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  1. Registriert seit
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von _ThirdThought Beitrag anzeigen
    Das bedeutet nämlich nicht Egozentrik sondern vielmehr, dass das Gehirn Energie tankt durch Ruhe und Alleinsein statt wie bei Extraversion durch permanenten Input von anderen Menschen. Das introvertierte Gehirn braucht mehr oder weniger häufig Pausen vom Input, sonst erschöpft es sich.
    Genauso ist es. Und das extrovertierte Gehirn tankt auf durch Kontakt mit anderen.

    Mir hat das sehr geholfen, das zu verstehen. In meinem Fall hat die Introversion nichts zu tun mit ruhig/still sein (ich war auch im Mündlichen immer gut in der Schule) oder damit, nicht gut mit anderen Leuten zu können. Nur damit, dass ich Alleinsein brauche, um zu regenerieren. Manchmal so sehr, dass ich flüchten muss. Menschen sind einfach anstrengend, aber ich mag sie sehr (von Ausnahmen abgesehen).

    Kennt Ihr das (sicher nicht wissenschaftlich 100prozentige) Meyer-Briggs Modell? Das nützt neben Intro/Extra auch noch verschiedene andere Dimensionen, eine davon Sach- oder Menschenorientierung (Feeling/Thinking, m. E. n. etwas missverständlich benannt). Das erklärt für mich gut genau diesen Punkt. Das Modell nutzen wir übrigens im Job. Gibt's hier noch mehr, wo sowas gemacht wird? Ich war erst sehr skeptisch, aber nun finde ich es ganz ok, da Verständnis für Andersartigkeit geweckt wird. Gerade bei vielen extrovertierten Kollegen kann das ganz gut sein. Wobei man auch echtes Schindluder treiben könnte damit.

  2. Moderation Avatar von Marie-Madeleine
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Ich sehe diese Persönlichkeitstests im Jobkontext eher kritisch, aber grundsätzlich fände ich es gut, wenn bei allen Mitarbeitern Verständnis für unterschiedlich gestrickte Persönlichkeitsmuster geweckt würde.
    May you be surrounded by friends and family,
    and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.

    Leonard Cohen


    Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
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  3. VIP Avatar von katelbach
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Ich habe euren Strang erst jetzt entdeckt und finde mich in der Gesmatheit der Beiträge wieder.

    Schon als Kind lieber gelesen etc., die üblichen Parties ein Graus (wobei ich immer noch gern in Musikclubs gehe oder mal af ein Riesenfest - letzteres aber in der Anonymität der Masse).
    Austiúsch mit einigen wenigen engen Freunde
    Abends von den Jobkontakten angestrengt sein
    Gestresst von einem vollen privaten Termnkalender
    Horror vor Gruppenreisen
    uvm.

    Auch ich kann gut und, wie es heißt, einfühlsam kommunizieren., drücke mich aber vor small talk.

    Da ich keine Angehörigen habe, fühle ich mich in den letzte fast 20 Jahren aber auch einsam, da ich intensiven Austausch auch brauche. Aber halt nicht in der groen Runde. Seit mein Mann nicht mehr lebt, gibt es den Austausch nur noch selten - mit Freunden.
    Aber grundsätzlich ziehe ich ein wietgehendes Einsiedlerleben dem Bad in der Menge immer und zu jeder Zeit vor.

    Bei mir kommt noch dazu, dass ich schon auch situativ schüchtern bin oder vielleicht auch ein Stück weit soziophob. Ich tu mir schwer, vor anderen zu referieren, mag nirgends "fremd" anrufen, sondern schreibe lieber oder geh persönlich hin.

    Und - verrückt - ich kann einen ganen Tisch unterhalten, wenn ich weiß, dass die Situation schnell vorbei ist. Dafür werde ich noch einen OSCAR bekommen.

    Am liebsten bin ich mit den Hunden und Film/Buch/Musik daheim, in Abständen treffe ich aber auch Freunde. Und ich koche für Freunde. Da bin ich die meiste Zeit über weggeräumt in der Küche. Hat auch was.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin


  4. Registriert seit
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    In den Tests kam bei mir "ambivertiert" heraus. Das hat hier jemand schon erwähnt. Ich konnte mich zuvor nie entscheiden was bei mir der Fall ist, denn bei mir wechselt es auch. Es gibt Phasen wo ich Rückzug brauche und andererseits brauche ich auch Menschen um mich herum. Ich kann gut für mich sein und brauche den Trubel nicht, aber nach einer Weile alleine zieht es mir wieder in die Welt hinaus.


  5. Registriert seit
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Ich bin froh, dass ich mittlerweise viele kenne, die so gestrickt sind, ich halte das inzwischen für völlig normal und nichts besonderes mehr.

    Die einzige Ausnahme ist für mich das Thema Kinderbetreuung/Ganztagsschule, wo ich den Eindruck habe, es wird immer von fröhlichen Gruppenmenschen ausgegangen, die nichts lieber mögen als den ganzen Tag in einer Horde unterwegs zu sein. Mir war schon der Kindergarten ein Graus, da erinnere ich mich heut noch dran, es war mir einfach zu laut, und zu viel Kinder, und zu lebhaft, und überhaupt.

    Wenn ich mir vorstelle, ich hätte bis in die Pubertät den ganzen Tag in der Schule sein müssen, mit lauter gutgelaunten Schulkameradencliquen - ich wär durchgedreht.

    Als Angebot find ich das ja gut und richtig und notwendig - aber die verpflichtenden Ganztagsschule find ich fatal, das wär für mich schlimm gewesen.


  6. Registriert seit
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von Marie-Madeleine Beitrag anzeigen
    Ich hab es immerhin mit Mitte 30 endgültig kapiert, dass das okay ist. Und, auch eine wichtige Erkenntnis: dass es nicht entweder/oder sein muss, dass ich auch _mal_ was mit anderen machen und daraus Gewinn ziehen kann und nicht immer nur für mich sein möchte, aber eben die Ruhe und Me-Time definitiv brauche.
    Geht mir auch so. Ich kann mutterseelenallein Urlaub machen und vielleicht im Speisesaal am Tag zwei Worte von mir geben, wenn der Kellner kommt. Ist auftanken pur Und dann gibt es wieder Phasen, wo ich gut unter Leute passe. Aber eben nur begrenzte Zeit.

    Das erinnert mich an eine Geschichte aus "Still". Es ging um einen Professor, der regelmäßig Vorträge hielt und das auch gerne tat, aber immer in den Pausen die Krise kriegte und sich schlimmstenfalls auf dem Klo versteckte. Mit hochgezogenen Füßen, damit ihn keiner dort sitzen sah
    Lustig, an die Stelle kann ich mich gar nicht erinnern. Aber ich kann mich soooooo gut reinfühlen

    Zitat Zitat von huppsi Beitrag anzeigen
    Networking ist ja so wichtig
    Hm, es gibt ja auch das - ich nenne es mal - stille Networking. Ich hab einfach Kollegen von früher, die ich sehr schätze und die mich wohl auch schätzen. Wenn ich denen (oft schriftlich) das Problem schildere, läuft es auch wie am Schnürchen, ohne dass ich mit denen bei evtl. Treffen smalltalk veranstalten muss. Weiß nicht, ob das in jedem Beruf so möglich ist, bei mir GsD schon.

    Aus der Schiene muss ich vermutlich noch besser rauskommen
    Ich würde das an deiner Stelle einfach mal testen. Musst dich ja nicht gleich von Säule zu Säule hastend rausschleichen - vielleicht einfach eine sympathische Kollegin fragen, ob sie mit dir einen Spaziergang macht, weil du (was weiß ich, wegen Rücken?) dir die Beine vertreten musst. Sagt sie nein, hast du eine gute Ausrede, sagt sie ja, hast du vielleicht weniger Pausenstress?

    Zitat Zitat von Convallaria Beitrag anzeigen
    Menschen sind einfach anstrengend, aber ich mag sie sehr (von Ausnahmen abgesehen).
    Oh ja!

    Kennt Ihr das (sicher nicht wissenschaftlich 100prozentige) Meyer-Briggs Modell?
    Hab grad mal bei Tante Wiki reingelesen. Erinnert so ein wenig an die „Big five“ der modernen Psychologie. Mir ist das aber zu kompliziert - einfacher ist es, für sich selbst achtsam zu sein und die Signale des Körpers zu beachten. Und beruflich hilft es bestimmt, seine Nische zu finden, wo man das Beste aus seinem „so-sein“ machen kann.

    Zitat Zitat von wildflower_85 Beitrag anzeigen
    In den Tests kam bei mir "ambivertiert" heraus. Das hat hier jemand schon erwähnt. Ich konnte mich zuvor nie entscheiden was bei mir der Fall ist, denn bei mir wechselt es auch. Es gibt Phasen wo ich Rückzug brauche und andererseits brauche ich auch Menschen um mich herum. Ich kann gut für mich sein und brauche den Trubel nicht, aber nach einer Weile alleine zieht es mir wieder in die Welt hinaus.
    Hab am WE auch mal so einen kleinen Test aus Neugier gemacht - da kam bei mir auch „ambivertiert“ raus. War aber - in meinen Augen - recht schnell verfälschbar. Ich war ausgeruht, hatte gute Laune und freute mich auf die anstehenden Unternehmungen. Da waren die 20 Fragen recht positiv zu beantworten. An anderen Tagen hätte ich vielleicht auf die gegenteilige Antwort geklickt.


  7. Registriert seit
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Es gibt da ein Buch von Devora Zack " Networking für Networkinghasser", das beschäftigt sich auch hauptsächlich mit Introversion und hat auch einen Test drin.
    Das ist ein sehr gutes Buch, finde ich, wenngleich auch eher auf amerikanische Verhältnisse Bezug nehmend.

  8. Avatar von guerteltier
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von Convallaria Beitrag anzeigen
    Kennt Ihr das (sicher nicht wissenschaftlich 100prozentige) Meyer-Briggs Modell? Das nützt neben Intro/Extra auch noch verschiedene andere Dimensionen, eine davon Sach- oder Menschenorientierung (Feeling/Thinking, m. E. n. etwas missverständlich benannt). Das erklärt für mich gut genau diesen Punkt. Das Modell nutzen wir übrigens im Job. Gibt's hier noch mehr, wo sowas gemacht wird?
    Mein Mann hat das in seiner letzten Firma im Rahmen eines Förderprogramms gemacht, ich habe nur mal so einen kostenlosen Online-Test gemacht.

    Finde das aber schon interessant, wenn es auch sicher immer nur eine Annäherung ist. Aber ich hätte mir z.B. gewünscht, dass man so was in die Richtung schon in der Schule macht. Mir hätte das glaube ich bei der Orientierung geholfen und gezeigt, dass ich durchaus "normal" bin.

    Zitat Zitat von _vorbei Beitrag anzeigen
    Die einzige Ausnahme ist für mich das Thema Kinderbetreuung/Ganztagsschule, wo ich den Eindruck habe, es wird immer von fröhlichen Gruppenmenschen ausgegangen, die nichts lieber mögen als den ganzen Tag in einer Horde unterwegs zu sein. Mir war schon der Kindergarten ein Graus, da erinnere ich mich heut noch dran, es war mir einfach zu laut, und zu viel Kinder, und zu lebhaft, und überhaupt.

    Wenn ich mir vorstelle, ich hätte bis in die Pubertät den ganzen Tag in der Schule sein müssen, mit lauter gutgelaunten Schulkameradencliquen - ich wär durchgedreht.
    Schule fand ich ja immer schön, zumindest die Unterrichtszeiten. Viel Struktur, Futter fürs Gehirn und ruhige Einzelarbeit wurde meistens belohnt.
    Eine Ganztagsschule mit "freier" Zeit nachmittags hätte ich aber vermutlich auch sehr anstrengend gefunden.

    Obwohl meine Tochter glaube ich deutlich extrovertierter ist als ich merke ich bei ihr leider dass der Kindergarten sie sehr anstrengt.
    Unsere Krippe war diesbezüglich deutlich besser, da super Personalschlüssel und es wurde auch sehr darauf geachtet, dass nicht ständig Remmidemmi herrscht, sondern es ruhige Zeiten gibt.


  9. Registriert seit
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Ein sehr interessanter Strang.

    Danke dafür!

    Ich werde von anderen auch leicht für Extrovertiert gehalten, weil mir Kontakt leicht fällt, ich gut reden kann.

    Trotzdem tanke auch ich allein auf und brauche Zeit allein und ohne Reize. Ich hab mich in diesen Tests nie so recht wiedergefunden. Aber ich habe immerhin im Laufe der Jahre für mich herausgefunden, dass ich beides „darf“. Eine Gruppe gut unterhalten und dann alleine Mittagessen gehen.

    Ich sehe es auch wie rokeby, dass das auch tagesformabhängig ist.
    Und seit ich Kinder habe, „kann“ ich weniger Extroversion, weil viel von meinem Budget schon zu Hause aufgebraucht wird. Ich gehe zB jetzt viel seltener mit Kollegen essen (oder nur mit sehr ausgewählten).
    A man is likely to mind his own business when it is worth minding. When it is not, he takes his mind off his own meaningless affairs by minding other people´s business. - Eric Hoffer


  10. Registriert seit
    07.01.2015
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von Convallaria Beitrag anzeigen
    Kennt Ihr das (sicher nicht wissenschaftlich 100prozentige) Meyer-Briggs Modell? Das nützt neben Intro/Extra auch noch verschiedene andere Dimensionen, eine davon Sach- oder Menschenorientierung (Feeling/Thinking, m. E. n. etwas missverständlich benannt). Das erklärt für mich gut genau diesen Punkt. Das Modell nutzen wir übrigens im Job. Gibt's hier noch mehr, wo sowas gemacht wird? Ich war erst sehr skeptisch, aber nun finde ich es ganz ok, da Verständnis für Andersartigkeit geweckt wird. Gerade bei vielen extrovertierten Kollegen kann das ganz gut sein. Wobei man auch echtes Schindluder treiben könnte damit.
    Wir haben auch mal so einen Test machen dürfen, ausgehend vom DISG-Modell (D= Dominant, I = Initiativ, S = Stetig und G = Gewissenhaft).

    Am Ende kam ein Rad (das ist natürlich nicht mein Ergebnis) heraus, auf dem man den Basis-Stil (das Verhalten, das man von Haus aus in das Unternehmen einbringt) und seinen adaptiven Stil (das Verhalten, welches man aufgrund des beruflichen Umfeldes für angemessen hält und praktiziert) eines jeden Teilnehmers ablesen kann. Hängt jetzt in der Personalabteilung an der Wand und ist bestimmt schon längst in Vergessenheit geraten - Auswirkungen auf den Büroalltag habe ich jedenfalls nicht bemerkt.

    Ich glaube, an solchen Aktionen verdienen Unternehmensberater eine Menge Geld, aber den Nutzen für das Unternehmen stelle ich mal vorsichtig in Frage - etwas Neues über mich habe ich jedenfalls nicht gelernt, eigentlich nur über Kollegen, mit denen ich kaum zu tun habe, was für den Büroalltag dann wieder ziemlich irrelevant ist.
    Wenn du das Radio ausmachst, wird die Scheißmusik auch nicht besser.

    Kettcar, Trostbrücke Süd

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