Ich habe mich die letzten Jahre gewandelt. Früher war es mir immer sehr wichtig, möglichst viel "gemeinsam" zu haben. Mich ödete Smalltalk an, ich fand manche Menschen zu simpel oder sie hatten die "falsche" politische Einstellung. Waren zu kompliziert oder kapriziös. Quintessenz: ich war oft verdammt einsam.
Heute will ich einfach nur eine nette Zeit haben. Ich lasse mich auf Menschen nicht mehr in dieser unendlichen persönlichen Tiefe ein. Ich gehe auf Stammtische - das fand ich früher furchtbar! - und da hab ich dann einfach einen netten Abend, und dann geh ich wieder. Über die Zeit findet man Menschen mit dem gleichen "Draht", dann bleibt man vielleicht mal länger hocken oder eben nicht, dann geht man eher. Ich sage meine Meinung nicht mehr so vehement, ich erzähle nicht mehr so "en detail", was mich bewegt. Ich hock da, ess einen Kaiserschmarrn und stricke und höre den anderen zu. Zuhören ist eher jetzt mein Schlüssel, ich sage weniger, mache mich nicht "angreifbar". Das war früher auch oft ein Fehler, ich hab das dann persönlich genommen und hab gehadert.
Ja, ich schau auf das Verbindende. Freitag war ich mit einer Runde im Theater. Vorher und nachher ein bisschen blabla, gemeinsames Lachen, ein echt super Stück. Das "reicht" mir heute. Früher hätte ich das quasi "unter meinem Niveau" gefunden. Wie borniert ich doch war.
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Thema: Andere Menschen.....
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11.02.2020, 13:41Inaktiver User
AW: Andere Menschen.....
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11.02.2020, 13:44
AW: Andere Menschen.....
Das stimmt. Ich habe mehrere "Blasen" gefunden, die mir zusagen; was nichts daran ändert, dass ich trotzdem in jeder dieser Blasen ein Alien bin. Teils (oft) gemeinsam mit Mit-Aliens, die allerdings von ganz andern Sternsystemen stammen.
was heisst, dass diese andern, nur weil sie Aliens sind, nicht unbedingt mehr Gemeinsamkeiten mit mir haben als eindeutige Erdenbürger (die es auch gibt).
Die Kunst für gute Beziehungen scheint mir zu sein, das gute Mass von Distanz und Abstand zu finden. nicht zuviel, nicht zu wenig. was nicht immer leicht ist.
ein Alien bin und bleibe ich, schon qua Name - barbara ist "die Fremde". das haben meine Eltern schon richtig gesehen so.
gruss, barbara
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11.02.2020, 13:45
AW: Andere Menschen.....
Das meine ich ja, @Vorbei.
Ich finde, die allermeisten Menschen passen in zig "Cluster".
Mir stößt auf, wenn man nur 1-2 Cluster sieht und Menschen dann so wahrnimmt. Und vergisst, dass es noch weitere Zuordnungen geben könnte, man die aber gerade nicht sieht
Das Boss Beispiel habe ich nicht verstanden.
Das ist doch recht oberflächlich? Du sagst, du warst beim Springsteen und brauchst nix zu erklären im Büro? ===> okay
Du sagst, du warst bei Gabalier und stehst da als - was?
hm. klar gibt es Sachen, die bekannter sind, aber wie das dann einsortiert wird, hängt doch auch von der Büromannschaft ab?
Wenn die z. B. alle so um die 30 sind, dann ist das anders als wenn die so um die 60 sind.
Ich habe das Beispiel nicht verstanden
Geändert von R_Rokeby (11.02.2020 um 13:51 Uhr)
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11.02.2020, 13:47Inaktiver User
AW: Andere Menschen.....
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11.02.2020, 13:53Inaktiver User
AW: Andere Menschen.....
Gabalier oder Boss nimmt sich nix, die füllen beide die Olympiahalle, und es wird dir halt auch nicht schwerfallen jemand zu finden, mit dem du hingehen kannst und die Begeisterung teilen. Das kannst du auch so gut wie überall erzählen, die beiden kennen eben viele, auch die die es nicht hören.
Freust du dich aber zu Tode, weil die uigurische Vokalgruppe, die du für dein Leben gern hörst, ein Konzert in Deutschland gibt brauchst du das keinem erzählen, weil die keiner kennt und auch keiner weiß was das für Musik ist und wieso die dich derart begeistert, und du wirst auch schwer wen finden der da mit dir hingehen wird. Selbst wenn, du musst dann erst anfangen was sind Uiguren und was ist eine Vokalgruppe und was macht diese Gruppe so gut etc pp, du musst das alles lang und breit erklären versus es ist Allgemeinwissen. Und wenn das so vielen gefallen würde dann - s.o., würden die eben auch in der Olympiahalle spielen und nicht vor 20 sonderbaren Leuten.
Jetzt mal als fiktives Extrembeispiel, extrem deshalb um es deutlich zu machen, was ich meine, nicht weil ich denke, man muss entweder Boss oder Uigurenmusik hören.
Und letzteres macht halt einsamer als wenn du viele hättest, die deine Begeisterung teilen und wissen von was du sprichst. So erlebe ich! persönlich ! das eben, während andere das so nicht kennen (was ich aus Gesprächen darüber erfahren habe).
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11.02.2020, 13:53Inaktiver User
AW: Andere Menschen.....
Ich verstehe es so (und kenne das auch ganz gut): Es gibt nur sehr wenig Menschen, die noch nie von Bruce Springsteen oder dem Gabalier zumindest gehört haben. Aber jetzt mal so als Beispiel: Wenn ich dir erzähle, dass ich neulich beim IQ-Konzert war, dann müsste ich dir wahrscheinlich erst einmal erklären, dass die Band so hieß und dass das keine Veranstaltung für hochintelligente Menschen gewesen ist, oder?


Ich kontere mit Rainald Grebe, weil der Begriff hier so häufig fiel:
Massenkompatibel
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11.02.2020, 13:56
AW: Andere Menschen.....
Im Feministen-Strang.

Oder du schaust hier.Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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11.02.2020, 13:57Inaktiver User
AW: Andere Menschen.....
Vorbei,
Stimmt.
Fruher habe ich mich auch einsam gefühlt, wenn kein anderer uigurische Musik mochte oder kannte.
Dann habe ich festgestellt, dass man mit anderen Konzertgästen der uigurischen Musik AUCH reden kann, und mit denen klappt ein Austausch, und man ist gar nicht mehr so allein.
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11.02.2020, 13:59Inaktiver User
AW: Andere Menschen.....
@Kementari:

Und dann kommt noch dazu - niemand muss sich sonderbar vorkommen, wenn er wie zigtausend andere Springsteen hört, das ist eine reine Geschmacksfrage, aber eben nicht irgendwie merkwürdig oder abseitig, so dass sich andere fragen, was kann man daran nur finden?
Was bei deiner Band (die ich auch nicht kenne
) auch wieder anders sein kann.
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11.02.2020, 13:59



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