Es war mehr ein Brainstormingprodukt: Der absurde Lösungsansatz für ein absurdes Problem.
Du verstehst aber, warum sie das nicht tun wollte (und nicht getan hat)!
Sie hat statt dessen den AG gewechselt, das hat auch geholfen.![]()
Authentisch zu sein ist auf dauer einfach weniger Streß als ständig unter falscher Fahne zu segeln -- gerade wenn es um etwas wie Sprache geht, was man nicht vermeiden kann, hörbar zu machen.
Und den Tipp würde ich auch der TE geben: Man kann die Klappe halten, man kann SmallTalkmäßig auf persönliche Fragen antworten, man kann die Perspektive wechseln, man kann an seinen Baustellen arbeiten, aber man kann nicht dauerhaft vorgeben, jemand anders als man selber zu sein und erwarten, daß das gut läuft.
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26.02.2020, 23:26
AW: soziale Moblität nach unten - wie geht's euch damit
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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27.02.2020, 08:13
AW: soziale Moblität nach unten - wie geht's euch damit
Ich glaube, es geht weniger ums Nachmachen, sondern dass man zulässt, dass der Dialekt ein bisschen „abfärbt“. Ich komme ursprünglich aus dem Westfälischen und es hat mich dann in die Eifel verschlagen. Anfangs hatte ich sogar Schwierigkeiten, v.a. ältere Menschen zu verstehen, wenn die in ihrem Dialekt richtig losgelegt haben. Das geht mittlerweile, auch wenn ich nach wie vor manche Begriffe nicht kenne.
Ich werde den hiesigen Dialekt nie sprechen, aber mein Tonfall hat sich durchaus verändert und auch manche Begriffe nutze ich, ohne es zu merken („mitholen“ statt „mitnehmen“ etc.). Am Wochenende habe ich bei meiner Mutter für einen Lacher gesorgt, weil ich „das ist mir“ anstatt „das ist meins“ gesagt habe...😝
Dass sich meine Sprache verändert, ist mir selbst gar nicht so bewusst, aber die Rückmeldung bekomme ich von meinen Eltern oder alten Freunden.
Klar merkt man, dass ich nicht hier aus der Gegend komme und das ist okay. Aber ich werde nicht mehr so oft gefragt, woher ich komme. Und ich habe durchaus den Eindruck, dass es mir den Umgang mit manchen Menschen, mit denen ich beruflich zu tun habe, etwas erleichtert.
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27.02.2020, 08:29Inaktiver User
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27.02.2020, 14:05
AW: soziale Moblität nach unten - wie geht's euch damit
Ja, genau, so funktioniert das, wenn man ein paar Eigenheiten des Lokaldialekts in seinen Sprachgebrauch aufnimmt, ist das schon ein Zeichen des Entgegenkommens. Das kann das süddeutsche "Ihr" statt dem Plural-"Sie" sein, und wenn es einige Dinge gibt, die dialektgefärbt grammatisch falsch sind, muss man diese Wendungen nicht in besonders korrektem Hochdeutsch zelebrieren, um es dem Gegenüber reinzureiben.
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27.02.2020, 14:14Inaktiver User
AW: soziale Moblität nach unten - wie geht's euch damit
Geht es hier wirklich um Dialekte?
Ich finde schon das man meist Menschen schnell einsortieren kann - woher sie kommen. Und damit meine ich nicht den Wohnort.
Mein Haus und Hof Handwerker ist sicherlich kein dummer Mensch - im Gegenteil. Aber die Art und weise der Kommunikation ist einfach anders ... Ich schreibe extra nochmal hinzu, das ich das nicht (ab)wertend meine.
Ich kenne auch eine Frau, deren Kommunikationsstil sehr anstrengend/ermüdend ist. Weil sie in jedem Satzt gewaltsam 2 Fremdwörter unterbringen will - um Ihre Bildung unter Beweis zu stellen.
Da ist mir die Unterhaltung mit dem Handwerker sehr viel lieber
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27.02.2020, 14:21
AW: soziale Moblität nach unten - wie geht's euch damit
Leider hat die TE bisher nicht schildern können, woran sie es eigentlich festmacht, dass die Problem an ihrer vermutet anderen Sozialisation lägen.
Das glaubt! sie nur..... Glaubenssätze können falsch sein.
Daher wären konkretere Situationen, in denen sie sich fremd oder außen vor fühlte, gut, um das zu verdeutlichen.
Du schriebst, du hättest auf die Frage "wie du zu deiner Wohnung gekommen wärst" "wahrheitsgemäß" geantwortet.
Was heißt das?
Ich kann mir darunter nichts vorstellen... Dass deine Eltern sie dir kaufen oder dass du sie von der Oma geerbt hast, ist ja nun nichts dermaßen Exotisches und mitnichten der High Society vorbehalten.
Ich kann nur raten
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27.02.2020, 16:51Inaktiver User
AW: soziale Moblität nach unten - wie geht's euch damit
Ich weiss z.b. wie negativ von manchen schon auf "meine Eltern zahlen die Miete" reagiert wird. Weiß man das nicht schiesst man sich schnell ins Aus.
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27.02.2020, 17:10
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27.02.2020, 17:20Inaktiver User
AW: soziale Moblität nach unten - wie geht's euch damit
Vor allem kommt es durchaus mal vor (mehrfach gehört), dass Menschen mit Ausbildungsberuf sich lautstark über Abiturienten und Studierte aufregen, die alles in den Arsch geblasen bekommen, bei der Aufzählung ist dann gern mal dabei, dass die oft noch recht lange elternfinanziert sind.
Klingt für mich oft nach einer Mischung aus Neid und Verachtung - und wenn man dann gleich in der ersten Woche so dasteht als wäre man "so eine".........
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27.02.2020, 17:40
AW: soziale Moblität nach unten - wie geht's euch damit
Letztendlich kann man genauso seine Sprache an denjenigen ein bisschen anpassen, mit dem man es gerade zu tun hat. Ich habe beruflich sehr viel mit Menschen Kontakt, die keinen Schulabschluss haben, Analphabeten sind usw. Da muss ich teilweise (!) durchaus Sachverhalte anders erklären. Würde ich das in einer „Bildungsbürger-Sprache“ machen, würde ich bei schwierigeren Kontexten weder klar verstanden werden, noch bekäme ich einen „guten Draht“ zu denjenigen, der für meine Arbeit durchaus notwendig ist. Aber mit ehrlichem Interesse am Gegenüber und leicht angepassten Sprachstil geht das gut.
Das ist keinesfalls abwertend gemeint!



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