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Thema: Zuhören...


  1. Registriert seit
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    AW: Zuhören...

    Zitat Zitat von butter_cookie Beitrag anzeigen

    Aber wenn ich einer anderen Person 20 Minuten lang über meine Wohn- und Familiensituation erzähle, dann finde ich, gehört es sich, ihr Interesse zu erwidern und mich gleichfalls für ihre Wohnsituation zu interessieren. Mehr nicht.
    Ja, und Deine Erwartung ist berechtigt.

    Ich muss da an eine total liebe Freundin denken, ich kenne sie erst seit gut einem Jahr. Wir haben da nie drüber gesprochen, aber mir(!) ist das aufgefallen, dass ihr oft ins Wort gefallen wird und sie teilweise gar nicht zu Ende erzählen kann. Ich weiß nicht genau woran das liegt, sie redet relativ leise aber nicht uninteressant. Ich nehme an das passiert immer wieder, weil sie sich nicht "wehrt" sondern eben verstummt wenn andere los labern.

    Ich finds merkwürdig dass hier der Tenor herrscht dass ein Gesprächspartner wie butter_cookie dafür verantwortlich ist, dass andere nur ihren Kram loswerden wollen. Diese Unhöflichkeit und schlechte Umgangsform kann getrost bei denen bleiben, die sie auch an den Tag legen.

  2. Avatar von Mediterraneee
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    AW: Zuhören...

    Zitat Zitat von Copic Beitrag anzeigen

    Ich finds merkwürdig dass hier der Tenor herrscht dass ein Gesprächspartner wie butter_cookie dafür verantwortlich ist, dass andere nur ihren Kram loswerden wollen. Diese Unhöflichkeit und schlechte Umgangsform kann getrost bei denen bleiben, die sie auch an den Tag legen.

    Da wirfst Du meines Erachtens zwei Dinge in einen Topf.

    butter_cookie wird nicht verantwortlich gemacht für das Verhalten der Laberbacken. Die sind, wie sie sind. Egozentrisch, unhöflich.

    Aber: butter_cookie geht in solche Gespräche mit der Erwartungshaltung, dass sie gefragt wird. Solange das nicht passiert, erzählt sie auch nicht. Und damit schneidet sie sich ins eigene Fleisch, denn so kommt natürlich kein gleichgewichtetes Gespräch zustande, es sei denn, man trifft auf einen Menschen, der sehr aufmerksam ist und fragt.

    Aber die Bandbreite zwischen solch aufmerksamen Menschen und den Laberbacken ist groß, und ich würde behaupten, dass die meisten Menschen in einem Gespräch gerne erst mal ein paar Infos bekommen möchten, bevor sie konkrete Fragen stellen.
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.


  3. Avatar von twix25
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    AW: Zuhören...

    Zitat Zitat von Caramac Beitrag anzeigen
    Ehrlich -am Telefon überlege ich manchmal, einfach meinem Tagesgeschäft nachzugehen und nur ab und an den Hörer aufzunehmen und ein zustimmendes, erstauntes oder mitleidiges Grunzen von mir zu geben. Ich kenne die Namen aller ihrer Kollegen plus halbe Lebensgeschichte, ihren genauen Tagesablauf
    made my day, ich musste derart laut auflachen und schmunzeln über den Tag lang
    ************************************************** **************************************

    Ich so : "Och bitte" - Mein Leben so : "Nö!"

    Ich wieder: "Och bitte"

    Mein Leben so : "Naaaa guut"

  4. Avatar von twix25
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    AW: Zuhören...

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen

    Dass die Frau - bei der dir der Kragen geplatzt ist- nun nur noch Bekannte ist, kann ich gut verstehen.
    Sie wusste doch gar nicht, dass sie etwas falsch gemacht hat und wird dann - wie aus dem Nichts- von dir angegriffen!
    Diese Frau hatte ja gar keine Chance, ihr Verhalten zu überdenken oder zu verändern.

    .
    Das die Bekannte erstmal sauer war, verstehe ich auch, nicht jedoch, dass sie als Freundin nicht mal nach-reflektiert hat
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    AW: Zuhören...

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Da wirfst Du meines Erachtens zwei Dinge in einen Topf.

    ....
    Aber sie beschreibt doch auch dass sie beginnt etwas zu erzählen und dann übernimmt der andere schon wieder das Wort. Sie begnet dann allerdings nicht mit gleichem Verhalten um das Wort zurück erobern - so verstehe ich das. Und auch dass das Gegenüber gar kein Interesse signalisiert.

  6. Avatar von Saruma
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    AW: Zuhören...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich persönlich habe von einer solchen Kommunikation garnichts und würde mir auch niemals (mehr!) eine solche Person als Freund/Freundin aussuchen, bei der die Schieflage kontinuierlich zu meinen Ungunsten ausfällt.

    Ich kann mich sehr schlecht dagegen abgrenzen.
    Ich beobachte Andere und sehe voller Erstaunen und Bewunderung, wie die Wort-wasserfälle an ihnen abprallen und sie seelenruhig weiterhin z.B. im pc etwas recherchieren, während ich schon kurz vor dem epileptischen Anfall bin und einfach nur noch schreien möchte.

    Aber nach einer solchen, länger dauernden Interaktion bin ich mental fix und fertig.

    Ich persönlich habe auch nix davon, mir das Wort und die Aufmerksamkeit "zu erkämpfen", was soll das? Ist mir zu anstrengend und das hat für mich mit Freundschaft nichts zu tun. Muss ich erst laut werden, damit man mich hört? Nee tut mir leid, ich lasse mich nicht zu einem Verhalten treiben, das ich garnicht möchte, nur weil mein Gegenüber eine Wahrnehmungsstörung hat. Das wäre wahrlich mir selbst gegenüber wenig achtsam.
    Mir geht es genauso.

    Ich hatte eine Tante, quasi der Monolog auf zwei Beinen. Bei einem der obligatorischen Weihnachtsbesuche hatte ich mir vorgenommen, dass ich gar nicht erst mehr versuche, dazwischen zu kommen. Mein Mann und meine Bruder waren dabei, die das eigentlich schon immer praktizierten, während ich probierte, eine Art Konversation zu führen. Das extra Übel dabei war, dass in unserer Familie Besuche gewohnheitsmäßig Mammutbesuche waren, fingen am frühen Nachmittag mit Kaffeetrinken an und gingen bis in den späten Abend.
    Das Ende vom Lied war, dass Tante von 15.00 h bis 23.00 h fast ununterbrochen geredet hat und ich komplett ausgelaugt und endgültig durch war.

    Ich fühle mich in solchen Situationen dermaßen auf eine reine Sprechsäule reduziert, dass ich mich ernsthaft frage, warum das Gegenüber überhaupt noch menschlich sein muss. Ich fühle keinerlei Verbundenheit in irgendeiner Form und frage mich, ob der andere etwas derartiges fühlt und wie das eigentlich noch möglich ist. Denn ob wir da nun saßen, oder irgendjemand anders oder womöglich sogar Mr. Data – mir schien es völlig egal.


  7. Registriert seit
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    AW: Zuhören...

    Liebe butter_cookie,
    ich kann dich sehr gut verstehen.
    Du berichtest von deinem Unverständnis und wenn ich jetzt anfangen würde, davon zu berichten, daß ich auch so unsympathische Menschen kenne, die meinen, daß sich immer alles nur um sie zu drehen hat, weil sie just in dem Moment einen Redeschwall haben, wäre ich auch nur eine von denen, über die du klagst.
    Da ich solche Menschen absolut nicht leiden kann und meide, wo es nur geht, kann ich dir dennoch wenig Mut machen. Ohne aktive Reaktion von dir wird sich wenig ändern.

    Sei so mutig und sprich Klartext. Und wenn du das anfangs nicht schaffst, dann lenk immer wieder zu Themen, die dich beschäftigen. Erzähle von dir aus. Sei so mutig, Gespräche, die dir nichts bringen zu beenden. Laß die Leute mit ihrem Kram zurück und kümmere dich um deine Sorgen. Sei nicht nur für sie da. Auch du bist wichtig, also nimm dir die Zeit zu reflektieren, ab wann für dich ein eintöniges Gespräch beendet ist.
    Wenn du nicht als Kummerkasten enden magst, muss du dich verändern. Andere ändern kannst du nämlich nicht.


  8. Registriert seit
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    AW: Zuhören...

    @butter Cookie: ich denke, das hat auch was mit Sprechtempo/Schnelligkeit des Einstiegs in die Konversation zu tun. Gerade wenn mich ein Anruf zB irgendwie aus was anderen rausreißt, komme ich gar nicht so schnell selbst in den Quatsch-Modus. Meine Mutter und eine gute Freundin von mir sind dagegen beide Schnell-Quassler, die haben mich schon längst an die Wand gequasselt, bevor ich mich überhaupt auf das Gespräch eingelassen habe. Der Königsweg liegt da bestimmt in der Mitte - Leute, bei denen kein Durchkommen ist, aussortieren, bei anderen vehementer „Sprechzeit“ beantragen - zB durch klarere Körpersprache. Dazu gibt‘s aus dem Business-Kontext viele Tips und Hinweise, die man auch im Privaten einsetzen kann.
    "Battlestar Galactica: The Eye of Jupiter (#3.11)" (2006)
    __________________________________________________ ______________
    Captain Kara 'Starbuck' Thrace: Can I make a suggestion that you won't like?
    Major Lee 'Apollo' Adama: Do you make any other kind?

    Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a well preserved body, but rather to skid in broadside, totally worn out, and loudly proclaiming "Wow!" (Hunter S. Thompson)

  9. Avatar von Spatz22
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    AW: Zuhören...

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    durch klarere Körpersprache. Dazu gibt‘s aus dem Business-Kontext viele Tips und Hinweise, die man auch im Privaten einsetzen kann.
    das klingt interessant! Könntest du bitte ein, zwei Beispiele nennen?
    ...von Zeit zu Zeit denke ich über's Dickwerden nach...... wieviel Badewasser könnte ich jährlich sparen....!

    "Aus der Kindheit kommt so einiges, aber man könnte die auch mal beenden und JETZT für sich einstehen."
    (von Rotweinliebhaberin)


  10. Registriert seit
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    AW: Zuhören...

    Zitat Zitat von Spatz22 Beitrag anzeigen
    das klingt interessant! Könntest du bitte ein, zwei Beispiele nennen?
    Im direkten Dialog: bewusst Blickkontakt suchen, zB. Oder durch leichtes nach vorn lehnen am (Kaffee-)Tisch signalisieren: jetzt rede ich. Am Telefon ist es deutlich schwieriger, da hilft aber: laut genug reden, Stimme eher tief.
    "Battlestar Galactica: The Eye of Jupiter (#3.11)" (2006)
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