Weil die TE schreibt, dass es sie frustriert, dass sie bei vielen der Dinge, die sie tut, nur an der Oberfläche kratzt. Da hilft Reduktion schon. Bei mir ist es so, dass ich viele Dinge so nebenbei aufgesammelt hatte und dann immer den Eindruck hatte, dass ich da irgendwie weiter machen musste, weil ich ja schon so „viel“ investiert hatte. Das ist aber Quatsch. Man darf sich auch von Sachen trennen.
Vielleicht noch als Ergänzung und ggf. auch als Gedankenanstoss für die TE: ich glaube, der Hauptgrund, warum ich mich immer mit vielen Sachen beschäftigt habe, ist, dass ich streng genommen kein „natürliches“ Talent für irgendwas habe. Mit „natürlich“ meine ich: es gibt Leute, die, wenn sie bestimmte Dinge zum ersten Mal tun, darin sofort bemerkbar „gut“ sind. So ein Talent habe ich bei mir niemals entdeckt. Sich mit vielen Dingen zu beschäftigen, war vermutlich eine Kompensation, also die versteckte Hoffnung , doch irgendwas zu finden, für das ich Talent habe. Hat aber nicht funktioniert, also habe ich mich irgendwann auf Sachen konzentriert, wo man mit „Fleiß“ was erreichen kann.
Antworten
Ergebnis 41 bis 50 von 129
-
05.11.2019, 09:57Inaktiver User
AW: Wenn man Vieles kann, aber nichts so richtig?
Geändert von Inaktiver User (05.11.2019 um 10:34 Uhr)
-
05.11.2019, 10:42Inaktiver User
AW: Wenn man Vieles kann, aber nichts so richtig?
Das ist aber eine einseitige Sichtweise. Ich laufe zwar nicht unter 3h, aber durchaus ambitioniert mit Blick auf meine Altersklasse und kann dir versichern: das geht schon beides. Wenn du schon mehrere Marathon-Veranstaltungen absolviert hast (und die meisten ambitionierten Läufer haben das), kennt man das Drumherum ja auch schon. Im Übrigen ist Laufen ein wunderbar linearer Sport - mit einem fokussierten Training kriegt man schon fast immer das raus, was man wollte, sofern das Ziel realistisch war.
Und je nach Streckenprofil tut es so oder so weh - egal, ob du das schnell oder langsam läufst. Den New York-Marathon hätte ich zB nach dem fiesen Anstieg auf der 5th Avenue ab km 35 nicht eine Minute länger als nötig „genießen“ wollen...
-
05.11.2019, 12:32
AW: Wenn man Vieles kann, aber nichts so richtig?
Klar, es ist ja auch nur meine persönliche. Ich habe für mich einfach festgestellt, dass ich mehr davon habe, wenn ich mich nicht (nur) auf ein Ziel fokussiere (natürlich habe ich auch gewisse Ziele in dem mir möglichen Rahmen), sondern versuche, aus dem Gesamtpaket etwas zu schöpfen. Und das ist bei mir eben nicht nur ein Ziel, sondern der Weg dahin, die Tätigkeit an sich, das Drumherum.
Neulich klagte eine Frau in einer Online-Laufgruppe, in der ich aktiv bin, dass sie es partout nicht schafft, die 10 k in unter 60 min. zu laufen. Sie war sehr frustriert deshalb und überlegte bereits, das Laufen ganz aufzugeben. Viele in der Gruppe rieten ihr, den Versuch zu starten, dieses Ziel erst einmal aus den Augen zu lassen und ihre Läufe wieder mehr unter dem Fokus des Wohlfühlens zu absolvieren. Ich fand das einen guten Ansatz.
Das glaube ich gerne!
Das ist für mich ein Grund, an bestimmten Veranstaltungen gar nicht erst teilzunehmen (z.B. Trailläufe mit viel Steigung), weil ich weiß, dass sie für mich irgendwann nur noch Krampf wären. Mir ist da das gute Gefühl schlicht wichtiger als das große Ziel.Wir werden weitermachen!
-
05.11.2019, 13:25Inaktiver User
AW: Wenn man Vieles kann, aber nichts so richtig?
Kommt halt darauf an, was man will. Im vorliegenden Fall hätte ich dazu geraten, mal gezielt drei Kilo abzunehmen. Selbst bei offensichtlich schlanken Menschen wirkt das Wunder auf die Zeiten und ist oft viel einfacher zu erreichen, als beim Training noch mal eine Schippe draufzulegen. Aber das wäre dann eher was für die Rubrik „fit und sportlich“.
-
05.11.2019, 13:38
AW: Wenn man Vieles kann, aber nichts so richtig?
Hallo Winterkind, bist du eigentlich noch da? Bzw. liest du still mit und denkst dir: Hui, jetzt diskutieren die hier aber lustig!
Mir ist bei "Weg oder Ziel als Ziel" noch eingefallen: Sowohl als auch: Ich lerne und übe seit vielen Jahren eine Kampfkunst, natürlich habe ich das Ziel, besser und gut zu werden, aber ich kenne auch meine körperlichen (und geistigen) Grenzen - aus mir wird kein Bruce Lee (ich bin inzwischen dafür längst älter als er je geworden ist...), trotzdem bin ich mit Leidenschaft dabei, bleibe auf dem Weg und setze mir realistische, aber fordernde Ziele - hier kann ich beide Läuferinnen-Sichten nachvollziehen.
Und dazu kommt noch, dass auch Spezialisten in ihrer Spezialität nicht ALLES perfekt können - guck dir Tennisprofis an, jeder hat Vorlieben für bestimmte Techniken...
-
05.11.2019, 13:50Inaktiver User
-
05.11.2019, 13:55
-
05.11.2019, 14:56Inaktiver User
AW: Wenn man Vieles kann, aber nichts so richtig?
Ja, sehe ich auch so. Zumindest, wenn man das nicht professionell betreiben will.
-
05.11.2019, 14:58Inaktiver User
AW: Wenn man Vieles kann, aber nichts so richtig?
Das funktioniert vorzüglich. Dazu gibt es sportmedizinische Studien, ua von Herbert Steffny. Ich bin so 5 min schneller auf meine Marathon-Zeit geworden, ohne irgendwas am Training zu ändern. Wenn du beim Laufen mal eine 3l-Trinkblase mitschleppst, merkst du auch schnell, warum Gewichtsverlust schneller macht.
-
05.11.2019, 15:00Inaktiver User



Zitieren

