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  1. Inaktiver User

    AW: Wie man gut altert

    Glücklichsein als Bestimmung wäre theoretisch möglich und für manche vielleicht auch erreichbar.

    Das Glücklichsein kann auch ein Zustand sein, so wie Zufriedenheit ein Zustand sein kann.

    Eigene Vorstellungen versagen sehr oft, wenn es um das Leben eines anderen Menschen geht und haben an sich keinen Anspruch auf Wahrheit, denn sie entspringen dem - meistens engen - eigenen Horizont.
    Ein anderer Mensch kann aber in ganz andere Erlebniswelten weilen, von denen man wenig bis nichts ahnt.

    Die Enge des eigenen Horizonts kann sich z. B. dann zeigen, wenn man meint, etwas sagen zu können, von dem man glaubt, es gelte für alle Menschen.
    Nicht dass das nicht möglich wäre. Aber oft ist es eben ein Irrtum.

  2. Inaktiver User

    AW: Wie man gut altert

    Die Idee, permanentes Glück anzustreben, entspringt wohl eher einem Gefühlskapitalismus. Glücklich sein kann man lernen...buchen Sie dafür unser Glückspaket für Summe x.

  3. Inaktiver User

    AW: Wie man gut altert

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Idee, permanentes Glück anzustreben, entspringt wohl eher einem Gefühlskapitalismus. Glücklich sein kann man lernen...buchen Sie dafür unser Glückspaket für Summe x.

    Ich glaube, du verstehst hier das Glücklichsein anders als z. B. Scheherezade es vielleicht meinte.
    Schon die Vorstellung von permanent empfundenen Glück deutet für mich auf diesen Unterschied hin.

    Glücklichsein kann aber auch ganz andere Quellen haben.
    Ob man es anstreben soll, kann, dazu sage ich jetzt nichts.
    Es kann jedenfalls auch etwas sein, was man gar nicht beabsichtigt hatte.. etwas, was entsteht, als Folge von anderen Prozessen.

  4. Inaktiver User

    AW: Wie man gut altert

    Putulu,
    ich danke dir.

    Es ist was Individuelles was ich meine - beinhaltet aber eben auch was Universelles, weil Menschen sich ja ähnlich sind.
    Sagen wir mal so: ein alter unzufriedener und unglücklicher Mensch zu werden war für mich eben das Gegenteil - oder sagen wir : ein nicht geglücktes Leben.

    Ja, das hatte ich wirklich vor Augen.

    Mehr schreib ich dazu nicht. Weil es eben nur in Belehrungen - oder schlimmer noch in Ratschlägen ausartet.
    Wenn ich heute so gewisse Szenen in Disneyfilmen geniessen kann: dann denke ich manchmal: über solchen Scheiß kannst du dich heute freuen....was haste dich verändert.

    Wenn bei Aristo-Cats der Kater um die Ecke kommt und Duchesse über sein Kompliment ihre Augen verdreht...


    Also hat das im Grunde genommen alles auch einen praktischen Zweck.
    Strebe nach Glück damit du später nicht deinen Mitmenschen auf den Geist gehst.

    Manchmal - oder auch öfters habe ich das Gefühl - man begegnet mir heute schon anders, das empfinde ich eben als die Magie des Lebens.

    Glück hat für mich eben auch was mit Abwägen zu tun.
    Nichts mehr mit Angst was zu verpassen - oder alles mit nehmen zu müssen was sich so bietet.

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    AW: Wie man gut altert

    Ich glaube, dass wir danach streben, unseren Daseinszweck zu finden und zu erfüllen. Das ist dann auch dieses Glück, das wir empfinden, wenn wir es erleben.

    Ich sehe den Daseinszweck im Ort eines sozialen Gefüges, bei dem die Verbindungen zu anderen breit und offen sind, Austausch in beide Richtungen stattfindet und die Signale aufeinander abgestimmt sind, die Kommunikation verstanden wird und auf die Bedürfnisse aller eingegangen wird, so gut es das Kollektiv erlaubt. Wichtig ist dabei die Balance. Keiner sollte sich über das Gefüge stellen und keiner sollte sich dem Gefüge unterordnen müssen. Dieses soziale Gefüge kann nur dann Glück erzeugen, wenn sich jeder darin selbst gleich wichtig nimmt wie die anderen.

  6. Inaktiver User

    AW: Wie man gut altert

    Ich glaube dauerhaft glücklich sein könnte ich nicht und es ist auch nicht mein Ziel.

    Weil Glück für mich eben besondere Momente sind die sich herausheben. Das können sehr kleine Dinge sein, Dinge die schön sind und die ins Bewusstsein geraten, Dinge die man mit anderen teilt oder die man sich selbst schafft. Es ist irgendwie aber auch ein überraschender Moment.
    Manchmal bin ich glücklich wenn ich Feierabend habe und mir was tolles gekocht habe oder so.
    An anderen Tagen führen die gleichen Umstände nicht zu Glücksgefühlen.

    Das Gegenteil von glücklich sein ist für mich traurig sein. Traurig sein ist für mich keine Katastrophe sondern eben ein momentaner Gefühlszustand von dem ich weiß, dass er vergeht.

    Unglück hingegen wäre für mich schon ein längerer Zustand und zwar ein ganz schrecklicher.

    Daher denke ich, vieles ist Definitionssache.

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    AW: Wie man gut altert

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Idee, permanentes Glück anzustreben, entspringt wohl eher einem Gefühlskapitalismus. Glücklich sein kann man lernen...buchen Sie dafür unser Glückspaket für Summe x.
    Du sprichst eine traurige Wahrheit an. Viele Menschen trauen ihrem eigenen Gefühl für Glücklichsein nicht mehr und lassen sich zu leicht in Konsumenten verwandeln, welche einer Idee Vorschub leisten, die wenig mit eigentlichem Glück mehr zu tun hat. Sie werden instrumentalisiert und von falschen Anreizen zur Befriedigung ihres Bedürfnisses angeleitet. Aber nur weil ich die Erreichung des Glücks mit den Angeboten des Gefühlskapitalismus nicht für möglich halte, zweifle ich das menschliche Bestreben nach Glück noch lange nicht an.

    Ich weiss, dass Essen mich glücklich machen kann. Aber nur weil mir die Werbung Glück beim Verzehr eines Fastfood Hamburgers vorgaukelt, glaube ich nicht daran, dass ich den Burger jetzt brauche und kann mich dem sehr wohl verwehren. Aber ich weiss trotzdem, dass ich Hunger habe und kann ihn gelassen zur Kenntnis nehmen. Mir zu Hause was leckeres kochen oder mir nach 300m einen liebevoller zubereiteten Craft-Burger gönnen. Nur eines kann ich nicht, abstreiten, dass ich ab und zu Hunger habe und dieses Bedürfnis gerne gestillt sehe. Es gibt schon einen Teil in mir, der den Hunger gerne permanent gestillt sähe … aber der verschwindet rasch, sobald ich was im Magen hab.

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    AW: Wie man gut altert

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich glaube dauerhaft glücklich sein könnte ich nicht und es ist auch nicht mein Ziel.

    Weil Glück für mich eben besondere Momente sind die sich herausheben. Das können sehr kleine Dinge sein, Dinge die schön sind und die ins Bewusstsein geraten, Dinge die man mit anderen teilt oder die man sich selbst schafft. Es ist irgendwie aber auch ein überraschender Moment.
    Manchmal bin ich glücklich wenn ich Feierabend habe und mir was tolles gekocht habe oder so.
    An anderen Tagen führen die gleichen Umstände nicht zu Glücksgefühlen.

    Das Gegenteil von glücklich sein ist für mich traurig sein. Traurig sein ist für mich keine Katastrophe sondern eben ein momentaner Gefühlszustand von dem ich weiß, dass er vergeht.

    Unglück hingegen wäre für mich schon ein längerer Zustand und zwar ein ganz schrecklicher.

    Daher denke ich, vieles ist Definitionssache.
    Wenn ich in einem Moment der Trauer Trost empfange, bin ich glücklich obwohl ich noch traurig bin.
    Für mich ist das Gegenteil von Glücklich-sein eher Sich-einsam-fühlen. Damit meine ich nicht die Einsamkeit per se. Ich kann mich alleine im Wald oder in einer Berghütte doch sehr verbunden fühlen. Aber wenn ich mich nicht als Teil eines oben beschriebenen sozialen Gefüges fühle, bin ich unglücklich … oder besser noch: wenn ich mich nicht mit der Welt verbunden sehe, meinen Daseinszweck nicht zu erkennen glaube, fühle ich mich unglücklich.

  9. Inaktiver User

    AW: Wie man gut altert

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es kann jedenfalls auch etwas sein, was man gar nicht beabsichtigt hatte.. etwas, was entsteht, als Folge von anderen Prozessen.
    Wird jetzt für manche Wortklauberei sein, aber das ist für mich Zufriedenheit. In sich ruhen ist Zufriedenheit, und Zufriedenheit in der Form kann dauerhaft sein. In sich ruhen ist ein Prozess.

    Ich definiere es mal anders: Man kann sehr gut altern, wenn man in sich ruht. Ich strebe z. B. Tiefenentspanntheit an, deren Ansätze mir gentechnisch schon mitgegeben wurden. Das Leben will manchmal aber nicht so wie die Gene.
    Geändert von Inaktiver User (13.12.2019 um 20:31 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Wie man gut altert

    Ich würde mal noch die Realität als solches anführen.

    In meiner Jugendzeit gab es den Satz, - bitte keine Schlüsse daraus ziehen - : Es gibt nichts Schlimmeres als einen armen alten Schwulen. Das zählt oder greift heute nicht mehr. Weil sich eben die Zeiten geändert haben. Homosexuelle Menschen können offen Beziehungen führen, brauchen sich keine sexuellen Kontakte mehr zu kaufen.

    Das mal als Beispiel: was ich für unsere heutige Zeit als Realität meine ist: Kein Mensch kann und sollte sich im Alter auf seine bis dahin geschaffenen Kontakte verlassen. Selbst nicht auf die familiären.

    Das ist nämlich immer noch der Trugschluss - und zwar der berechtigte von vielen Menschen.

    Jagusam hat das für meinen Geschmack gut beschrieben.
    Sich in einem sozialen Gefüge wieder finden - sich immer wieder - auch neu einbringen - das halte ich für einen Baustein zum Glück.

    Was ja nicht heißen soll dass die Kontakte eben doch alles überdauern.

    Ich bezeichne auch das Leben nur im familiären Kreis als einen Rückzug, der wohl manchmal nötig ist.
    Im Grunde genommen ist es das Gefühl des Verbundenseins mit allen Menschen was ich und viele Vorschreiberinnen hier meine.

    Und dazu hört für mich eben auch das Engagement, zum Klimaschutz zum Beispiel.
    Nach mir die Sintflut - und hauptsache die Rente kommt pünktlich - ist ein Kreisen um sich selbst.

    Was ich wirklich schwer und anstrengend in den früheren Jahren fand war: wo gibt man noch Energie rein, und wo zieht man sich zurück. Was ist mein Schwerpunkt etc....

    Wo bringe ich Opfer und wo gehe ich eben einen anderen Weg.
    Opfer zu bringen gehört für mich zur langfristigen Zufriedenheit dazu. Gilt ja für alle Bereiche. Keine Karriere kommt ohne Opfer an Zeit aus.

    Weichen zu stellen ohne sich sicher zu sein ob die Saat aufgeht fand ich am anstrengendsten. Entscheidungen zu treffen, das entsprach eigentlich nicht so meiner Persönlichkeit.

    Wenn ich heute um einen Rat gebeten würde, dann hieße der : Triff Entscheidungen in deinem Leben.
    Wenn man das völlig bewusst tut führt das zur Zufriedenheit.

    Man kann nämlich keinen anderen Menschen, keine Umstände für die Folgen verantwortlich machen.
    Oft staune ich wie ich mich trotzdem oft über Folgen gräme - aber nie meine Entscheidungen bereut habe.

    Glücklichsein bedeutet für mich auch nicht ständig super drauf zu sein.
    Es ist so eine Art innerer Basis, mein Sockel, meine Stärke.

    Meine Güte, man könnte Romane dazu schreiben...
    Ich wünsche allen hier eine schöne Vorweihnachtszeit...

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