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  1. Avatar von starsandstripes
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    AW: selbst gewählte Isolation

    Ich kenne niemanden, der so lebt, sehe aber immer mehr den Trend "back to the roots" in meinem Umfeld. Für viele ist die heutige Welt in der ein oder anderen Form einfach "zu viel". Bei vielen fing es mit der Abschaffung von Social Media und Whatsapp an, sodass man nun wirklich telefonieren muss, um voneinander zu hören und sich zu verabreden. Es gibt des öfteren Gespräche darüber, wie schön es wäre, fernab der Gesellschaft zu leben, sein eigenes Essen anzubauen, ein Tiny House in der Natur zu bilden, usw.

    Wie lebt diese Person denn sonst im Alltag? Geht sie zur Arbeit? Gibt es noch soziale Kontakte im Privatleben (stelle ich mir schwierig zu organisieren vor ohne Telefon)?

  2. Avatar von Akzent
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    AW: selbst gewählte Isolation

    Zitat Zitat von starsandstripes Beitrag anzeigen

    Gibt es noch soziale Kontakte im Privatleben (stelle ich mir schwierig zu organisieren vor ohne Telefon)?
    Sie wollen sich ja nicht mehr organisieren. Vermeiden soziale Aspekte. Deswegen der Wunsch nach Isolation, wie bei den Hikikomori in Japan.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee


  3. Avatar von starsandstripes
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    AW: selbst gewählte Isolation

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Sie wollen sich ja nicht mehr organisieren. Vermeiden soziale Aspekte. Deswegen der Wunsch nach Isolation, wie bei den Hikikomori in Japan.
    Ah ok, das war für mich aus dem Eingangspost erst mal nicht ersichtlich, dass gar keine Form von sozialem Leben mehr stattfinden soll.


  4. Registriert seit
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    AW: selbst gewählte Isolation

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Sie wollen sich ja nicht mehr organisieren. Vermeiden soziale Aspekte. Deswegen der Wunsch nach Isolation, wie bei den Hikikomori in Japan.
    Zitat Zitat von starsandstripes Beitrag anzeigen
    Ah ok, das war für mich aus dem Eingangspost erst mal nicht ersichtlich, dass gar keine Form von sozialem Leben mehr stattfinden soll.
    Moment, darüber wissen doch gar nichts!

    Ich finde das Thema interessant, denke aber, damit die Diskussion Sinn macht, sollten wir hier verschiedene Fälle trennen und klar dazusagen, worüber wir reden.
    Das können ganz unterschiedliche Phänomene sein:

    1) Isolation bezogen auf Kontakte
    1a) Jemand möchte oder kann mit keinem Menschen mehr Kontakt haben
    1b) Jemand möchte oder kann nur mit einem sehr kleinen, ausgewählten Kreis Kontakt haben
    Das geht nicht zwangsläufig mit Technikfeindlichkeit einher, im Gegenteil sogar oft mit exzessiver Internet-Nutzung.

    2) Isolation bezogen auf das "moderne Leben" (Technik, Schnelllebigkeit, etc.) - das scheint mir der Fall zu sein, den starsandstripes beschrieb. Das geht nicht zwangsläufig mit Ablehnung zwischenmenschlicher Kontakte einher!

    3) Isolation bezogen auf Ausstieg aus der Erwerbsarbeit und damit einem gesellschaftlichen Konsens; man lässt sich bewusst von Angehörigen oder der Allgemeinheit finanzieren und/oder schraubt seine Ausgaben auf ein Minimum runter, weil man nicht arbeiten kann oder will.

    Aus Wegwartelines Eingangspost gingen solche Details nicht hervor.
    Für das Verständnis der Situation sind sie aber wichtig.
    The sky is always blue above the clouds.


  5. Registriert seit
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    AW: selbst gewählte Isolation

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Vielleicht "splendid isolation"?
    Das ist zwar ein politischer Begriff aus der geschichtlichen Vergangenheit des
    British Empire, aber er könnte auch symbolhaft in einem anderen Kontext verwendet
    worden sein.

    "Splendid" heißt übersetzt "wunderbar" - von daher könnte man es schon in Einklang
    bringen mit "selbst gewählt".




    Wenn Du diesen Jemand in Deinem Umfeld persönlich kennst , dann frag doch
    einfach, warum diese Person es so handhabt. Es wird schon einen Grund haben,
    so leben zu wollen.
    Ja schafwolle, ich glaube, das ist der Begriff gewesen. "splendid isolation"

    Die Person aus meinem Umfeld sagt, dass ihr alles auf den Wecker geht. Die Person arbeitet nach wie vor und liebt ihren Job. Es betrifft das private Dasein. Sie hatte noch nie einen Fernseher. Will auch keinen. Sie liest aber auch nicht, weder Zeitung, noch Bücher, informiert sich nach eigener Aussage online (das bis jetzt immer noch).
    Es begann ansonsten mit dem Ausklinken aus Facebook und What´s App und ging dann immer weiter. Irgendwann wurden mails nicht mehr beantwortet (Man kann mich ja anrufen). Ein Festnetz gab es schon lange nicht mehr und nun ist auch das Handy wech. (Man kann zu mir kommen, wenn man etwas von mir will.)

    Ich hatte erst meine Befürchtungen von wegen sozialer Isolierung, Depressionen und so ganz von der Hand weisen würde ich das immer noch nicht. Nach Gesprächen denke ich aber, dass es wirklich um die Belastung geht und ging. Die Person schließt auch nicht aus sich eines Tages wieder ein Telefon zuzulegen, aber nicht so bald.

    Mir geht es aber nicht um die Person. Ich finde das Phänomen interessant und krass. Ich kanns mir für mich nicht vorstellen, aber doch auch nachvollziehen. (Und ich habe dieses Beispiel vor Augen und höre nun, dass es scheinbar öfter vorkommt).


  6. Registriert seit
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    AW: selbst gewählte Isolation

    Zitat Zitat von Galah4 Beitrag anzeigen
    Aus Wegwartelines Eingangspost gingen solche Details nicht hervor.
    Für das Verständnis der Situation sind sie aber wichtig.
    Die Person arbeitet, finanziert sich selbst und lebt recht asketisch. Aber wie ich oben schrieb, eigentlich geht es mir um dieses (für mich reht neue) Phänomen und von den Hikkikomori hatte ich auch noch nie gehört.


  7. Registriert seit
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    AW: selbst gewählte Isolation

    Ich finde das jetzt ein für manche Lebens- oder Gefühlslagen durchaus probates und dem Zustand angemessenes Handeln...

    Also "gestört" (hier darf ich das böse Wort hoffentlich benutzen....) kann ich das alles nicht finden.

    Eher "achtsam" (um ein anderes oft benutztes Wort auch zu verwenden)

    Kann einem sehr sehr gut tun! Und sie wird von Wunderhand auf einmal irre viel Zeit haben

  8. Avatar von BlueVelvet06
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    AW: selbst gewählte Isolation

    Über das Thema wurde hier vor ein paar Monaten erst gesprochen:

    Hikikomori, das japanische Phänomen der sozialen Isolierung
    Hikikomori- das Japanische Phänomen der Sozialen Isolierung

    Zitat Zitat von Galah4 Beitrag anzeigen
    ...
    Ich finde das Thema interessant, denke aber, damit die Diskussion Sinn macht, sollten wir hier verschiedene Fälle trennen und klar dazusagen, worüber wir reden.
    Das können ganz unterschiedliche Phänomene sein:
    ...
    Ich finde es auch schade, dass nicht näher definiert wird, über was überhaupt gesprochen werden soll. Das wird sonst wieder so eine typische Bri Diskussion, in der die eine über A spricht, die nächste über B und der übernächste über ganz was anderes. Denn „splendid isolation“ ist was ganz anderes als ein Eremitentum oder „Hikikomori“.

    Also Wegwarteline, worüber willst du sprechen?
    Gute Nachricht: ich bekomme den obersten Knopf meiner Jeans wieder zu.
    Schlechte Nachricht: ich habe sie nicht an
    .


  9. Registriert seit
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    AW: selbst gewählte Isolation

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Ich finde das jetzt ein für manche Lebens- oder Gefühlslagen durchaus probates und dem Zustand angemessenes Handeln...

    Also "gestört" (hier darf ich das böse Wort hoffentlich benutzen....) kann ich das alles nicht finden.

    Eher "achtsam" (um ein anderes oft benutztes Wort auch zu verwenden)

    Kann einem sehr sehr gut tun! Und sie wird von Wunderhand auf einmal irre viel Zeit haben
    Ich stimme Dir zu, sofern der Zustand selbstgewählt ist.
    Oft ist es aber ein "kann nicht", oder eine Mischung aus können und wollen.
    (Daher gibt es für die von mir beschriebenen Fälle jeweils die Unterarten "kann" und "will" - sofern es sich nicht um Mischformen handelt, können das auch jeweils zwei komplett gegensätzliche Phänomene sein.)

    Im japanischen Fall z.B. ist meinem Verständnis nach auch viel Hilflosigkeit, Resignation, Nicht-Mithalten-Können im Spiel.
    The sky is always blue above the clouds.

  10. Inaktiver User

    AW: selbst gewählte Isolation

    Hat diese Person so viele Kontakte die sie gegen ihren Willen so häufig kontaktieren daß sie sich nicht anders zu helfen weiß als all diese Kommunikationsmittel komplett zu deaktivieren?

    In meinem Fall wäre die soziale Überforderung nicht durch Abschaffung der Kommunikationsmittel zu ändern, da meldet sich ohnehin niemand, dazu müsste ich schon in einen Leuchtturm am Ende der Welt ziehen. (Aber nicht ohne Internet).
    Habe in einem Artikel über hochsensible Menschen gelesen daß die zB nicht in einer Großstadt leben sollten weil sie die Energien all dieser Menschen aufnehmen auch wenn sie die Wohnung gar nicht verlassen, erklärt für mich einiges, mir ziehen Menschen um mich, vor allem in Gruppen, durch ihre bloße Existenz Energie ab auch ohne daß ich mit ihnen interagiere, manchmal bis zur Erschöpfung. Eh das normale Intro/HSP Ding.
    Geändert von Inaktiver User (06.01.2020 um 14:29 Uhr)

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