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Thema: Ahnung vom Leben
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04.12.2019, 23:53
AW: Ahnung vom Leben
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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04.12.2019, 23:54
AW: Ahnung vom Leben
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Geändert von wildwusel (04.12.2019 um 23:54 Uhr) Grund: umgeparkt
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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05.12.2019, 08:21
AW: Ahnung vom Leben
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05.12.2019, 09:25
AW: Ahnung vom Leben
Bedeutet Ahnung vom Leben haben, dass man sich mit dem Leben auskennt? In praktischer Hinsicht? Zum Beispiel den Geldautomaten bedienen können? Schon, ja. Denn ansonsten bleibt der persönliche Radius klein. Und ein großer Radius hat in meinen Augen viel mit "Ahnung vom Leben" zu tun.
Lea1958 hat den Begriff Bewusstsein benutzt. Ich finde, das ist ein sehr wichtiger Aspekt. Wer bewusst durch´s Leben geht, empathisch ist, Dinge mit offenen Augen wahrnimmt, ein neugieriges Wesen hat, nicht vorverurteilt, nicht (zu schnell) wertet, viel lernt, sich selbst hinterfragt, sich nicht nur in seiner Filterblase bewegt, der bekommt Ahnung vom Leben.Wir werden weitermachen!
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05.12.2019, 12:25
AW: Ahnung vom Leben
May you be surrounded by friends and family,
and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.
Leonard Cohen
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
Erich Kästner
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05.12.2019, 13:55Inaktiver User
AW: Ahnung vom Leben
Für mich hat "Ahnung vom Leben haben" zwei Aspekte:
Einerseits geht es darum, gut im Leben zurechtzukommen, auch in bisher unbekannten Situationen. Andererseits darum, einen breiten Erfahrungsschatz zu besitzen, viel erlebt/gesehen zu haben und daraus Schlüsse ableiten zu können. Letzteres kann bei ersterem helfen.
"Du hast doch keine Ahnung vom Leben" ist meistens auf den zweiten Aspekt bezogen. Darauf, dass man (vermeintlich) weniger erlebt, erduldet, durchlitten hat. Darauf, dass man die Situation des anderen, weil man ähnliches noch nicht erlebt hat, nicht nachvollziehen kann. Auch gleichzusetzen mit "Dir ist doch noch nie etwas Übles zugestoßen".
Im Schnitt stimmt das vermutlich auch. Auch wenn es im Einzelfall natürlich immer anders aussehen kann, würde ich jemandem mit kompliziertem Elternhaus, Ausbildungsumwegen, verschiedenen Berufen in verschiedenen Ländern, Kontakten in viele unterschiedliche Milieus, Krankheits- und Todesfällen, Scheidungen, Pleiten und Erfolgen mehr Ahnung vom Leben unterstellen als jemandem, der nach der mittleren Reife bei der örtliche Sparkasse angefangen hat und da 40 Jahre geblieben und nie aus seinem Kreis herausgekommen ist.
Wobei das trotzdem sehr individuell sein kann. Vielleicht hat der Sparkassenangestellte auch 40 Jahre lang mit seinen Kreditnehmern mitgefiebert, Geburten und Ehen, Pleiten und Zwangsversteigerungen, Erfolge und Mißerfolge miterlebt und verfügt über einen reichen Erfahrungsschatz 2. Hand? Wer weiß?
Ich finde "Ahnung vom Leben" eine ganz schwierige Sache. Hat man sie, so ist es oft gleichbedeutend damit, dass man nicht nur viel erlebt, sondern eben auch erlitten hat. Ist das positiv? Wünsche ich mir das? Wünsche ich mir das z.B. für meine Kinder? Für mich selbst ist es ein positiv besetzter Begriff, aber ich habe die unangenehmen Teile davon ja auch schon hinter mir. Für meine Kinder? Ja, vielleicht auch. Man muss vielleicht auch Negatives durchleben, um das Positive wirklich schätzen zu können.
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05.12.2019, 14:01
AW: Ahnung vom Leben
Ja, das kommt häufig vor. Ich finde es aber ziemlich schwierig (und auch irgendwie "unerwachsen"), jemandem diese bloßen Tatsachen zum Vorwurf zu machen. Keiner kann was dafür, wenn er das Glück hatte, ohne Geldsorgen aufzuwachsen oder bis zum 50. Lebensjahr noch keinen nahestehenden Menschen verloren zu haben, ebenso wie keiner was dafür kann, dass ein anderer unter schwierigen Bedingungen groß geworden oder mit einer blöden Krankheit zur Welt gekommen ist.
Was ich mir aber durchaus von allen Menschen wünsche: ein gewisses Verständnis und Einfühlungsvermögen für mein Umfeld und die Erkenntnis, dass eine andere Einstellung oder Lebensweise auch ihre Daseinsberechtigung hat und nichts ist, worüber man die Nase rümpfen oder sich erheben muss.
Dass ich selbst vielleicht noch keine schweren Verluste, Krankheiten oder Notsituationen erleben musste, entbindet mich ganz und gar nicht davon, mich in andere einzufühlen, denen so etwas gerade zustößt oder zugestoßen ist.May you be surrounded by friends and family,
and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.
Leonard Cohen
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
Erich Kästner
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05.12.2019, 15:40
AW: Ahnung vom Leben
Aus dem Grund war meine Formulierung auch eher in die Richtung, dass man offen sein sollte, um Ahnung vom Leben zu haben. Nicht, dass man zwingend viele Schicksalsschläge gemeistert haben muss. Die prägen einen vielleicht und geben einem Erfahrung. Aber ich glaube, man kann auch ohne sie Ahnung vom Leben haben.
Um auf Dein Beispiel mit dem Sparkassenangestellten zurück zu kommen: Vielleicht hat der nicht die Welt bereist oder viele Widrigkeiten im Leben gemeistert, aber vielleicht ist er immer neugierig gewesen, ist sehr belesen, hat sich für viele Themen interessiert, hat tiefgehende Beziehungen und Freundschaften, an denen er menschlich gereift ist, und hat deshalb Ahnung vom Leben.
Keine Ahnung vom Leben hat in meinen Augen derjenige, der nur um sich selbst kreist, sich nicht weiterentwickelt, nicht neugierig ist und menschliche Begegnungen an der Oberfläche hält. Ein solcher Mensch wird nie wirklich Tiefe haben.
Das hat aber meines Erachtens nicht unbedingt damit zu tun, wieviel jemand erlebt. Es ist eher eine Sache der Einstellung zum Leben.Wir werden weitermachen!
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05.12.2019, 15:45Inaktiver User
AW: Ahnung vom Leben
Es ist ja eine valide Strategie, die schlechten Dinge, die man erlebt, als wertvolle Erfahrung zu betrachten. Sie haben mich geformt, also waren sie doch für was gut.
Trotzdem kommt mir manchmal auch der ketzerische Gedanke, ob mich diese Dinge nicht auch irgendwie "beschädigt" haben und meine klarsten, weisesten Gedanken nicht tatsächlich die in meiner Jugend waren, als ich noch gänzlich intakt war - und keine "Ahnung vom Leben" hatte.
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05.12.2019, 15:59
AW: Ahnung vom Leben
Ja, dieses Gefühl des "Beschädigtseins" kann ich nachvollziehen. Bestimmte Verletzungen im Leben hinterlassen tiefe Wunden. Aber andererseits hat man die Gelegenheit, wieder zu heilen, indem man sich mit diesen Wunden und den Gründen dafür auseinandersetzt. Und selbst wenn nicht, können diese Wunden eben auch dazu beitragen, dass man Ahnung vom Leben hat. Und sei es nur, dass man weiß, wie weh das Leben tun kann. Ahnung muss ja nicht unbedingt etwas Positives sein...
Zudem glaube ich nicht, dass man ganz BESTIMMTE Erfahrungen gemacht haben muss, um Ahnung zu haben. Es ist mehr so ein Gefühl für das Leben selbst. Mir hat mal ein befreundeter Vater gesagt, wer keine Kinder großgezogen hat, der hat keine Ahnung vom Leben. Das habe ich als sehr arrogant empfunden. Erfahrungen sind individuell (er als Vater hat dafür nie die Erfahrung gemacht, wie es ist, ein Kind auszutragen und zu gebären, ihm deshalb zu sagen, er habe keine Ahnung vom Leben, käme mir nicht in den Sinn).Geändert von Mediterraneee (05.12.2019 um 16:44 Uhr)
Wir werden weitermachen!



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