eher weg von mir. Und ich bin zuversichtlich, dass auch dann wieder Menschen in mein Leben kommen, die passen.

    Vielleicht hilft dir ja die ein oder andere Erfahrung aus meinem letzten Jahr


  2. Registriert seit
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    AW: Wie lernen zu mir zu stehen?

    Zitat Zitat von AngstOderLeben Beitrag anzeigen
    Und ich frage mich - was bräuchte es, dass ich es - und das seit Kindheit an. Ich finde etwas schön, andere, mir nahestehende Menschen empfinden das Gegenteil und schon merke ich, wie ich innerlich zu Wanken, ja, zusammenzubrechen beginne und mich auf meine "Richtigkeit" hin hinterfrage. Und das nimmt dann oft eine sehr ungute Dynamik.
    diese Therapie, die bis Herbst 2018 ging, empfinde ich rückblickend übrigens als Initialzündung für diese tiefgreifende Veränderung - hat mir die Therapeutin ein Zitat von Carl Rogers geschickt, sinngemäß: erst wenn ich mich akzeptiere wie ich bin, kann Veränderung geschehen.


    Deshalb möchte ich dir Mut machen, dass es oft ein kleiner Schritt sein kann, ein Puzzleteilchen an der richtigen Stelle, und schon nimmt ein heilsamer Prozess gewaltig an Fahrt auf.


    Und ich bin zuversichtlich, dass auch dann wieder Menschen in mein Leben kommen, die passen.

    Vielleicht hilft dir ja die ein oder andere Erfahrung aus meinem letzten Jahr
    @AngstoderLeben,
    dein Name ist Programm bei mir, habe mit großem Interesse deinen ehrlichen und offenen Beitrag gelesen. Vielen Dank, dass du dir so viele gute Gedanken über mein Thema gemacht hast und mit deinen Erfahrungen kann ich auf alle Fälle was anfangen

    Wir beide scheinen auf ähnliche Erlebnisse zurückblicken zu können...was du beschreibst von der unguten Dynamik die Fahr aufnimmt, wenn nahestehende Menschen (Eltern z.B.) einem seine eigenen Gefühle und Empfindungen abwerten wollen bzw. dann wenn du dich freust über etwas, dir dieses schöne Erlebnisse madig machen wollen. Dies kenne ich nur zu gut, leider erst kürzlich in meiner fünfjährigen Beziehung genauso wieder erlebt.

    Wahrscheinlich habe ich mir unbewusst einen Mann ausgesucht, der die bekannten Eltern-Kind-Verstrickungen, von denen du auch geschrieben hast, wiederspiegelt und das Gewohnte anzieht.
    Zum Glück habe ich es geschafft, mich daraus zu lösen und nun bin ich, wie du so treffend ausgedrückt hast, auf dem Weg zu mir, in mein eigenen Zu Hause...in Bewegung aus Sehnsucht nach Weiterentwicklung, sich selber annehmen lernen, um dann die gewünschte Veränderung anzustreben.

    Deine Worte habe mich sehr angerührt, weil ich mich darin total wieder finden kann...eben auch dieses Hinterfragen, was bringt mich näher zu mir, und damit wieder auch näher zu den "passenden" Menschen...und was hindert mich daran.

    Dies möchte ich eben in meiner aktuellen Therapie für mich herausfinden, evtl. dann mit dem Ergebnis zu Erkennen, ob es besser ist, wieder in die alte Heimat zu ziehen?!?

    Du hast auch erwähnt, dass du durch Mediation nicht nur dein Inneres lernst zu erfühlen, sondern den ganzen Körper wahrzunehmen, finde ich sehr spannend: Smile:
    Wollte dieses Wochenende mit einer Freundin, zum ersten mal, ein Mediationswochenende im Kloster verbringen, was jetzt wegen Corona abgesagt wurde.

    Freut mich für dich, dass du es geschafft hast zu einem guten Umgang mit deiner Familie zu kommen und es für dich die richtige Entscheidung war, wieder in die Heimat zu ziehen. Dein Satz mit der Landschaft...genauso geht es mir jedes mal...wenn ich in der alten Heimat unterwegs bin

    Merke, wie gerade alles um mich herum anfängt zu bröckeln…vielleicht muss ich einfach alles niederreisen, um was Neues aufbauen zu können. Dies macht mir auf der einen Seite Angst, gleichzeitig wieder Mut...trotz Einsamkeit weiter zu gehen und mich nicht erschrecken zu lassen...hoffe die Kraft reicht aus...bisher hat sie immer gereicht

    Dir alles Gute


  3. Registriert seit
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    AW: Wie lernen zu mir zu stehen?

    Zitat Zitat von dieElvis Beitrag anzeigen
    Liebe @Scheherezade

    Danke für deinen schönen Beitrag, die Worte treffen bei mir voll auf offene Ohren 👍👍.
    Denke auch, dass zu stehen erstmal viel Einsamkeit erfordert oder nach sich zieht...was ich so aus eigenem Erleben bestätigen kann.
    Dann erst kann etwas in einem Wachsen zum Weitergehen und sich wieder öffnen für Andere 💋.

    Mich interessiert dein Thema mit dem Zurückziehen ebenso, vor allem sehe ich das mit der vertrauten Umgebung, Orten, Straßen, Gebäuden an denen man im Vorbeigehen Erinnerungen wach ruft, genauso.
    Das vermisse ich hier, wo ich wohne total 😭.

    Was hat bei dir letztendlich den Ausschlag gegeben, zurück zu gehen und wie hast du es ganz praktisch geschafft?

    Liebe Grüße
    Hallo,
    wie ich es geschafft habe und was ausschlaggebend gewesen ist?
    Ehrlich gesagt ein Rat und tipp eines mir sehr vertrauten Menschen.

    Heute lebe ich hier in einer ehemals für mich - und für viele Andere auch noch "unmöglichen" Gegend.

    Weißt du, gerade in den schwachen Momenten im Leben tut es gut sicheres Terrain unter sich zu haben.
    Und das ist es eben immer noch: wenn man sagen kann, man ist hier aufgewachsen, ist ne Einheimische.

    Komisch, aber, es ist eben ne Vertrautheit. Da wo ich heute wohne standen früher die Lauben meiner ehemaligen Mitschülerinnen, all meiner Freundinnen. Man kennt die Historie.

    Und man wird auch so behandelt, als Eine die sich auskennt.
    Habe ich mal hier so mit einfachen Worten beschrieben.

    Sich Menschen anvertrauen können, Ratschläge anhören können - halte ich für eine grundsätzliche Voraussetzung zur Veränderung. Und - sich nicht scheuen auch mal ne Kehrtwende zu machen.

    Ich bin ja sowieso meines Zeichens Krebs, zwei Schritte vor, einen zurück.
    Meinen Stolz habe ich allerdings auch, und der kann einen ganz schön im Wege stehen.

    Was zählt ist doch - im Leben zurecht zu kommen. Und das tue ich: Mit meiner kleinen immer bezahlbaren Wohnung.

    Du glaubst gar nicht wie viele Menschen eigentlich viel Verständnis entgegen bringen.
    Wenn man sie nur lässt - und sich offenbart.

    Man muss ja keinen Ratschlag annehmen. Aber, andere Menschen waren oft schon in ähnlichen Situationen, und alles ist eben menschlich.

    Man trifft auch Menschen die hier aufgewachsen sind, kann sich austauschen.
    Das ist einfach ne Vertrautheit die ich woanders nie hatte.

    So war das bei mir....
    Und trotzdem ziehts mich auch immer noch woanders hin....aber, diesen Hafen hier würde ich niemals aufgeben.

    Ich glaube wirklich, wenn du die richtigen Weichen stellst kommt ganz viel von allein in Bewegung.
    Es gibt doch den Begriff: neben der Spur sein....also muss man auch in der Spur sein können.

    tschüss, ich schreib hier nicht mehr so oft - weil ich einfach zu viel Zeit hier dann verbringe
    Vergiss nie Jemanden den du je
    geliebt hast -
    aber, liebe nie jemanden
    der dich vergessen hat


  4. Registriert seit
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    AW: Wie lernen zu mir zu stehen?

    Zitat Zitat von Scheherezade Beitrag anzeigen
    Weißt du, gerade in den schwachen Momenten im Leben tut es gut sicheres Terrain unter sich zu haben.
    Und das ist es eben immer noch: wenn man sagen kann, man ist hier aufgewachsen, ist ne Einheimische.

    Komisch, aber, es ist eben ne Vertrautheit. Da wo ich heute wohne standen früher die Lauben meiner ehemaligen Mitschülerinnen, all meiner Freundinnen. Man kennt die Historie.

    Ich bin ja sowieso meines Zeichens Krebs, zwei Schritte vor, einen zurück.
    Meinen Stolz habe ich allerdings auch, und der kann einen ganz schön im Wege stehen.
    @Scheherezade

    Danke, dass du dir nochmals Zeit zum Antworten genommen hast.

    Jetzt verstehe ich, warum du mir mit deinen Worten 100% aus dem Herzen sprichts....bin auch ein Krebs

    Dieses Vertraute, von dem du schreibst, fehlt mir gerade hier an diesem "fremden" Ort, obwohl ich ja in den letzten 20 Jahren auch Erinnerungen angesammelt habe. Ist aber irgendwie was anderes, als in den heimatlichen Gefilde, wo die Kind- und Jugendzeit bis weit übers 20. Lebensjahr ganz prägende Jahre waren.

    Gerade in den letzten Monaten, wo ich innerlich sehr am schwanken bin und mich nicht mehr auf sicherem Boden fühle, ist die Sehnsucht nach sicherer Umgebung noch größer als eh schon

    Lebe hier in einer Gegend, wo andere Urlaub machen und die sehr beliebt ist...eigentlich könnte ich mich ja glücklich schätzen, dort leben zu dürfen.
    Meine frühere Heimat ist dagegen eher eine kargere Landschaft, nicht so begehrt bei Außerstehenden...für mich trotzdem eine schöne Natur, mit viel Möglichkeiten Ruhe und Auszeiten zu finden...was in der aktuellen Stadt bzw. Umfeld oft nicht gegeben ist, weil eben total überlaufen....Touristen usw. die angezogen werden.

    Leider habe ich in der Vergangenheit die Chancen die da waren, wieder zurückzuziehen, nicht genutzt. Klar, gab es gute Gründe, letztendlich stand mir vielleicht auch nur mein Stolz im Wege

    Erst letztes Jahr hat es wieder eine gute Möglichkeit gegeben, wenn auch nicht zu 100% sicher, in der Heimat einen Job zu finden, der gepasst hätte.
    Damals war ich noch in einer Beziehung, wobei diese schon im Endstadium war, wobei dies nicht der Grund war, mich nicht weg zu bewerben.
    Irgendwie ist es manchmal das Schwierigste, sich selber zu verstehen?!? Da hilft es echt, Tipps und Ratschläge von anderen Menschen anzuhören und dann, wenn es sich richtig anfühlt, zu verinnerlichen.

    Wünsche mir so sehr, endlich wieder auf festem Boden stehen zu dürfen und meine frühere Gelassenheit zurück zu gewinnen...gerade im Umgang mit Menschen.

    Dir alles Gute

  5. Avatar von Magalie_J
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    AW: Wie lernen zu mir zu stehen?

    Zitat Zitat von dieElvis Beitrag anzeigen
    Lebe hier in einer Gegend, wo andere Urlaub machen und die sehr beliebt ist...eigentlich könnte ich mich ja glücklich schätzen, dort leben zu dürfen.
    Meine frühere Heimat ist dagegen eher eine kargere Landschaft, nicht so begehrt bei Außerstehenden...für mich trotzdem eine schöne Natur, mit viel Möglichkeiten Ruhe und Auszeiten zu finden...was in der aktuellen Stadt bzw. Umfeld oft nicht gegeben ist, weil eben total überlaufen....Touristen usw. die angezogen werden.
    Ich kann dich sehr gut verstehen, dass es dich in deine alte Heimat zurück zieht.
    Meine alte - und jetzt wieder neue - Heimat besteht auch aus "nichts als Gegend"...

    Vorher lebte ich lange in der "Weltstadt mit Herz".
    Das war toll.. ohne Zweifel... Aber es war nicht meine Heimat...

    Hier hört man abends - vor allem im Frühling/Sommer - als letztes vor dem Einschlafen die Vögel zwitschern.
    Und genauso wird man morgens geweckt... mit Vogelzwitschern.

    Hier ist mir die Mentalität der Menschen vertraut - ich bin ja selber eine von ihnen.
    Hier spricht man die gleiche Sprache.
    Und wenn man sagt "Moin", dann war das schon eine richtige Unterhaltung

    Zitat Zitat von dieElvis Beitrag anzeigen
    Leider habe ich in der Vergangenheit die Chancen die da waren, wieder zurückzuziehen, nicht genutzt. Klar, gab es gute Gründe, letztendlich stand mir vielleicht auch nur mein Stolz im Wege

    Erst letztes Jahr hat es wieder eine gute Möglichkeit gegeben, wenn auch nicht zu 100% sicher, in der Heimat einen Job zu finden, der gepasst hätte.
    Damals war ich noch in einer Beziehung, wobei diese schon im Endstadium war, wobei dies nicht der Grund war, mich nicht weg zu bewerben.
    Vielleicht war die Zeit einfach noch nicht reif genug, die letzte... endgültige... Entscheidung zu treffen.
    Vielleicht sollte das alles so sein. Auch - und gerade - das mit deiner Beziehung.
    Vielleicht wollte dir deine Beziehung eine Lektion erteilen.
    Vielleicht wärst du ohne diese Beziehung nie zu dieser Erkenntnis gekommen, die du jetzt erlangst hast.
    Vielleicht ist jetzt genau der Zeitpunkt, einen Cut zu machen.

    Zitat Zitat von dieElvis Beitrag anzeigen
    Irgendwie ist es manchmal das Schwierigste, sich selber zu verstehen?!? Da hilft es echt, Tipps und Ratschläge von anderen Menschen anzuhören und dann, wenn es sich richtig anfühlt, zu verinnerlichen.
    Das habe ich mir auch schon so oft in meinem Leben gedacht.
    Und ich weiß, dass es nie aufhört. Man steht immer wieder vor neuen Herausforderungen.
    Und ich weiß, dass man nie aufhört, dazu zu lernen und immer wieder neue Seiten an sich zu entdecken.

    Manchmal finde ich es unfassbar schwer, diese Täler zu durchschreiten.

    Aber wenn man es dann mal geschafft hat, dann merke ich auch, dass ich wieder mal ein Stück gewachsen bin... und wie stark so ein Mensch sein kann und es immer wieder schafft, obwohl man sich zuvor so klein und schwach gefühlt hat.

    Zitat Zitat von dieElvis Beitrag anzeigen
    Wünsche mir so sehr, endlich wieder auf festem Boden stehen zu dürfen und meine frühere Gelassenheit zurück zu gewinnen...gerade im Umgang mit Menschen.
    @dieElvis
    ich sehe dich direkt vor meinem inneren Auge, wie du mit dir ringst.

    So, wie du inzwischen schreibst, habe ich das Gefühl, dass du kurz davor bist, die richtige Entscheidung zu treffen.
    Und ich bin hundert Prozent davon überzeugt, dass zu der richtigen Zeit die richtige Fügung erfolgen wird.

    Manchmal, wenn alles nur noch beschissen ist, dann fasst man sich doch an den Kopf und fragt sich, was der ganze Mist eigentlich soll.

    Aber wenn es dann mal aufgedröselt ist, dann weiß man, dass es, so beknackt und schmerzhaft auch alles war, alles irgendwie einen Sinn hatte.

    Ich wünsche die sehr, dass sich alles für dich aufdröselt und du für dich Klarheit gewinnen kannst.
    Nach manchem Gespräch mit einem Menschen hat man das Verlangen, einen Hund zu streicheln,
    einem Affen zuzunicken und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen.

    (Maxim Gorki)


  6. Registriert seit
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    AW: Wie lernen zu mir zu stehen?

    @dieElvis
    dabei sind wir Krebse im Grundes unseres Herzens Nomaden. Wir brauchen eben nur unsere eigene Familie unterm Hintern um umher zu ziehen. Mir fallen gerade so ein paar Kindheitserinnerungen ein: meine Eltern mochten es uns Kinder zu "verschicken" wie man es damals nannte. Das waren Aufenthalte im Umland, meist so vier oder sechs Wochen lang.
    Und, obwohl ich meine Schwester dabei hatte und nicht so schüchtern in der Ecke rum stand, die Verschickungen schon genoss - litt ich wie ein Hund unter Heimweh, heulte mich nachts in den Schlaf.... ich glaubs ja selber nicht mehr...

    Ich finde übrigens dass gerade dieses Unter-Thema sehr gut zu deinem Strang-Thema passt.
    Es hat was Archaisches. Und ich hatte überraschenderweise schon oft Hilfe gerade zu solchen Themen bekommen, bei denen ich mich eigentlich albern und kindisch fühlte.

    Ehrlich gesagt war es nicht einfach - mich nach meinen Zeiten in denen ich alle Zelte abgebrochen hatte wieder einzufädeln. Aber, ich möchte gerade diese Zeiten nicht missen. Wie fade wäre doch sonst mein Leben gewesen.

    Man muss auch nicht warten bis man dann die adäquate Stelle wieder hat, quasi den selben Standard wie davor.
    Zu sich zu stehen heißt eben nicht perfekt sein, alles immer im Griff zu haben, immer gleich wieder auf die Füße zu fallen. Das wäre ja dann auch gar keine Veränderung gewesen. Das wäre ein Widerspruch in sich.

    Wolfgang Joop hat sein tolles Designer-Leben in New York gegen das beschauliche Leben in seiner Heimat Potsdam eingetauscht. Wie schrieb er damals mal über Potsdam? Die Potsdamerin ist saisonal gebräunt, womit er meinte eben nicht ständig....

    Ich wünsche dir einfach gute Ideen.....und viel Sonne im Herzen
    Vergiss nie Jemanden den du je
    geliebt hast -
    aber, liebe nie jemanden
    der dich vergessen hat


  7. Registriert seit
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    AW: Wie lernen zu mir zu stehen?

    Zitat Zitat von Magalie_J Beitrag anzeigen
    Ich kann dich sehr gut verstehen, dass es dich in deine alte Heimat zurück zieht.
    Meine alte - und jetzt wieder neue - Heimat besteht auch aus "nichts als Gegend"...

    Vorher lebte ich lange in der "Weltstadt mit Herz".
    Das war toll.. ohne Zweifel... Aber es war nicht meine Heimat...

    Aber wenn es dann mal aufgedröselt ist, dann weiß man, dass es, so beknackt und schmerzhaft auch alles war, alles irgendwie einen Sinn hatte.

    Ich wünsche die sehr, dass sich alles für dich aufdröselt und du für dich Klarheit gewinnen kannst.
    Liebe Magalie_J

    vielen Dank für deine Wünsche und dein Verständnis....tut gerade sehr gut dies zu lesen

    Vor allem da ich noch im "Mist" drin stecke und mich frage, was dies alles mir sagen soll?!?
    Am Wochenende werde ich mal wieder in die "karge" Heimat fahren und merke, wie ich mich schon darauf freue und ich fühle, wie ich dann wieder mehr Luft zum Atmen bekomme.

    Es ist jedes mal ein Auftanken, weil ich da wo ich wohne, eher Kraft verliere, als zu erhalten

    Gerade bin ich zu sehr darauf bedacht, alles richtig zu machen, im Umgang mit anderen Leuten bzw., innerlich bin ich aber eher distanziert, was ich ja dann ausstrahle. Die Leute ziehen sich von mir zurück, weil ich mich von ihnen....usw. usf. evtl. brauche ich aber auch die Auszeit, um dann doch bei mir anzukommen

    Alles Gute dir


  8. Registriert seit
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    AW: Wie lernen zu mir zu stehen?

    Zitat Zitat von Scheherezade Beitrag anzeigen
    dabei sind wir Krebse im Grundes unseres Herzens Nomaden.
    Zu sich zu stehen heißt eben nicht perfekt sein, alles immer im Griff zu haben, immer gleich wieder auf die Füße zu fallen. Das wäre ja dann auch gar keine Veränderung gewesen. Das wäre ein Widerspruch in sich.


    Ich wünsche dir einfach gute Ideen.....und viel Sonne im Herzen
    @Scheherezade …
    ...herzlichen Dank für deine Wünsche und die weisen Worte

    Du hast es sehr gut erfasst...zu sich zu stehen, auch in seiner ganzen Unperfektheit und nicht zu erwarten, alles liefe super ohne Widerstand.
    Zurück in die alte Heimat, nicht nur auf einen Urlaub oder Besuch, würde bei mir aktuell auch viel Aufwand, Zeit, Energie kosten...wäre es mir aber wert, wenn ich meinem Herzen folge!

    Selber war ich auch immer "unterwegs", Stillstand war nichts für mich, wollte mich weiter entwickeln, neue Menschen/Wesen kennenlernen, mich bilden und erweitern...dass hat mich dann, obwohl ich nie voll hinter der Entscheidung gestanden bin, dann eben in die aktuelle Lebensstadt gebracht.

    Wenn ich jemals hier wieder weg gehe, dann bestimmt nicht mit Frust, sondern viel Dankbarkeit für die tollen, schweren und auch sinnstiftenden Erfahrungen. Doch dann wäre das Kapitel für alle mal geschlossen bei mir.

    Vor vielen Jahren war mein Leitspruch, "nur wer sich verändert, bleibt sich treu"...
    daran sollte ich wieder anknüpfen!

    In diesem Sinne, liebe Grüße und mach es gut!

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