@Matsuyama, vielleicht noch einmal ergänzend der Hinweis, dass du nicht mit allen Menschen "deckungsgleich" sein muss, schon gar nicht mit Kollegen. Dein gutes Allgemeinwissen ist im Job erst einmal weniger gefragt, du musst weder den Kindern noch deinen Kollegen Vorträge über Quantenphysik oder die unterschiedlichen Schaffensphasen Picassos halten. Da gilt, was für die Arbeit wichtig ist. Deswegen reicht in den allermeisten Fällen bei der Arbeit, dass man sich an die "Basics" des menschlichen Miteinanders hält und eine ähnliche Vorstellung von der Arbeit und deren Ziele hat. Deswegen kann es durchaus sein, dass dein bisheriger Arbeitgeber dich nicht für die Richtige hält und du dort auch tatsächlich nicht hinpasst. Bei einem anderen Arbeitgeber kann das anders aussehen.
Was ich sagen will: Mach dich mal ein wenig frei von dem Gedanken, zu 100% passig sein zu müssen. Selbst bei engen Freunden und einem Partner muss das nicht sein. Und statt zu grübeln, wie du dich denn nun zukünftig "verhalten" musst (pass auf, dass das keine Schauspielerei wird), kannst du dir besser überlegen, welche Kritik berechtigt war und dich zu Veränderungen bewegen sollte und an welcher Stelle du deinen Wunsch nach Zugehörigkeit besser ausleben kannst. Was spricht beispielsweise dagegen zu versuchen, zu ehemaligen Schulkameradinnen wieder Kontakt aufzunehmen?
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26.02.2020, 08:17Inaktiver User
AW: soziale Moblität nach unten - wie geht's euch damit
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26.02.2020, 08:26Inaktiver User
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26.02.2020, 08:32
AW: soziale Moblität nach unten - wie geht's euch damit
So auch mein Eindruck!
Liebe TE, das war eine sehr unschöne erste Arbeitserfahrung. Mir ging es in meinem ersten Job auch so, wobei ich am Schluss selbst die Entscheidung getroffen habe, zu kündigen. Jetzt bin ich in einem wundervollen Team (auch im pädagogischen Bereich), in dem solche Probleme offen angesprochen werden, z.B. in den regelmäßig stattfindenden Supervisionen unter Moderation.
Finde auf jeden Fall den Mut, dich wieder zu bewerben. Fachkräfte werden händeringend gesucht. Und du selbst sagst, dass du dich im Umgang mit den Kindern und Familien sicher und gut gefühlt hast. Das ist das allerwichtigste im Job und viele, viele andere Teams werden das wertschätzen (es ist nämlich bei weitem nicht jeder für den Beruf geeignet, selbst mit Ausbildung nicht). Und wenn man am Ende des Tages auch nur ein Kind zum Lächeln gebracht, einem Kind die Tränen trocknen konnte, einem Kind in einer schwierigen Situation Zuhause helfen konnte, war es alle Mühe wert.
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26.02.2020, 09:12
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26.02.2020, 09:49
AW: soziale Moblität nach unten - wie geht's euch damit
Es kann sein, dass alles Zufall ist und die TE tatsächlich einfach Pech hatte mit ihrer ersten Stelle.
Ich muss aber gestehen, dass ich skeptisch bin. Dass in einem Arbeitsumfeld restlos alle fies, unprofessionell und völlig grundlos gegen eine TE eingenommen sind, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Dass die TE das auch noch auf ihre edle Herkunft zurückführt, halte ich für absurd und ein weiteres Zeichen dafür, dass es mit ihrer Sozialkompetenz nicht sehr weit her ist.
Offenbar bestand das Problem schon in der Ausbildung, was es umso umwahrscheinlicher macht, dass es am Umfeld liegt.
Wie die TE selbst sagt: Eigen- und Fremdwahrnehmung klaffen offenbar recht weit auseinander. Vermutlich wäre es für die TE am zielführendsten, wenn sie (privat oder professionell) eine Person fände, die ihr ehrliches Feedback gibt, wie sie auf andere wirkt und weshalb.
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26.02.2020, 12:08
AW: soziale Moblität nach unten - wie geht's euch damit
Das mit der Selbst- und Fremdwahrnehmung ist immer so eine Sache. Mich erinnert diese Geschichte hier an das, was ich als Elternvertreterin in der Kita meines Sohnes und später auch an der Grundschule erlebt habe. Da wurde ganz plötzlich in der Kita eine Erzieherin entlassen, die wir als Eltern sehr mochten und die die Kinder liebten. Wir haben uns als Elternvertreter noch für sie eingesetzt. Es ist lange her und ich kann nicht sagen, was da im Einzelnen vorgefallen ist, aber uns erschien die Leiterin damals auch ziemlich unsicher und unprofessionell. Sagt man zu Eltern, dass man findet, die Kollegin sollte therapiert werden?
Später war es eine Grundschullehrerin, die sich hat versetzen lassen, weil sie mit der Schulleiterin nicht klar kam. Das konnte ich gut verstehen, ich fand die auch furchtbar und war wirklich betroffen, das sie die aus meiner Sicht sehr kompetente Kollegin weggebissen hat.
Ich konnte diese Vorgänge von außen natürlich nicht wirklich beurteilen. Aber manche Vorgänge entwickeln eine unheilvolle Dynamik und manchmal ist es tatsächlich das Beste, man trennt sich. Die Sicht auf eine Person kann sehr unterschiedlich sein, und auch das Urteil einer Vorgesetzten ist nicht in Stein gemeißelt.
matsuyama, ich wünsche dir viel Erfolg bei der Stellensuche und dem Neuanfang und dass du das, was du erlebt hast, irgendwann als Erfahrung abbuchen kannst. Ich war selbst mal eine Zeit lang in einem gruseligen Team, das mich an mir zweifeln ließ, und bin froh, dass das vorbei ist.
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26.02.2020, 12:15
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26.02.2020, 12:17
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26.02.2020, 12:19
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26.02.2020, 12:56Inaktiver User
AW: soziale Moblität nach unten - wie geht's euch damit
Okay, ich versuche es anders herum.
Mir geht es nicht darum, um jeden Preis in dem Job zu bleiben.
Es geht mir darum herauszufinden, wo das Problem ist. Wenn man das Problem kennt, kann man es lösen, bzw daran arbeiten.
Verkürzt gesagt:
Wenn der Chef sich Mobbingmethoden bedient (nicht nur ich finde dich doof, sondern alle hier, warum sage ich nicht und gebe dir auch keine Chance auf Klärung), braucht man dort nicht weiterzuarbeiten.
Wenn der Chef nicht konkret sagen kann oder will (Führungsschwäche) was los ist, wird es schwierig dort weiterzuarbeiten, weil einem das immer wieder vor die Füße fällt.
Wenn es wiederholt Probleme mit Mitarbeitern gegeben hat und diese nicht in der Lage sind, diese direkt zu klären und der Chef das ansammeln lässt bis einem Mitarbeitergespräch, dann kann man das klären. Man kann herausfinden, wo man angeeckt ist, man kann sein Verhalten überdenken, man kann die Gesprächskultur ansprechen und um direktes Klären bei Probleme bitten.
Ich bin erstaunt, wieviele hier das Gespräch der Chefin einfach hinnehmen würden und sich lieber mit der Unklarheit, wo genau die Probleme liegen abfinden würden. Hinterher ist man verunsichert, kann nicht am eigenen Verhalten arbeiten und geht geschwächt in den nächsten Job, wie das hier bei M. der Fall ist.
Genau deshalb finde ich es wichtig, auch bei einem Kündigungsgespräch herauszufinden, wo der Hase im Pfeffer liegt.


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