Ich finde es schwierig mich selbst zu lieben, d.h. zu mir, meinen Eigenarten, Merkwürdigkeiten zu stehen angesichts der Tatsache daß einige davon (die ich durchaus liebe) nicht dazu beitragen daß andere Menschen mich mögen oder lieben, bzw. das Eigenschaften sind die für "Erfolg" nach allgemeinen Maßstäben unserer Gesellschaft nicht gerade förderlich sind.
Finde diesen Widerspruch auch bestätigt wenn Therapeuten oder Coaches einmal sagen "du bist gut genug so wie du bist", im nächsten Atemzug aber die Änderung einiger meiner Kerneigenschaften nahelegen.
Wenn ich mich liebe so wie ich bin muß ich mit der Konsequenz leben daß ich der einzige bin der das tut.
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07.11.2019, 18:39Inaktiver User
AW: Wie geht es euch mit dem Thema Selbstliebe?
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07.11.2019, 18:59
AW: Wie geht es euch mit dem Thema Selbstliebe?
Wichtiges Post!
Kernproblem in einem (sehr langen
) Satz gekonnt dargestellt.
@Smirkster das geht allen so.
Echt. Ohne Schmarrn (Schmäh). Sich selber lieben und komplett annehmen wie man IST - nicht wie man gerne wäre oder sein sollte (in wessen Augen auch immer) ist der Zweck von Selbstliebe.
Weißt, wenn jemand 100% super wäre und alle! dies auch fänden und ihm als Feedback gäben - dann wäre dieses Selbstliebe-Ding kein so riesen Ding.
So ist es aber nicht. Bei niemandem. Der Trick wäre echt, sich trotzdem!! selber zu lieben und zu akzeptieren. Nicht: wegen.... sondern trotzdem.
sich selber zu lieben und zu akzeptieren heißt auch nicht "Freifahrtschein für Axt im Walde oder kriminelles Charakterschwein " oder so.
Nein.
Gar nicht. Selbstliebe heißt, dass man sich für seine z. B. Ängste/Fehler in Wahrnehmung und Einschätzung/Gefühle wie Neid (und Missgunst!!!) oder neurotischem Verhalten oder oder nicht selber fertig macht.
Sondern eher denkt und fühlt: "nicht ideal. Weiß Gott nicht. Aber ich kämpfe und ich habe auch schon viele Sachen voll super hingekriegt. Grad habe ich halt Angst (oder sonstwas, was man halt so hat) - das wird wieder. Ich kann das und ich bin gut, so wie ich bin."
Fatal (und verbreitet) wäre ein innerer Monolog a la : "Herrgott, reiß dich zusammen. Das ist typisch. Typisch. Typisch. Typisch. Und wie du wieder aussiehst. Alle lachen. Du bist echt dermaßen dämlich. Dass das nie klappt. Nie klappt was bei mir. Die halten dich alle für dumm. .................................................. ..............."
Das wäre keine Selbstliebe. Und ob man mit sich per du ist oder per ich - ist egal. Kritisch wird es, wenn man anfängt sich selber in der 3. oder mit Vornamen zu beschimpfen.
Selbstliebe heißt Milde, Fünf grad sein lassen, gut zu reden, die guten Sachen herausstellen - wie ein guter Strafverteidiger - nicht wie der Staatsanwalt argumentieren.
Schwer. sehr sehr schwer. Aber anfangen oder weitermachen kann man immer.
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07.11.2019, 20:50Inaktiver User
AW: Wie geht es euch mit dem Thema Selbstliebe?
Ich glaube, von Selbstliebe kann man nur dann zu recht sprechen, wenn man das Gefühl kennt.
Sonst benutzt man es und beschreibt aber was ziemlich anderes.
Das, was du in deinem letzten Absatz schreibst, das glauben sehr viele Menschen.
Es ist - oft - ein Irrtum.
Ich glaube, wenn man weiß, wie es sich anfühlt, dann begeht man dieses Irrtum nicht mehr. Auch weil man seine Angst verliert oder weil sie kleiner wird.
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07.11.2019, 21:16
AW: Wie geht es euch mit dem Thema Selbstliebe?
Wir werden weitermachen!
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08.11.2019, 07:47
AW: Wie geht es euch mit dem Thema Selbstliebe?
super ausgedrückt!
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08.11.2019, 08:57Inaktiver User
AW: Wie geht es euch mit dem Thema Selbstliebe?
Ja, das stimmt.
Wenn ich zu bestimmten Teilen von mir Ja sage - ist es als ob eine Stimme aus dem Off sagt: das ist dann aber nur deine Meinung. Und ich antworte: na und?
Sich selbst so annehmen zu können wie man ist - ist wohl automatisch auch mit Angst verbunden.
Letzten Endes ist es aber auch der Türöffner in die Welt in die man gehören will.
Ich bin zum Beispiel ziemlich nachtragend, mein Gedächtnis diesbezüglich ist das eines Elefanten.
Wenn ich darum weiß - muss ich ja keine langen Reden darüber halten - oder Erklärungen.
Aber, ich meiden dann eben auch Situationen oder Menschen mit denen solche Erfahrungen zusammen hängen.
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09.11.2019, 11:29Inaktiver User
AW: Wie geht es euch mit dem Thema Selbstliebe?
Das Thema Selbstliebe wird doch ganz besonders Menschen nahegelegt die mit ihrem Singlestatus unglücklich sind.
Also ich verschrobener Einzelgänger liebe mich so wie ich bin, kein Grund etwas zu ändern.
Macht mich das glücklich wenn gleichzeitig klar ist daß ich damit für andere nicht liebenswert bin ?
Oder mich mit meiner extrem introvertierten Persönlichkeit liebe, zugleich aber einsam bin weil man so nicht gesehen wird und keine Kontakte herstellen kann.
Hilft mir da Selbstliebe und -akzeptanz?
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09.11.2019, 12:12Inaktiver User
AW: Wie geht es euch mit dem Thema Selbstliebe?
Smirkster, es kommt darauf an, ob man etwas nur wegen Druck von aussen ändert oder aus eigener Einsicht. Man kann sich doch einerseits erst einmal annehmen, mit all seinen Macken, dann aber kleine Veränderungen angehen, wenn man merkt, dass man mit seinem derzeitigen Verhalten nicht das bekommt, was man gerne haben möchte.
Du bist introvertiert. Würdest du jetzt nach aussen die Rampensau geben, würdest du dich komplett verstellen und das würde nicht deiner Persönlichkeit entsprechen. Du könntest aber (nur so als Beispiel) überlegen: Ich bin zwar introvertiert und das ist okay, aber auch als Introvertierter kann man in kleinen Schritten mehr auf andere zugehen: z.B. jetzt rufe ich Heinz oder Uschi mal von mir aus an und warte nicht, dass die sich wieder bei mir melden.
Oder: ich als Introvertierter kann nicht stundenlang mit anderen am Tisch sitzen und quasseln, dann beschränke ich entweder von mir aus die Zeit von vorne herein oder ich verabrede mich zu anderen Dingen.
Selbstbestimmt an kleinen Schrauben drehen ohne sich komplett selbst zu verleugnen.
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09.11.2019, 13:05Inaktiver User
AW: Wie geht es euch mit dem Thema Selbstliebe?
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09.11.2019, 13:30Inaktiver User
AW: Wie geht es euch mit dem Thema Selbstliebe?
Nein, überhaupt nicht - und schon gar nicht automatisch. Kommt wohl auf die Kindheit, das Angekommen-Sein bei sich selbst und die aktuellen Lebensumstände an.
Ich fand mich beispielsweise schon immer ziemlich dufte, da haben meine Eltern damals ganze Arbeit geleistet
- und Angst macht das nicht, im Gegenteil, es hilft, wenn man nicht ständig mit sich selbst schimpft, wie es R_Rokeby oben beschrieben hat.


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