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    Gestörtes Verhältnis zu Vorgesetzten

    Hallo zu so später Stunde,
    - fraglich ob es hier Nachteulen gibt die jetzt noch diesen Beitrag lesen, vom Antworten gar keine Rede... aber los werden musste ich es jetzt.

    Ich habe seit Einstieg ins Berufsleben ein gestörtes Verhältnis zu Vorgesetzten. Meistens führte das auf meiner Seite zu so großem Unwohlsein, dass ich früher oder später den Job wechselte. Mit weiblichen Chefs (selten in meinem Beruf) gab es nie Probleme, leider dann in den jeweiligen Jobs andere Schwierigkeiten die letztenendes zum Jobwechsel führten.

    Jetzt bin ich in einem Job der mir zu 100% gefällt, mich ausfüllt und genau das Aufgabenfeld bietet, das ich mir immer gewünscht habe.

    Leider: mit meinem jetzigen Chef habe ich wieder genau das gleiche Problem. Fast sogar würde ich sagen so stark wie noch nie.

    Ich bin jetzt seit ca. 1,5 Jahren in der Abteilung. Direkt über mir in der Hierarchie stehen einige Frauen und ein Mann. Mit diesem habe ich wenig direkt zu tun und da zeigen sich wenig Probleme. Noch eine Ebene weiter oben ist dann eben mein Chef. Er ist relativ stark ins Team eingebunden, man sieht sich mehrmals am Tag, geht oft gemeinsam in die Kantine etc. Aufgrund eines Projektes arbeite ich an einem Wochentag auch direkt mit ihm allein zusammen.

    Als Kind bin ich durch eine männliche Respektsperson missbraucht worden. Auf eine - wenn man das in dem Zusammenhang so sagen kann- "liebevolle" Art. Keine schwere Gewalt, er hat immer den Konsens gesucht. Ich war als Kind total auf diese Person fixiert und wollte seine Zuneigung um jeden Preis. Das wusste er, hat sich mir wegen Kleinigkeiten "enttäuscht" gezeigt, und Wiedergutmachung von mir erwartet. So lief das über viele Jahre, bis in mein Teenageralter hinein.

    Jetzt bin ich viel älter, habe Therapie hinter mir, ein Gerichtsverfahren gegen den Täter, der während der Ermittlungen verstarb. Habe es gut verarbeitet würde ich meinen und hatte als Erwachsene zwei auch sexuell erfüllende Beziehungen, aktuell bin ich Single. Im Privatleben spüre ich nicht mehr viel davon. Aber beruflich droht es mir wohl langsam das Genick zu brechen wenn ich nicht aufpasse.

    Meinem Chef gegenüber fühle ich mich manchmal fast wie damals. Zur Klarstellung vorweg, von keinem meiner Chefs gab es je Grenzüberschreitungen, nicht ansatzweise. Aber ich scheine eine ganz gestörte Art zu haben auf männliche Personen die in der Hierarchie "über mir" stehen. Ein krankhaftes Bedürfnis die Person zufrieden zu stellen. Ein fast schon lähmendes Gefühl, wenn ich mit der Person allein bin. Panik, Fehler machen zu können, die die Person von mir enttäuschen könnten.

    Das führt dazu, dass ich unfassbar viele Überstunden mache, der "Depp vom Dienst" bin - aber freiwillig, um zu zeigen wie einsatzbereit ich doch bin Es führt dazu, dass ich Situationen meide in denen ich mit dem Chef alleine bin. Was sich durch o.g. Projekt nicht immer umsetzen lässt. Es beeinträchtigt meine Arbeit. Wenn er anwesend ist, bin ich ein anderer Mensch. Verschlossen, ängstlich, scheu-unterwürfig. Dabei ist er auch kein Chef von oben herab, man kann da eigentlich gut auf Augenhöhe arbeiten.
    Manchmal klopft mir das Herz bis zum Hals wenn er unerwartet den Raum betritt, wenn ich es nicht besser wüsste würde ich sagen als wäre ich verknallt in ihn. Bin ich definitiv nicht, ist gar nicht mein Typ Mann. Aber irgendwas triggert das in mir, und ich verhalte mich völlig bescheuert wie ein liebesbedürftiges Mädchen.
    Ich komme krank zur Arbeit, erhoffe mir Lob von ihm. Freue mich über Lob von Kunden nur, wenn er es mitbekommt. Lauter solche Sachen.

    Es nimmt soweit ich das einschätze nicht solche Auswüchse an, dass andere das bemerken. Meine Kolleginnen mögen mich alle, mit einigen bin ich privat befreundet. Die denken, dass ich den Chef nicht sonderlich leiden kann, weil ich ihm eher aus dem Weg gehe. Viele in der Abteilung finden ihn als Person nicht so sympathisch und daher ist das nicht ungewöhnlich. Darüber hinaus halten sie mich einfach für ein "Arbeitstier", freuen sich, dass ich immer gern die Extraarbeit mache, die anfällt.
    Und leider führt das tatsächlich zu Lob vom Chef, was das Ganze positiv bestärkt.

    Ganz unangenehmerweise habe ich manchmal auch eine Art verdrehte Tagträume, in denen ich mir wünsche dass er sich auch privat für mich interessiert, mich umsorgt, mich mag, mir Zuneigung gibt, stolz auf mich ist. Manchmal auch, dass ich ihm sexuelle Wünsche erfülle. Mich kostet es dann unbändige Anstrengung, die mich tatsäclich auch körperlich erschöpft, diese Gedanken wieder zu verdrängen/unterdrücken.
    Und ich habe wirklich keinerlei privates Interesse an ihm als Mann, finde ihn sowohl körperlich als auch charakterlich nicht anziehend und kann das durchaus von echtem, normalem Verliebtsein unterscheiden. Es ist einfach dieses Ding mit männlichen Respektspersonen. Dazu kommt dass er in etwa in dem Alter ist, in dem der Täter damals war, und ihm auch im Äußeren etwas ähnlich. Mich triggert das einfach sehr.

    Ich komme da nicht richtig raus. Es droht wieder so unangenehm zu werden, dass ich den Job wechsle. Was sehr sehr schade um diese Stelle wäre, die mir so am Herzen liegt - so eine tolle Arbeit finde ich sicher nicht so bald wieder.

    Ich kann mir nur nicht vorstellen, wie ich da sinnvoll rauskomme, ohne den Job aufzugeben. Es wird tatsächlich von Woche zu Woche schlimmer. Habe mir schon hundert Mal dies oder jenes vorgenommen - keine Überstunden heute, kein Ausweichen - es endet dann doch immer gleich. Komme aus der Spirale nicht raus. Fühle mich da manchmal schon fast wie fremdgesteuert. Und ich gehe inzwischen täglich mit einer großen Anspannung zur Arbeit. Die einzigen entspannten Tage sind die, an denen der Chef geplant nicht da ist. Ich bin da wie ein anderer Mensch - fühl mich frei, lebhaft, ohne inneren Zwang.

    Da das Problem so speziell ist, kann ich wohl kaum hoffen hier jemanden zu finden, der sowas von sich selbst kennt. Aber vielleicht hat hier trotzdem jemand von außen eine Idee zu meinem Problem.

    Danke fürs Lesen auf jeden Fall.

    Magdalena
    Geändert von Madgalena (17.12.2019 um 02:19 Uhr)

  2. Moderation

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    AW: Gestörtes Verhältnis zu Vorgesetzten

    Liebe Magdalena,
    Erst mal eine kurze Frage: hast du eine spezifische Traumatherapie erhalten und falls ja, nach welcher Methode?

  3. Inaktiver User

    AW: Gestörtes Verhältnis zu Vorgesetzten

    Liebe Magdalena,


    vorab : ich bin aktuell kognitiv gut beansprucht, darunter leidet dann meine Fähigkeit, Dinge schön zu schreiben. Geh also bitte davon aus, dass alles, was ich schreibe sehr freundlich gemeint ist, auch wenn es sich vorerst nicht so lesen sollte.

    Zu deinem Thema: was mich beim Drüberlesen (nicht weil nicht wichtig ist, was Du schreibst, sondern weil mein Gehirn selbstschützend abriegelt bei empfindlichen Themen) fast schon anspringt ist eine Wiederholung von etwas.
    Deshalb möchte ich mich der Frage anschließen, ob Du eine Traumatherapie gemacht hast, wenn ja, welcher Art und ob in dieser Therapie das Thema von ... hmmmm... ich nenne es mal "loslaufende Subroutinen" behandelt wurde. Für mich liest sich, als ob bei Dir, sobald Dein Gehirn eine Situation ähnlich erlebt oder bewertet wie damals, Handlungsmechanismen und - Bewertungsmechanismen aktiviert werden würden, die dann übernehmen. Selbstschutz quasi, nur leider kontraproduktiv hier und heute.

    Ich gehe jetzt mal massiv aus meiner Deckung raus, weil ich denke, es könnte Dir helfen: ich bin partiell organisiert und kenne genau solche Situationen, wenn ein Anteil von mir meint, es wäre jetzt eine gute Idee, den Laden zu übernehmen. Manchmal habe ich keinen Zugriff auf das was passiert (ist nach Deiner Schilderung wohl nicht der Fall) und manchmal erlebe ich Situationen wie Du, dass sich eingeschliffene Routinen Bahn brechen, die nicht situationsadäquat agieren als sei 1980 (1970.. irgendeine Jahreszahl hier einsetzen), ich daneben stehe und mir denke "dafuuuuuuuuuug???" oder im Nachhinein feststelle " das war jetzt aber nicht optimal".

    Das scheint mir bei dir aktuell der Fall zu sein. Deshalb würde ich an Deiner Stelle nicht versuchen, dieses Thema in Eigenregie abzuarbeiten, denn, wenn ich richtig liege, wirst Du nochmal jemanden brauchen, der mit Dir diese ganzen Muster / Anteile / Subroutinen / Schemata /.... a) anschaut b) Dir(!) den Abgleich zum hier und jetzt ermöglicht, was dann wiederum dazu führt, dass Du als erwachsener Mensch 2019 agieren und antworten kannst.

    Ich habe im Übrigen sehr lange Panik mit Verliebtheit verwechselt, nur am Rande. Da war ich schon älter, also ca. 15 Jahre alt,hing aber ungünstig in den Fängen unseres Hausarztes. Ich kenne das also.

    Als quickfix kann ich Dir leider fast nichts anbieten,ausser der von mir mit mannigfaltigem Augenverdrehen quittierten Achtsamkeit. NICHT ins innen, ins Aussen!
    Mir hat das geholfen, aber es braucht Übung, Übung, ÜBUNG, und zwar in guten Zeiten, weil: wenn es brennt, und die Achtsamkeit wurde nicht eingeübt, dann ist sie leider nicht mehr verfügbar. (das Spielchen kann die Psyche in allen Varianten spielen. Entweder man kann es nicht mehr ob man weiss gar nicht mehr wie es geht oder man weiss wie es geht, kann sich aber nicht daran erinnern, dass es diese Übungen gibt, oder man weiss dass es die Übungen gibt, kann sich aber nicht daran erinnern, wie sie gehen, oder man hat es auf einer Liste, kann sich aber nicht daran erinnern, wo die Liste liegt.... Du siehst: am besten so lange üben bis es ein Automatismus wird wie Fahrradfahren oder schwimmen. Wirklich. Hat mir damals niemand gesagt, ich musste selber drauf kommen, deshalb erwähne ich es jetzt hier)

    Ich weiss nicht ob Du das gelernt hast, in Deiner Therapie. Falls nicht: wie fühlt sich der Stuhl an, auf dem Su sitzt, wie sieht der Schreibtisch aus.... Das meinte ich mit Achtsamkeit im Aussen. Wenn Du, wie ich, grandios im wegzoomen bist, kennst Du vermutlich das festsaugen an etwas im Raum mit den Augen. Das ist damit NICHT gemeint ;) Sondern wirklich sich selber im Raum wahrnehmen.

    Alles Liebe.
    Geändert von Inaktiver User (17.12.2019 um 10:29 Uhr) Grund: Grammatik, Ausdruck etc. Trotzdem wohl schlecht verständlich an einigen Stellen - tut mir leid, ich hab' mein Bestes gegeben.

  4. Inaktiver User

    AW: Gestörtes Verhältnis zu Vorgesetzten

    So, wie es sich liest, wirst du das Thema noch mal neu bearbeiten müssen.

    Wenn du die Arbeitsstelle, die dir dazu noch so gut gefällt, aufgibst wegen dieser Probleme, läufst du gefahr, dass dich die Thematik in einem anderen Job oder sonstwo anders wieder einholt. Du schadest dir damit selbst und schaffst dir größere Probleme.

    Kannst du irgendwie an die Therapie, die du schon gemacht hast, anschließen, bzw dir irgendwo Rat holen, wie genau du diese Baustelle angehen sollst?

  5. Inaktiver User

    AW: Gestörtes Verhältnis zu Vorgesetzten

    Zitat Zitat von Madgalena Beitrag anzeigen
    ......
    Komme aus der Spirale nicht raus. Fühle mich da manchmal schon fast wie fremdgesteuert. Und ich gehe inzwischen täglich mit einer großen Anspannung zur Arbeit. Die einzigen entspannten Tage sind die, an denen der Chef geplant nicht da ist. Ich bin da wie ein anderer Mensch - fühl mich frei, lebhaft, ohne inneren Zwang.....
    Ich fürchte, dass es ohne therapeutische Hilfe nicht gehen wird und rate dir, diese möglichst bald in Anspruch zu nehmen.
    Warum auch nicht, es gibt ein Problem, das gelöst werden soll. Bei Magenschmerzen sucht man den Internisten auf, bei seelischen Problemen den Therapeuten.
    Auch würde ich ruhig meine Tagträume weiter spinnen, fast alle Menschen haben solche! Vielleicht bergen sie eine Antwort!
    Es wäre doch wieder nur eine Flucht, wenn du den Job wechselst, das Problem ist ja dadurch nicht wie weggeblasen.

  6. User Info Menu

    AW: Gestörtes Verhältnis zu Vorgesetzten

    Hallo zusammen,

    meine beiden Therapien waren hauptsächlich Verhaltenstherapie, in der zweiten haben wir auch mit EMDR gearbeitet.

    Das Thema "loslaufende Subroutinen", wie du Registriert2019 es nennst (danke übrigens für die Offenheit ), haben wir natürlich mehrfach besprochen. Auch Achtsamkeit ist für mich ein wohlbekanntes Stichwort. Mir hat das in privaten Situationen sehr viel geholfen, wie gesagt spüre ich privat kaum noch Auswirkungen. Mache sogar hobbymäßig etwas, was mich früher schlimm getriggert hat, weil eng mit dem Täter verknüpft. Jetzt läuft das alles so mühelos, wie ich es nie für möglich gehalten hätte.

    Im Beruf habe ich glaub das Problem, dass ich generell das Gefühl einer "Bringschuld" meinem Chef (egal wer das ist) gegenüber habe. Was ja erstmal auch wahr ist. Aber es versetzt mich in eine ungute, nervöse Grundstimmung die ich schlecht beschreiben kann.

    Was du beschreibst Registriert2019, dass du manchmal keinen Zugriff hast auf das was geschieht/du tust - das kenne ich so nicht. Das stelle ich mir sehr beängstigend vor. Auch was ich schrieb von ich fühle mich da fast wie "fremdgesteuert" - das fühlt sich eben so an, aber an sich denke ich schon, dass ich in der Situation anders handeln könnte. Mich anders verhalten. Aber auch mit meinen "Tricks" die ich in der Therapie gelernt habe finde ich da irgendwie nicht schnell genug raus.
    Ich denke genau wie du sagst, dass es Routinen von früher sind, die ich dann einfach laufen lasse. Aber ein Unterbrechen fällt mir da wirklich schwer. Habe im Privaten auch erst viel üben müssen, mich aus Situationen auch manchmal entfernen und nur Stück für Stück herantasten, dann wieder einen Schritt zurück treten, mit Bedacht. Im Job kommt die Situation so wie sie ist und habe da auch selten die Möglichkeit mich zurück zu ziehen, ohne dass es völlig bescheuert wirkt.

    Und was du schriebst über Verwechseln von Panik und Verliebtsein - genau das meinte ich. Dass man es gut mit verliebtsein verwechseln könnte, aber eigentlich möchte ich aus jeder Situation mit ihm nur fliehen.


    Jetzt das Thema erneute therapeutische Hilfe. Mir war auch schon vor meinem Beitrag klar, dass das das Naheliegendste ist. Ich hänge noch an dem Gedanken, dass es auch ohne möglich/machbar ist. Ich wohne relativ ländlich. Und ich möchte mich aus Gründen der Privatsphäre nicht näher dazu äußern, aber beruflich und privat bedingt habe ich die berechtigte Sorge dass, wenn ich hier im Umkreis in Therapie gehe, da etwas durchsickert. Ich weiß, es gibt so etwas wie Schweigepflicht, ich weiß aber auch dass Therapeuten Menschen sind und habe diesbezüglich auch schon eine sehr unschöne Erfahung gemacht, die letzten Endes sogar mit dazu geführt hat, dass ich umgezogen bin. Wenn dann müsste ich relativ weit von meinem Wohnort entfernt mich umsehen.

    Meine vorige Therapie ist schon eine ganze Weile her und daran lässt sich nicht mehr anknüpfen, weil viel zu weit entfernt, habe meinen Lebensmittelpunkt mittlerweile an einem ganz anderen Wohnort.

    Den Job wechseln möchte ich natürlich vermeiden. Ich weiß dass es nur eine Flucht wäre, und ein Verschieben des Problems auf den nächsten oder übernächsten Job. Sehe halt gerade in welche Richtung das läuft, dass ich wirklich Angst habe ihn zu treffen, wahnsinnig angespannt bin, ein kleines Nervenbündel. Wenn am nächsten Tag Projekttag mit ihm ansteht, bin ich abends so aufgeregt, dass ich das Gefühl habe ohne ein paar Gläser Rotwein könnte ich nicht mal einschlafen. Hab das Gefühl ich hangle mich von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, und jeden Tag wenn es vorbei ist könnte ich heulen vor Erleichterung, wenn ich den Tag überstanden habe ohne etwas falsch zu machen.

    Auch würde ich ruhig meine Tagträume weiter spinnen, fast alle Menschen haben solche! Vielleicht bergen sie eine Antwort!
    Ich weiß was du meinst, aber das sind wirklich eine Art "Tagträume" die mich danach fertig machen, ich kann ihn oft tagelang nicht mal ansehen wenn sich sowas in meinem Kopf abgespielt hat. Es ekelt mich auch häufig irgendwie. Es ist ja nicht so als wären es schöne Phantasien. Weiß nicht recht wie ich es erklären soll. Auf jeden Fall fühle ich mich danach überhaupt nicht gut und versuche solche Gedanken deshalb zu unterbrechen.


    Ich werde mich jetzt nochmal verstärkt an Achtsamkeitsübungen versuchen. Vielleicht ist die Therapie zu lange her bzw. vielleicht habe ich es privat zu wenig gebraucht, als dass es noch so ein Automatismus ist der auch unter Stress gut funktioniert. Möglicherweise muss ich das zuhause mehr üben, dass es in der Arbeit wirkungsvoller wird.

    Würde mir wirklich wünschen, dass es ohne erneute Therapie funktionieren kann. Wenn es doch in allen anderen Lebensbereichen schon so gut geht...

  7. Inaktiver User

    AW: Gestörtes Verhältnis zu Vorgesetzten

    Magdalena, ich weiß nicht, wie weit das inzwischen ausgebaut wurde und ob das für die Art von Therapie, die du ev. brauchen würdest (zumindest in Teilen) möglich wäre, aber gibt es (ev. sogar über deine frühere Anlaufstelle) die Möglichkeit von Tele-Psychotherapie?

    Der Artikel ist schon älter, vielleicht hat sich inzwischen was getan hinsichtlich Ausbau..?

    Psychotherapie auf dem Land: Telepsychotherapie als neue Option

  8. Inaktiver User

    AW: Gestörtes Verhältnis zu Vorgesetzten

    Hallo Magdalena,

    ich versuche mich so kurz wie möglich zu halten:

    Du schreibst, dass Du eventuell in der Situation anders handeln könntest. Das wäre mein Ansatzpunkt: könntest Du wirklich anders handeln oder stehen Dir in der Retroperspektive die Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung?

    Falls es 1 ist, ist das Thema "Schnelligkeit", was ich im Übrigen von vielen Menschen höre, die in ähnlichen Situationen waren wie Du. Alle klagen -- ich nehme mich da nicht aus -- darüber, dass das Zeitfenstern zwischen "Situation tauch auf" und " die Subroutinen laufen los" zu klein ist, um noch aktiv zwischen zu grätschen. Meine persönliche Erfahrung ist, dass, je näher die Situation an emotional höchst stressbesetzten Themen ist, das Zeitfenster immer kleiner wird. Der Hase hat ja nun auch keine große Zeit, darüber nachzudenken, ob er jetzt mit dem Hund diskutiert, ihm eins auf die 12 gibt oder sich lieber tot stellt, hat dafür aber viel Zeit, nachzudenken, wenn der Hund ein Reh ist. Oder, wenn man den Säbelzahntiger, der so gerne bemüht wird und von mir mit einem Hund ersetzt wurde in die Neuzeit packt: wenn etwas heiss flirrt und aus Eisen ist und Deine Hand sich in diese Richtung bewegt, hast Du auch keine Zeit, darüber nachzudenken, ob Du nicht vorher doch schaust, ob es sich um eine heisse Herdplatte handelt.

    Sollte das zweite der Fall sein, dass Du im Nachgang Zugang hast zu Handlungsoptionen, aber im Moment wie ferngesteuert bist, ist zwar immer noch das Thema Zeit relevant, aber eventuell noch ein anderes vorrangiger.

    Der Quick Fix Rotwein macht mir Sorgen. Weglaufen giltet leider nicht, denn das Problem ist ja nicht der Chef, aber das weisst Du ja.

    Also hilft wohl vorerst nur: die auslösende Situationen auf ein Minimum reduzieren, (Vermeiidung :D), Dich in der Zwischenzeit auftrainieren, je nach Problemlage und dann wieder ab in die Konfrontation, gerne begleitet, ich würd's Dir anraten und mich, wie von Kopf-Herz-Bauch vorgeschlagen Richtung online Therapie bewegen. Der US Raum hat einige sehr gute Therapeuten, da ist eventuell die Sprachbarriere ein Problem, ich habe damit gute Erfahrungen gemacht.
    Wie es sich mit EMDR verhält, falls Du das wieder machen möchtest, und Online Therapie, das weiss ich leider nicht, mir wurde immer EMDR versprochen und so Höhe Sitzung 3 nahmen die Therapeuten deutlich davon Abstand bis sie ungefähr Höhe Sitzung 5 bei einem " mnnnnnnnnnnnnä, ich glaube, wir lassen das" landeten. Das müsstest Du erfragen?


    Sorry falls wirr, ich will nicht zu viel schreiben, und dann wird es kompliziert für mich, das noch ordentlich zusammenzufassen, ausserdem bin ich gerade ein bisschen aus dem Trott wegen etwas anderem hier im realen Leben.

  9. Moderation

    User Info Menu

    AW: Gestörtes Verhältnis zu Vorgesetzten

    So wie du das schilderst, halte ich eine psychotherapeutische Intervention für angebracht.

    Ich nehme allerdings an, natürlich je nach dem Umfang und der Tiefe der Vorbehandlung, dass es sich um eine abgegrenzte spezifische Behandlung handeln mag. Ob nun EMDR oder eine andere Methode, die dir das benötigte Zeitfenster erarbeitet, in dem du erkennen und Handlungsalternativen wählen kannst.

    Möglicherweise ist auch eine etwas grössere neue Runde dran, das siehst du dann. Auf jeden Fall würde ich es nicht laufen lassen, und ich nehme an, dass Bordmittel da nicht reichen.


    Kommt auch ein bisschen drauf an, ob du diagnosemässig im F43x-Bereich liegst oder dazu noch im F60x, das muss ja hier nicht weiter besprochen werden, sagt aber auch etwas über den notwendigen Umfang.
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

  10. User Info Menu

    AW: Gestörtes Verhältnis zu Vorgesetzten

    xxx per pn

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