Hallo,
wenn Du Dich innerlich zurückziehst, bist Du für den Gesprächspartner nicht mehr vorhanden, präsent, da. Der Andere spürt das unbewusst und er stochert praktisch im Nebel, was Dich angeht. Und füllt das vorhandene Loch mit seinem Gequatsche. So kann kein Dialog aufkommen.
Ich habe dazu eine Vermutung: Hast Du Dir die persönliche Erzählung der unbekannten Frau wirklich gerne angehört? Oder erkennst Du Deine eigene Grenze nicht, wann es gut ist, und kannst somit dem Gesprächspartner auch keine Grenze setzen?
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Thema: Zuhören...
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25.11.2019, 12:35Inaktiver User
AW: Zuhören...
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25.11.2019, 12:40
AW: Zuhören...
Ich bin selbst eine ziemlich verbale und initiativreiche Person. Kann raumgreifend sein. Bin aber ehrlich interessiert an der Erfahrung und den Meinungen anderer Menschen. Daher achte ich in Gesprächen darauf, ob und dass sich möglichst eine Gegenseitigkeit entwickelt, frage nach, nehme mich auch zurück.
Dass andere Leute einfach drauflosreden und nicht mitbekommen, dass aus dem Dialog ein Monolog wird, halte ich für nicht exotisch aber auch nicht sehr häufig, und auf jeden Fall für unaufmerksam und vermutlich recht ichbezogen.
Wie man damit umgeht, hat man selbst in der Hand, aber verhindern kann man das wohl nur, wenn der andere grundsätzlich schon Interesse am Gegenüber hat. Das lässt sich nicht erzwingen, und ich würde mich da auch nicht verzagt fragen, ob ich so uninteressant bin.that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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25.11.2019, 13:13
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25.11.2019, 13:16
AW: Zuhören...
(Hervorgehoben von mir)
Ich habe auf diese Situation eine etwas andere Sichtweise als meine
Vorschreiberinnen.
Unhöflich finde ich in erster Linie die Tatsache, einen fremden (!) Menschen,
nämlich Dich, in einem derartigen Ausmaß mit sehr persönlichen Informationen
zu überfrachten. Mir persönlich wäre das unangenehm. Hat auch für mich (!)
nichts mit vertrauensbildender Maßnahme zu tun, sondern schlichtweg mit
mangelndem Feingefühl.
Ergeben sich solche Themen im Zuge des sich näher Kennenlernens, dann
ist das natürlich etwas anderes.
Dich hingegen hat es gestört, dass die Frau Dir gar keine Gelegenheit gegeben
hat, Dich zu Deinen privaten Themen zu äußern.
Hättest Du all das (Scheidung, Wohnsituation, etc.) tatsächlich gerne einer
Fremden erzählt? Wenn ja, warum?
Dass sie mit keinem Wort auf Eure augenscheinliche Gemeinsamkeit (das Enkelkind)
eingegangen ist, macht es eigentlich für mich noch unverständlicher, warum Du
dieser Frau so viel Privates hättest erzählen wollen.
Natürlich erlebe ich das auch hin und wieder, dass mein Gegenüber auf das von
mir Gesagte nicht eingeht und offenbar kein Interesse zeigt. Aber daraus ziehe ich
dann meine Schlüsse und Konsequenzen - diese eine Person betreffend.
Verallgemeinern kann man, finde ich, in diesem Kontext aber gar nichts.
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25.11.2019, 14:48
AW: Zuhören...
Ich empfinde diese Person, die du getroffen hast als sehr vereinnahmend und empathiebefreit. Man könnte auch Energieräuber dazu sagen. Leider hast du das Pech oft solche Leute zu treffen, weil du eben zuhörst und nett bist. Ich kenne eine Person aus meinem Umfeld, die immer einen sehr großen Redeanteil hat und das schlimme ist auch, dass sie sehr monton redet und sehr weit ausholt. Da bekomme ich echt Zustände und bin maxinal genervt. Zum Glück sehe ich diese Person nicht allzu oft. Eine Freundschaft wäre undenkbar mit ihr. Ich kann dir nur empfehlen vorab zu erfühlen wie es dir nach Gesprächen geht und solchen Menschen keinen großen Platz in deinem Leben einzuräumen.
Ich habe jetzt auch deine anderen Beiträge hier überflogen und sehe bei dir keinen Fehler. Jemanden zu unterbrechen und zu bremsen ist jetzt auch nicht die feine Art. Die Person ist wie sie ist. Sie wird sich vielleicht zunächst zusammenreißen, aber das wird sich nicht ändern. Es gibt so viele Gründe warum jemand so kommuniziert. Es könnte sein, dass die Dame keine Freunde hat und sich zu wenig austauscht. Sozusagen bist du dann diejenige die alles abbekommt. Sie könnte aber auch wenig Feingefühl besitzen oder zu wenig an dir interessiert sein. Gründe sind hier nicht wichtig. Das wichtigste ist, ob du dich damit wohl fühlst. Deine Frage zur Austauschbarkeit kann ich mit ja beantworten. Wenn du nicht mehr für sie da bist, suchst sie sich den nächsten Zuhörer. Um dich geht es ihr nicht. Das ist das was ich bei einigen Menschen dann auch empfinde und daher ziehe ich mich zurück. Mir hat man schon gesagt „sei doch froh, wenn die die Leute dir alles erzählen“. Ich bin wohl sehr vertrauenswürdig, sonst würden sie mir nicht so viele Dinge erzählen. Mag sein, aber glücklich bin ich damit nicht. Scheinbar haben wir gute Eigenschaften, die andere anziehen. Bloß wo bleiben wir dabei?
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25.11.2019, 16:38
AW: Zuhören...
Du kennst diese Frau nicht. Wie kannst Du da erwarten, dass sie sich für Dich interessiert? Vielleicht ist sie einsam und war einfach froh jemanden zum Reden gefunden zu haben, vielleicht ist sie auch einfach eine unerträgliche Quasselstrippe. Aber warum hattest Du das Bedürfnis ihr private Dinge zu erzählen? Warum kränkt es Dich, dass sie sich nicht dafür interessiert hat? Bei solchen Zufallsbekanntschaften geht es doch nie um einen Austausch oder um ernsthaftes Interesse am anderen.
Überdenke mal Deine Erwartungshaltung an andere.
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25.11.2019, 16:51
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25.11.2019, 16:53
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25.11.2019, 17:00
AW: Zuhören...
Und jetzt nochmal: Ich wollte vor der Frau keineswegs mein Leben ausbreiten. Ich habe mir ihre sehr ausführlichen Schilderungen angehört, weil es interessant und ungewöhnlich war, was sie erzählte. Allerdings war ich schon erstaunt, wie einseitig die Kommunikation ablief. Wenn ich - im umgekehrten Fall - feststelle, dass ich eine Unterhaltung zu sehr dominiert habe, dann sorge ich dafür, dass der Gesprächspartner ebenfalls zum Zug kommt. Ist für mich ein Gebot der Höflichkeit. Und wenn andere diese Höflichkeit nciht aufbringen, fällt mir das auf. Aber deshalb war ich doch nicht gekränkt, @ caramac.
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25.11.2019, 17:06



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