Tut mir leid, so habe ich das nicht gemeint.
Du bist ja gerade eine Userin die sehr viel Anteil nimmt.
Um sein Leben muss sich ja jeder Mensch letzten endes selber kümmern.
Das ist eben auch das Dilemma der Menschen die alle Gründe in ihrer verkorksten Kindheit suchen.
Genau wie eben meine Schwester: will noch mit Ü40 dass der Vater sie zum Prozess begleitet etc...
Die TE hat ja nun schon genauer geschrieben was ihr handfestes Problem sein könnte.
Das kann ich mir wirklich sehr gut vorstellen. In vielen Gebieten ist und bleibt man eben die Zugereiste.
Ich bin hier nicht warm geworden, aus basta. Sie hat es aber probiert.
Dann kann man doch wieder zurück gehen. Dahin wo alles vertraut ist.
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Thema: Wie lernen zu mir zu stehen?
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01.05.2020, 17:32Inaktiver User
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
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01.05.2020, 18:18
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Liebe dieElvis
Trägjeit und Energielosigkeit sind natürlich ganz schlecht, um weitgehende Entscheidungen zu treffen, das verstehe ich gut.
Bist du sicher, dass du über deinen Burnout ganz hinweg gekommen bist? Ich frage, weil eine Freundin verfrüht der Ansicht war, sie hätte jetzt alles im Griff mit entsprechenden Folgen.
Wie war das denn an deinem Heimatort, warst du da so sozial integriert oder war es nur besser als in der neuen Stadt?
Was war dort anders ? Kannte man dich einfach, war es ein anderern Menschenschlag?
liebe Grüße
türkis
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01.05.2020, 19:50
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Darüber, daß die Hauptlast der Meta-Betrachtung ("läuft das hier?") beim Therpeuthen liegen sollte?
Ich kann nicht ganz nachvollziehen, worauf du dich beziehst.
Dein Fokus auf deine Schwester erweckt den Eindruck, daß du hier von einer relativ dünnen Datenbasis aus argumentierst.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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02.05.2020, 08:54Inaktiver User
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Ja- das ist die Verantwortung, die jeder von uns, in sich trägt.
Und mit jedem Tag kommen neue Erfahrungen und Informationen dazu und damit die Möglichkeit, das Leben noch ein wenig besser zu leben.
Du meinst damit, sein Verhalten mit der Kindheit entschuldigen und sich darauf "ausruhen", ohne daran weiter zu arbeiten?
Kommt sicher öfter vor, liegt aber immer im einzelnen, wie er leben möchte.
Was er offenbar macht und damit dazu beiträgt, dass dieses System so erhalten bleibt.
Sowas klingt nicht nach Wachstum sondern danach, dass sich deine Schwester dort sehr gemütlich eingerichtet hat!
Hier unterscheiden sich unsere Blickwinkel.
Und das diese Umstände belastend sind, glaube ich ganz sicher- das mit einem Umzug alle ihre Probleme gelöst sind, nicht.
Ja- da bin ich bei dir und es wird sicherlich die Gesamtverfassung verbessern.
Die Grundthematik sehe ich aber nach wie vor tiefer liegend.
Ist aber alles eine Ansichtssache und letztlich kennt von uns keiner dieElvis persönlich und wir können alle nur vermuten.
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02.05.2020, 11:23
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Wenn mir jeman dwirklich unsymphathisch wäre, würde ich auch nicht hingehen. Allerdings gehört zu meinen Horrorvorstellungen ein Therapheut, der die Grenze zwischen Therapie und Freundschaft überschreitet.
Solche Fälle habe ich schon erlebt und nie hat es den Klienten gut getan.
Daher ist mir eine eher laue Grundsymphathie schon genug, einfach um selbst den Unterschied zwischen Therapeut und Freundin zu spüren.
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02.05.2020, 12:21Inaktiver User
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Das ist auch okay... mach das so, wie es für dich richtig ist

Mit der Erwartung, dass eine Therapie sofort wirkt, sollte man eine Therapie auch nicht beginnen.
Als ich mich damals für eine Therapie entschieden habe, war ich zunächst einmal erleichtert, dass ich überhaupt eine Entscheidung zur Veränderung getroffen hatte und war gespannt auf das, was da alles auf mich zukommt.
Sehr schnell war mein Therapeut die wichtigste Bezugsperson in meinem Leben.
Ängstlich, dass ich in eine Abhängigkeit zu ihm geraten könnte, war ich nicht. Denn ich war ja froh, dass ich ihn hatte.
Im Laufe der Therapie merkte ich dann aber auch irgendwann, dass ich mich wieder ein Stück von ihm löste.
Vielleicht lag es an unserer guten Zusammenarbeit... vielleicht verstand er sein Handwerk auch einfach nur sehr gut.
Tatsache ist: Als die Therapie beendet war, hatte ich wirklich das Gefühl, dass ich es jetzt alleine schaffen kann und werde.
Viel später habe ich dann irgendwann mal gelesen, dass ein guter Therapeut sehr wohl weiß, dass es zu Abhängigkeiten kommen kann... diese dann auch zulässt und sogar auch fördert. Wichtig ist dann nur, dass er (der Therapeut) seinen Patienten erst dann wieder "laufen lässt", wenn die Abhängigkeit aufgelöst ist.
Das ist ein Abnabelungsprozess, an dem jedoch beide beteiligt sein müssen.
Seit wann bist du denn aus der alten Heimat weg?
Hast du, seit du weg bist, noch regelmäßigen Kontakt zur alten Heimat? Vor allem zum alten Freundeskreis?
Falls ja, stehen die Chancen nicht schlecht.
Falls aber nein, könnte es tatsächlich ein Trugschluss sein.
Denn... das Leben in der alten Heimat geht weiter... auch ohne dich.
Du schriebst, du seist viele Jahre weg gewesen.
Das heißt, du hast in der neuen Heimat vieles erlebt und gesehen, hast deinen Horizont erweitert. Du hast aus Niederlagen gelernt und bist wieder aufgestanden. Du hast in der neuen Heimat ganz andere Menschen kennengelernt und mit ihnen Dinge erlebt, die mit den alten Freunden wahrscheinlich nie möglich gewesen wären.
Das alles würdest du mit in die alte Heimat nehmen.
So. Und dann triffst du die alten Freunde wieder, die seit Jahr und Tag nicht aus ihrem Dunstkreis herausgekommen sind.
Sie haben an deiner Entwicklung nicht teilgenommen und könnten es möglicherweise auch gar nicht nachvollziehen, dass dieElvis sich auch ein Stück weit verändert hat.
Auch du könntest es vielleicht nicht nachvollziehen, dass die Welt in der alten Heimat in irgendeiner Art und Weise "stehengeblieben" ist: Die alten Freunde sind zwar immer noch da... und sie wären auch noch die, die sie früher mal waren.
Das mag im ersten Moment schön und vertraut sein.
Aber würde man da nicht auch einen Stillstand in der Entwicklung feststellen?
Ich glaube, es ist ein großer Unterschied, ob man sich jahrelang und immer wieder im gleichen Freundeskreis bewegt hat und nie herausgekommen ist. Oder ob man rausgeht und nach vielen Jahren wieder zurückkommt und vieles gar nicht miterlebt hat. Da prallen dann zwei Welten aufeinander.
Mit anderen Worten: Ob du es wahrhaben möchtest oder nicht - du hast dich in der neuen Heimat verändert.
Die Freunde möglicherweise nicht. Ganz einfach deshalb, weil sie nie rausgekommen sind und weiter an ihrem Zopf festgehalten haben.
Ich möchte dir auf gar keinen Fall die Rückkehr in die alten Heimat schlecht reden.
Nur... bedenke, dass sich vieles geändert haben könnte, und eine Rückkehr auch enttäuschend enden könnte.
Vielleicht, weil die Erwartungen sehr hoch sind...?
Erwartungen auf Erlösung von Problemen...?
Ja, ich halte es für eine sehr gute Idee, über all das mit einem Therapeuten zu sprechen, um so den Motiven auf die Spur zu kommen, warum du damals weggegangen bist und nun zurück willst und glaubst, es könnte ein Teil deiner Probleme lösen.Geändert von Inaktiver User (02.05.2020 um 13:33 Uhr)
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02.05.2020, 19:33Inaktiver User
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Liebe türkis!
Damals dachte ich ja, nach erfolgreicher Therapie und Reha, konnte ich einige wunde Punkte in meinem Leben angehen und wirklich erneuern und verbessern.
Hat mir sehr gut getan und viel Lebensfreude zurück gebracht.
Jetzt spüre ich jedoch, nicht nur weil die Beziehung zu Ende ging, dass ich mal wieder Gefahr laufe, in einen neuen Burn out zu rutschen.
Glaube, wer das einmal erlebt hat, ist da halt anfälliger dafür....man kann aber rechtzeitig dagegen steuern.
Was ich eben mit der erneuten Therapie versuchen möchte.
Meine alte Heimat lebt von vielen Erinnerungen. Die ganze Familie, Verwandschaft und meine engsten Freunde leben dort noch.
Fahre immer noch oft hin, vielleicht zu oft?? Jedes mal fällt es mir total schwer im Herzen, nicht vom Verstand her, wieder in die neue Heimat zu kommen.
Keine Ahnung, ob das normal ist, es anderen auch so geht? Eventuell bilde ich es mir ein oder es stimmt, dass ich in der alten Heimat all das gehabt habe, was ich mir jetzt gerade wünsche?!
Und doch geht es mir ja nicht schlecht, hier wo ich lebe....aber vertraut, angekommen und lebendig fühlt sich anders an....dass vermisse ich sehr🤒
Liebe Grüße
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02.05.2020, 19:48Inaktiver User
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Herzlichen Dank dir @Magalie_J fürs in den Arm nehmen, für deine Offenheit über deine Therapie Erfahrungen und das kritische Hinterfragen des Heimatwechsels 🌹.
Damit kann ich viel anfangen, sehe dass genauso, dass ein guter Therapeut es schaffte, die rechtzeitig wieder zu "entlassen " wenn du gestärkt bist, den Weg wieder alleine zu gehen!
Mir sind deine Gedanken zu den Unterschieden der Menschen in der alten Heimat und zu meiner Entwicklung sehr bekannt. Darüber habe ich oft nachgedacht und ja, davor habe ich auch Respekt. Dass meine innere Weiterentwicklung nicht mehr passt, zum Stillstand der früheren Heimat.
Das fällt mir schon auf, bei den Besuchen so einmal im Monat.
Vor allem, da ich nun schon fast 20 Jahre weg bin, warte die dort auch nicht mehr auf mich...was sie die ersten Jahre getan haben.
Daher müsste ich in der alten Heimat trotz Bekanntem neu anfangen, was auch nach hinten los gehen kann.
Meine Unabhängigkeit, frei zu leben wie ich bin, wäre dann evtl. eingeschränkt, weil ich zu sehr die Rolle der "früheren dieElvis " wieder einnehmen könnte!?
Vielleicht geht es bei mir gar nicht um das zurückziehen, sondern ums endlich Ankommen...dazu müsste ich ja aktiv beitragen.
Alle Versuche waren mehr oder weniger erfolgreich. Wenn ich nicht ganz so alleine wäre....ob es nur daran liegt, keinen Partner hier zu haben? Ich denke nicht, oder?
Liebe Grüße
dieElvis
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03.05.2020, 07:42Inaktiver User
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
dieElvis- es ging doch bei dir darum, dass du in einer Rolle festhängst, und damit nie die bist, die du sein möchstest.
Wäre da nicht das erste Ankommen überhaupt- bei dir selbst?
Ich frage mich, ob womöglich die Chancen auf Therapeuten da günstiger sind, wo du jetzt lebst?
Was an vertrauten Menschen gibt es denn in deinem Leben? Eltern, Geschwister, Freunde, Kollegen....?
Der Weg zu dir selbst- den kannst du nur alleine gehen. (mit einem Therapeuten, der dich begleitet)
Wir sind es so sehr gewohnt, unser "Heil" im Außen zu finden.
Und ich möchte die Wichtigkeit von sozialen Kontakten- Beziehungen, die mit Herz gelebt werden- in keinster Weise unterschätzen.
Gleichzeitig geht unser Leben immer bei uns los und wenn ich mich nur am Außen festhalte und orientiere, kann ich auch nur soviel leben, wie diese Menschen mir "geben". Ich bleibe immer abhängig und bin letztlich nur ein Spiegel vom Gegenüber. Wo bleibe aber ich selbst? Wo meine Bedürfnisse, Wünsche, Interessen?
Es ist bestimmt lohnenswert dieElvis, wenn du einmal genau hinschaust, um was es dir beim Thema Heimat geht.
Die Erfahrung zeigt doch auch, dass wir mit uns selbst gut klar kommen und die größte Anzahl an Problemen und Schwierigkeiten durch "die anderen" aufkommen.
Wie auch das Forum zeigt, dass es immer um mindestens einen (1) anderen Menschen geht, mit dem man ein Thema hat.
Ein wenig schräg ist das schon, einerseits sind wir soziale Wesen und brauchen regelrecht die anderen Menschen- andererseits entstehen dadurch die meisten Probleme überhaupt.
Aus diesem Grund, finde ich es sehr wichtig, sich selbst ein gutes Zuhause zu sein.
Bei sich ankommen und mit sich gut auskommen können.
Wer bei sich losgeht- aus seinem inneren Haus heraus in die Außenwelt- der besucht nur alle Menschen im Außen und kehrt immer wieder heim zu sich.
Und Besuch hat fast jeder gern- die Kontakte werden aus dieser Haltung häufig entspannter, schöner, leichter und können gleichzeitig mehr Tiefe erhalten.
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03.05.2020, 11:18Inaktiver User
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Liebe kenzia 🤗.
Danke für deinen stimmigen Beitrag, finde du hast eine Begabung, die Dinge treffend und doch schön auszudrücken!
Bei mir anzukommen ist natürlich die erste Wahl für mich, seit Jahren.
Egal ob hier oder wo ganz anders, damit wäre ein Lebensziel erreicht. Kann gut sein, dass der Weg dort hin noch länger sein wird.
Was aber nicht tragisch ist, Hauptsache ich gehe endlich mal los.
Nur fehlt mir gerade die Orientierung, die ich auch in der Therapie zu finden versuche.
Die Rolle von der du schreibst, habe ich mir eventuell auch erst in der neuen Stadt zugelegt.
Immer wenn ich die frühere Heimstätte besuche, ist in mir viel mehr echtes Lebensgefühl, Freude und Auftanken.
Soll aber nicht bedeuten, dass dort nicht auch dunkle und depressive Stunden auf mich warten.
Denke, dass ich ein Mensch bin, der nicht ständig soziale Kontakte braucht und die dennoch ein Gegenüber benötigt, um sich als Ganzes zu fühlen.
Mein einziger Antrieb morgens aufzustehen ist der Alltag, der hinter mich gebracht werden will.
Dann wird gearbeitet, gelesen, gekocht, spazieren gegangen, einen schönen Film schauen usw. usf.....all dies kann ich genießen und vermisse dann keinen näheren Menschen.
Und doch bleibt da eine Sehnsucht in mir, nach Vertrautem, Geborgenheit, Leidenschaft....an die ich momentan gar nicht denken möchte, da die Verzweiflung sonst Überhand nehmen würde.
Warum ich dies so dramatisch ausdrücke? Weil in den letzten Monaten alles auf was ich die letzten Jahre gesetzt habe, weggebrochen ist.
Die Kollegen im Büro, mit denen ich gut und enger konnte, kündigen nach und nach, meine Schwester ist seit ihrer letzten Aktion für mich tabu (nach 10 Jahren die Erkenntnis, dass ich für sie nur der Seelenmülleimer war), der Mann der meine wichtigste Bezugsperson war, musste mich von ihm befreien m, um psychisch nicht unterzugehen, meine Freundinnen sehe ich nicht nur wegen Corona weniger und der Bekanntenkreis in der "neue" Stadt wird mir immer fremder.
Anscheinend schaffe ich es auch auf einmal nicht mehr, neue Freundschaften zu schließen.
Wenn ich allerdings nun spontan umziehen würde und wie durch ein Wunder in der alten Heimat Job und Wohnung finde....wäre ich aber erstmal einsamer als jetzt. Die Chance auf einen Neustart sind aber grösser, weil ich dort mehr bei meinem Innersten wäre.
Hoffe du kannst nachvollziehen, was ich damit ausdrücken möchte 😉.
Sorry, dass ich heute so deprimiert klingen, ist nur eine Momentaufnahme!




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