+ Antworten
Seite 5 von 14 ErsteErste ... 34567 ... LetzteLetzte
Ergebnis 41 bis 50 von 131
  1. Inaktiver User

    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von MaryB Beitrag anzeigen
    Bei meinen täglichen Spaziergängen wähle ich Wege wo ich alleine bin. Eine zeitlang ist eine Bekannte mit ihrem Hund mitgegangen, das war nervig. Dieses ständige Gequatsche über Enkelkinder und Kochrezepte, das ist nicht meins.
    "Deren ständiges gequatsche nervt" - das habe ich jetzt hier auf den wenigen Seiten schon mehrmals gelesen. Ich denke mir das die meiste Zeit wenn andere Leute in meiner Nähe sind, traue mich aber gar nicht das so zu formulieren weil das doch eigentlich unglaublich arrogant ist. Das "Gequatsche" ist eben das was diese Leute interessierte, beschäftigt, auch worüber sie untereinander "socializen" sich verbinden. Vielleicht hat mein Therapeut nicht so unrecht wenn er sagt daß ich mich nicht für Menschen interessiere und es geschieht mir recht daß ich einsam bin.

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Ich finde es wichtig, hier auch zu unterscheiden.
    Ist jemand wirklich introvertiert, ist sich also selbst genug und braucht einfach nicht so viel Interaktion mit anderen, ist in seinem Charakter aber grundsätzlich den Mitmenschen ggü. positiv oder neutral eingestellt.
    Oder zieht sich jemand von seinem Umfeld aufgrund von Enttäuschungen oder negativen Prägungen zurück und das Alleinsein ist nicht unbedingt ein selbstgewählter, freiwilliger Akt, sondern ein als notwendig empfundener Schutz vor weiteren Verletzungen.
    Ich bin mir da bei mir selbst manchmal nicht sicher. War ich als Kind so gern allein, weil ich es wirklich wollte oder bin ich z.T. ins Alleinsein geflüchtet, um den Einflüssen von außen (dysfunktionales Elternhaus) zu entgehen.
    Weiß nicht ob man unterscheiden muß oder das eher meist eine Mischung ist.
    Ich zB bin niemandem gegenüber "aktiv misanthropisch" eingestellt, definitiv freundlich oder neutral eingestellt wie du schreibst, zugleich ist es wohl wirklich so daß ich mich für die meisten nicht interssiere - und das kann ich mir nicht aussuchen, das funktioniert exakt genauso wie verlieben ob mich etwas oder jemand anzieht.
    Und ja ich bin sensibel. Meist zieht es mir Energie ab, bis zur Erschöpfung, wenn andere Menschen bloß um mich sind, bereits ohne zu interagieren. Fühlt sich an als wäre ich ein empfindlicher Radioempfänger und 50, 100, 500 Radios um mich spielen, senden mit voller Lautstärke, Leistung und ich kann das nicht ausfiltern.
    Irgendwo hab ich mal gelesen hochsensible Menschen sollten nichtmal in einer Großstadt leben weil sie durch die bloße Anwesenheit der vielen Menschen und deren Energien beeinträchtigt werden.

    Zitat Zitat von Emullia Beitrag anzeigen
    Ich bin sicher dass ich immer so war und nicht durch äußere Einflüsse so geworden bin.
    Aber erst jetzt, ich bin Ü 50, traue ich mich dazu zu stehen. (....)
    Fast kommt mir vor daß das bei mir umgekehrt ist, ich bin schon seit meiner Kindheit und Teenagerzeit dazu gestanden, das hat mich ein Leben lang in Einsamkeit und Isolation gehalten, ich fühlte mich wie ein Alien, wie im falschen Film.
    Und jetzt mit Anfang 50 denke ich vielleicht muß ich mich wirklich anpassen wenn ich nicht ganz alleine sein will.
    Vielleicht meinten das auch meine zitierten Therapeuten wenn sie sagten ich soll "extrovertierter sein, mich zur Gruppe gesellen", wenn das auch sehr unglücklich formuliert ist.

    Es ist bloß so da ich das in den letzten 10 Jahren schon mehr und vielfältiger als je zuvor getan habe, mich unter Menschen begeben, das Ergebnis war daß mir noch mehr klar wurde wie sehr die anders als ich sind und mich noch viel einsamer fühle weil ich sehe daß ich dazu keinen Zugang habe.

    Die meisten Leute verstärken meine Einsamkeit.

  2. Inaktiver User

    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Es ist bloß so da ich das in den letzten 10 Jahren schon mehr und vielfältiger als je zuvor getan habe, mich unter Menschen begeben, das Ergebnis war daß mir noch mehr klar wurde wie sehr die anders als ich sind und mich noch viel einsamer fühle weil ich sehe daß ich dazu keinen Zugang habe.

    Die meisten Leute verstärken meine Einsamkeit.
    ich fühle mich auch einsam, wenn ich zeit verbringe mit menschen, mit denen ich keine innere verbindung herstellen kann. also, wo entweder ich mich nicht mitteilen kann. oder wo ich mich nicht auf das einlassen kann, was sie mir mitzuteilen haben.

    manchmal schaffe ich es, mir in solchen situationen einen ruck zu geben, dann lasse mich selbst ein bisschen los und kann ich mich auf die anliegen der anderen einlassen.
    aber dazu brauche ich etwas kraft und lust, die habe ich nicht immer.

  3. Inaktiver User

    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    introvertiert

    Das Adjektiv introvertiert bedeutet „nach innen gerichtet/gekehrt“ und beschreibt Personen oder deren Verhalten, die sich tendenziell eher mit dem eigenen Seelenleben als mit der Kommunikation nach außen beschäftigen.
    Geändert von Inaktiver User (11.01.2020 um 10:56 Uhr)


  4. Registriert seit
    30.09.2019
    Beiträge
    749

    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen
    Ja, kenne ich, Reizüberflutung auch. Wenn ich gestresst bin, kann ich auch Geräusche ganz schlecht ausblenden. Seid ihr eigentlich auch lärmempfindlich?
    Ja, wenn mein Menschen-um-mich-rum-ertragen-Kontingent erschöpft ist, halte ich nur noch absolute Stille aus. Seltsamerweise geht dann auch keine Musik, TV ist Folter - lesen, schreiben, Sterne gucken und still sporteln geht dann noch. Alles andere ist zuviel und ich werd unleidig, wenn ich dem trotzdem ausgesetzt sein sollte. Hab dann das Gefühl, dass meine akustische Einflugschneise total verstopft ist.


  5. Registriert seit
    30.09.2019
    Beiträge
    749

    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von Marie-Madeleine Beitrag anzeigen
    Und kennt Ihr auch dieses befreiende Gefühl, wenn man eine lärmige Veranstaltung verlässt, auf der sich offenbar alle anderen gut zu amüsieren scheinen? Diese Erleichterung, wenn die (meist auch noch schlechte) Musik und das Stimmengewirr mit zunehmender Entfernung von der Location immer leiser werden, frische Luft um die Nase weht und man sich gleichzeitig etwas alien-artig und heilfroh fühlt?
    Oh ja Bei Fortbildungen passiert mir das immer öfter. Da stehen in der Pause lauter Grüppchen beisammen, schreien sich (gefühlt ) gegenseitig an und ich schleich mich einfach nur raus, damit mich keiner am Ärmel zupft und fröhlich „Hey TT lange nicht gesehen, wie gehts dir denn?“ flötet... nur raus an die frische Luft und um den Block spazieren. Nett auch, wenn man Gleichgesinnte „trifft“, wie man sich dann bewusst nicht anschaut und sich gegenseitig in Ruhe lässt, das mag ich besonders


  6. Registriert seit
    30.09.2019
    Beiträge
    749

    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    introvertiert

    Das Adjektiv introvertiert bedeutet „nach innen gerichtet/gekehrt“ und beschreibt Personen oder deren Verhalten, die sich tendenziell eher mit dem eigenen Seelenleben als mit der Kommunikation nach außen beschäftigen.
    Wobei du da nur einen winzigen Teil von dem beschrieben hast, was Introversion ausmacht.
    Das bedeutet nämlich nicht Egozentrik sondern vielmehr, dass das Gehirn Energie tankt durch Ruhe und Alleinsein statt wie bei Extraversion durch permanenten Input von anderen Menschen. Das introvertierte Gehirn braucht mehr oder weniger häufig Pausen vom Input, sonst erschöpft es sich. Und diese Pausen werden oft aber nicht notwendigerweise (!) mit Selbstreflexion gefüllt. Manche Introvertierte können auch einfach nur sitzen, atmen und sein, ohne beständig um die eigene Befindlichkeit zu kreisen

  7. Inaktiver User

    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Was ist der Unterschied zwischen "sich mit dem eigenen Seelenleben beschäftigen" und "um die eigene Befindlichkeit kreisen" (wo auch immer diese Formulierung herkommt) ?
    Natürlich beschäftige ich mich nur mit mir selbst, ist ja sonst niemand da drin, in mir. Deshalb heißt es ja introvertiert. Was ich mache, mache ich für mich, nicht um es nach aussen zu zeigen. Ich lebe in meiner Welt, in der Welt in meinem Kopf, oder in meinem Herz, das bedeutet mich mit meinem Seelenleben zu beschäftigen. Einflüsse (vor allem von anderen Menschen) von aussen bringen meine Energie, meine Balance, mein Seelenleben durcheinander, wie hier viele beschrieben haben, ich ertrage das nur in sehr geringen Dosen.

  8. Avatar von animosa
    Registriert seit
    26.11.2011
    Beiträge
    7.307

    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Das hat nicht unbedingt immer etwas mit Introvertiertheit zu tun, sich mit seinem eigenen Seelenleben zu beschäftigen bzw. um sich selbst zu kreisen. Bei Extrovertierten hört man das ja sogar. Und das ist häufig der Fall.
    Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn.

  9. Avatar von guerteltier
    Registriert seit
    22.04.2016
    Beiträge
    1.166

    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von Emullia Beitrag anzeigen
    Sie beschwert sich sofort über Einsamkeit wenn sie einmal 2 Stunden allein ist.
    Sie lernt ständig neue Leute kennen und kommt mit allen sofort ins Gespräch.
    Unserer Freundschaft tut das keinen Abbruch.
    Meine Freundinnen sind alle deutlich extrovertierter als ich und das funktioniert auch gut.

    Wobei extrovertiert(er) sein ja nicht zwangsläufig bedeutet, dass jemand ständig quasselt oder überhaupt nicht allein sein kann. Das finde ich beides eher anstrengend, mit so jemanden könnte ich nicht näher befreundet sein.

    Gegenseitige Toleranz ist auch wichtig. Wenn Leute ständig drängeln, dass man mehr unternehmen und/oder mehr erzählen soll, auch wenn das Drängeln nur subtil ist, gehe ich schnell auf Distanz.


  10. Registriert seit
    30.09.2019
    Beiträge
    749

    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was ist der Unterschied zwischen "sich mit dem eigenen Seelenleben beschäftigen" und "um die eigene Befindlichkeit kreisen" (wo auch immer diese Formulierung herkommt) ?
    Wenn ihr’s nicht fühlt, ihr werdet’s nie erjagen...

    Natürlich beschäftige ich mich nur mit mir selbst, ist ja sonst niemand da drin, in mir.
    In mir drin ist auch niemand anderes (meistens jedenfalls ) - aber beschäftigen tu ich mich eben nicht nur mit mir selbst, sondern denke unter anderem über andere Menschen, meine Familie, meine Freunde und die ganze Welt nach - wenn mir nach denken zumute ist.

    Deshalb heißt es ja introvertiert.
    Eben nicht. Du verwechselst „introvertiert“ mit „egozentrisch“.

    Was ich mache, mache ich für mich, nicht um es nach aussen zu zeigen. Ich lebe in meiner Welt, in der Welt in meinem Kopf, oder in meinem Herz, das bedeutet mich mit meinem Seelenleben zu beschäftigen.
    Ich lebe in einer Welt voller anderer Geschöpfe, mit denen ich mehr oder weniger in Beziehung stehe. Und in meinem Kopf ist das Abbild dieser Welt mit all ihren Verwirrungen, Freuden, Leiden, Gerüchen, Geräuschen, Gefühlen, Landschaften. In meinem Kopf bin ich Teil eines großen Ganzen. Und damit ich die Größe des Ganzen ertragen kann, brauch ich ab und zu eine Höhle oder einen Berg, wo Ruhe herrscht und mein Hirn nicht überläuft.

    Einflüsse (vor allem von anderen Menschen) von aussen bringen meine Energie, meine Balance, mein Seelenleben durcheinander, wie hier viele beschrieben haben, ich ertrage das nur in sehr geringen Dosen.
    Ja, das ist introvertiert. Der andere Rest, den du geschrieben hast, ist Egozentrik.

+ Antworten
Seite 5 von 14 ErsteErste ... 34567 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •