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  1. Registriert seit
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    AW: Ahnung vom Leben

    Für mich zeichnet sich Ahnung vom Leben nicht an Alter oder Anzahl an Erfahrungen aus, sondern wie man den Erfahrungen begegnet ist und was man daraus mitgenommen hat.
    Wer Ahnung vom Leben hat weiss, dass er selbst und das Leben konstantem Wandel und Austausch unterworfen sind. Prägt und lässt sich prägen, lehrt und lernt, ist flexibel genug, sich nicht verbiegen zu müssen, kann Ansichten einnehmen, ohne die eigenen aufzugeben, weiss, dass Widersprüche sich nicht auszuschliessen brauchen, kann aktiv mitgestalten, etc.
    Es lässt sich nicht fix definieren, was Ahnung vom Leben ist. Wer das versteht, hat eine Ahnung davon bekommen, was Ahnung vom Leben ist.

  2. Avatar von Mediterraneee
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    AW: Ahnung vom Leben

    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.



  3. Registriert seit
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    AW: Ahnung vom Leben

    Ich kenne oder kannte einige wenige Menschen von denen ich sagen würde: die haben Ahnung vom Leben.

    Das Schlüsselwort ist für mich das Einschätzen können von Menschen.
    Und was mich dann wundert ist, diejenigen sind gar nicht glücklich damit.

    Also habe ich lieber wenig oder gar keine Ahnung vom Leben.
    Nee, ich bin lieber auch heute noch die Wundertüte.
    Der Mensch ist nichts
    anderes, als wozu
    er sich macht
    Jean Paul Sartre


  4. Registriert seit
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    AW: Ahnung vom Leben

    Zitat Zitat von Scheherezade Beitrag anzeigen
    Ich kenne oder kannte einige wenige Menschen von denen ich sagen würde: die haben Ahnung vom Leben.

    Das Schlüsselwort ist für mich das Einschätzen können von Menschen.
    Und was mich dann wundert ist, diejenigen sind gar nicht glücklich damit.

    Also habe ich lieber wenig oder gar keine Ahnung vom Leben.
    Nee, ich bin lieber auch heute noch die Wundertüte.
    Klingt für mich eher nach Leuten mit viel Lebenserfahrung und (bösen) Vorahnungen bezüglich anderen Menschen. Wenn du verinnerlicht hast, dass du dir nichts gewiss sein kannst, dich immer wieder überraschen wirst (Wundertüte), dich frohen Mutes auf das Leben einlässt und damit glücklich bist, hast du nach meiner Ansicht mehr Ahnung vom Leben, als die von dir beschriebenen Unglücklichen.

  5. Avatar von Akzent
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    AW: Ahnung vom Leben

    Zitat Zitat von Jagusam Beitrag anzeigen
    Es lässt sich nicht fix definieren, was Ahnung vom Leben ist. Wer das versteht, hat eine Ahnung davon bekommen, was Ahnung vom Leben ist.
    Ahnung vom Leben ist nicht so spektakulär wie es diese drei Worte zur Frage stellen wollen. Mit einem Quantum an Lebenserfahrung lässt sich sicher einiges erklären, je nach dem für was sich der Protagonist entscheiden will, wird gehandelt. Die Ambivalenz von Verhalten einer Situation in verschieden AusRichtungen ermöglicht mehrere Ansichten für Handlungen.

    Desweiteren prägen gemeinsame Umweltoptionen die Menschen. Bei Rot bleib stehn, bei grün darfst gehn. Dasselbe gilt doch auch für gesellschaftliche Bereiche die für jeden Menschen die gleiche Funktionen. Standesämter z. B. haben für jeden Menschen die gleichen Funktionen.
    Die Autobahn lässt sich für jeden Menschen auf die gleiche Art und Weise nutzen. Es gibt für die öffentlichen Funktionen für jeden die gleichen Bedingungen oder zumindest ähnliche in der entsprechenden Situation.

    Komplizierter wird es wahrscheinlich mit Süchten, Gesundheit/Krankheit. Der Organismus eines menschlichen Körpers funktioniert auf die gleiche Art und Weise; Das Philosophieren lässt viel Spielraum für Ansichten und Erkenntnissen und doch wird man sich auch dort irgendwo treffen können.


    Da könnte man an vielen Beispielen ansetzen. Von Lebensanfang und Lebensende bestehen im natürlichen Prozess für die meisten Menschen ähnlich lange Lebensjahre.

    Hat Ahnung von etwas haben doch auch mit diesen Wiederholungen so allgemein zu tun. Und täglich gleiche Rituale die prägend das Leben beschäftigen undsoweiter undsofort.
    Weniger Ahnung hat man von den übergeordneten Strukturen, welche die Welt so zeichnet. Wie stabil bleibt die Welt usw.

    Menschenkenntnis ist ein Teilaspekt und sorgt sicher immer wieder für Überraschungen, die man nicht für möglich hielt. Oder für manchen erst recht eine Bestätigung sind

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee



  6. Registriert seit
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    AW: Ahnung vom Leben

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Deine Formulierung ist nicht richtig. Sokrates sagt "Ich weiß, dass ich nicht weiss (Im einem damaligen Kontext von etwas Ahnung haben, aber eben nicht das Wissen über etwas haben (Im Kontext seiner Gerichtsverhandlung wegen Gotteslästerung) Das ist die richtige 'Interpretation von "Ich weiss, dass ich nicht weiss"

    Das ist ein großer Unterschied zu deinem "Ich weiss, dass ich nichts weiss. Das übersehen viele und machen den gleichen Fehler.
    Für mich passen beide Sätze zum Thema "Ahnung vom Leben haben".


  7. Registriert seit
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    AW: Ahnung vom Leben

    Zitat Zitat von Jagusam Beitrag anzeigen
    Für mich zeichnet sich Ahnung vom Leben nicht an Alter oder Anzahl an Erfahrungen aus, sondern wie man den Erfahrungen begegnet ist und was man daraus mitgenommen hat.
    mit der Menge hat's durchaus was zu tun. Auch das Hinterfragen und Reflektieren will gelernt sein, und braucht manchmal mehrere Anläufe, bis man es einigermassen hinkriegt.


    Es lässt sich nicht fix definieren, was Ahnung vom Leben ist.
    Dass Definitionen gelegentlich unscharfe Ränder haben, macht sie nicht unbrauchbar.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


  8. Registriert seit
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    AW: Ahnung vom Leben

    Zitat Zitat von Scheherezade Beitrag anzeigen
    Das Schlüsselwort ist für mich das Einschätzen können von Menschen.
    Und was mich dann wundert ist, diejenigen sind gar nicht glücklich damit.
    Es macht halt nicht speziell glücklich, mitzukriegen, wie andere mit Vollgas ins Unglück rennen, und nichts dagegen tun zu können. Was leider allzu oft der Fall ist, wenn man Menschen einschätzen kann.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


  9. Registriert seit
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    AW: Ahnung vom Leben

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Ahnung vom Leben ist nicht so spektakulär wie es diese drei Worte zur Frage stellen wollen. Mit einem Quantum an Lebenserfahrung lässt sich sicher einiges erklären, je nach dem für was sich der Protagonist entscheiden will, wird gehandelt. Die Ambivalenz von Verhalten einer Situation in verschieden AusRichtungen ermöglicht mehrere Ansichten für Handlungen.

    Desweiteren prägen gemeinsame Umweltoptionen die Menschen. Bei Rot bleib stehn, bei grün darfst gehn. Dasselbe gilt doch auch für gesellschaftliche Bereiche die für jeden Menschen die gleiche Funktionen. Standesämter z. B. haben für jeden Menschen die gleichen Funktionen.
    Die Autobahn lässt sich für jeden Menschen auf die gleiche Art und Weise nutzen. Es gibt für die öffentlichen Funktionen für jeden die gleichen Bedingungen oder zumindest ähnliche in der entsprechenden Situation.
    Ich unterscheide zwischen "Ahnung vom Leben" und "Ahnung vom Leben in unserem Kulturkreis". Wir werden ohne Frage durch gemeinsame Umweltoptionen geprägt. Nicht jede dieser Prägungen steht in Einklang mit dem Leben, der Seele, der Gefühlswelt oder wie immer man dies auch nennen mag. Dadurch können innere Konflikte entstehen. Gerade das Beispiel Standesamt zeigt doch, wie unterschiedlich dessen gleiche Funktion sich auf Menschen mit unterschiedlicher Prägung auswirkt. Auf die rechtliche Situation hat eine eingetragene Ehe sehr wohl den gleichen Einfluss. Einige erreichen dadurch eine neue Stufe der Beziehung, während es für andere eine rein formelle Nebensächlichkeit ist und somit deren Leben kaum tangiert.

    Ich sehe das Leben als das urtümliche, noch nicht von Ideen geprägte Zusammenspiel von Beziehungen auf allen Ebenen, also vom Mikro- bis zum Makrokosmos. Damit blende ich die Ideen keineswegs aus, sondern betrachte sie als gleichwertigen Teil des Ganzen, statt als überordnenden Aspekt. Dies erfordert ein klares Erkennen der Prägung, ein sich davon loslösen Können, um sie aus freien Stücken wieder anzunehmen, statt sich in ihr gefangen zu wähnen.

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Komplizierter wird es wahrscheinlich mit Süchten, Gesundheit/Krankheit. Der Organismus eines menschlichen Körpers funktioniert auf die gleiche Art und Weise; Das Philosophieren lässt viel Spielraum für Ansichten und Erkenntnissen und doch wird man sich auch dort irgendwo treffen können.
    Süchte, Krankheiten etc. sind schlussendlich auch nur Ausdruck unserer Lebensweise, welche stark von der uns umgebenden Umwelt geprägt wird und in dieser spielen kulturelle Ideen und Vorstellungen eine sehr grosse Rolle. Suchtforschung und Medizin verändert sich doch ständig und was gestern falsch war und heute gilt, kann morgen wieder widerlegt werden. Es gibt beispielsweise Erkenntnisse, welche beispielsweise die Suchtwirkung, resp. Abhängigkeit von Heroin in Frage stellen und das Problem eher in einem Mangel verorten, welcher mit Heroin behoben wird. "Vielleicht ist der Käfig das Problem?" wäre das passende Stichwort hierzu.


    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Da könnte man an vielen Beispielen ansetzen. Von Lebensanfang und Lebensende bestehen im natürlichen Prozess für die meisten Menschen ähnlich lange Lebensjahre.

    Hat Ahnung von etwas haben doch auch mit diesen Wiederholungen so allgemein zu tun. Und täglich gleiche Rituale die prägend das Leben beschäftigen undsoweiter undsofort.
    Weniger Ahnung hat man von den übergeordneten Strukturen, welche die Welt so zeichnet. Wie stabil bleibt die Welt usw.

    Menschenkenntnis ist ein Teilaspekt und sorgt sicher immer wieder für Überraschungen, die man nicht für möglich hielt. Oder für manchen erst recht eine Bestätigung sind
    Die Wiederholungen beziehen sich doch wieder auf Ahnung vom Lebensalltag innerhalb eines bestimmten Kulturkreises. Aus meiner Sicht hat jener Mensch eine Ahnung vom Leben, der sich in einem völlig fremden Umfeld innert nützlicher Frist zurechtfinden und zufrieden leben kann. Der die wesentlichen Aspekte erkannt hat und diese verfolgen kann, weil er sich die Fähigkeit des Lernens und Anpassens bewahrt hat. Der die kulturelle Prägung erkannt hat und entsprechend in Frage stellen, Teile davon verwerfen und neu erlernen kann. Das müssen überhaupt nicht weit gereiste Globetrotter sein. Ein fest verwurzelter Mensch, der sich die Ferne überhaupt nicht vorstellen mag, weil er am ihm bekannten Ort die lebenswerten, ihm wichtigen Dinge gefunden hat und nicht darauf verzichten will, kann mehr Ahnung vom Leben haben, als einer der diese immer in der Ferne wähnt, wo er seinem Prägungskäfig kurzfristig entkommen kann.

    Es geht nicht darum, sich möglichst gut an eine fremde Kultur anpassen zu können, sondern darum, seine Bedürfnisse unabhängig von der eigenen Prägung erkennen und befriedigen zu können.


  10. Registriert seit
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    AW: Ahnung vom Leben

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    mit der Menge hat's durchaus was zu tun. Auch das Hinterfragen und Reflektieren will gelernt sein, und braucht manchmal mehrere Anläufe, bis man es einigermassen hinkriegt.
    Eine grössere Anzahl an entsprechender Erfahrung kann helfen, muss es aber nicht zwingend. Wer beim ersten Mal in kompletter Dunkelheit gelernt hat, dass man sich davor nicht zu fürchten braucht, hat mit weniger Erfahrungen mehr über die Absenz von Licht gelernt als jener, der sich noch im hohen Alter aus Angst vor der Dunkelheit fürchtet, wenn er die Treppe in den Keller hinuntersteigt.



    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Dass Definitionen gelegentlich unscharfe Ränder haben, macht sie nicht unbrauchbar.

    gruss, barbara
    Das sehe ich genau gleich.

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