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  1. Registriert seit
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    Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Hi, nachden ich in der Suchfunktion nichts gefunden habe, würde ich gerne einen Thread erstellen in dem sich Introvertierte austauschen können- hoffentlich besteht Interesse.
    Ich fange mit mir an: stark introvertiert, aber keinesfalls schüchtern.
    Mit Familie ( Mann und Tochter) und kleinem Freundeskreis, aber dennoch am liebsten allein.
    In einem Beruf, in dem ich ständig kommunizieren muss ( telefonisch, persönlich, schriftlich) und den ich mag; wenn nach einem starken Arbeitstag abends das Telefon läutet hebe ich aber nur widerwillig ab ( manchmal auch gar nicht).
    Täglicher Kontakt mit der besten Freundin per WA, Treffen aber höchstens 2 -3 mal im Monat.
    Wem kommt das bekannt vor?


  2. Registriert seit
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Hallo Emullia,

    nach deiner Beschreibung bin ich wohl auch introvertiert. Wenn du den ganzen Tag Geschnatter um dich herum hast, ist es doch auch verständlich, dass du abends deine Ruhe willst.

    WA-Kontakt zu Freunden habe ich auch viel und Treffen eher wenig. Das liegt natürlich auch an der (wenigen) verfügbaren Zeit.

    Und ob nun introvertiert oder extrovertiert - Hauptsache, man fühlt sich wohl damit.


  3. Registriert seit
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Hallo Emullia,

    ich bin auch introvertiert (ohne schüchtern zu sein). Ich mag Menschen sehr, aber sie strengen mich an 😉 Energie auftanken geht nur allein. Manchmal ist es schwierig, anderen das verständlich zu machen, insb. bei deutlich extovertierten Personen, die sich schnell zurück gewiesen fühlen. Aber ich habe gelernt, da sehr drauf zu achten für mich, sonst knallt es nämlich irgendwann, wenn es nicht genug Allein-Zeit gibt.


  4. Registriert seit
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Bei mir knallt es zwar nicht, wenn ich zu wenig Alleinzeit habe, aber ich fühle mich schrecklich unwohl.
    Bei manchen Familienfeiern ( die Familie ist groß und laut) ziehe ich oft ein paar Minuten unter einem Vorwand zurück, damit ich es aushalte.
    Dabei mag ich Familienfeiern sehr.
    Genauso im Urlaub.
    Meistens bin ich verlässlich 1 Tag krank, wenn mir zu viel " Gemeinschaft ".
    Ein Tag MagenDarm oder Blase, mein Körper zeigt mir wenn es mir zu viel wird.


  5. Registriert seit
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Ja, das ist bei mir genauso. Ich ziehe mich auf Feiern auch zurück, obwohl ich das mag (laute Familie, ja. Hier ebenso. Alle sehr eloquent ). Und werde krank bei zu viel Gesellschaft, hier eher Erkältung. Naja, "knallen" - ich bin eher kontrolliert, aber ich werde knatschig und um ehrlich zu sein auch ein wenig ungerecht zu meinen Liebsten.

    Mein Mann ist extrovertiert, wir hatten am Anfang deshalb einige Missverständnisse wenn er Stress hat, lädt er Leute ein, je mehr, desto besser... Und ich brauche mein stilles Kämmerlein. Das braucht einiges an Abstimmung.

    Nun habe ich die neue Herausforderung Baby bzw. Kleinkind - ich liebe meine Tochter und vermisse sie, wenn sie nicht bei mir ist, aber es macht mich kribbelig, niemals allein zu sein. Zum Glück kennt mein Mann mich, und ich habe abends 1-2h für mich, er bringt sie ins Bett.

    Mein Job ist auch eher kommunikativ, ich mag ihn sehr, aber es verlangt mir an schlechten Tagen einiges ab. Wie geht Ihr denn sonst damit um? Es ist ja in solchen Jobs für Extrovertierte oft doch etwas einfacher, da sie präsenter sind und oft mehr auffallen. Bei uns ist es so, dass wir - wie mittlerweile in vielen Unternehmen - Persönlichkeitstests machen und diese auch relativ offen sind (mit Genehmigung). Ich war erst sehr skeptisch, aber habe es akzeptiert. Wir Introvertierten werden den anderen in den damit verbundenen Schulungen immer erklärt , aber so entsteht auch ein gewisses Verständnis füreinander. Mittlerweile sehe ich es eher als Gewinn (die Tests meine ich).
    Geändert von Convallaria (07.01.2020 um 21:16 Uhr)


  6. Registriert seit
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Das ist interessant wie sich die Szenarien ähneln!
    Ich stehe auf dem Standpunkt Job ist Job, ich mag meine Arbeit.
    Rückgemeldet wird mir sehr oft, dass ich gut und empathisch kommuniziere, was in unserer ( harten) Branche nicht selbstverständlich ist.
    Bei längeren Meetings verschwinde ich manchmal unter dem Vorwand WC.
    Das dauert nur kurz, hilft mir aber enorm und wird anstandslos von den Kollegen/ innen akzeptiert.
    Privat gehe ich ganz gerne allein in die Natur und ins Fittnessstudio.

  7. Avatar von LindaLara
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Ich habe irgendwann gelernt, dass Introvertiertheit nichts damit zu tun hat, dass man nicht kommunizieren kann. Oft geht es gerade sehr gut, weil Introvertierte die besseren Zuhörer sind, insgesamt ruhiger auf andere wirken.

    Ich arbeite wie du in einem Beruf, in dem ich viel mit anderen Menschen zu tun habe, viel Kolleg*innenkontakt. Öfter vor anderen reden. Abends dann der große Rückzug, weil ich einfach die Batterien wieder auftanken muss.

    Seit ich aber einen Namen dafür gefunden habe, wie ich eben bin, schon immer, seither kann ich besser auf mich achten und mich auch besser akzeptieren und nicht damit hadern, dass ich nie zu einer Clique gehört habe, dass ich nicht unzählige Bekannte und Freunde habe, dass ich gerne allein bin und das auch brauche. Dass ich es sehr genieße, mit Menschen zusammen zu sein, die mir gut tun, dass ich schlecht im Smalltalk bin aber sehr gut in "echten" Gesprächen.

    Heute denke ich, dass man einfach wissen muss, wie man mit sich umzugehen hat. Und das auch selbstbewusst kommunzieren muss, wenn einem jemand das kritisch unter die Nase reibt ("geh doch mal öfter unter Leute" etc.)

  8. Avatar von huppsi
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Ich gehöre definitiv auch in das Lager, würde mich auch als schüchtern bezeichen im Sinne von: Zurückhaltend, eher kontaktscheu, aber eben nicht wenig selbstbewustt. Da musste ich aber erstmal hinkommen. Erst so ab Mitte 30 habe ich mich so akzeptiert, wie ich eben bin, anstatt mit meinem Wesen zu hadern. 13 Schuljahre lang wurde mir eingetrichtert, ich müsste mehr mündlich mitmachen, oft, sehr oft wurde ich kritisiert in größeren Runden, dass ich mal mehr aus mir rausgehen soll und so Kommentare. Ich habe da wirklich drunter gelitten, heute ist es aber zum Glück anders. Ich habe ein gesundes Selbstbewusstsein und strahle das auch aus, trotz der Introvertiertheit. Im Job habe ich eine für mich gesunde Mischung aus stillem Kämmerlein und Meetings, in denen ich mal mehr mal weniger mitreden muss, generell halte ich mich da aber auch knapp. neue Kollegen oder Externe unterschätzen mich daher oft, aber das gibt sich recht schnell. Präsentationen sind mir nach wie vor ein Graus, aber es wird besser. Generell finde ich aber, dass Introvertierte leider meist als "schwächer" wahrgenommen werden und dass die Extrovertierten es leichter haben.
    Rückzug im Privaten betreibe ich auch sehr stark, umso mehr je mehr ich im Alltag gefordert werde. Auch meine Kinder, ihre Wutanfälle und Streitereien setzen mir stark zu. Wenn die Kinder schlafen, will ich eigentlich nicht mehr kommunizieren
    Schlecht in Smalltalk und gut in echten Gesprächen: hier auch! Ich werde oft um Rat gebeten, weil man weiß dass ich gut zuhöre, mich gut in Andere einfühle und ehrlich antworte.

  9. Moderation Avatar von Marie-Madeleine
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Schöne Strangidee!

    Ich habe schon als Kind lieber gelesen oder gemalt, als mich ins große Getümmel zu stürzen, und die pauschale Aufforderung "spiel doch mal mit den anderen Kindern" fand ich immer blöd. Wobei ich schon meistens irgendwelchen Anschluss gefunden habe, wenn meine Eltern und ich irgendwo zu Besuch oder sonstwie in Gruppen unterwegs waren - aber wenn ich mit "den anderen Kindern" irgendwo nichts anfangen konnte, hab ich mich lieber zu den Erwachsenen gesetzt.

    Wie viele von Euch arbeite ich auch in einem recht kommunikativen Job. Ich könnte mir auch keine Arbeit vorstellen, bei der ich 8 Stunden im stillen Kämmerlein säße - aber am Abend ist mein Bedarf an sozialen Kontakten dann auch reichlich gedeckt und ich muss mich zwingen, nach Feierabend noch Telefonate zu führen. Wenn etwa meine Mutter anruft und einfach nur quatschen will, nervt mich das dann meistens.

    Mit großen, lauten Partys kann ich überhaupt nichts anfangen und mag auch Smalltalk nur seeehr bedingt. Insbesondere bei Menschen, bei denen ich schnell merke, dass die Wellenlängen nicht so kompatibel sind, finde ich es sehr anstrengend, so ein Höflichkeits-Party-Gespräch aufrechtzuerhalten. Wenn es sich sozialverträglich machen lässt, gehe ich zu solchen Veranstaltungen schlichtweg nicht hin. (Wenn dort Leute sind, die ich mag, kann ich es mal ertragen, aber großen Spaß macht mir das nicht.)

    Auch mir tut ein Zuwenig an Ruhe überhaupt nicht gut. Ich werde dann übellaunig und unruhig und fühle mich, als würden tausend Hände an mir rumzerren. Schlimmstenfalls werde ich auch noch infektanfällig. Mittlerweile weiß ich das und versuche, meinen Terminkalender entsprechend zu gestalten, damit mir genügend Zeit zum Auftanken bleibt, selbst wenn das auch mal bedeutet, einen an sich netten Termin zu verschieben oder abzusagen. Es tut mir schlichtweg nicht gut, jeden Abend woanders hinzumüssen.

    Mein Mann ist übrigens noch einen Tick introvertierter als ich, was in der Partnerschaft vieles einfach macht. Wir genießen es oft beide sehr, wenn am Wochenende einfach mal nichts los ist und wir in Ruhe lesen, Serien gucken, wandern gehen, ein Konzert besuchen oder ins Kino gehen können und sonst keiner was von uns will. Uns wäre es auch beiden ein Graus, mit weiteren Personen in Urlaub zu fahren.

    Zitat Zitat von huppsi Beitrag anzeigen
    Generell finde ich aber, dass Introvertierte leider meist als "schwächer" wahrgenommen werden und dass die Extrovertierten es leichter haben.
    Mich nervt es auch sehr, dass Introvertierte oft als "nicht ganz normal" gesehen werden. Erst nachdem ich "Still" von Susan Cain gelesen hatte, wurde mir klar, dass ich nicht bekloppt bin, sondern nur ein klein bisschen anders (und dass es gar nicht so wenige von uns gibt ).

    Das Thema mit der mündlichen Mitarbeit in der Schule fand ich auch immer so blöd. Ich habe mich einfach schon immer besser schriftlich ausgedrückt und war in den schriftlichen Prüfungen immer viel besser, weil ich dann auch noch mal in Ruhe nachdenken konnte, bevor ich antworte.

    Mit Selbstbewusstsein und Schüchternheit hat Introversion erst mal gar nichts zu tun. Aber das verstehen auch viele nicht. Meine eigene Mutter eingeschlossen, die mich immer als "schüchtern" abqualifiziert hat, obwohl ich das mit Menschen, die ich auf Anhieb mag, überhaupt nicht bin.
    May you be surrounded by friends and family,
    and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.

    Leonard Cohen


    Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
    Erich Kästner


  10. Registriert seit
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Urlaub ist ein gutes Stichwort: ich fahre am liebsten mit Mann und Tochter.
    Urlaube im großen Rudel sind für mich Stress pur, vor allem wenn am Abend dann noch gefeiert wird.
    Einmal war ich auf einer Tagung, da war am Abend immer Kontaktpflege an der Bar angesagt.
    Das habe ich 2 Abende ganz gut gemacht, danach war ich allerdings völlig erledigt.
    Ein paar mal habe ich schon Kurzurlaub ganz allein in einer Therme gemacht 2-3 Tage, das war toll.

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