okay... da kann ich kompetent mitreden.
Das ist mein Grundgefühl. Der Default, auf den ich sofort und umstandslos zurückfalle, wenn irgendwas ist.
Ich weiß aufgrund viel harter Arbeit an mir, dass ich das meinen Eltern zu verdanken habe. Das Gefühl entstand wohl fast sofort in meiner ersten Lebensphase. Daher ist es so stark und unausrottbar.
Ich habe gelernt, es überhaupt zu erkennen und einzuordnen.
Und dann (in einer 2. Runde), es schnell zu erkennen und schnell(er) dorthin zu legen, wohin es gehört: in eine Vergangenheit, die nicht meiner Gegenwart entspricht.
Ich habe gelernt das Gefühl von der Realität im Jetzt zu unterscheiden. Unter Mühen, wie du dir vorstellen können wirst...
Wenn mich jetzt das überkommt - und es überkommt mich nach wie vor oft, schnell und aus dem Effeff - dann kann ich oft zurücktreten und das Ganze aus meinem Jetzt betrachten. Als Erwachsene. Und dann kann ich oft und einigermaßen flott erkennen und sogar erfühlen (Masterclass), dass ich geliebt werde und wurde und einige andere Menschen viel Anteil an mir nehmen.
Aber, das muss ich mir jedes verdammte Mal aufs Neue wahrmachen. Von selber geht da gar nichts. Von selber geht nur: Alles Scheiße, keiner liebt mich, allen andern geht es gut, nur mir nicht.
Und das stimmt nicht. Auch bei dir nicht
Ganz sicher! Aber, es fühlt sich so an. Und das Gefühl ist mächtig, manchmal übermächtig. Und oft hat man nicht gleich so die Kraft sich da rauszuziehen. Das ist nämlich total anstrengend.
Ich versuche dann zumindest nicht total zu versinken, wenn ich mich schon nicht schnell rausbringe.
Ich stell mir das bisweilen so wie eine Güllegrube vor. Selbst wenn ich nicht gleich elegant raushüpfe und unter die Dusche springen kann, so muss ich nicht auch noch untertauchen. An der Oberfläche dümpeln und den blauen Himmel anschauen und den Absprung planen ist besser.
Ich habe übrigens 3 Therapien gebraucht, bis ich das sicher konnte.
Und manchmal überlege ich, ob ich nicht mal wieder eine Nachschulung machen sollte.
Bist nicht allein mit dem Mist![]()
Antworten
Ergebnis 101 bis 110 von 198
Thema: Wie lernen zu mir zu stehen?
-
16.04.2020, 13:26
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
-
16.04.2020, 13:37
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Rokeby, du bist ich 😲
-
16.04.2020, 15:27Inaktiver User
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
@Rokeby- denkst du denn, dass du eine Rolle in deinem Leben spielst- oder erlebst du dich authentisch?
Ich glaube, man muss hier jetzt behutsam sein, denn das Gefühl, was dieElvis wahrnimmt und als "keiner liebt oder nimmt Anteil an mir" beschreibt, kommt aus dem Rollen- Dasein.
Wie sie sich fühlen würde, wenn sie ganz sie selbst wäre- kann von uns (und sie selbst) gar nicht wissen!
Wir können also nicht davon ausgehen, dass dieses Gefühl auch ihrem tatsächlichen Naturell entspricht.
Dass es- wenn man es hat- damit ganz gut zurecht kommen kann, hast du ja gut erzählt.
Also als eventuelle Aussicht- ganz gut.
Aber ob dieElvis, diese Aussicht hat, wenn sie bei sich selbst angekommen ist- wissen wir nicht.
Das ist für dieElvis noch ein Geheimnis- was sie selbst noch erleben darf
Geändert von Inaktiver User (16.04.2020 um 15:32 Uhr)
-
16.04.2020, 15:45
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Wir kennen uns, weil ich weiß wovon du redest
. Das was ich gefettet habe, kenne ich auch. Bei mir war es so, ich habe in dem Momenten nicht gespürt habe, was mir wichtig war und was ich sagen wollte/sollte, ich habe meine Gefühle nicht gespürt, habe dann meistens geschwiegen und, wenn ich zu Hause habe ich mich über die anderen geärgert.
Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.
Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)
Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)
-
16.04.2020, 16:36
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Kannst du aufarbeiten, warum es fünf Jahre lang jeden Tag wieder wie ein gute Idee erschien, weiterzumachen?
Und warum dann auf einmal nicht mehr?
Man hat solche und solche Tage....
Manchmal ist das beste, was man tun kann, sich ganz still hinzusetzen und nichts zu tun, was einen zurück in ein Schlamassel rutschen läßt. Manchmal ist man in der Lage, voranzugehen. Und manchmal fällt man auf die Schnauze und muß sich wieder aufrappeln, den Staub aus den Klamotten klopfen, und weitermachen.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
-
16.04.2020, 22:40Inaktiver User
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
So was fühlt sich ja immer doof an
... aber es gibt eine Studie, die folgendes besagt: Freundschaften bzw. Beziehungen werden selten von beiden Beteiligten in exakt der gleichen Weise wahrgenommen. Wenn du zB von jemandem denkst: "was für ein toller Mensch, wir sind ein Herz und eine Seele, beste/r Freund/in, nichts kann uns trennen....", ist die Wahrscheinlichkeit leider nicht klein, dass der/die andere das an sich nicht so sieht. Würdest du zB auf der Skala eine "10" geben, denkt er/sie vermutlich eher in Richtung einer "7".
Die gute Nachricht ist aber: umgekehrt funktioniert es genauso. Es wird mit Sicherheit Menschen in deiner Umgebung geben, von denen du denkst: "sind eben so "Bekannte", ganz nett, aber Freund/in? Nee.... glaube nicht, dass die mich überhaupt so wahrnehmen". Und die werden denken: "meine Freundschaft mit dieElvis? Ganz klar eine 10, Jackpot...."
Ich finde diese Studie daher sehr interessant und die Ergebnisse auch irgendwie tröstlich. Der Schlüssel zu erfüllten Freundschaften ist dann eigentlich, offen zu sein für deine "7+"-Kandidaten. Denn wahrscheinlich sind es genau die, welche dir die Wertschätzung entgegen bringen - wenn du es zulässt und dich dafür öffnest. Deine eigenen 10er-Kandidaten sind es dagegen sehr wahrscheinlich nicht.
Auf Liebes - Beziehungen kann man das ggf genauso ummünzen - bei mir war das exakt so. Die 10+-Kandidaten waren alle ein Desaster. Der 7-Minus-Kandidat begleitet mich dagegen schon seit mehr als 20 Jahren, und irgendwie wurde im Lauf der Jahre aus der 7 eine 10.
-
17.04.2020, 08:33Inaktiver User
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Ich glaube wirklich aus ganzem Herzen:
wer sich weiter entwickeln will - ist immer mal phasenweise allein.
Muss gewohnte Kreise verlassen.
Mich hatte mal ne Zeitlang irritiert wenn Menschen von ihren lebenslangen Freundschaften gesprochen haben.
Das kann sein - muss aber nicht.
Ich würde jetzt nicht behaupten dass das ein Zeichen für stehen bleiben ist.
Leider sind aber manchmal Konstellationen so in Stein gemeisselt dass einem nix Anders übrig bleibt als weiter zu gehen.
Schön ist das nicht - aber, nur in Unsicherheit kann der Mensch wachsen.
Ich verlasse nie gern gewohnte Kreise, später fällt es mir dann wie Schuppen von den Augen wie sehr das nicht passte.
Da katapultieren einen dann eben die Anderen quasi weiter.....
-
17.04.2020, 12:06
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Das ist eine gute Frage. Und so doppeldeutig, nicht wahr

Ich hatte sehr lange das Gefühl in meinem Leben nur im Nachspann genannt zu werden. So, kurz vor dem Hilfs-Beleuchter und dem Catering
Aber das hab ich geändert. Jetzt bin ich der Star. Was bisweilen dazu führt, dass ich andere als Staffage wahrnehme. Aber über Extrema kommt man zum Schweben, nicht wahr?
Rollen spielen, die andere Bedeutung:
klar! Sicher spiele ich Rollen - je nachdem, welcher Persönlichkeitsanteil gerade Oberwasser hat oder gebraucht wird. Aber das sind alles meine Anteile. Daher empfinde ich alle als authentisch und zu mir gehörig. Auch wenn ich nicht alle gleichermaßen als angenehm und angemessen empfinde. Ich bin viel lieber die erwachsene, gebildete coole Großstädterin als die panisch-destruktive Teenagerin. Aber alles bin ich.
Und um die beiden "Rolle spielen" Interpretationen zusammen zu bringen:
Ich habe mal erkannt, dass eine entscheidende Frage ist "was für ein Mensch will ich sein"
Wenn man das mal für sich durch denkt, dann ist das eine guide line.
@Elvis - das würde ich auch dir ans Herz legen, denk darüber nach, wie du bist. Was dein ureigenes ist. Wie willst du sein.
Daraus ergeben sich manchmal Haltungen und Handlungen.
-
17.04.2020, 13:24Inaktiver User
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Viel ☺️!
Muss jetzt erst einmal alles sacken lassen...ihr habt mir soviele gute Impulse mitgegeben.
Daher mein Fazit: Ihr seit super 🍾🎉.
Sehr entscheidend war für mich die Erkenntnis, mich so anzunehmen wie ich bin, die Eigenkritik in Selbstliebe umzuwandeln und zu erkennen, dass meine Rolle mit den verschiedenen Anteilen in mir, Sinn machen.
Will ja nicht einen anderen Menschen aus mir machen, sondern den zeigen/finden der mich ausmacht.
Auch auf die Gefahr hin, dass es dann die eine oder andere Bezeichnung verändern wird.
Konflikte müssen auch nicht gleich zum Abbruch des Kontakts führen...außer er war eh schon länger belastend.
Und ja, mir Werkzeug in Form von Sätzen zurecht legen, damit ich mich von anderen Ideen nicht überrollen lasse.
Zur Not, einfach den Mund aufmachen 😉
-
17.04.2020, 13:29Inaktiver User
AW: Wie lernen zu mir zu stehen?
Was du beschreibst, liebe R_Rokeby, kann ich sehr gut nachvollziehen und ja, es tut gut, zu wissen, man ist nicht allein e damit 👍🌹.
Fange gerade meine 3. Therapie an...alle guten Dinge sind drei 🙋*♀️. Will aber auch nicht zu viel Hoffnung rein legen...ist ja kein Wellnessprogramm..
Zur Nachschulung kann ich dich nur ermuntern.
.vorausgesetzt mit der passenden Begleitung!



), es schnell zu erkennen und schnell(er) dorthin zu legen, wohin es gehört: in eine Vergangenheit, die nicht meiner Gegenwart entspricht.
Zitieren
