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Thema: Zuhören...


  1. Registriert seit
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    AW: Zuhören...

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Andererseits: Ich komme aus einem Umfeld, in dem "Und, was macht die Familienplanung" völlig normal und erwartbar ist, wenn man Fragen in der Art gewöhnt ist, jucken einen Fragen nach dem Geburtstag oder dem letzten Urlaub meist eher wenig.
    Geht gar nicht, so was - ganz schlimm . Das ist doch mehr als privat, warum will man das wissen?
    "Battlestar Galactica: The Eye of Jupiter (#3.11)" (2006)
    __________________________________________________ ______________
    Captain Kara 'Starbuck' Thrace: Can I make a suggestion that you won't like?
    Major Lee 'Apollo' Adama: Do you make any other kind?

    Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a well preserved body, but rather to skid in broadside, totally worn out, and loudly proclaiming "Wow!" (Hunter S. Thompson)


  2. Registriert seit
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    AW: Zuhören...

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Dann ersetze das durch das norddeutsche „na, alles gut?“ Darauf musst du gar nichts antworten, außer: „ja, ja, top“. Das ist ungefähr so wie „how are you?“ Damit lässt sich jeder Trauerfall prima kaschieren, wenn man nichts dazu sagen will.
    Äh ja ...... und dann ist das Gespräch zu Ende.

    Und dann schweigen sich die Gäste auf Tante Hildegundes Hochzeitsfeier munter gegenseitig an?



    Aber ich glaube da gibt es ein Missverständnis:

    Die Frage nach dem Urlaub oder der Geburtstagsplanung ist im Süddeutschen auch nicht unbedingt was anderes als "How are you".

    Die Antwort darauf muss keineswegs ehrlich sein, das wird auch nicht erwartet. Einziger Zweck solcher Fragen ist, ein Gespräch am Laufen zu halten, ob man dabei etwas über das Gegenüber erfährt, ist ziemlich nebensächlich.

    Also, ich glaube, Du interpretierst Interesse an Deiner Urlaubs - oder Geburtstagsplanung in die Frage - das ist aber bei der Art Smalltalkfragen tatsächlich gar nicht vorhanden, es geht nur um das Austauschen von Höflichkeitsfloskeln.


  3. Registriert seit
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    AW: Zuhören...

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Geht gar nicht, so was - ganz schlimm . Das ist doch mehr als privat, warum will man das wissen?
    Weil es den öffentlichen Teil des Gegenübers betrifft - ob Kinder vorhanden sind ist ja zumeist öffentlich und damit nicht mehr privat.

    Was ich auf sowas nicht antworte ist "Ja also wir sind in Kinderwunschbehandlung" (Das mache ich wenn ich sehr deutlich machen will, dass die Frage zu weit ging), eher ein freundliches "mal schauen", also im Grunde genau Dein "jaja top".

    Sowas ist eine Gesprächseinladung: Ich kann sagen "jaja top", ich kann aber auch genauer werden wenn ich möchte.

    Ohne die Gesprächseinladung könnte ich ja auch dann nicht darüber erzählen wenn ich das wollte, das wäre grob unhöflich, einfach loszureden, ohne gefragt worden zu sein.


    Ich bin übrigens wirklich ehrlich interessiert daran, wie man ein Gespräch für länger als 30 Sekunden (so lange dürfte "how are you?" "fine thank you" höchstens dauern) am Laufen hält, wenn niemand fragen stellen soll.


  4. Registriert seit
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    AW: Zuhören...

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Also, ich glaube, Du interpretierst Interesse an Deiner Urlaubs - oder Geburtstagsplanung in die Frage - das ist aber bei der Art Smalltalkfragen tatsächlich gar nicht vorhanden, es geht nur um das Austauschen von Höflichkeitsfloskeln.
    Dann kann man es ja auch lassen, oder? Oder gleich zu den Sachthemen übergehen, wenn man welche hat. Oder nach Hause gehen, wenn es keine gibt. Das Leben ist doch zu kurz, um es mit Menschen zu verbringen, mit denen man keine interessanten Themen finden kann.
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  5. Registriert seit
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    AW: Zuhören...

    Ich kann ja schlecht "nach Hause gehen" wenn ich auf Tante Hildegundes Hochzeitsfeier etwas unglücklich bei einem mir bis dato unbekannten Pärchen platziert bin, oder auf dem Geburtstag meines sehr guten Freundes Karl-Heinz eingeladen, dessen Freundeskreis sich aber aus Einzelfreundschaften zusammensetzt, die sich nicht kennen.




    Zu Sachthemen übergehen - gerne!

    Nur erstens: Wie finde ich die? Indem ich 3-5 Smalltalkthemen abgrase und hoffe dass sich irgendwo eine Brücke zu einem Sachthema findet-

    Zweitens: Wenn ich mir die Gesprächspartner nicht aussuchen kann (Geburtstag mit unbekannten Gästen, Kollegen in der Kaffeeküche) ist es recht unwahrscheinlich, dass ich ein Sachthema finde, was allen passt.

    Es ist aber ziemlich gemein, mit Kolleginnen Liese und Lotte über unser gemeinsames Hobby Fallschirmspringen zu fachsimpeln, derweil die neue Kollegin Luise stumm danebensitzt und sehnsüchtig auf Anschluss hofft. Nur, wahrscheinlich ist Luise nicht auch Fallschirmspringerin - worüber redet man also?
    Genau, Nebensächliches.


    Das Leben ist doch zu kurz, um es mit Menschen zu verbringen, mit denen man keine interessanten Themen finden kann.

    Manchmal kann man sich nicht aussuchen, mit wem man gerade Zeit verbringt, und dann funktioniert "über irgendwas reden" besser als sich einfach nur wechselseitig stumm anzustarren.


  6. Registriert seit
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    AW: Zuhören...

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    .

    Manchmal kann man sich nicht aussuchen, mit wem man gerade Zeit verbringt, und dann funktioniert "über irgendwas reden" besser als sich einfach nur wechselseitig stumm anzustarren.
    Meistens aber schon. Du musst nicht zur Hochzeit von Tante Hildegunde gehen, wenn Dir das nichts bringt. Ich lasse solche Sachen bewusst aus, dazu ist mir meine Zeit zu schade. Oder ich setze mich an den Rand und lese ein paar Emails, bis es Dessert gibt. Davon habe ich mehr, als mit Leuten, die ich nicht spannend finde, über ihren Urlaub im Robinson-Club zu reden.


  7. Registriert seit
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    AW: Zuhören...

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Meistens aber schon. Du musst nicht zur Hochzeit von Tante Hildegunde gehen, wenn Dir das nichts bringt.
    Was tust Du, wenn Dir Tante Hildegunde wichtig ist (die sich aber natürlich nicht während der ganzen Feier mit Dir befassen kann) und es der Tante wichtig ist, dass Du dabei bist?

    Oder ich setze mich an den Rand und lese ein paar Emails, bis es Dessert gibt.
    Du bist dann eine von denen die auf der Feier das Smartphone in der Hand haben?
    Das finde ich z.B. unhöflich.


    Davon habe ich mehr, als mit Leuten, die ich nicht spannend finde, über ihren Urlaub im Robinson-Club zu reden.

    Ich ich ich......auf Tante Hildegundes Hochzeit geht es nunmal nicht um Dich.

    In der Kaffeeküche vermutlich auch nicht ausschließlich, und auf dem Geburtstag von Karl-Heinz ist ja sogar gewünscht die anderen kennenzulernen - wie machst Du das, wenn doch niemand Fragen stellen darf?


    Also, ich kann mir schon vorstellen, dass das, was Du tust, Dein Wohlbefinden in der Situation maximiert - der Zweck von Smalltalk ist aber nicht, das Wohlbefinden einzelner zu maximieren (da könnte ich mir auch was Schöneres vorstellen), sondern dafür zu sorgen, dass niemand unter einem gewissen Level von Wohlbefinden bleibt bzw. die Gesamtstimmung in einer Art Equilibrium zu halten.


    Wie tut man das?
    Indem man den anderen zeigt, dass man sich für sie interessiert (recht egal ob man das tatsächlich tut).




    Ich habe ganz lange auch gedacht, Small Talk sei ein Folterinstrument dem sich die Menschen aus irgendeinem Grund freiwillig unterwerfen, bis weit in meine 20er.

    Dann habe ich Downton Abbey geschaut - und dabei dann irgendwann festgestellt dass der Zweck von den ganzen langweiligen Themen ist, dass sich alle einigermaßen wohlfühlen.
    Funktioniert eben nur dann, wenn sich niemand vollständig verweigert.
    Wenn das alle machen, fühlt sich jeder gesehen.


  8. Registriert seit
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    AW: Zuhören...

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Was tust Du, wenn Dir Tante Hildegunde wichtig ist (die sich aber natürlich nicht während der ganzen Feier mit Dir befassen kann) und es der Tante wichtig ist, dass Du dabei bist?.
    Die Tante wird es überleben, wenn ich entweder nicht dabei bin oder meine Anwesenheit auf ein Minimum reduziere. Wenn Leute es unhöflich finden, wenn man was am Handy macht - so what? Du musst doch keinen Verwandten imponieren, dazu sind die in aller Regel nicht wichtig genug.

    Und bei der Verteilung meiner Zeit geht es selbstverständlich nur um mich. Zeit ist das Wertvollste, was du hast. Vor allem, wenn man älter ist.
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  9. Avatar von Akzent
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    AW: Zuhören...

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen



    Dann habe ich Downton Abbey geschaut - und dabei dann irgendwann festgestellt dass der Zweck von den ganzen langweiligen Themen ist, dass sich alle einigermaßen wohlfühlen.
    Funktioniert eben nur dann, wenn sich niemand vollständig verweigert.
    Wenn das alle machen, fühlt sich jeder gesehen.
    Bei den Downtonern besteht es doch weitgehend aus diesem "gesehen werden" , mitsamt dem kunstvollen outfit; Andererseits sind es die langweiligen Themen, die die meiste Anstrengung an Gesprächsbereitschaft benötigen.

    Smalltalks sind am einfachsten zu meistern, wenn jeder an dem gemeinsamen Kontext festhält, womit man in diese smalltalk Situation gerät. Also auch Umgebungsabhängig machen. So hat man doch den leichtesten Einstieg in eine smalltalk Situation, wenn die Option Leerlauf vermieden werden will.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee


  10. Avatar von Hair
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    AW: Zuhören...

    @Kara-Thrace, kann ich alles unterschreiben, geht mir in denselben Dingen ganz genau so.

    Ich will nicht sagen, was ich geschenkt bekomme. Das ist schwierig. Ich muss dann lügen, das hasse ich. Ich sage dann, wir schenken uns nichts.


    Der Strang hieß Floskeln, die nerven. Ich finde den aber gerade nicht.

    Edit Floskeln des Alltags

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