Danke Palmanova![]()
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28.12.2019, 12:25
AW: Ich bin unsichtbar und unhörbar?
Durchsage:
"Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."
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17.06.2020, 15:06Inaktiver User
Ich danke Euch
Hallo :)
Als erstes: sorry, ich habe mich abgemeldet und bin in der Versenkung verschwunden.Nicht die feine englisch, ich weiss, aber es ging irgendwie gar nichts mehr.
Einschub: meine Nägel sind etwas zu lang geworden beim Nägel machen, daher vermutlich einige Tippfehler!
Jetzt wieder zurück mit neuem nick (wie einfallsreich...^^), weil ich nach einem halben Jahr mal ein Update da lassen wollte - für all diejenigen, die mir geschrieben haben und für all diejenigen, die vielleicht auch unsichtbar und unhörbar sind.
Ihr wart unglaublich hilfreich, alle. Alle Eure Impulse und Gedanken haben Früchte getragen.
Es fällt mir schwer, die Entwicklungsarbeit (und ja, es war ARBEIT) eines halben Jahres in Worte zu fassen,einige Dinge sind zu kleinteilig, andere greifen und griffen zu sehr ineinander, als dass ich sie jetzt hier gut wiedergeben könnte.
Was mir geholfen hat, war der Tenor " vielleicht liegt es nicht an Dir, vielleicht ist dein Gegenüber einfach ne dumme Pute", denn diesen Gedanken hatte ich bis Dezember 2019 nicht.
Ich hole mal aus:
Was meine damaligen Freunde wussten - und ihr nicht- ist, dass ich (puh durchatmen, das fällt mir jetzt sehr schwer) bei den Traumafolgestörungen leider nicht mehr im Mittelfeld spiele. In Kurzfassung: ich bin viele.
Das heisst im Umkehrschluss, dass -etwas was ich damals nicht schreiben oder sagen konnte im freien Raum - wenn ich sage " es geht mir gerade nass rein", die Dimension von " es geht mir gerade nass rein" das Normmaß übersteigen und es für mich wahnsinnig anstrengend war, trotz Flashbacks und Zeitlücken trotzdem zuzuhören, die Nöte meinnes Gegenübers auf der Kette zu haben und trotzdem (das ist mein zweiter Name) das Leben zu rocken mit Mann Kind und Beruf.
Menschen, die mir mit engen Kontakt haben, wissen das auch, genauso wie sie wissen, dass ich mich extrem bedeckt halte, das war ein Gedankengang, den ich schon vor meinem Post durchgedacht habe, ob es eventuell an einer Überforderung meines Ggü liegen hätte können. Man merkt mir meine Andersartigkeit nicht an und ich kämpfe täglich dafür, so kohärent wie möglich zu wirken, zum Teil mit einem erheblichen Maß an Anstrengung.
Ich schreibe das auch, weil die Erkenntnis dieses " ich bin einfach so wie nur 3 % der Bevölkerung und das hat seine Grüne" - Umstands sehr hilfreich war für mich, denn ich konnte einige Mechanismen in den letzten Monaten gut durchschauen - ab hier wird es hoffentlich hilfreich für andere, die diesen Strang lesen, denn einige der Mechanismen sind, denke ich, gut verbreitet. Ein Mechanismus ist tatsächlich der, dass ich nie gelernt habe, dass ich Hilfe bekomme, wenn ich sie brauche und meine Hilferufe vermutlich etwas "blechern" waren. Aber, wie gesagt, meine Freunde wusste das und waren zT auch vom Fach.
So. Das war die Einführung, die mich wirklich Nerven gekostet hat.
Hauptteil:
Ich habe mir Gedanken gemacht, ob die These " es könnte auch am Gegenüber liegen" berechtig sein könnte.
Das war eine harte Nummer, denn als erstes fiel mir auf, dass ich KEINE AHNUNG habe, was ICH eigentlich will und brauche- bei meinem Mann habe ich einen Glückstreffer gelandet, aber im Umgang mit anderen Menschen?
Die Fragen die ich mir gestellt habe gingen von "will ich jemanden, der mit mir ins Kino geht" bis hin zu " will ich jemanden, der mich inspiriert, der mich auf meinem Weg (zB Källteschwimmen oder alte Häuser restaurieren) begleitet"? "will ich jemanden, der mit mir Schönheitsrituale macht oder einfach einen Kaffee trinkt"?? Und so weiter.
Das war insofern erstaunlich als dass ich erst langsam rausfinden (mit damals 45 Jahren!) musste, was ich von meinem Gegenüber eigentlich erwarte. Und, viel wichtiger: dass ich das auch DARF; etwas vom Gegenüber zu erwarten.
Der nächste Schritt war, zu schauen,, ob eine/r meiner Freunde mir das überhaupt jemals hätte bieten können - hätten sie alle. Meine Anforderungen sind nicht so hoch, tatsächlich.
Der zweite und weitaus schwerere und größere Schritt war - und hier, das schreibe ich an alle, die an dieser Thematik "unsichtbar" auch leiden - dass mir erst mal klar werden musste, dass ich in einer ganz miesen selbstauferlegten Bringschuld steckte. Meine ureigene Logik war zeitlebens die, dass ich zu nichts zu gebrauchen bin, ausser wenn ich nützlich bin. Meine Existenzberechtigung, meine Liebenswertigkeit (?) mein Wert als soziales Wesen war nur durch Bedarfs- und Bedürfniserfüllung definiert. und zwar NUR. Ich denke diesen Rückschluss kennen leider viel zu viele Menschen, bei mir war es, als ob ich durch überangepasstes bespaßendes nährendes Verhalten den Makel meine Existenz andauern versucht habe zu überdecken.
Das hat wirklich reingezogen. Dachte ich.
Reingezogen hat dann die dritte Erkenntnis:
Früher gab es in meiner klasse immer die Mädchen - wir waren eine reine Mädchenschule, daher bin ich gut informiert ;))- die so eine geheimnisvolle Aura um sich hatten. Einen Schutzschild der Wertigkeit. Ich stand innerlich oft mit offenem Mund am Zaun des Lebens und habe das beobachtet und es war mir immer schleierhaft, wie diese Mädchen (oh wie ich sie beneidet habe, nicht böse beneidet, ich wäre nur so gerne gewesen wie sie) nur durch ihr "sein" gar nicht erst belangt wurden, von all dem, was das Leben in dem Alter so bereit hält. (und das ist viel).
Ich habe das jetzt erst verstanden, dass es kein Zauber war, sondern dass es einfach Prägung ist- wie man geprägt wurde, ob man von kleinn auf vermittelt bekommen hat, um seiner selbst willen in Ordnung zu sein.
Ich denke, diese Behinderung werde ich mein Leben lang mitnehmen, das ist in Ordnung (klingt jetzt weitaus abgeklärter als ich bin, mit meiner Diagnose zahne und zaudere ich seit über 10 Jahren, will sie nicht anerkennen, das ganze Programm, und genauso zahne und zorne ich mit meinen kleinen Behinderungen, die ich halt einfach habe, im ständigen Wechsel von " ja das macht Sinn" zu " IIiiiiiiich? BESTIMMT NICHT! SO einUnfug, Hirngespinser").
Tatsache ist, dass ich im Miteinander ziemlich entwicklungsverzögert bin. Das liegt an vielen Dingen, ich war immer alleine in mir und mit mir,obwohl mich Gleichaltrige mochten und Kontakt aufzubauen versucht haben. Es war mir einfach nicht möglich, diese Menschen aus der Parallelwelt zu verstehen.
Aber was ich dagegen tun kann, ist im Kontakt mit dem Gegenüber sehr gut darauf zu achten, wie diese Person mit mir umgeht.
Ob, wenn ich zB in der Schmerzklinik bin, weil einfach nichts mehr geht, eine Nachricht kommt mit " hej, wie geht es Dir?" oder eine Nachricht kommt (UND DIE KAM!) " sag mir wann Du wieder zuhause bist, dann kannst Du mich anrufen und ich erzähle Dir, was in meinem Leben gerade so passiert".
Ich kann darauf achten, ob jemand fragt, was ich mache, sich für mich interessiert (es gab hier einen Kontakt, leider gelöscht durch Nutzerkonto löschen, aber an diesen Nachrichten konnte ich lernen, wie das geht mit dem "jemand hat Interesse", Danke dafür an dieser Stelle).
Ich kann darauf achten, und das war ein großes (neudeutsch) learning, das Fragezeichen komplett aus meinem Wortschatz zu verbannen und nur noch Sätze mit Punkten zu bilden.
Vor ein paar Tagen habe ich durch Zufall alte Nachrichten gelesen und - aus der Ferne- war ich entsetzt.
Über mich.
Nicht über mein Gegenüber, das hat sich genommen, was angeboten wurde, ein All you can eat Buffet.
Ich war diejenige, die sich Gallenprobleme Kinderprobleme Männerprobleme Arbeitsprobleme einrichtungsprobleme Verdauungsprobleme Gewichtsprobleme angehört hat und - meiner damaligen Maxime folgend- mich um der Themen des Gegenübers angenommen habe und eben nicht auf den Tisch gekopft habe und geschrieben habe: liebste V,, das mag alles sein, aber ich bin im Moment so belastet, dass ich nicht weiss, was ich die letzte 3 Tage getan habe, ich brauche jetzt wirklich Stabilität und kann das, was Du von mir willst, nicht leisten".
Ich bin über mich drüber gerollert, mit Gewalt. Um durch die Anerkennung meiner Dienste die Berechtigung für meine Existenz zu bekommen.
Das hat im Übrigen auch ziemlich reingezogen.
Lange Rede kurzer Sinn:
Betreffender Freundin, die über ihr Leben erzählen wollte, schickte ich die Nummer der Telefonseelsorge, ich änderte meine Telefonnummer und meine Emailadresse, blockierte alle, warf WA vom Handy und war erst mal ziemlich alleine mit mir.
Dann konzentrierte ich mich darauf, die Menschen anzulocken, die vorher gar nicht so interessant wirkten (ja, das ist der Teil mit meiner Traumafolgestörung, denke ich, der gilt für Euch vermutlich nicht so), und beobachtete. Genau. So wie bei meinem Mann, Bei dem habe ich das auch so gemacht, 2 Jahre intensives Beobachten und dann erst habe ich mich ihm angenähert.
Sobald ich merke, dass jemand versucht, bei mir anzudocken, blocke ich freundlich aber bestimmt ab. Das war eine harte Arbeit, ich bin ja völlig ungeübt im sozialen Kontext, am Anfang kam ich ziemlich harsch rüber, aber jetzt entwickle ich eine Form von neutraler Freundlichkeit.
Puh, das ist ein langer Text, und ich konnte nur ein bisschen anreissen, aber ich hoffe, dass die Zeilen Euch zeigen, dass Eure Arbeit und Eure Zeit nicht umsonst waren, es hat nur gebraucht um zu wachsen. Und sie sind auch ein Danke an Euch, denn es geht mir um WELTEN besser.
Und vielleicht ist es auch für jemanden, der in einer ähnlichen Situation steckt, eine Hilfe, ganz im Sinne von " bevor Sie bei sich eine Depression diagnostizieren, stellen Sie sicher, dass Sie nicht von Arschlöchern umgebenn sind"- ich möchte hinzufügen: " die Sie in Ihr Leben eingeladen und dort gefüttert haben".
In diesem Sinne, nochmals danke
P.S.: wer auch immer geschrieben hat, dass mein Beitrag schon mal gleich gestellt wurde - Du hast keine Ahnung, welchen Schreck Du mir eingejagt hast. Sollte ich entsprechend ungut reagiert haben, es tut mir leid, aber solche Dinge fürchte ich sehr.
P.P.S.: auch wenn er es nie lesen wird, aber den Boden für derartige Entwicklungen hat mein Mann in 17 Jahren Kontinuität und wohl echter Liebe zu mir (ja, ich frage mich das auch, ich nehme es als Geschenk des Lebens) mit seiner ruhigen mir zuwandten besonnenen Art gemacht. Ich denke, man braucht EINE gute Bindungserfahrung, um sich umdrehen zu können und den Morast und das Gestrüpp sehen und angehen zu können. Und dann kluge Menschen, die produktiv denken- das wart ihr.Geändert von Inaktiver User (17.06.2020 um 15:30 Uhr)
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17.06.2020, 19:25
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18.06.2020, 08:37Inaktiver User
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19.06.2020, 12:55
AW: Ich danke Euch
Liebe Regi 2020,
ich sitze grad so
vor dem Rechner....Auch wenn ich nur die eine "the one&only UC"bin, Deine Beschreibung der Parallelwelt kenne ich nur zu gut...
Warum sind die so anders, so überzeugt, dass das Beste gerade Ihnen zusteht, so in sich ruhend, ohne dabei auch nur eine Spur arrogant zu sein. War ich nie. Eine Freundin von mir, jahrelang dick und rund, hatte nie FigurPROBLEME.....ganz einfach, weil ihr von frühster Kindheit an vermittelt wurde, Du bist völlig ok, so wie DU bist...
Auch das mit der Nützlichkeit...ein doofer Spruch von mir:
"Ich bin wie ne Ritter Sport, quadratisch , praktisch, gut (zu gebrauchen)"
Ich nehme mir einen Satz von Dir mit, ohne zu fragen
, "Bevor Sie bei sich eine Depression diagnostizieren, stellen Sie sicher, dass Sie nicht von Arschlöchern umgeben sind"- ich möchte hinzufügen: " die Sie in Ihr Leben eingeladen und dort gefüttert haben". Danke
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19.06.2020, 20:07
AW: Ich danke Euch
Warum dann nur die einseitige Vermittlung deiner Gegenüber und deren Problematik, über die du dich so beklagst. Wieso greift deine Vielseitigkeit nicht bei deinem Gegenüber?
Eine Erwartungshaltung musst du allerdingst auch verständlich zum Ausdruck bringen, so dass dein Gegenüber was damit anfangen kann.Das war insofern erstaunlich als dass ich erst langsam rausfinden (mit damals 45 Jahren!) musste, was ich von meinem Gegenüber eigentlich erwarte. Und, viel wichtiger: dass ich das auch DARF; etwas vom Gegenüber zu erwarten.
Der nächste Schritt war, zu schauen,, ob eine/r meiner Freunde mir das überhaupt jemals hätte bieten können - hätten sie alle. Meine Anforderungen sind nicht so hoch, tatsächlich.
Ich denke, diese Behinderung werde ich mein Leben lang mitnehmen, das ist in Ordnung (klingt jetzt weitaus abgeklärter als ich bin, mit meiner Diagnose zahne und zaudere ich seit über 10 Jahren, will sie nicht anerkennen, das ganze Programm, und genauso zahne und zorne ich mit meinen kleinen Behinderungen, die ich halt einfach habe, im ständigen Wechsel von "
Kommst du mit deiner Diagnose nicht zurecht?
Das ist entscheidend für weitere Verhaltensoptionen. Oft beginnt das doch schon beim ersten Kontakt und kann ziemlich gut einschätzen, wie es weitergehen wird.Aber was ich dagegen tun kann, ist im Kontakt mit dem Gegenüber sehr gut darauf zu achten, wie diese Person mit mir umgeht.
ahaha , die Dienstleistung war für die anderen nicht nützlich genug, so dass ihr beide was davon habt. Oder du bist bei diesen Anforderungen in der Meditativen Versenkung eigentlich unerreichbar, was für andere nicht sichtbar ist.Ich bin über mich drüber gerollert, mit Gewalt. Um durch die Anerkennung meiner Dienste die Berechtigung für meine Existenz zu bekommen.
Bei all deinen neuen Entscheidungen und Erkenntnissen, frage ich mich, was hast du mit deinen Verhaltensänderungen mitsamt Blockierung damit gewonnen, wenn es im Umfeld keine anderen Menschen gibt; außer gewonnene Erkenntnis? Verhaltensänderungen ohne negative Aspekte schaden in der Regel nicht. Verhaltensänderungen dürften dir doch auch nicht schwer fallen: Du bist ja viele, sozusagen?Geändert von Akzent (19.06.2020 um 20:13 Uhr)
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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19.06.2020, 20:08
AW: Ich danke Euch
Bearbeitungsfehler
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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19.06.2020, 20:09
AW: Ich danke Euch
Bearbeitungsfehler
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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19.06.2020, 20:10
AW: Ich danke Euch
Zitierfunktion vervielfältigt sich sich
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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19.06.2020, 20:11
AW: Ich danke Euch
Zitierfunktion hat sich automatisch multipliziert
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee


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