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    Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....

    Hallo Ihr,

    ich bin hier schon länger unter einem anderen Nickname angemeldet. Da ich unter dem anderen Nick Kontakte zu Forenmitgliedern habe, mich aber sehr schäme, hab ich mich unter einem neuen angemeldet.

    Vielleicht könnt ihr mir helfen, mir meinen Kopf zurechtzurücken, denn ich hatte immer mal wieder das Gefühl, endlich aufgewacht zu sein, fiel aber immer wieder in meinen alten Trott bzw. in meine alten Denkmuster zurück.

    Dieses Verhalten ist aber wohl noch einer meiner "normalsten" Verhaltensweisen. Sich von seinen alten Denkmustern zu lösen, fällt bestimmt den meisten Leuten schwer.

    Zu mir: Ich bin bald 52 Jahre alt, seit über 30 Jahren verheiratet, habe zwei erwachsene Kinder und habe ansonsten keine größeren Probleme, außer eben, dass ich mit meinem Wesen nicht klar komme und seit langem Probleme in der Ehe habe....was wohl zusammenhängt.

    Ich erzähle euch jetzt einfach mal, was mir als letztes so eingefallen ist....

    Da ich schon lange Probleme in der Ehe habe, habe ich immer mal wieder versucht einen anderen Partner zu finden (mein Mann und ich haben im Februar beschlossen eine offene Beziehung zu führen).

    Nach einigen Fehlversuchen, traf ich Anfang Mai meinen "Traummann".

    Ich saß noch im Auto, sah ihn von seinem aussteigen und mich traf sofort "Amors Pfeil". Vom ersten Augenblick war ich soo hingerissen, dass ich ihn ständig berühren musste, ich konnte einfach nicht anders. Ihm erging es, laut seiner Aussage, nicht viel anders. Wir trafen uns 2 - 3 mal die Woche und schrieben jede Nacht stundenlang per Whatsapp.

    Am 19. Juli jedoch begann die Abwärtsspirale, die ich, trotz aller Bemühungen, nicht aufhalten konnte. Am 16. August war ich so am Ende, das ich nur noch vergessen wollte und nahm eine handvoll Schlaftabletten. Natürlich wusste ich, dass ich davon nicht sterben werde, hoffte es aber irgendwie, da ich seit längern Herzprobleme habe.

    Mein Mann bekam frühmorgens des nächsten Tages mit, dass etwas nicht stimmte und rief den Notarzt. Erst kam ich in die Intensivstation und von da direkt in die "Geschlossene" des nahegelegenen Bezirkskrankenhauses. Ich musste eine Nacht dort bleiben, wurde aber am nächsten Tag entlassen, denn soo verrückt bin ich anscheinend doch nicht....

    Mein "Traummann" bekam das alles am Rande mit und von da an wurde unsere Beziehung noch schlechter. Am 9. September trafen wir uns zum letzten Mal. Es gab aber kein offizielles Schlußmachen seinerseits, er meldete sich einfach nur noch sporadisch.

    Von diesem Verhalten war ich so genervt, dass ich ihn zu Hause aufsuchte, was natürlich auch eher kontraproduktiv war.

    (Was ich vergessen hatte zu erwähnen ist, dass auch er "nur" noch eine offene Beziehung mit seiner Ehefrau führte und vor hatte, so erzählte er es mir zumindest, noch in diesem Jahr auszuziehen.)

    Danach schrieben wir immer wieder mal, da ich einfach nicht loslassen konnte.

    Schließlich meldete ich mich wieder auf dieser Datingseite mit falschem Profil an. Ich wollte ihm einen Denkzettel verpassen und er sprang auch sehr schnell darauf an. Da ich mir keine große Mühe gab mich zu verstellen, hatte er immer wieder den Verdacht das ich es war. Vor drei Tagen meldete ich mich dann wieder ab, da ich das ganze Spiel für total bescheuert hielt.....in den letzten Tage hatte ich aber die Hoffnung, dass er sich per Whatsapp meldet.....

    Es gibt noch ganz viele so irrationale "Geschichten", die ich hier erzählen könnte.

    Ich frage mich, was mit mir los ist....???

    Ich hätte mir doch gleich denken können, dass er niemals vor hat von zu Hause auszuziehen.....???

    Und als dieser Bruch im Juli war, wusste ich doch, dass das nichts mehr wird. Warum um Himmelswillen, musste ich diese blöden Aktionen noch veranstalten.....die Sache mit den Schlafttabletten und den "Besuch" bei ihm daheim.....???

    ......und warum geb ich denn immer noch keine Ruhe....???

    Jeder normale Mensch hätte doch schon lange kapiert, wahrscheinlich sogar schon von Anfang an, dass das alles totaler Unsinn ist......

    Ich kann einfach keine Ruhe geben!

    Und kann nichts einfach mal akzeptieren!

    Es liegt nicht daran, dass ich nicht nachgedacht habe. Doch, ich denke lange nach. Ich mache nichts aus einem Reflex heraus...das wäre ja schön, dann könnte ich es darauf schieben....so ist es aber nicht.

    Ich denke hin und her und wirklich über einen längeren Zeitraum darüber nach.....letztendlich kann ich aber nicht anders.

    Ich schaffe es einfach nicht "diese" Situationen zu akzeptieren.

    Was ist das denn nur mit mir los, dass ich einfach nicht akzeptieren kann?

    Ich kämpfe grundsätzlich bis zum "Schluß"....gebe nicht eher auf, solange ich nur einen winzigen schimmer Hoffnung habe.....

    ....kann dann aber erstaunlich gut mit den Konsequenzen umgehen.

    (Da hab ich mich aber meist entweder total zum Affen gemacht oder hab mit total verkracht.)

    Da ich mit dem Akzeptieren so große Probleme habe wechselte ich sehr oft meine Arbeit und habe auch keine richtigen Freundinnen....und auch mit meiner Familie nur den nötigsten Kontakt, außer zu meinen Kindern.

    Dieses Gefühl, "aufgewacht" zu sein habe ich jedesmal wenn ich mit einer Situation abschließe, aber schon bei nächster Gelegenheit läuft das gleiche Muster ab.....

    Wie gesagt, mein Problem ist, dass ich erst etwas akzeptiere, wenn nichts mehr geht, was enorme Konsequenzen auf mein Leben hat....eben diese vielen Jobwechsel, den wenigen zwischenmenschlichen Kontakten..........und sehr viel Ärger, den ich mir ersparen könnte, wenn ich schneller aktzepierten könnte.

    Grade bin ich in diesem "Wachzustand" und erkenne das, aber wie gesagt, bei nächster Gelegenheit schmeiß ich alle Vernunft über Bord und alles läuft wieder so ab wie gehabt.

    Wie oft muss ich denn noch auf die Schnxxe fallen......kopfschüttel.

    Was sagt ihr denn dazu?

    Ach ja, ich war auch immer wieder bei Psychologen, aber alle meinten, dass mit mir alles in Ordnung ist.

  2. Moderation Avatar von maryquitecontrary
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    AW: Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....

    Zitat Zitat von Aufgewacht Beitrag anzeigen
    Ach ja, ich war auch immer wieder bei Psychologen, aber alle meinten, dass mit mir alles in Ordnung ist.
    Liebe Aufgewacht,

    Zunächst mal eine Frage: kannst du dazu mehr sagen? Wie lange zieht sich dieses Muster schon durch, wie viel psychologische/psychiatrische Hilfe hast du schon erhalten (Psychotherapie?), wie war das zuletzt nach dem Suizidversuch, war das dein erster?
    that was the river - this is the sea


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  3. Avatar von Lizzie64
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    AW: Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....

    Aufgewacht, dein erster Absatz ist total kontraproduktiv zu dem, was du damit erreichen willst!

    Zum Problem: Mir fällt als erstes dazu ein: Hartnäckigkeit scheint ein großes Thema für dich zu sein, und Hartnäckigkeit ist ja oft auch eine nützliche Eigenschaft. Zudem durchaus positiv besetzt. Kann das eine Schlüsselerkenntnis liefern?
    dadadadiamoisongdesisahoidaso!

    Der Neoliberalismus lässt die Gehirne der Jungen großflächig verschimmeln.
    Henning Venske


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    AW: Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....

    Hi,

    das ist schon immer so, schon als Kind und ich war schon bei vier verschiedenen Psychologen über einen Gesamtzeitraum von ca. drei Jahren.

    Und Nein, dass war nicht mein erster Suizidversuch. Bei meinem ersten war ich noch im Vorschulalter und der andere war 2007.


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    AW: Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....

    Hi Lizzie,

    Nein, eine Schlüsselerkenntnis ist das nicht. Ich bin sehr hartnäckig, das weiß ich und wie du auch schreibst, ist diese Eigenschaft nicht immer problematisch.

    ...aber halt dieses "mit dem Kopf durch die Wand", das ist definitiv zu viel des Guten.

  6. Avatar von ja-aber
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    AW: Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....

    Mein Eindruck aus Deiner Schilderung ist, dass es nicht an Akzeptanz hapert, sondern an Problemlösung. Und zwar am Anfang, bei Deinem Ehemann.

    Ihr habt ein Problem und statt es entweder zu lösen oder Eure Beziehung zu beenden, habt Ihr das Problem quasi vertagt durch Beziehungsöffnung. Der "Neue" hat das bei sich ganz genau so gemacht. Was ich bei Dir herauslese ist die Hoffnung, dass durch den Neuen Dein Problem sich wie von Zauberhand löst. Weil Du verliebt bist, weil er äußerte ausziehen zu wollen, war wohl die Hoffnung, Du "müsstest" Dich dann ja trennen, weil Du eine Alternative hast. So funktioniert das aber leider nicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass genau da die Sache mit dem Neuen in die Binsen ging. Und Dein Verhalten jetzt, sagen wir mal das Nachrennen, hat auch damit zu tun, dass Dein "Pflaster" für die Eheprobleme Dir abhanden gekommen ist.

    Was ICH tun würde: mich trennen. Und zwar von beiden. Dann eine Pause einlegen (ein Jahr vielleicht) und wirklich analysieren, ob und wie Du mit Dir allein klarkommen kannst. Erst wenn du mit den Problemen wirklich aufräumst, wirst Du frei sein von diesen Akzeptanzproblemen - die meiner Meinung nach eben keine sind, sondern Verlagerungen des Ursprungsproblem und Verzetteln.

    Du flüchtest.

  7. Avatar von Mediterraneee
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    AW: Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....

    Liebe Aufgewacht,

    ich spekuliere mal ins Blaue hinein:
    Du schreibst, dass Du seit über 30 Jahren, also seit Deinen frühen Zwanzigern, verheiratet bist und dass Deine Ehe nicht glücklich ist.

    Ich vermute daher, dass dieser "Traummann" für Dich eine riesengroße Projektionsfläche und ein Rettungsanker für Dich war/ist. Er verkörpert für Dich schlichtweg ein anderes, glücklicheres Leben auf der anderen Seite des Zauns, wo das Gras viel grüner ist.

    Dass dann eine Abwärtsspirale kam und es zwischen Euch nicht gerade glücklich zuging, hat aber, so glaube ich, an diesem Bild nicht viel geändert.
    Daher fällt es Dir jetzt so schwer loszulassen, denn es geht gar nicht nur um diesen Mann, sondern um all Deine Sehnsüchte, Dein Glück, Deine Träume etc. Du hast das Gefühl, dass Du all das jetzt loslassen musst und wieder zurückfällst in das graue, unaufregende Leben, dass Du hattest, bevor er kam.

    Das stimmt aber nicht.
    Für Dein Glück bist Du verantwortlich. Du kannst etwas dafür tun. Du kannst etwas für Dich tun. Du hast die Fäden in der Hand. Wenn Du das begriffen hast, nicht nur verstandesmäßig, sondern auch emotional, dann kannst Du loslassen, denn dann ist dieser Mann gar nicht mehr wichtig.

    Was das grundsätzliche Problem angeht: Ich würde hier doch mal über eine Therapie nachdenken. Vielleicht gab es in Deiner Lebensgeschichte Mechanismen, die dazu beigetragen haben, dass Du so wirst, die man aufarbeiten kann. Beispielsweise hattest Du vielleicht Eltern, die Dich nicht wirklich wahrgenommen haben, weshalb Du das Gefühl hast, immer alles mit ganz viel Nachdruck machen zu müssen. Ist nur eine Idee, es gäbe noch viele andere. Mit einem guten Therapeuten könntest Du da mal rangehen.
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.

    Geändert von Mediterraneee (25.10.2019 um 12:21 Uhr)

  8. Moderation Avatar von maryquitecontrary
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    AW: Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....

    My educated guess:

    Für mich klingt das so, als ob du in sehr intensive Gefühlsmuster hineingerätst, die mutmasslich mit sehr frühen negativen Beziehungserfahrungen/Bindungserfahrungen (Überforderung, Überwältigung, Demütigung, Verlassenwerden, Verlust, andere) zusammenhängen. Das können vor allem Gefühle von Hilflosigkeit, Verlassensein, einem riesigen Liebeshunger, einer riesigen Abhängigkeit sein.


    Die Muster werden vermutlich ausgelöst, wenn in der Gegenwart etwas emotional sehr an deine Vergangenheit erinnert. Besonders in engen, bedeutsamen Beziehungen.


    Ausserhalb der Muster kannst du reflektieren, innerhalb der Muster nur agieren.


    Verändern kann man das durch entsprechende (nicht irgendeine) Psychotherapie, über einen längeren Zeitraum.
    that was the river - this is the sea


    Moderation im Forum "Persönlichkeit"

  9. Avatar von Mediterraneee
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    AW: Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....

    mary, Dein Post ist super! Diesen Gedankenansatz des "Innen" und "Außen" finde ich sehr gut.
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.

    Geändert von Mediterraneee (25.10.2019 um 12:32 Uhr)


  10. Registriert seit
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    AW: Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....

    Zitat Zitat von Aufgewacht Beitrag anzeigen

    Und Nein, dass war nicht mein erster Suizidversuch. Bei meinem ersten war ich noch im Vorschulalter
    Ach Mädel

    Du Arme. Das ist ja schrecklich.

    Ich unterschreibe 1000% Marys Post.
    Diese Aktion mit dem "Traummann" - das ist nicht das eigentliche Problem, das weißt du auch

    Versuch mal die ganzen Männer Männer sein zu lassen und nur auf dich zu schauen.

    Ich bin ja immer die mit dem Pragmatik-Holzhammer ()

    Was hältst du davon, wenn du dich mit Hilfe deines Hausarztes um einen neuen Therapieplatz kümmerst.
    NICHT weil du irre bist und so
    Schau, wenn du einen krassen Unfall gehabt hättest und davon noch beeinträchtigt wärst, dann würde dir auch eine Reha angeraten werden. Zumindest eine Weile beim Physiotherapeuten.
    Da unterscheiden sich nur ein paar Buchstaben...

    Eine Auszeit, bissl Weg von daheim und all dem Chaos wäre vielleicht der Beginn einer neuen, wunderbaren Freundschaft und zwar zu dir selber. Du könntest versuchen, zu erlernen dir selber der liebste Mensch zu sein und ein gutes Leben zu haben. Ohne solche Abstürze und Tiefen Täler. Und wenn dann da ein Kerl dabei: schön. Und wenn nicht: auch schön.

    Lass das nicht schleifen. Organisatorisch sollte das nach einem dokumentierten Suizid-Versuch übrigens kein Problem sein.
    Also, dass du schnell in eine Klinik kannst oder einen ambulanten Platz kriegst. HA soll helfen!
    Ich plädiere zur Klinik, weil du da echt mal die Chance hättest, Abstand zu gewinnen. Buchstäblich.

    Schämen brauchst du dich nicht. Und alleine mit dem ganzen Zeug bist du garantiert auch nicht. Garantiert! haben sich beim lesen zig Leser gedacht: "been there, done that". Alleine wäre man eher, wenn man schriebe: "bei mir immer alles super. Immer und alles. Nie was verbockt, nie falsch reagiert, keine Themen aus der Kindheit im Gepäck, nie in die Sch. gegriffen." Das kommt bei Menschen tatsächlich quasi nie vor.

    Alles Gute! Kopf hoch und hol dir Hilfe

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