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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    GEKÜRZT VON MIR
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Einige haben hier geschrieben - habe eigentlich nur Bekannte, meine einzige Freundin ist mir abhandengekommen - woran liegt das ? Kein Interesse ? (wie das angeblich bei mir der Fall ist)
    Doch Schüchternheit, mangelnde soziale Fähigkeiten ?
    Andere haben offenbar trotz Sozialverhalten das fast misanthropisch ist oder an Sozialphobien grenzt kein Problem zumindest einige gute, tiefe Freundschaften zu pflegen.




    Wozu ich Freundschaften brauche ist eine gute Frage.



    Viele Bücher darüber daß der Mensch angeblich ein soziales Tier wäre und Einsamkeit gemäß jahrzehntelanger Studien schlechter für die Gesundheit ist als Rauchen, Saufen, Fressen zusammen.

    Und natürlich ist es nicht schön mit dem Gefühl zu leben komplett alleine auf der Welt zu sein, als einziges seiner Art, all die Dinge die mich begeistern mit niemandem teilen zu können, niemand da der die Welt so sieht, so fühlt wie ich.


    Neue Studie: Intelligente sind mit weniger Freunden besser dran - WELT

    "Das Glück gehört denen, die sich selbst genügen." (Schopenhauer)

    Doch genau daran scheitert es ja bei dir - du bist nicht glücklich/zufrieden damit, allein zu sein.

    Da du fragst, schreibe ich meine Gedanken dazu ganz direkt.
    Freundschaft ist sehr viel mehr als einseitige Bedürfnisbefriedigung.
    Um Freundschaften zu haben, ist ein Interesse an dem Menschen nötig, an seinem Innenleben. Mich interessiert, was mein bester Freund auf dem Herzen hat, worüber er redet, was ihn bewegt. Und auch das, was er nicht so direkt ausspricht, außer ich signalisiere, dass ich sehe, was zwischen den Zeilen steht und habe Verständnis und dann höre ich zu.
    Dabei geht es also nicht nur darum, mein Bedürfnis zu befriedigen, sondern auf den anderen einzugehen und ihm gerecht zu werden.

    Seine Einstellung strahlt man aus. Ich nag Menschen, auch wenn ich mich viel zurückziehe. Es gab schon schlechte Phasen in meinem Leben, da hätte ich neuen Menschen nichts zu geben gehabt. In solchen Phasen kam aber auch niemand auf mich zu! Wohingegen das in anderen Phasen schon passiert. Da sprechen mich die Leute an. Manchmal völlig unverhofft. Und aus diesen Gesprächen heraus entsteht eine Verabredung. Manche werden dann zu Bekannten, mit denen ich mich ab und zu treffe. Und ganz selten erwächst eine Freundschaft daraus.
    Es kann auch ganz anders laufen, ungewöhnliche Wege gehen. Ein Date, eine Affäre, kann zu Freundschaft führen. Ein Chef kann ein guter Bekannter, ein Freund werden. Ein Kursleiter, dessen Arbeit man lobte, ihn nach seinem Background fragte. Alles läuft darauf hinaus, mehr vom anderen wissen zu wollen. Seine Ansichten, Werte, seine Erlebnisse, Vergangenheit...Offenheit. Neugierde im positiven Sinn. Auf den anderen. Als Mensch.

    Gibt es das bei dir? Dass du einen Menschen kennenlernst und mehr über ihn wissen möchtest? Dass du nicht vorrangig denkst, von dem möchte ich berührt werden, mit dem möchte ich in der Wiese liegen und träumen, sondern: Wer bist du?





    Und zum Thema Sport, Wettbewerb:

    Der Sinn des Wettbewerbs ist mir einfach schleierhaft. Fehlt es an intrinsischer Motivation und muss man sich deshalb Anreize von außen verschaffen?
    Es kann doch sehr viel mehr im Team erreicht werden als gegeneinander. Letzteres verschwendet nur Energie.
    Mein Gegenüber kann ich statt als Konkurrent doch als Trainingspartner betrachten; gegenseitig hilft man sich, sich weiterzuentwickeln.
    Das lässt sich in jeden Bereich übertragen. Ich habe immer das Gefühl, etwas für andere Wichtiges so gar nicht verstehen, nachempfinden zu können. Welchen Sinn soll es machen, selbst zusätzlichen Druck, Konkurrenz zu erzeugen, wenn das doch das ist, was vielen nicht gut tut oder sie sogar krank macht?

    Ich mag Sport und hatte beim Tennis früher (spiele nicht mehr) auch kein Problem, kraftvoll aufzuschlagen. Doch nahm ich nie an Turnieren teil, sondern spielte für mich. Die vielen Trainerstunden und Einzelspiele erfüllten für mich den Zweck, mich für mich zu verbessern. Um das zu wollen, brauche ich keinen Wettbewerb.
    Beim Doppel sah ich den sozialen Effekt, doch meist war ich innerlich genervt. Wenn der Partner statt konzentriert zu spielen die einfachsten Bälle verschläft, wird das meinem Anspruch nicht gerecht.
    Da ist es aber schlicht am Ehrgeiz gescheitert, das Umfeld passte nicht. Mir ging es um den Sport, die Entwicklung, anderen Damen darum, Kaffeekränzchen am Spielfeld abzuhalten und sich elegant zu präsentieren.
    Ich verlegte mich dann mehr auf das Spiel mit Männern. Da konnte ich nur verlieren. Aber aus meiner Perspektive dennoch gewinnen.

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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Was Du da beschreibst, ist aber Einsamkeit, nicht Introversion. Einsam kann man als Intro-, Extro- und Sonstwievertierter sein. Das ist ein anderes Thema.



    Und der Schlüssel liegt nicht im Außen.

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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    @Smirkster - mich hat das Post von dir gerade sehr berührt.

    Da bist du mal bei dir - ohne diesen Schutzschild "Smirkster der Jungspund, alle anderen fade Spießer", den du sonst so gerne vor dir herträgst.

    Das klingt arg

    Ich komm dir nicht mit Ratschlägen! Ich habe einfach das Gefühl, wenn du es öfters schaffen könntest sowohl dich selber als auch die anderen so zu sehen, wie die auch sind, dann wärst du nicht so alleine.

    Zuzulassen, dass du neben deiner inneren Jugend und Besonderheit ein ganz normaler, alleinlebender, über 50jähriger Musikliebhaber bist. Und die anderen, ganz normale, auch einsame und auch nicht total verknöcherte andere Menschen sind.

    Und dass du dir nicht "Freunde" wünscht, sondern vorrangig eine Partnerin mit der du Sex haben kannst.

    Ich reite da drauf rum, weil ich überzeugt davon bin, dass man leichter zum Ziel kommt, wenn man sein Ziel klar ausspricht.
    Daran ist auch gar nix verwerfliches oder ehrenrühriges. Ich fände es ungewöhnlicher, wenn du dir statt einem Weib ein Pony wünschen würdest (sorry, fiel mir grad ein, die 12jährige geistert noch durch meinen Kopf - außerdem wird's sonst schon wieder so tragisch-ernst )



    Ich denke auch, dass du, Smirkster, Berührung/Sex/Sinnlichkeit leichter findest, wenn du einfach ganz konkret danach suchst.

    Nicht jeder muss ein Beziehungsmensch sein. Um einen Lebenspartner zu finden, muss man Menschen kennenlernen, auf die eine oder andere Weise.
    Und für eine Beziehung muss man bereit sein Platz in seinem bisherigen Leben dafür zu schaffen und den anderen teilhaben zu lassen. An dem, was einen bewegt zum Beispiel.
    Denn ohne die Art des Beziehungsaufbaus zwischen zwei Menschen bliebe es auf der Ebene, sich für Berührungen/Sex/Sinnlichkeit zu treffen. Eine tiefe Verbindung mag das kurzfristig schon sein, eine tiefgehende Beziehung nicht.

    Eine Affäre muss ja nicht kalt und gefühllos sein. Es kann selten sogar eine Freundschaft oder mehr daraus entstehen.

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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich mach das mit "Freunden" so wie ich es hier oft über Beziehungen lese: Wenn es mein Leben nicht wirklich besser macht bleibe ich lieber alleine und mach das was mich happy macht alleine.
    (Anstatt irgendwas mit irgendwem zu teilen weil ich nicht alleine sein kann.)
    Schöner wärs trotzdem zu zweit. (oder eventuell manchmal in einer kleinen, passenden Gruppe)

    Ums Geben mach ich mir keine Sorgen, ich habe in all meinen Beziehungen mehr gegeben als "bekommen". (Wenn mir auch inzwischen klar ist daß die Partnerinnen etwas anderes wollten als ich geben konnte, und umgekehrt.

    Ich bin ein ur freundlicher, warmherziger, liebevoller, zugewandter Mann. (Allerdings - wie man in den Wald ruft...)

    Naja, das ist aber doch ganz klar eine Entscheidung, die DU triffst.

    Entweder so wie du es dir vorstellst oder gar nicht.

    Wie nützlich ist es etwas (aufs Auge gedrückt) zu bekommen, was man gar nicht braucht?
    "Geben" bedeutet etwas anderes.

    Manchmal kann "Geben" z. B. bedeuten, sich zurückzunehmen, etwas bei sich zu behalten.

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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Ich lerne hier grade ganz viel über was ist introvertiert, was schüchtern, was sensibel etc. Nun hab ich ja den Hauptgewinn gezogen und bin alles drei und kann daher meine Macken schwer den einzelnen Bereichen zuordnen. Daher mal eine Frage an die geballte Kompetenz hier: Ich mag wie viele Andere auch nicht vor großen Gruppen sprechen und habe Probleme, in größeren Runden frei und locker zu sprechen. Nun lese ich hier, dass es andere Introvertierte gibt, die damit kein Problem haben. ist das dann Schüchternheit? Laut der Definition, die ich diese Woche fand, ist Schüchternheit aber eher die Angst vor Ablehnung und bei mir gehts in diesem Punkt aber um das Gefühl, nicht im Fokus stehen zu wollen, sondern lieber still im Hintergrund. Dachte immer, das sei introvertiert....naja, vielleicht ist das jetzt auch zu theoretisch

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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Ich denke schon, dass die Angst, vor großen Gruppen zu sprechen, auch was mit Introvertiertheit zu tun hat.
    Ich red mal nur von mir, da ich nicht weiß, wie es anderen damit geht: Ich habe nicht (mehr) so sehr Angst vor Ablehnung, kann inzwischen ganz gut damit umgehen, auch mal anzuecken oder einen Fehler zu machen. Ich kann sogar, wenn ich vor Leuten sprechen muss, vorab einfach zugeben, dass ich nervös bin, ohne mir einen Zacken aus der Krone zu brechen.
    Es ist mehr der Stress, so komplett ins "Außen" gehen zu müssen, interagieren zu müssen, und das in geballter Form, und in der Situation keinerlei Möglichkeit des Rückzugs zu haben. Das ist wie ein Marathonlauf, obwohl ich doch viel lieber spazieren gehen würde.
    Wir werden weitermachen!

  7. Inaktiver User

    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Genauso ist es. Und das extrovertierte Gehirn tankt auf durch Kontakt mit anderen.

    Mir hat das sehr geholfen, das zu verstehen. In meinem Fall hat die Introversion nichts zu tun mit ruhig/still sein (ich war auch im Mündlichen immer gut in der Schule) oder damit, nicht gut mit anderen Leuten zu können. Nur damit, dass ich Alleinsein brauche, um zu regenerieren. Manchmal so sehr, dass ich flüchten muss. Menschen sind einfach anstrengend, aber ich mag sie sehr (von Ausnahmen abgesehen).

    Kennt Ihr das (sicher nicht wissenschaftlich 100prozentige) Meyer-Briggs Modell? Das nützt neben Intro/Extra auch noch verschiedene andere Dimensionen, eine davon Sach- oder Menschenorientierung (Feeling/Thinking, m. E. n. etwas missverständlich benannt). Das erklärt für mich gut genau diesen Punkt. Das Modell nutzen wir übrigens im Job. Gibt's hier noch mehr, wo sowas gemacht wird? Ich war erst sehr skeptisch, aber nun finde ich es ganz ok, da Verständnis für Andersartigkeit geweckt wird. Gerade bei vielen extrovertierten Kollegen kann das ganz gut sein. Wobei man auch echtes Schindluder treiben könnte damit.
    Convallaria, gleich zweimal Zustimmung von mir: einmal beim ersten Absatz. Ich mag Menschen auch gerne und wäre traurig, wenn ich einen Beruf hätte, in dem ich keinen Kontakt zu Menschen hätte (sofern es sowas überhaupt gibt). Und dann noch zum Thema Meyer-Briggs. Ich finde das ein gutes differenziertes Modell, kenne es in unterschiedlichen Ausprägungen und finde es, wenn es seriös eingesetzt wird, sehr hilfreich. Allerdings wird da auch von einigen, die es interpretieren, hineingelesen, dass Introvertiertheit bedeutet, derjenige wäre eher Soloplayer, das stimmt aber nicht, genausowenig wie "sensibel". Extrovertierte Menschen können sehr wohl genauso sensibel sein im Wortsinne, ebenso empfindlich (also hauptsächlich sensibel, wenn es um ihn selbst geht).
    Geändert von Inaktiver User (17.01.2020 um 13:28 Uhr)

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    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Ich denke schon, dass die Angst, vor großen Gruppen zu sprechen, auch was mit Introvertiertheit zu tun hat.
    Ich red mal nur von mir, da ich nicht weiß, wie es anderen damit geht: Ich habe nicht (mehr) so sehr Angst vor Ablehnung, kann inzwischen ganz gut damit umgehen, auch mal anzuecken oder einen Fehler zu machen. Ich kann sogar, wenn ich vor Leuten sprechen muss, vorab einfach zugeben, dass ich nervös bin, ohne mir einen Zacken aus der Krone zu brechen.
    Es ist mehr der Stress, so komplett ins "Außen" gehen zu müssen, interagieren zu müssen, und das in geballter Form, und in der Situation keinerlei Möglichkeit des Rückzugs zu haben. Das ist wie ein Marathonlauf, obwohl ich doch viel lieber spazieren gehen würde.
    Ja, das trifft es sehr gut. Zugeben dass ich nervös bin oder mich lieber drücken würde: kann ich mittlerweile auch. Gehört für mich zur Selbstakzeptanz. Ich empfinde mich nicht mehr wie früher als defizitär, kann mittlerweile auch viel besser einschätzen, dass es vielen, vielen Anderen auch so geht.

  9. Inaktiver User

    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von Emullia Beitrag anzeigen
    ...
    Außerdem setze ich mich nicht bei Doppelsitzen an den Fensterplatz , ich möchte den außen sitzenden Passagier nicht anreden müssen, wenn ich früher aussteigen muss.
    Im Flugzeug nehme ich immer den Gangsitz.
    Möchte niemanden bitten müssen, dass ich aufs WC kann.
    Ich nehme im Flieger den Fensterplatz, weil ich mich da besser auf mich zurückziehen kann und nicht an beiden Seiten andere Menschen habe, also einen Sitznachbarn plus Leute, die womöglich noch anstoßen, wenn sie vorbeigehen. Da frag ich lieber gelegentlich, ob ich bitte aufs WC kann.

    Übrigens: Flugzeugtipp: immer Stöpsel in die Ohren und man kann die Umgebung viel besser ausblenden. Bin ich erst nach Jahren drauf gekommen, dass ich das auch gut machen kann, wenn kein Langstreckenflug ansteht. Ich bin viel relaxter, wenn ich ankomme.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    habt ihr euch verändert mit den jahren? also, ist es "schlimmer" geworden?
    Definitiv. Ich dachte in der Jugend immer, ich sei extrovertiert, weil meine Mutter so ist und wir uns teilweise ähnlich sind. Aber seit ich älter werde, stelle ich fest, wie introvertiert ich bin, ich würde mich aber als ambivertiert bezeichnen. Aber geräuschempfindlich, überhaupt empfindlich gegenüber (starken?) Reizen bin ich auch, sowas empfinde ich schnell als störend, beispielsweise wenn der Nachbar im Garten Musik hört. Andere stört das nicht, mich nervt sowas und das finde ich selber blöd.

  10. Inaktiver User

    AW: Erfahrungsaustausch für Introvertierte

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Convallaria, gleich zweimal Zustimmung von mir: einmal beim ersten Absatz. Ich mag Menschen auch gerne und wäre traurig, wenn ich einen Beruf hätte, in dem ich keinen Kontakt zu Menschen hätte (sofern es sowas überhaupt gibt). Und dann noch zum Thema Meyer-Briggs. Ich finde das ein gutes differenziertes Modell, kenne es in unterschiedlichen Ausprägungen und finde es, wenn es seriös eingesetzt wird, sehr hilfreich. Allerdings wird da auch von einigen, die es interpretieren, hineingelesen, dass Introvertiertheit bedeutet, derjenige wäre eher Soloplayer, das stimmt aber nicht, genausowenig wie "sensibel". Extrovertierte Menschen können sehr wohl genauso sensibel sein im Wortsinne, ebenso empfindlich (also hauptsächlich sensibel, wenn es um ihn selbst geht).
    Ja, das Modell kann auch zu einem Schubladendenken führen, und ggf eben auch zu fehlerhaften Rückschlüssen. Ich muss da meinem AG echt ein Lob aussprechen, ich finde, es wird bei uns wirklich gut genutzt.

    @huppsi, ich bin eine von denen, die kein Problem (mehr) hat, vor anderen zu sprechen. Daher mein Senf dazu: ich denke, die meisten Introvertierten ziehen weniger Spaß daraus, sich auf eine Bühne zu stellen und dort zu reden - aber viele können es, und zwar gut, denn sie sind meist gut vorbereitet . Bei mir persönlich ist es so, dass ich viel Übung habe. Anfangs war ich auch nervös (wobei ich glaube, das sind viele, auch Extrovertierte). Durch meinen damaligen Job musste ich da aber einfach durch, und Übung hilft einfach. Ich habe BWL studiert, die Gruppen an der Uni waren riesig, das ist dann kaltes Wasser pur - aber was soll schon passieren?

    Mittlerweile mache ich es sogar ganz gerne, jedenfalls dann, wenn ich mich im Thema auskenne, mich etwas vorbereiten konnte und idealerweise die Zuhörerschaft kenne. Letzterer Punkt ist (für mich) auch ganz wesentlich, wenn ich spontan etwas äußern soll oder möchte; das tue ich nur in Runden, die mir vertraut sind. Nur da kommen mir auch spontan sinnvolle Gedanken, in unbekannten Runden, die ich nicht einschätzen kann, höre ich erstmal zu. Daher war ich in der Schule auch mündlich gut, denn ich kannte ja meine Klasse, da hatte ich überhaupt keine Hemmungen, einfach loszureden.
    Je älter ich werde, desto weniger zwinge ich mich auch, mich anders zu verhalten, früher dachte ich z. B. Manchmal, ich müsste auch in neuen Runden mitreden. Nein, muss ich nicht. Man darf auch erst die Lage peilen.

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