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Thema: Bin ich ein Sexist?
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28.02.2020, 11:48Inaktiver User
AW: Bin ich ein Sexist?
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28.02.2020, 11:51
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28.02.2020, 11:52Inaktiver User
AW: Bin ich ein Sexist?
Dein Deutsch ist in Ordnung, aber bei deinem Leseverständnis hapert es. Ich hatte mich auf dein Eingangspost bezogen und das auch zitiert.
Jetzt kommst du mit einem ganz anderen Zitat (das im Kern keinen Einwand darstellt m.e., aber egal). Solche Verdrehungen finde ich anstrengend.
Was willst du eigentlich? Ich habe dir die erbetene Rückmeldung gegeben. Andere Userinnen auch. Ist das nicht hilfreich? Warum willst Du uns nun unbedingt vom Gegenteil überzeugen? Was mich betrifft, wollte ich dir nur antworten, die Diskussion finde ich ausgesprochen unergiebig und klinke mich aus.
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28.02.2020, 11:53
AW: Bin ich ein Sexist?
Seine Bekannte hat doch gesagt, er sei wegen seiner Einstellung zu einigen Dingen kein Feminist.
Er will jetzt, dass "wir" ihm bestätigen, dass er doch einer ist, und das trotz seiner Einstellung zu XYZ.
Dann kann er hingehen und sagen: "Siehste, drei, fünf, sieben oder elf Frauen haben gesagt, dass ich ein Feminist bin. Ich hab Recht und du liegst falsch. Ätschibätschi."
Oder so ähnlich.
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28.02.2020, 11:56
AW: Bin ich ein Sexist?
Ich schreibe hier nur sehr selten, aber mir ist es doch wichtig meine Sichtweise darzulegen, weil du ja auch explizit nach Meinungen gefragt hast und weil mich das Thema in letzter Zeit ein wenig umtreibt und frustriert.
Ob man dich aufgrund der paar Sätze, die du geschreiben hast als Feminist oder Sexist bezeichnen kann, finde ich schwierig. Dass man heutzutage für die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist, für gerechte Bezahlung am Arbeitspaltz unabhängig vom Geschlecht und sexuellen Mißbrauch von Frauen anprangert egal wo, das ist ja inzwischen allgemein akzptierter Mainstream. Dass du bemerkt hast, dass das alles noch nicht hinreichend umgesetzt ist, da bist tatsächlich schon einen Schritt weiter. Viele halten das ja schon für gelebte Praxis, was aber nicht der Fall ist.
Ich finde es kein bißchen sexistisch, wenn jemand gerne flirtet, gerne Sex hat, beim Ausgehen Frauen anbaggert und auch mit 29 noch kein Interesse an einer festen Bindung hat, geschenkt. Ich gehe mal davon aus, dass du diese Einstellung auch teilst, wenn junge Frauen sie haben, was ja auch schon ein Fortschritt wäre, das wird den Frauen ja mal gerne nicht so zugestanden.
Auch dein geschildertes Flirtbeispiel hat meiner Meinung nach nichts mit Sexismus zu tun, wenn ich dabei gewesen wäre, hätte ich mich, wie dein Freund wahrscheinlich auch ein wenig fremdgeschämt, aber ich nehme mal an du kannst das normalerweise besser, sonst hättest du ja keinen Erfolg.
Deine Einstellung zur sexuellen oder sexistischen Werbung, wie du es selbst unterscheidest, finde ich deutlich problematischer. Ich kann verstehen, dass Männer gerne nackte Frauen anschauen. Aber wenn vollkommen willkürliche Dinge von halb oder gar nicht angezogenen Frauen beworben werden, dann vermittelt das ein Frauenbild, das ich schwierig finde, denn es reduziert die Frauen halt wieder mal nur auf ihr Aussehen. Es gibt nur wenige Produkte, die sinnigerweise mit halb angezogenen Frauen beworben werden müssen, ein Bikini z.b, ein Auto ist es nicht.
Es ist übrigens vollkommen irrelevant, ob die Frauen das gerne, freiwillig oder für ganz viel Kohle machen.
Frauen haben immer noch vor allem eines, gut auszusehen. Und das ist immer noch so tief verwurzelt. Ich habe zwei 16-jährige Töchter und in der Alterklasse spielt das schon eine so wichtige Rolle, da ist das gute Aussehen das, was interessiert. Und das kommt ja nicht von ungefähr: die beiden spielen mit großer Freude Fußball, freuen sich an ihrer Mannschaft und an der Bewegung, aber ihre Klassenkameraden und eine erstaunglich große Zahl an Männern finden das unnatürlich, unnötig und Mädels, die Fußball spielen doof, weil es "scheiße" ausssieht!!! Auch hier wieder nur, ich mag kein Frauenfußball es sieht doof aus.... und das ist nur ein Beipiel.
Mein Mann hatte mal dieselbe Meinung wie du, was ist denn an einer halbnackten Frau auf der Kühlerhaube so schlimm, die macht das doch auch nur für Geld, Ich habe ihn dann einfach mal gefragt, ob er das auch noch so prickelnd fände, wenn da seine 18-jährigen Töchter stehen würden, um ihr Geld zu verdienen. Findet er natürlich nicht, seitdem denkt er ein wenig anders.
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28.02.2020, 11:56
AW: Bin ich ein Sexist?
erstens sind hier im Forum nicht alle Frauen Feministinnen und zweitens gibt es den Feminismus nicht.
Grob gesagt:
Feminismus bedeutet in erster Linie Gleichberechtigung, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung für die Frau.
Sexismus bedeutet Diskriminierung aufgrund eines Geschlechts.
Oft und viel Sex haben zu wollen berührt für mich erstmal keines dieser Begriffe.
Wenn ich aber Frauen (auch nur Bestimmte) nur als Sexobjekt sehe und sie auch so behandele fängt die Sache an schwieriger zu werden. Das gilt für mich auch übrigens umgekehrt (Frauen-Männer).
An dieser Stelle ist es wohl Auslegungssache. Weißt du, es ist schon ein Unterschied wenn man mit einer Frau ins Gespräch kommt und beide merken, dass da eine sexuelle Anziehungskraft besteht und man gerne Sex hätte. Oder aber ein Mann mit plumpen Sprüchen eine Frau aus dem Nichts heraus anmacht.
Die gängige Darstellung von Frauen in Pornos ist für mich auch nicht mit Femininums vereinbar, da sie Frauen meist als Unterwürfige, Willelose und wenig Selbstbestimmten Menschen darstellt. Es gibt sicherlich andere Pornos.
Frauen auf Messen oder in der Werbung als Werbeobjekt für etwas zu benutzen, das nichts mit Frauen an sich zu tun hat, ist ebenfalls für mich nicht mit dem Feminismus vereinbar.
Sie degradiert Frauen zum Objekt, zum Beiwerk bzw. Schmuck außerdem bewirkt die stereotype Darstellung für beide Geschlechter, dass eine der Hauptaufgaben einer Frau ist, dem Mann sexuell zu Diensten zu sein.
Vielleicht verstehst du diese Sichtweise etwas besser.
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28.02.2020, 12:02
AW: Bin ich ein Sexist?
Die Rückmeldung habe ich erhalten und aufgenommen. Wie es der Anstand es erfordert, habe ich mich auch bereits mehrfach bedankt, da es sehr hilfreich war.
Vom Gegenteil überzeugen möchte ich niemanden, ich schätze die persuasiven Chancen hier außerordentlich gering ein. Davon abgesehen, wäre es sowieso nicht in meinem Interesse.
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28.02.2020, 12:09
AW: Bin ich ein Sexist?
Mir geht es nicht darum, dass ihr gegen eure Überzeugung behauptet, ich sei ein akzeptabler Feminist. Oder zumindest kein Sexist. Vielmehr möchte ich die Wahrheit hören. Und ich denke, dass ist auch hier geschehen.
An dem "Ätschibätschi" ist aber durchaus etwas dran. Wäre der Thread anders verlaufen hätte ich ihr gerne gezeigt, dass sie sich mit ihrem Eindruck über die feministische Szene irrt. Die FeministInnen die ihr (und mir) gegenüber negativ eingestellt sind, wären dann ja erwiesenermaßen in der Minderheit. Ich denke aber, dass dieser Thread sich eher weniger dazu eignet, ihn als Argument zu verwenden.
"Ätschibätschi" würde ich das nicht nennen, sondern viel eher der Versuch eine, sich als antifeministische bezeichnende Person, von ihren (vermeintlich) falschen Ansichten über die feminisitische Szene abzubringen. Ich habe aber erkannt, dass meine Ansichten über die feministische Szene falsch sind - nicht ihre. Für mich also eine gelungene Diskussion.
Mein Blick auf den Feminismus hat sich aber in keinster Weise geändert. Hier wurde ja auch bereits von vielen Seiten klar betont, dass es nicht "den Feminismus" gäbe und niemand alleine dafür sprechen könne. Feminismus ist nunmal eine Institution, keine Organisation.
PS: Was genau ist "Einstellung zu XYZ"?Geändert von JohnnySilver (28.02.2020 um 12:16 Uhr)
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28.02.2020, 12:25
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28.02.2020, 12:26
AW: Bin ich ein Sexist?
Ja das ist eine gute Erläuterung eure Postion. Ich kann diese Sicht auch nachvollziehen, teile sie jedoch nicht. Letzlich ist es eine subjetive Interpretation anhand persönlicher Überzeugungen, dass eine Frau die sich von einem Mann anspritzen lässt zwangsläufig unterwürfig und willenlos verhält.
Wie sich ein Mann oder eine Frau beim Sex verhält und welchen Fetisch er hat hat für mich nichts mit seiner Würde zu tun. Wenn eine Frau gerne Oralsex hat wertet sie das in meinen Augen keineswegs ab. Dominanter Sex seitens des Mannes hat für mich keineswegs etwas mit Erniedrigung oder Sexismus zu tun. Genauso wenig wie ein Mann in seiner Würde erniedrigt wird, wenn er darauf steht sich von einer Frau den Hintern versohlen zu lassen. Jeder hat seine eigenen Vorlieben und mMn ist es Teil der Sexuellen Selbstbestimmung diese auszuleben.
Aber wie gesagt, ich verstehe durchaus dass bestimmte Sexpraktiken auf manche Menschen erniedrigend wirken. Nur ehrlich gesagt: Im 21. Jahrhundert geht es niemanden etwas an wer wie Sex hat. Ich betrachte es viel mehr als sexistisch wenn in der feministischen Szene gefordert wird, dass Frauen oder Männer sich beim Sex oder in Pornos auf eine bestimmte Weise zu verhalten haben. Das ist konservativ, nicht progressiv. Es sind Überzeugungen die von Fundamentalisten, CDU-Politikern, Sexisten und AfD-Wählern geteilt werden. DAS ist für mich Unvereinbar mit der Gleichberechtigung zw. Mann und Frau.Geändert von JohnnySilver (28.02.2020 um 12:32 Uhr)



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