Ja, und Deine Erwartung ist berechtigt.
Ich muss da an eine total liebe Freundin denken, ich kenne sie erst seit gut einem Jahr. Wir haben da nie drüber gesprochen, aber mir(!) ist das aufgefallen, dass ihr oft ins Wort gefallen wird und sie teilweise gar nicht zu Ende erzählen kann. Ich weiß nicht genau woran das liegt, sie redet relativ leise aber nicht uninteressant. Ich nehme an das passiert immer wieder, weil sie sich nicht "wehrt" sondern eben verstummt wenn andere los labern.
Ich finds merkwürdig dass hier der Tenor herrscht dass ein Gesprächspartner wie butter_cookie dafür verantwortlich ist, dass andere nur ihren Kram loswerden wollen. Diese Unhöflichkeit und schlechte Umgangsform kann getrost bei denen bleiben, die sie auch an den Tag legen.
Antworten
Ergebnis 41 bis 50 von 223
Thema: Zuhören...
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26.11.2019, 07:42
AW: Zuhören...
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26.11.2019, 09:10
AW: Zuhören...
Da wirfst Du meines Erachtens zwei Dinge in einen Topf.
butter_cookie wird nicht verantwortlich gemacht für das Verhalten der Laberbacken. Die sind, wie sie sind. Egozentrisch, unhöflich.
Aber: butter_cookie geht in solche Gespräche mit der Erwartungshaltung, dass sie gefragt wird. Solange das nicht passiert, erzählt sie auch nicht. Und damit schneidet sie sich ins eigene Fleisch, denn so kommt natürlich kein gleichgewichtetes Gespräch zustande, es sei denn, man trifft auf einen Menschen, der sehr aufmerksam ist und fragt.
Aber die Bandbreite zwischen solch aufmerksamen Menschen und den Laberbacken ist groß, und ich würde behaupten, dass die meisten Menschen in einem Gespräch gerne erst mal ein paar Infos bekommen möchten, bevor sie konkrete Fragen stellen.Wir werden weitermachen!
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26.11.2019, 09:23
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26.11.2019, 09:26
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26.11.2019, 10:49
AW: Zuhören...
Aber sie beschreibt doch auch dass sie beginnt etwas zu erzählen und dann übernimmt der andere schon wieder das Wort. Sie begnet dann allerdings nicht mit gleichem Verhalten um das Wort zurück erobern - so verstehe ich das. Und auch dass das Gegenüber gar kein Interesse signalisiert.
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26.11.2019, 11:29Inaktiver User
AW: Zuhören...
Mir geht es genauso.
Ich hatte eine Tante, quasi der Monolog auf zwei Beinen. Bei einem der obligatorischen Weihnachtsbesuche hatte ich mir vorgenommen, dass ich gar nicht erst mehr versuche, dazwischen zu kommen. Mein Mann und meine Bruder waren dabei, die das eigentlich schon immer praktizierten, während ich probierte, eine Art Konversation zu führen. Das extra Übel dabei war, dass in unserer Familie Besuche gewohnheitsmäßig Mammutbesuche waren, fingen am frühen Nachmittag mit Kaffeetrinken an und gingen bis in den späten Abend.
Das Ende vom Lied war, dass Tante von 15.00 h bis 23.00 h fast ununterbrochen geredet hat und ich komplett ausgelaugt und endgültig durch war.
Ich fühle mich in solchen Situationen dermaßen auf eine reine Sprechsäule reduziert, dass ich mich ernsthaft frage, warum das Gegenüber überhaupt noch menschlich sein muss. Ich fühle keinerlei Verbundenheit in irgendeiner Form und frage mich, ob der andere etwas derartiges fühlt und wie das eigentlich noch möglich ist. Denn ob wir da nun saßen, oder irgendjemand anders oder womöglich sogar Mr. Data – mir schien es völlig egal.
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26.11.2019, 11:31
AW: Zuhören...
Liebe butter_cookie,
ich kann dich sehr gut verstehen.
Du berichtest von deinem Unverständnis und wenn ich jetzt anfangen würde, davon zu berichten, daß ich auch so unsympathische Menschen kenne, die meinen, daß sich immer alles nur um sie zu drehen hat, weil sie just in dem Moment einen Redeschwall haben, wäre ich auch nur eine von denen, über die du klagst.
Da ich solche Menschen absolut nicht leiden kann und meide, wo es nur geht, kann ich dir dennoch wenig Mut machen. Ohne aktive Reaktion von dir wird sich wenig ändern.
Sei so mutig und sprich Klartext. Und wenn du das anfangs nicht schaffst, dann lenk immer wieder zu Themen, die dich beschäftigen. Erzähle von dir aus. Sei so mutig, Gespräche, die dir nichts bringen zu beenden. Laß die Leute mit ihrem Kram zurück und kümmere dich um deine Sorgen. Sei nicht nur für sie da. Auch du bist wichtig, also nimm dir die Zeit zu reflektieren, ab wann für dich ein eintöniges Gespräch beendet ist.
Wenn du nicht als Kummerkasten enden magst, muss du dich verändern. Andere ändern kannst du nämlich nicht.
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26.11.2019, 20:12Inaktiver User
AW: Zuhören...
@butter Cookie: ich denke, das hat auch was mit Sprechtempo/Schnelligkeit des Einstiegs in die Konversation zu tun. Gerade wenn mich ein Anruf zB irgendwie aus was anderen rausreißt, komme ich gar nicht so schnell selbst in den Quatsch-Modus. Meine Mutter und eine gute Freundin von mir sind dagegen beide Schnell-Quassler, die haben mich schon längst an die Wand gequasselt, bevor ich mich überhaupt auf das Gespräch eingelassen habe. Der Königsweg liegt da bestimmt in der Mitte - Leute, bei denen kein Durchkommen ist, aussortieren, bei anderen vehementer „Sprechzeit“ beantragen - zB durch klarere Körpersprache. Dazu gibt‘s aus dem Business-Kontext viele Tips und Hinweise, die man auch im Privaten einsetzen kann.
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26.11.2019, 20:26Inaktiver User
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26.11.2019, 21:09Inaktiver User



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