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  1. Registriert seit
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Ich sitze am liebsten am Gang.

    Ich weiß nicht.... Ich bin eierlegend und wollmilchgebend

    Einerseits bin ich das lesende und malende Kind mit 2 handverlesenen Freundinnen (die habe ich immer noch, das ihr auch beschreibt. Brödelnd und autark von Anfang an.
    Satz meiner Kindheit: "Geh raus, draußen scheint die Sonne" + "Du machst dir noch die Augen kaputt"
    Als Teen saß ich lieber in Cafes als in Clubs (mir war immer alles zu laut und zu spät )
    Und als Erwachsene bin ich sehr gerne alleine. Wenn ich alleine bin, bin ich nie einsam. Einsamkeit und Isolation ist bei mir geknüpft an die Anwesenheit anderer Menschen.
    Befund: ich habe eine Bindungsstörung verpasst bekommen.

    ABER

    Ich bin null schüchtern. Frei und spontan oder vorbereitet vielen anderen das Ohr abkauen ist für mich: Schön
    Ich kann, egal wo ich bin, Kontakte knüpfen, wenn ich mag - mag halt nicht immer, weiß aber, dass ich es kann.
    Ich kann ohne zögern, zaudern oder so auf andere zugehen und denen das Ohr abkauen. Gerne auch ungefragt und ungebeten.


    Ich wüsste auch gar nicht, was unterm Strich überwiegt Das ist so wie bei diesem Vexierbild junge/alte Frau...
    Je nachdem wie man mich gerade erlebt, bin ich coole Rampensau oder distanzierter einsamer Wolf

    Sehen diese "Einordnungen" eigentlich Hybriden vor?

    Bei Einordnungen, die einem hierarchisch-archaisch-beruflichen Zwecke dienen - wäre ich vorsichtig.... Diese Theorien mögen fundiert sein und auch auf individual- oder sozialpsychologischen Erkenntnissen fussen, aber sie dienen ihrem Herrn: dem Cheffe. Der möchte seine Schafe halt gerne sortenrein einpferchen....

  2. Moderation Avatar von Marie-Madeleine
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von Convallaria Beitrag anzeigen
    Bin keine Rampensau (überhaupt nicht), aber wenn es sein muss und ich mich in dem Thema auskenne, kann ich auch vor vielen Leuten sprechen (habe lange als Dozentin an der Uni gearbeitet).
    Was ich überhaupt nicht kann, ist vor einer Gruppe frei zu sprechen. Da fehlt mir das Rampensau-Verbalfeuerwerks-Gen (im kleinen vertrauten Kreis kann ich allerdings auch recht unterhaltsam sein). Wenn ich meinen Text ablesen oder mich zumindest stark auf Notizen stützen kann, ist es was anderes. Und was mir gar nichts ausmacht: öffentliches Vortragen von literarischen oder sakralen Texten oder auch Singen. Letzteres habe ich mich früher nie getraut, mache inzwischen aber in unserer Kirchengemeinde Kantorinnendienst.

    Nee, das ist bei mir nicht so. Busse etc sind schon mal zu voll, aber ich nehme sie, um schneller zu Hause zu sein. Im Flugzeug immer den Fensterplatz zum Rausgucken. Ich habe kein Problem damit, Leute anzusprechen.
    Bei mir kommt's drauf an, wie ich gerade drauf bin. Manchmal habe ich gar keine Lust, mit Leuten zu reden, manchmal stört's mich nicht. Im Zweifelsfall sitze ich im Bus aber auch lieber alleine oder mit einer Person, die ich kenne

    Zitat Zitat von huppsi Beitrag anzeigen
    Dachte immer, das sei introvertiert....naja, vielleicht ist das jetzt auch zu theoretisch
    Ich würde das auch unter relativ typisches Intro-Verhalten einordnen. Ich muss auch nicht ständig im Rampenlicht stehen. 15 minutes of fame nehme ich durchaus auch mal gerne, aber ansonsten halte ich mich eher im Hintergrund.
    May you be surrounded by friends and family,
    and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.

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    Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
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  3. Avatar von huppsi
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Ja, Convallaria, da finde ich mich auch wieder. Ich kann durchaus gut präsentieren, bekomme gutes Feedback. Aber ich muss mich auch gut vorbereiten, um mich sicherer zu fühlen. Frei auf einer Bühne sprechen, puh, nö In größeren Runden meine Beiträge anbringen traue ich mich mittlerweile, aber ich bin dabei immer noch kurz und knapp. Viele schätze gerade das an mir (Laberer gibts ja schon genug), aber ich würde mir noch mehr Mut wünschen, meinen Worten auch mehr Raum zu geben, mich mehr zu präsentieren.
    Meine Klasse habe ich leider nicht als gute Bekannte empfunden, sondern war da sehr unsicher. Da waren mir zu viele Coole, Laute....heute würde ich das alles ganz anders einschätzen. Überhaupt denke ich so oft: hätte ich meine heutige Sicherheit doch früher gefunden Aber das gehört wohl zum Leben dazu.

    Rokeby: jemandem ein Ohr abkauen würde ich glaub ich nie niemals im Leben ;-)

  4. Moderation Avatar von Marie-Madeleine
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen
    Übrigens: Flugzeugtipp: immer Stöpsel in die Ohren und man kann die Umgebung viel besser ausblenden. Bin ich erst nach Jahren drauf gekommen, dass ich das auch gut machen kann, wenn kein Langstreckenflug ansteht. Ich bin viel relaxter, wenn ich ankomme.
    Das mache ich auch, wenn ich alleine reise. Man wird dann auch nicht so häufig vollgelabert

    Aber geräuschempfindlich, überhaupt empfindlich gegenüber (starken?) Reizen bin ich auch, sowas empfinde ich schnell als störend, beispielsweise wenn der Nachbar im Garten Musik hört. Andere stört das nicht, mich nervt sowas und das finde ich selber blöd.
    Das geht mir ähnlich. Es wäre mir lieber, es nervte mich nicht, aber ich kann mir noch so gut zureden ... ES NERVT!!!

    Zitat Zitat von Convallaria Beitrag anzeigen
    Je älter ich werde, desto weniger zwinge ich mich auch, mich anders zu verhalten, früher dachte ich z. B. Manchmal, ich müsste auch in neuen Runden mitreden. Nein, muss ich nicht. Man darf auch erst die Lage peilen.
    Derartige Erkenntnisse sind wirklich ein großer Vorteil beim Älterwerden!

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Sehen diese "Einordnungen" eigentlich Hybriden vor?
    Klar. Die wenigsten sind zu 100% das eine oder das andere, die Anteile sind halt unterschiedlich. Und intro heißt überhaupt nicht menschenscheu oder Gesprächen abgeneigt. Wenn ich zu lange mit mir alleine war, fange ich an, Supermarktkassiererinnen vollzutexten. Ein gewisses Maß an Austausch brauche ich, und ich habe ja schon weiter vorne geschrieben, dass ich auch nie einen Job im stillen Kämmerlein gewollt hätte.

    Aber wenn ich's mir aussuchen kann, verbringe ich meine freie Zeit zu 90% lieber intro-typisch.

    Bei Einordnungen, die einem hierarchisch-archaisch-beruflichen Zwecke dienen - wäre ich vorsichtig.... Diese Theorien mögen fundiert sein und auch auf individual- oder sozialpsychologischen Erkenntnissen fussen, aber sie dienen ihrem Herrn: dem Cheffe. Der möchte seine Schafe halt gerne sortenrein einpferchen....
    Das finde ich auch problematisch.
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  5. Avatar von Smirkster
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen
    Übrigens: Flugzeugtipp: immer Stöpsel in die Ohren und man kann die Umgebung viel besser ausblenden.
    Das habe ich mir schon ganz ganz häufig in allen möglichen Situationen überlegt.
    Meist ist bei mir aber im Inneren so viel los daß die Umgebung ohnehin ausgeblendet ist, muß mich eher daran erinnern daß es da draussen noch eine Welt und andere Menschen gibt.
    Geändert von Smirkster (17.01.2020 um 16:40 Uhr)

  6. Avatar von BlueVelvet06
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Sehen diese "Einordnungen" eigentlich Hybriden vor?
    Ja, das hatten wir hier im Thread auch schon mehrfach. Ich glaube nicht an die „reinrassigen“ Intro- oder Extrovertierten, ich denke, jeder ist eine Mischform mit mehr oder weniger ausprägten Anteilen in die eine oder andere Richtung, auch situativ.

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Bei Einordnungen, die einem hierarchisch-archaisch-beruflichen Zwecke dienen - wäre ich vorsichtig.... Diese Theorien mögen fundiert sein und auch auf individual- oder sozialpsychologischen Erkenntnissen fussen, aber sie dienen ihrem Herrn: dem Cheffe. Der möchte seine Schafe halt gerne sortenrein einpferchen....
    Nein. Ich verstehe aber auch nicht, was du mit „sorgenfreien einpferchen“ meinst.
    Sowas kommt häufiger von HR/Personal/Recruiting. Man möchte bestehende und zukünftige Mitarbeiter eben entsprechend ihrer Fähigkeiten und Persönlichkeiten optimal einsetzen, eventuell auch gemeinsam daran arbeiten, das Verständnis für andere Persönlichkeitstypen als den eigenen aufzubringen, davon haben doch alle was. Ich weiß aber sowieso nicht, warum man bei allem, was von Seiten des Arbeitgebers oder von anderen Abteilungen kommt, immer gleich etwas Negatives vermutet.
    Gute Nachricht: ich bekomme den obersten Knopf meiner Jeans wieder zu.
    Schlechte Nachricht: ich habe sie nicht an
    .

  7. Moderation Avatar von Marie-Madeleine
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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Wenn man es vernünftig einsetzt, ist das schon okay, aber ich bin mir da nicht immer so sicher, ob das tatsächlich getan wird. Leider sind nicht alle Chefs wirklich am Wohl ihrer Mitarbeiter interessiert, und ich würde auch nicht jeder Führungskraft zutrauen, solche Persönlichkeitstestergebnisse richtig zu deuten bzw. daraus die richtige Vorgehensweise abzuleiten. Bei einigen, die ich in meinem Arbeitsleben kennengelernt habe, würde ich wirklich befürchten, dass man anhand des Ergebnisses manche Mitarbeiter in Negativschubladen steckt und genau das Gegenteil von dem passiert, was Du beschreibst.

    Würde man die Tests so nutzen wie beschrieben, könnten sicher alle davon profitieren.
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