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  1. Inaktiver User

    AW: Wie geht Ihr mit Enttäuschungen um?

    ich möchte noch anmerken:

    Natürlich darf und soll man Erwartungen haben.

    Ich möchte zum Beispiel nicht belogen werden. Wenn es jemand macht, dann ziehe ich Konsequenzen. Da werde ich meine Erwartung auch nicht runterschrauben.

    Jeder in meinem Dunstkreis, weiß das ich da sehr eigen bin. Wenn man mir z.B. etwas nicht sagen möchte, ist das völlig ok - aber Lügen geht nicht.

    Oder

    Von meinen Freunden erwarte ich Loyalität. Wer das nicht einbringt ist Kategorie Bekannte.

    Auch hier werde ich die Erwartung nicht runterschrauben. Die Konsequenz ist ein sehr überschaubarer Freundeskreis den ich an einer Hand locker abzählen kann. Damit kann ich gut leben und nicht wirklich enttäuscht ;)

  2. Inaktiver User

    AW: Wie geht Ihr mit Enttäuschungen um?

    Ich danke Euch für Eure Meinungen und Anregungen. Jaja, Erwartungen. Das sage ich mir ja auch immer wieder, dass ich damit vielleicht etwas lockerer umgehen sollte. Sollte ich wirklich? Hat die nicht jeder? Vielleicht einfach mehr Nachsicht?

    Warum ich so bin wie ich beschrieb, ist vielleicht aus einem Harmoniebedürfnis heraus und weil ich von Natur aus großzügig bin, gern Gastgeberin, gern organisiere und einfach auch meinen Lieben gern etwas gebe, um schöne Erinnerungen hervorzurufen, etwas Gemeinsames. Meine "Regeln" sind nicht außergewöhnlich. Ich denke, ich bin mit meinen Wünschen und Vorstellungen da nicht anders gelagert als der Durchschnitt.
    Ich müsste meinem Mann auch nicht sagen, was ich bzgl. eines Hochzeitstages erwarte, denn er hat mir sonst jedes Jahr etwas geschenkt. Und ja, für mich sieht es so aus, als wäre es ihm - gerade in unserer Situation - nicht mehr wichtig.
    Es war ihm peinlich, aber eine Minute später war es vergessen und er ging zur netten Tagesordnung über.

    Und ganz ehrlich, ich mag nicht mehr reden, nicht mehr fragen, meinen Standpunkt erläutern. Vermutlich wird es auf eine Trennung hinaus laufen, das wird mir immer klarer irgendwie.

    Sicher kann man einen HT mal vergessen (Würde ich allerdings niemals!) aber doch nicht, wenn die Beziehung sowieso schon am Bröckeln ist. Wenn man dann noch einen drauf setzt hat man doch (wenn vielleicht auch unbewusst) sein statement gegeben.

  3. Inaktiver User

    AW: Wie geht Ihr mit Enttäuschungen um?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich müsste meinem Mann auch nicht sagen, was ich bzgl. eines Hochzeitstages erwarte, denn er hat mir sonst jedes Jahr etwas geschenkt. Und ja, für mich sieht es so aus, als wäre es ihm - gerade in unserer Situation - nicht mehr wichtig.
    [...]
    Und ganz ehrlich, ich mag nicht mehr reden, nicht mehr fragen, meinen Standpunkt erläutern. Vermutlich wird es auf eine Trennung hinaus laufen, das wird mir immer klarer irgendwie.

    Sicher kann man einen HT mal vergessen (Würde ich allerdings niemals!) aber doch nicht, wenn die Beziehung sowieso schon am Bröckeln ist. Wenn man dann noch einen drauf setzt hat man doch (wenn vielleicht auch unbewusst) sein statement gegeben.
    Ich würde das Interpretieren lassen, was du in deinem letzten Absatz tust. Das ist deine Sicht aus deiner Welt, aber vielleicht nicht seine in seiner Welt.
    Darum würde ich diesen konkreten Vorfall ansprechen. Auch wenn ich des Redens und Fragens und Erläuterns müde wäre. (Ich rede, frage oder erläutere aber sowieso nicht sonderlich viel.) Ich würde wissen wollen, ob meine Gedanken, meine Einschätzung auch seine sind oder ob er es anders sieht. Das würde ich nicht groß diskutieren ("Aber du solltest doch ... gerade in unserer Situation ... usw."), sondern ihm zuhören und dann das tun, was ich meistens tue:
    Ich begegne den Situationen in meinem Leben nach dem abgedroschenen "Love it, change it or leave it/look the other way". Für mich passt das perfekt. Insofern bleibe ich bei mir, wenn ich von jemandem enttäuscht bin und überlege mir, wie ich damit umgehen möchte. Und das tu ich dann auch.

  4. User Info Menu

    AW: Wie geht Ihr mit Enttäuschungen um?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Muss man das vielleicht einfach hinnehmen?
    Nein - in einer Beziehung zwischen Erwachsenen, die mehr oder weniger auf Augenhöhe sind, tust du einfach das, was du tun möchtest, unabhängig davon, was zurückkommt. Wenn es für dich nicht mehr stimmt, für dich ein allzu grosses Ungleichgewicht entsteht, tust du es nicht mehr.

    Sklave seiner eigenen Erwartungen zu sein, ist ein Rezept für Frustration oder schliesslich gar Verbitterung. Einfach weil ich das für mich nicht will, versuche ich mich nach dem oben beschriebenen Prinzip zu verhalten. Es gibt tatsächlich Dinge, die ich einfach tun möchte, auch wenn nichts "Gleichwertiges" zurückkommt. Ich versuche mir aber vorher darüber klar zu werden, ob das so für mich stimmt. Wenn dem eindeutig nicht so ist, tue ich es halt nicht.

    Dagegen, gewisse Erwartungen oder Hoffnungen aufzubauen, kann man oft nicht ganz ankommen, manchmal merkt man es gar nicht - erst, wenn man dann enttäuscht wird. Das ist halt so - das versuche ich einfach zu akzeptieren - mein eigenes Gefühl und dass ich nicht perfekt bin und halt die ganze Palette an menschlichen Emotionen empfinde - aber auf den anderen wütend zu sein, damit schneide ich mir letztlich nur ins eigene Fleisch - das lasse ich möglichst "verrauchen", ohne dem Gefühl allzu viel Beachtung zu schenken. Das geht wieder weg. Und ich möchte weder von meinen eigenen Erwartungen abhängig sein noch vom Verhalten anderer, das ich sowieso nicht kontrollieren kann.

    Und es funktioniert irgendwie - mittlerweile. I have come a long way...

  5. Inaktiver User

    AW: Wie geht Ihr mit Enttäuschungen um?

    Hmm. Also ich bin jetzt etwas erstaunt, dass es so negativ gesehen wird mal enttäuscht zu sein.
    Und es gibt ja durchaus "normale" Erwartungen.
    Wenn ich Geburtstag habe, dann rufen ziemlich viele Menschen bei mir an.
    Das ist normal.
    Ich rechne damit.
    Würde keiner anrufen- ich wäre doch ziemlich enttäuscht. (Und erstaunt)

    Ich kann also verstehen, dass man an bestimmte Tage Erwartungen hat - hier der Hochzeitstag.

    Ich weiss jetzt nicht was allgemein mit der Beziehung los ist, darum lässt sich kaum sagen ob Dein Mann z.B. ein liebenswerter Schussel ist, ob ihm Jahrestage "aus Prinzip" unwichtig sind oder ob er die Ehe allgemein anzweifelt und darum das nicht wichtig nimmt.

    Wenn Du sehr oft enttäuscht bist von Deinem Mann dann würde ich da schon vermuten dass da was anderes im Argen liegt.
    Wäre er sonst aufmerksam und liebevoll, würde sich mal was nettes für Euch ausdenken o.ä. dann würde das mit dem Hochzeitstag vermutlich gar nicht so ins Gewicht fallen.

    Ich würde nicht allgemein meine Erwartungen runterschrauben und mich mit Dingen zufrieden geben die mir nicht reichen.

    Und man kann auch nicht alles einfordern und ansprechen.
    Das liebevolle Denken eines anderen an Dich.....das kannst Du nicht herbeireden....

  6. Inaktiver User

    AW: Wie geht Ihr mit Enttäuschungen um?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich müsste meinem Mann auch nicht sagen, was ich bzgl. eines Hochzeitstages erwarte, denn er hat mir sonst jedes Jahr etwas geschenkt.
    Möchtest du wirklich der Routine wegen ein Geschenk? Oder weil es (d)eine Illusion aufrecht erhält?



    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und ja, für mich sieht es so aus, als wäre es ihm - gerade in unserer Situation - nicht mehr wichtig.
    Es war ihm peinlich, aber eine Minute später war es vergessen und er ging zur netten Tagesordnung über.
    Ich kann deinen Gedankengang verstehen aber bin der Meinung das dies in diesem Fall die kontraproduktive Denkweise ist

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und ganz ehrlich, ich mag nicht mehr reden, nicht mehr fragen, meinen Standpunkt erläutern. Vermutlich wird es auf eine Trennung hinaus laufen, das wird mir immer klarer irgendwie.
    Wenn man nicht mehr reden mag - ist es vorbei. Weil dann hat man aufgegeben bzw. resigniert. Das ist keine Voraussetzung für eine Beziehung - vor allem nicht wenn es kriselt


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sicher kann man einen HT mal vergessen (Würde ich allerdings niemals!) aber doch nicht, wenn die Beziehung sowieso schon am Bröckeln ist. Wenn man dann noch einen drauf setzt hat man doch (wenn vielleicht auch unbewusst) sein statement gegeben.
    Vielleicht fällt es dir deswegen so schwer zu glauben das nicht mehr dahinter steckt, weil dir das nie passieren würde?

  7. Inaktiver User

    AW: Wie geht Ihr mit Enttäuschungen um?

    In mehreren Strängen hier im Forum ging es um Einsamkeit, und sie hatten alle ein verbindendes Element: die Einsamen waren nicht „allein“, sondern von vielen netten Menschen umgeben, die aber alle nicht „genügten“, weil sie irgendwelche Erwartungen nicht erfüllten.

    Wegwarteline, du forderst viel von deinen Mitmenschen. Das Thema mit dem Hochzeitstag würde mir zB gar nichts geben, egal auf welcher Seite der Beziehung - Herr Thrace und ich schenken uns zB nie was, denn wir haben schon alles. Daher sehe ich das so, dass du sehr viel Energie in Kleinigkeiten steckst - ist es das wert? Du willst eine gute Gastgeberin sein; aber eigentlich kommen die Leute doch, weil sie dich sehen wollen, und nicht, weil du stundenlang vorher den Tisch dekoriert hast.

  8. Inaktiver User

    AW: Wie geht Ihr mit Enttäuschungen um?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wieder mal ein neues Thema von mir. :-)

    Einige von Euch wissen vielleicht, dass es meiner Ehe nicht besonders gut geht. Man tut was man kann, aber es scheint schwierig.
    Guten Morgen!

    Ich stolpere schon an dieser Beschreibung.

    "Man"? Wer ist das? Bist Du das? Dein Mann? Ihr beide?

    Meiner Erfahrung nach ist es kein Zufall, wenn die man-Persona benutzt wird, sondern bedeutsam für die emotionale Nähe zum Geschehen, für die Art und Weise, wie Verantwortung übernommen wird.

    Es sind oft solche scheinbaren sprachlichen Kleinigkeiten, die wichtige Hinweise liefern.

    Da ich viel grübele ist mir aufgefallen, dass Enttäuschungen in meinem Leben eine große Rolle spielen. Ich bin sehr oft mit negativen Erlebnissen konfrontiert gewesen, die man unter´m Strich mit "Enttäuschung" beschreiben könnte. (Eltern, Freunde, Kollegen, Ehepartner, Ex-Freund...)
    Was heisst das konkret für Dich? Was hat dieses Gefühl der Ent_Täuschung ausgelöst? Gibt es diesbezüglich Muster? Überspitzt formuliert: Was stimmt mit Deinen Beziehungen nicht, wenn das Gefühl in vielen dieser Beziehungen immer wieder Enttäuschung ist?

    Und: könnte das etwas mit Dir, Deinem Blick auf das Leben und andere Menschen, Deiner Art, mit Dir und Deinen Bedürfnissen umzugehen, Deinen Erwartungen hinsichtlich Glück, Zufriedenheit, Liebe, Freundschaft und der Frage, wer dafür verantwortlich zeichnet, zu tun haben?

    Vor einiger Zeit hatten wir Hochzeitstag und obwohl wir (meiner Meinung nach) an unserer Beziehung arbeiten, hat er ihn vergessen. Ich hatte ein kleines Geschenk und er hatte eine kleine Entschuldigung.

    Ich knabbere sehr daran rum und habe die Nase voll davon enttäuscht zu werden.
    Wie gehst Du jetzt damit um? Was bedeutet diese Enttäuschung im Kontext Eurer Beziehung, die in Schieflage geraten ist?

    Gibt es auch andere Deutungen als die, die Dir gerade einfallen?

    Wie konkret hast Du mit Deinem Partner darüber gesprochen? Habt Ihr gelernt, miteinander in einen Dialog zu treten, der diesen Namen auch verdient? Habt Ihr das im therapeutischen Setting unter Moderation geübt?

    Nur nehme ich an, dass es nicht aufhören wird, also muss ich was an mir tun, also an mir arbeiten, dass mich Enttäuschungen nicht mehr so zermürben und treffen.
    Das wäre eine Möglichkeit: anschauen, was Du wie definierst, welche Erwartungen Du an Beziehungen hast. Ich fände sehr spannend, näher anzuschauen, wie Du Glück und Zufriedenheit definierst, wovon Du beides abhängig machst und wie aktiv Du sie selbst aufsuchst, Verantwortung für Dich und Deine Lebenszufriedenheit übernimmst.

    Ich bin jemand, die immer auf alles achtet, dass es allen gut geht, alles organisiert ist, gut geplant, jeder und jede berücksichtigt wird etc. und alle verlassen sich da auch auf mich. Das ist alles immer selbstverständlich und oftmals nicht mal ein Danke wert. Eher noch Kritik, weil vielleicht irgend etwas doch vergessen wurde, oder jemandem einfach nicht passt.
    Bist Du denn sicher, dass die anderen Deine Art der Fürsorge wollen? Dass sie angemessen ist? Und, noch viel wichtiger: Was tust Du denn für Dein eigenes Wohl? Welche Freiheiten nimmst Du Dir? Wo lebst Du Dich aus? Weisst Du, was Dich glücklich macht und räumst Du dem, was dazu beitragen kann, Raum in Deinem Leben ein? Kannst Du andere sein lassen, wie sie sind und immer wieder aufs Neue schauen, WER Dir da gerade begegnet? Kannst Du akzeptieren, dass das morgen anders ausschauen kann als gestern? Kannst Du Dir selbst mit dieser Offenheit begegnen?

    Habt Ihr einen Rat? Muss man das vielleicht einfach hinnehmen?
    Wie Du siehst, habe ich keine Rat-Schläge, aber sehr viele Fragen. Ich bin prinzipiell der Überzeugung, dass Glück, Freude, Zufriedenheit aus mir heraus blühen - kein anderer Mensch kann mich glücklich "machen" und ich erwarte das auch nicht. Für mein Glück bin ich zuständig - indem ich mich zeige, Konflikte annehme, wenn sie auftauchen, mir den Raum nehme, den ich brauche und mir selbst freundlich und achtsam, aufmerksam begegne.

    Wenn ich erkannt werden möchte, muss ich mich zu erkennen geben. Es ist nicht meine Aufgabe, andere zu organisieren, zumindest nicht, wenn diese Anderen erwachsen sind. Liebe und Zuneigung entstehen, wenn wir - die anderen und ich - uns füreinander interessieren, wenn ich neugierig bin und mich begeistern kann, wenn wir GEMEINSAME Schnittmengen kultivieren, dabei aber nicht vergessen, dass jeder, so banal das klingen mag, seines Glückes Schmied und dafür verantwortlich ist. Individuation ist allein meine Verantwortlichkeit.

    Liebe, Zuneigung und Zuwendung sind nichts, das ich mir durch Wohlverhalten und indem ich anderen Menschen den roten Teppich ausrolle, verdienen möchte. Ich bin es wert, um meinetwillen geliebt zu werden - das ist meine feste, innere Überzeugung.

    Wie schaut das bei Dir aus?

  9. User Info Menu

    AW: Wie geht Ihr mit Enttäuschungen um?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    In mehreren Strängen hier im Forum ging es um Einsamkeit, und sie hatten alle ein verbindendes Element: die Einsamen waren nicht „allein“, sondern von vielen netten Menschen umgeben, die aber alle nicht „genügten“, weil sie irgendwelche Erwartungen nicht erfüllten.
    Ich fürchte genau das ist es!

    Und es kommt hinzu die "sich selbst erfüllende Prophezeiung". Ich bin einsam, weil mich alle enttäuschen.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  10. Inaktiver User

    AW: Wie geht Ihr mit Enttäuschungen um?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich müsste meinem Mann auch nicht sagen, was ich bzgl. eines Hochzeitstages erwarte, denn er hat mir sonst jedes Jahr etwas geschenkt.
    Es hat vielleicht etwas zu bedeuten- nur was genau, ist nicht klar.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und ja, für mich sieht es so aus, als wäre es ihm - gerade in unserer Situation - nicht mehr wichtig.
    Es war ihm peinlich, aber eine Minute später war es vergessen und er ging zur netten Tagesordnung über.
    Und das ist deine Interpretation!
    Und wie verhälst du dich, wenn dir etwas peinlich ist? Badest du dann darin oder versuchst du nicht auch, die Situation möglichst schnell zu verändern?

    Ich würde mich nicht an dieser Folgereaktion festhalten- die ist einfach nur ein "normales Verhalten" für die Situation.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und ganz ehrlich, ich mag nicht mehr reden, nicht mehr fragen, meinen Standpunkt erläutern. Vermutlich wird es auf eine Trennung hinaus laufen, das wird mir immer klarer irgendwie.
    Wenn deine Klarheit aus deinen Interpretationen folgt- ist das sehr gefährlich!
    Und - es ist auch unfair.

    Das Problem sehe ich in der Schwierigkeit, richtig ansprechen zu können.
    Wir können nicht automatisch "gut miteinander reden"- erst Recht nicht, wenn wir emotional aufgeladen sind.
    Ohne Angriffe, Vorwürfe zu reden, ist nicht einfach.
    Zuhören- wirklich zuhören- immens schwierig.

    Vielleicht wäre der Gang zu einem Mediator/ Eheberater gut? Mit einem Dritten- Neutralen sprechen, der Ruhe hinein bringt und auch Missverständliches "übersetzen" kann.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sicher kann man einen HT mal vergessen (Würde ich allerdings niemals!) aber doch nicht, wenn die Beziehung sowieso schon am Bröckeln ist. Wenn man dann noch einen drauf setzt hat man doch (wenn vielleicht auch unbewusst) sein statement gegeben.
    So kann man es sehen- muss es aber nicht.
    Es kann ebenso große Unsicherheit sein- Hilflosigkeit- Überforderung in der gesamten Situation.
    Eben auch WEIL man es als statement auslegen kann und vielleicht provozieren möchte, da es eben nicht richtig weiter geht? Weil keine Klarheit vorhanden ist?
    Vielleicht ist unbewusst: der Wunsch, das Ruhe in das Thema einkehrt- das Zeichen, dass ihm alles zuviel ist.

    Verstehst du- es kann ganz viel darin liegen und es muss ihm noch nicht mal bewusst oder klar sein!
    Und selbst WENN er das gemacht hat, weil er der Beziehung gerade keine Chance mehr gibt- kann das auch bedeuten, dass er halt keinen Weg sieht......was nicht heißt, dass es noch Wege gibt!

    Es wäre halt sehr schade, wenn man nur aus falschen Auslegungen und der Unfähigkeit, offen und aufrichtig miteinander zu reden, einen so großen Teil wie eine Ehe hinschmeißt!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Jaja, Erwartungen. Das sage ich mir ja auch immer wieder, dass ich damit vielleicht etwas lockerer umgehen sollte. Sollte ich wirklich? Hat die nicht jeder? Vielleicht einfach mehr Nachsicht?
    Es gab hier im Forum zu dem Thema schon immer wieder Diskussionen.
    Und es gibt immer wieder die Aussage, dass man von den Menschen nichts erwarten sollte- dann wäre man ja frei von Enttäuschungen!

    Ich finde das geradezu lebens-feindlich als Lebenskonzept.

    Einmal haben wir alle immerzu Erwartungen- das ist schlicht natürlich.
    Ich wende mich an die Umwelt um mir Bedürfnisse zu erfüllen- so funktioniert jede Interaktion von Lebewesen auf dieser Welt.
    Ich erwarte, dass mir die Bäckerin das Brot- was ich mir ausgesucht habe- verkauft und dabei freundlich ist. Ich erwarte, dass mich die Arzthelferin an der Rezeption freundlich behandelt- ich erwarte eine Antwort, wenn ich frage.........und und und.
    Das Leben ist voll von Erwartungen und das ist das Natürlichste von der Welt.

    Zum anderen gehört der Austausch mit anderen Menschen als ganz wesentlicher Bestandteil des Lebens.
    Natürlich erwarte ich, dass meine Freundin mich nicht anlügt - das ich mich auf Aussagen verlassen kann- oder ich nach einem Streit, immer noch von meinem Partner geliebt werde.
    Wir reden hier von Vertrauen in das Leben, von Erfahrungen, die wir alle gemacht haben und uns Sicherheit geben.

    Wenn Erwartungen nicht erfüllt werden, muss man sich fragen, wo der Haken liegt!
    Wieso passt meine Erwartung nicht mit der Reaktion zusammen?
    DAS ist die Frage, die wichtig ist!

    Die Lösung liegt in meinen Augen nicht in der aktiven Reduzierung von Erwartungen sondern sollte eine ganz klare Bearbeitung solcher Momente bedeuten.
    Was wünsche ich mir und warum?
    Der Blick auf sich selbst ist immens wichtig, auch wenn wir gerne auf "den anderen" ausweichen

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