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Thema: Zuhören...
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25.11.2019, 17:16
AW: Zuhören...
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25.11.2019, 17:31
AW: Zuhören...
was mich zur Frage bewegt woher weiß diese Passantin, dass du geschieden bist?
Dein Komm-Stil hier lässt schon Rückschlüsse zu.
Was hast du davon, dass "alle doof und unsensibel" sind? Und du "erwartest" dass dies das und jenes - was aber nicht realisiert wird
Dann wäre deine Realität von mehrheitlich doofen und unsensiblen umgeben zu sein
Das ist doch nicht tröstlich, sondern noch niedermachender
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25.11.2019, 17:35
AW: Zuhören...
Vielleicht liegt da auch ein wenig der Hase im Pfeffer. Die Erwartungshaltung, gefragt zu werden. Und wenn keine Frage kommt, ist die Enttäuschung da. Dann eben einfach selber drauflos erzählen. Denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sämtliche Menschen in Deiner Umgebung solche Dampfplauderer sind, dass Du überhaupt nicht dazwischen kommst.
Wir werden weitermachen!
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25.11.2019, 17:54
AW: Zuhören...
Dass habe ich doch vorhin erklärt: ich erwarte von anderen Menschen ein Mindestmaß an Höflichkeit, was sich in diesem Fall in Nachfragen geäußert hätte. Nein, sie wusste nicht, dass ich geschieden bin, und ich hatte auch nicht das Bedürfnis, das zu thematisieren. Es ist nur ein Beispiel!
Aber wenn ich einer anderen Person 20 Minuten lang über meine Wohn- und Familiensituation erzähle, dann finde ich, gehört es sich, ihr Interesse zu erwidern und mich gleichfalls für ihre Wohnsituation zu interessieren. Mehr nicht. Ich war nicht gekränkt und habe nicht geweint. Ich war nur wieder mal überrascht, wie einseitig manche Menschen kommunizieren und wie wenig Interesse sie anderen Menschen entgegenbringen, nachdem sie umgekehrt das Interesse dieser Menschen ausgiebig genossen und in Anspruch genommen haben.
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25.11.2019, 17:59
AW: Zuhören...
Ja, eben. Du erwartest das Nachfragen. Und wenn es ausbleibt, stellst Du die Kommunikation ganz ein.
Gib den Leuten doch erst mal was, wonach sie fragen können.
Ich verstehe Deinen Frust gut. Manche Menschen sind so unhöflich und desinteressiert. Manche scheinen aber auch nur so.
Erzähl ein, zwei Sätze und warte ab, ob dann nachgefragt wird. Gib einen Aufhänger für Fragen.Wir werden weitermachen!
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25.11.2019, 19:12
AW: Zuhören...
Ich finde Deine Erwartungshaltung immer noch überzogen. Das war eine Frau, mit der Du Dich das erste Mal unterhalten hast. Im Gegensatz zu Dir hätte ich es von der Dame als äußerst übergriffig und unhöflich empfunden wenn sie mich in so einer Situation ausgequetscht hätte. Sie hat freiwillig viel von sich preisgegeben. Woher soll sie wissen, dass Du dazu auch bereit bist? Soll sie Dich allen Ernstes dazu animieren von Dir zu erzählen? Fände ich furchtbar.
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25.11.2019, 20:19Inaktiver User
AW: Zuhören...
Liebe buttercookie, ich weiss leider sehr genau, wovon Du redest und habe oft den Eindruck, dass die Mehrzahl der heutigen Zeitgenossen Kampfmonologisierer mit wechselndem Ausmass an Agitiertheit und Tunnelblick sowie Unfähigkeit, sich auf eine andere Person zu fokussieren, sind. Mich macht das regelmässig wahnsinnig und treibt meinen Blutdruck auf die Spitze.
Ich persönlich habe von einer solchen Kommunikation garnichts und würde mir auch niemals (mehr!) eine solche Person als Freund/Freundin aussuchen, bei der die Schieflage kontinuierlich zu meinen Ungunsten ausfällt.
Ich kann mich sehr schlecht dagegen abgrenzen.
Ich beobachte Andere und sehe voller Erstaunen und Bewunderung, wie die Wort-wasserfälle an ihnen abprallen und sie seelenruhig weiterhin z.B. im pc etwas recherchieren, während ich schon kurz vor dem epileptischen Anfall bin und einfach nur noch schreien möchte.
Ich bin definitiv nicht mehr dazu bereit, z.B. auf eine einfache Frage eine Viertelstunde Wortschwall anzuhören, wo ich mir anschliessend dann selbst den Sinngehalt mühsam zusammensuchen muss. Ich bremse solche Leute mittlerweile sehr klar und deutlich aus, im Arbeitskontext, und ertrage nur, was dort unbedingt nötig ist. Aber nach einer solchen, länger dauernden Interaktion bin ich mental fix und fertig.
Von solchen Leuten kannst Du meiner Meinung nach im Freundschafts-kontext keine Aufmerksamkeit erwarten, oder Wertschätzung.
Ich persönlich habe auch nix davon, mir das Wort und die Aufmerksamkeit "zu erkämpfen", was soll das? Ist mir zu anstrengend und das hat für mich mit Freundschaft nichts zu tun. Muss ich erst laut werden, damit man mich hört? Nee tut mir leid, ich lasse mich nicht zu einem Verhalten treiben, das ich garnicht möchte, nur weil mein Gegenüber eine Wahrnehmungsstörung hat. Das wäre wahrlich mir selbst gegenüber wenig achtsam.
Ich gehe am Ehesten so damit um, dass ich mich nicht abhängig mache von irgendwelchen sog. "Freunden", und schlichtweg sehr gut ohne auskomme.
Über Interaktionen, die unverhofft anders ablaufen, freue ich mich allerdings sehr.
So kann ich Dich insgesamt nur bestätigen, aber eine Lösung habe ich nicht.Geändert von Inaktiver User (25.11.2019 um 20:53 Uhr)
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25.11.2019, 20:50Inaktiver User
AW: Zuhören...
Also hörst du auch nicht wirklich (!) zu...
Hast DU sie denn danach gefragt? Also explizit sowas wie „Und was macht ihr Exmann jetzt so?“ Ich vermute (!), dass nein. Die meisten Menschen erzählen meistens einfach so, auch ohne konkrete Fragen. Und sie gehen davon aus, dass das Gegenüber, wenn es was wichtiges zu erzählen gibt, den Mund von allein aufmacht. Alles andere empfinden die meisten „Bekannten“ nämlich als unhöflich, also nach Dingen fragen, die sie nix angehen könnten. Und wenn du nix erzählst, dann erzählen sie halt, wonach ihnen grad der Schnabel gewachsen ist.Finde ich alles interessant und habe ich mir gerne angehört. Aber als ich erwähnte, dass ich auch ein Enkelkind habe, hat sie das schlicht überhört. Keine einzige Nachfrage nach mir, meiner Wohnsituation, meiner Scheidung ;-)
DU machst es doch zu fünfzig Prozent zu genau dem „Gespräch“, das es ist. Nämlich, indem du den Mund nicht aufmachst, sondern auf eine Sondergenehmigung wartest, extra gefragt werden willst. So läuft das nicht - außerhalb einer Therapiesitzung zumindest nicht. Geben (!) und nehmen. Erzählen und zuhören.Und das macht mich ratlos. War das unhöflich von ihr, oder war sie nur so verzweifelt, weil er sonst niemand zuhört? Bin ich damit also austauschbar, weil meine Reaktionen sowieso nicht ankommen? Sind Menschen in der Regel so? Und soll ich weiter zuhören, um ihr in diesem Moment vielleicht zu helfen, oder soll ich das Gespräch schnellstens beenden, weil es ja keins ist, das den Namen verdient?
Oder bist du so uninteressant, dass du nix zu erzählen hast?
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26.11.2019, 05:02
AW: Zuhören...
Ich kann das alles gut nachvollziehen, denn mir ist das früher auch sehr oft passiert.
Es geht - mir zumindest - nicht darum etwas von mir zu erzählen, es geht um Wertschätzung, authentisches Interesse am Gegenüber , um Kontakt, in Beziehung treten.
Es kann sogar der Gemüsehändler sein, von dem ich mein Obst kaufe.
Es geht auch nicht um die Themen an sich (obwohl für mich das schon eher mit Übergriffigkeit zu tun hat, wenn mir jemand Neues oder Fremdes gleich sein gesamtes Leben erzählt) sondern um
sich gegenseitig wahrnehmen und wenn es nur ein Augenblick ist.
Ich habe bei mir festgestellt, dass ich mich gut auf andere einstellen kann, also eine sehr gute Zuhörerin bin und auch tatsächlich höre was mir jemand erzählt.
Bedeutet dass ich im diesen Momenten sehr beim anderen bin und inzwischen erwarte dass man sich mir gegenüber genau so verhält.
Es ist etwas anderes wenn eine gute Freundin eine Zeitlang an einem Thema festhängt.
Inzwischen sortiere ich ganz vehement nach diesem Prinzip aus, stoße auch damit vor den Kopf, bin unbequem, aber authentisch und mir gehts sehr gut damit.I believe everything happens for a reason! People change so you can learn to let go,things go wrong so that you can appreciate them when they're right,you believe lies so that you will eventually learn to trust no one but yourself,and sometimes, good things fall apart,so better things can fall together.
(Marilyn Monroe)
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26.11.2019, 06:52
AW: Zuhören...
Das sehe ich auch so.
Aber im Gegensatz zur TE hätte ich auch keinerlei Bereitschaft
gezeigt, bei einer ersten (!) Begegnung viel von meinem Privatleben preis zu geben.
Das stimmt natürlich - und es ist der Idealfall in einer Beziehung, in
einer Freundschaft.
Ich kann das aber beim besten Willen nicht in einen Topf werfen mit der
von der TE geschilderten Situation, in der es um eine Person geht, die man
gerade das erste Mal getroffen hat.
Jegliche konkrete Erwartungshaltung an einen völlig Unbekannten ist
geradezu dafür prädestiniert, in Enttäuschung zu enden.
Man kann trotzdem für sich beschließen, ein guter Zuhörer zu sein und
zu bleiben. Dann bleibt man zumindest den Erwartungen sich selbst gegenüber treu.



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