Nanu. Wie kommt ihr auf die Idee, dass ich meine Freundin ‚überfallen‘ habe? Sie wusste von der bestehenden Problematik und es war kein Kaffeedate, sondern ein gemeinsames Wochenende. Ich hatte mein Thema auch mehrfach angesprochen und sie hatte jeweils kurz geantwortet, das Gespräch aber dann schnell auf ‚ihre‘ Themen umgelenkt.
Dass mir dann irgendwann der Kragen geplatzt ist, war sicher nicht höflich. Aber ich habe zunehmend das Gefühl, dass Höflichkeit in Gesprächssituationen mich sehr schnell in die beschriebene Rolle bringt.
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Thema: Zuhören...
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25.11.2019, 11:21
AW: Zuhören...
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25.11.2019, 11:25
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25.11.2019, 11:29
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25.11.2019, 11:53
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25.11.2019, 11:54Inaktiver User
AW: Zuhören...
Ich sehe es nicht so, dass Buttercookie selbst einen großen Anteil an dem Problem hat. Das Problem sind ignorante Volllaberer.
Buttercookie tut das, was jeder normale Mensch macht, der ein wenig Kommunikationsregeln kennt.
Sie hat es nicht im EP geschrieben, dass sie die Freundin bereits informiert hatte, aber ganz ehrlich: so von Belang ist das nicht. Eine gute Freundin spürt, wenn die andere was auf dem Herzen hat.
Oder lässt wenigstens so viel Luft, dass Zeit für ein "und wie geht's dir?" bleibt.
Für mich ist das ganz normal.
Und Buttercookie soll sich nun auch noch überlegen, was die Freundin bewogen haben könnte, sie vollzuquatschen, statt ihr Raum für ihr Problem zu geben?
Ich würde so jemand sicher nicht hinterherlaufen. Ich wäre da auch sehr deutlich geworden.
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25.11.2019, 12:02Inaktiver User
AW: Zuhören...
Wie jmd vorher schon schrieb, es gibt einfach Leute, die interessieren sich nicht für Themen und Probleme anderer.
Wenn es für sie nicht wichtig ist, wechseln sie das Thema oder kucken desinteressiert an einem vorbei, weil sie einfach nicht zuhören können, sich dann nicht konzentrieren können, sich auf andere nicht einlassen können, ihnen Empathie fehlt.
Die einzige Möglichkeit, sich Redezeit zu nehmen, ist, es genauso machen wie der andere, also auf schlechte, unhöfliche Kommunikation mit schlechter, unhöflicher Kommunikation zu reagieren.
Und wenn man das nicht tut, ist man, so wie ich einige hier lese, selbst schuld?!
Deshalb: solche Leute meiden.
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25.11.2019, 12:05
AW: Zuhören...
@ alle
Viele eurer Punkte finde ich gut. Klar sortiere ich schon jetzt, und bei guten Freunden ist es auch selbstverständlich, dass man nicht auf die Uhr schaut, wenn der andere redet. Übrigens passiert mir das auch nicht mit guten Freunden, normalerweise.
Wo ich mich bislang schwer tue, und da finde ich eure Anregungen hilfreich, ist das unterbrechen und reingrätschen, wenn jemand ohne Punkt und Komma redet. Ich ziehe mich dann lieber in Gedanken zurück. Aber da könnte ich noch was drehen, das stimmt.
Wie gesagt, betrifft meine Frage auch weniger gute Freunde als Bekannte oder Menschen, die man so kennenlernt. Gerade vorgestern bin ich beim spazieren mit einer mir bislang unbekannten Frau ins Gespräch gekommen - ich bin freundlich und kommunikativ und lerne schnell Leute kennen. Aber auch da wusste ich am Ende des Gesprächs einiges über ihre Scheidung, Ihre Wohnsituation, die finanziellen Vereinbarungen mit ihrem Ex-Mann, dessen Scheidungsgrund, von dem er sich wieder getrennt hat und so weiter und so weiter, inklusive der Tatsache, dass sie ein zwei Monate altes Enkelkind hat. Finde ich alles interessant und habe ich mir gerne angehört. Aber als ich erwähnte, dass ich auch ein Enkelkind habe, hat sie das schlicht überhört. Keine einzige Nachfrage nach mir, meiner Wohnsituation, meiner Scheidung ;-)
Und das macht mich ratlos. War das unhöflich von ihr, oder war sie nur so verzweifelt, weil er sonst niemand zuhört? Bin ich damit also austauschbar, weil meine Reaktionen sowieso nicht ankommen? Sind Menschen in der Regel so? Und soll ich weiter zuhören, um ihr in diesem Moment vielleicht zu helfen, oder soll ich das Gespräch schnellstens beenden, weil es ja keins ist, das den Namen verdient?
Solche Fragen treiben mich um. Danke für euren konstruktiven Input.
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25.11.2019, 12:16
AW: Zuhören...
Ich meinte damit, wenn du nichts sagst, also z. B. dass das Treffen nicht am Kaffeetisch, sondern für ein ganzes Wochenende stattfand, dann weiß man das nicht. Und vermutet
ein in unserem Breiten übliches Treffen von Freundinnen: bei einer daheim. Irgendeinen Tisch wird es ja geben 
Dieses "weißt du mehr (oder eben gerade nicht), als ich gesagt habe" - ist schon Teil des Problems.
Warum? Weil ich finde, du erwartest sehr viel Antizipationsleistung von Wildfremden und Freunden. Und wenn die dann daneben liegen wirst du aggressiv.
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25.11.2019, 12:20Inaktiver User
AW: Zuhören...
Ja.
Das vermutlich auch. Trotzdem ist es grob unhöflich, wenn nicht hinterher wenigstens ein:"..aber da rede ich die ganze Zeit von mir, obwohl wir uns gar nicht kennen, tut mir leid, ich hoffe, ich habe Sie nicht zu sehr in Anspruch genommen!" kommt.oder war sie nur so verzweifelt, weil er sonst niemand zuhört?
Ja.Bin ich damit also austauschbar, weil meine Reaktionen sowieso nicht ankommen?
Nein. Du kennst doch sicher genug Menschen, die nicht so sind.Sind Menschen in der Regel so?
? Hängt von deiner Energie ab. Es kann auch passieren, dass du bitterböse Blicke erntest, wenn du es wagst, zu sagen: "oh tut mir leid, ich muss leider dringend weg!", und das nachdem du schon zwanzig Minuten deiner Zeit geopfert hast.Und soll ich weiter zuhören, um ihr in diesem Moment vielleicht zu helfen, oder soll ich das Gespräch schnellstens beenden,
Also wenn, dann besser gleich zu Beginn intervenieren. Du hast inzwischen ja schon ein Gespür dafür, wann es wieder losgeht.
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25.11.2019, 12:23Inaktiver User
AW: Zuhören...
Ich sehe das Problem auch nicht an der TE. Sie schreibt ja selbst, kaum holt sie Luft dann redet sie Person weiter.
Es ist eher vorbildlich in der heutigen Zeit, wenn jemand auch mal den Focus nicht nur auf sich legt, sondern Interesse am Gegenüber zeigt.
Warum auch die Unterstellug, dass die TE sich alles aus der Nase ziehen lässt. Ich bin als Mensch sehr offen und gebe gerne viel preis, lasse mir da nicht alles aus der Nase ziehen und kenne dennoch das Problem. Es gibt eben diese Leute, die nur über sich reden und einen nicht zu Wort kommen lassen.
Eine Freundin von mir ist sehr introvertiert und redet sehr wenig, fragt aber auch nicht viel. Klar da wird es vom Gespräch schwierig, denn ich mag nicht den Alleinunterhalter spielen. Für mich muss es ausgeglichen sein und das möchte die TE auch.
Die besten Gespräche sind, wenn man auch das Interesse am anderen gezeigt bekommt, als Ping-pong. Wenn jemand auf das Gesagte des Gegenübers auch mal eingeht und es nicht nutzt, um selbst wieder um die eigenen Themen zu kreisen.
Ich glaube schlichtweg, es ist fehlende Empathie und fehlendes Relefktionsvermögen, dass bei vielen fehlt.


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