Dem kann ich mich nur anschließen.
Das ist für mich der erbrachte Beweis dafür, dass es mein Gegenüber tatsächlich
interessiert, was ich erzähle.
Da geht es mir wie @KlaraKante ... finde ich in den überwiegenden Fällen überhaupt
nicht angebracht und ich vermeide derlei "Verständnis" so gut wie immer.
Es kommt aber natürlich auf die Sache an, über die geredet wird.
Wenn es um die legendär langen Wartezeiten beim Orthopäden X geht, der zufällig
auch mein Arzt ist, dann ist mit "Kenn ich!" echtes Verstehen gegeben.
Geht es jedoch um den Sohn, der die Oma nicht besuchen will, dann ist Vorsicht bei
der vermeintlichen Übereinstimmung geboten. Man hat eventuell Ähnliches erlebt,
aber nie das Gleiche.
Dieses "war bei uns ganz genauso" ist übrigens hier im Familienforum immer wieder
zu lesen. Eine neue Userin schildert ausführlich ihr Anliegen. Schon alleine aufgrund
einiger "Trigger"-Erwähnungen (zB Kontaktabbruch, Übergriffigkeit etc.) erfolgt dann
oft die Antwort eben mit einem einleitenden "Kenne ich." ... um dann in epischer Breite
die eigene Situation zu schildern.
Die aber naturgemäß dennoch anders ist, denn jede Geschichte hat ihren eigenen
Hintergrund.
Sorry für den Exkurs, aber mir fällt das immer wieder unangenehm auf.
Beim besser Zuhören - sprich, dem Gegenüber nicht ins Wort zu fallen - hilft auch
die gute alte Selbstdisziplin. Man ist sich selbst ja nicht hilflos ausgeliefert.
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 47
Thema: Besser zuhören lernen
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14.01.2020, 10:56
AW: Besser zuhören lernen
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14.01.2020, 11:24Inaktiver User
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14.01.2020, 11:33
AW: Besser zuhören lernen
Vielleicht interessiert das?
oops - da ist ein Buch-Hinweis. ich wollte auf die Sendung "Tandem: Zuhören. Wie geht das und warum fällt es oft so schwer?" heute in SWR 2 (19.05) hinweisen. kann man auch online nachhören oder nachlesen
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14.01.2020, 13:45
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14.01.2020, 13:57
AW: Besser zuhören lernen
Ich habe lernen müssen, nicht gleich zu sagen, was ich denke, sondern erstmal zuzuhören, was da (noch) kommt.
Gesprächspausen aushalten ist das eine
W-Fragen stellen, das andere....
Also, nicht: "Kenn ich/ich denke/Das ist...."
Sondern "was hast du dann...?" "wer hat? wie hast du?
oder - favourite
- "und dann?"
und schon ist das Gespräch ein anderes und man kann es einerseits bissl steuern/straffen (soll im Beruf ja manchmal vorkommen
) andererseits redet der andere....
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14.01.2020, 14:00
AW: Besser zuhören lernen
mir hilft die Idee "ich kenne das Problem noch nicht, bis ich es kenne."
und nur weil es ähnlich klingt, wie etwas, das ich kenne - ist es womöglich trotzdem nicht dasselbe.
also vermeiden, voreilige Schlüsse zu ziehen.
gruss, barbara
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14.01.2020, 14:18
AW: Besser zuhören lernen
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Geändert von rotlilie (15.01.2020 um 08:44 Uhr)
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14.01.2020, 14:21Inaktiver User
AW: Besser zuhören lernen
Meine Söhne haben mal gesagt, dass ich vielleicht schwerhörig bin und da bin ich zum Ohrenarzt gegangen. Meine Ohren waren jedoch in Ordnung. Ich höre offensichtlich nicht immer richtig hin, wenn sie was sagen, sondern mehr so auf das Grundrauschen ihres Tonfalles, ob alles stimmt.
Seitdem gebe ich mir mehr Mühe. Es fällt mir allerdings schwer.
Gestern hatten wir von der Arbeit aus Verkaufstraining und da sagte der Coach, wir sollten immer mal "Hm, hm" oder so sagen oder "Jaaaaa...", damit der Kunde das Gefühl hat, wir hören ihm zu.
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14.01.2020, 14:29
AW: Besser zuhören lernen
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Geändert von rotlilie (15.01.2020 um 08:45 Uhr)
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14.01.2020, 15:12Inaktiver User
AW: Besser zuhören lernen
Nicht beipflichtend, einfach so eben als Zeichen der Anwesenheit sollte es sein und von ganz intensiv hat er nicht gesprochen.
Klar kann dahinter ein bewusstes Nichtzuhörenwollen stecken. Es kann genausogut sein, dass jemand damit bewusst zuhört. Der Redner weiß es nicht.
Wobei es eher Sinn macht, in diesem Fall hinzuhören. Wenn auch nicht zu allem. Denn zum Zuhören gehört das Kräfteeinteilen des Redners und des Zuhörers.
Das ist jetzt nicht von dem Coach.



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