Hallo Aufgewacht, klingt doch gut, dass Du versuchst Dir bewusst zu werden.
Mehr geht halt nicht im Moment. Bitte schmeiß Dein Leben nicht weg.
😍 bifi
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26.10.2019, 15:37
AW: Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....
"Wenn Sie die Art und Weise ändern, wie Sie die Dinge betrachten, ändern sich die Dinge, die Sie betrachten."Max Planck - deutscher Physiker und Nobelpreisträger 1858-1947
Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmtAristoteles - Griechischer Philosoph
"Es ist nicht wie es ist, sondern so, wie Du denkst, dass es ist. "bifi
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27.10.2019, 11:05Inaktiver User
AW: Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....
Ich finde, das sind sehr vernünftige Gedanken!
Ein guter Ansatzpunkt, wo ich weiter gucken würde, was sich ergibt und was passiert. Man muss sich nicht kopfüber ins kalte Wasser stürzen, wenn einem gar nicht danach ist.
Ich würde also das "Wasser" noch etwas beobachten und vielleicht die "Grenze" noch erweitern. Wenn Du sagst, dass Du eh nicht angebunden bist, warum nicht auch in anderen, kleineren Städten gucken? Warum sich auf das Heimatgebiet begrenzen? Vielleicht brauchst Du einen "richtigen" Neuanfang, bei dem die Eckdaten stimmen? (Eckdaten: Rausfinden durch Weiterverfolgen der obigen Überlegungen. Aka: Was ist mir wirklich wichtig??? ;) )
Mittlerweile gibt es auch immer mehr alternative Wohnprojekte. Mein Eindruck: Das machen insbesondere Menschen, die etwas anders ticken als die normale Bevölkerung. Also Gemeinschaft, Nachhaltigkeit - aber auch ein eigener Bereich.
Daneben kam mir noch in den Sinn, ob Du nicht mal - evtl. begleitend zur einer Therapie oder auch einfach so - Medikamente ausprobieren solltest. Also: Termin bei Psychiater und das Medikament wählen, was die "besten" Nebenwirkungen aufweist.
Ich kenne nämlich ein paar Menschen, die sich jahrelang von Therapie zu Therapie gehangelt haben, die aber nur Symptomlinderung sein konnte, weil sich letztendlich heraus stellte, dass etwas an der Gehirnchemie grundsätzlich nicht stimmt.
Ich bin niemand, der DAS so uneingeschränkt empfehlen würde, aber ich beobachte gerade an einer Bekannten, dass sie erst jetzt in der Lage ist, Dinge wirklich emotional zu verarbeiten, weil sie durch die Medikamente den kognitiven Zugriff bekommt.
Muss ja auch nicht für immer sein.
Stichwort Selbstliebe.
Ich glaube, dabei geht es darum, uns realistisch einzuschätzen insbesondere in Bezug auf unsere Schwächen. Du scheinst, warum auch immer, sehr liebesbedürftig (emotional abhängig?) zu sein. Das anzuerkennen ist ein wesentlicher Schritt, weil man von da ab andere, niedrigschwelligere Filter ansetzen kann, will sagen: Ich brauche "mehr" Ruhe, emotionale Fürsorge, Anerkennung, ... als "normale" Menschen. Passt die Situation xy, Arbeit, Person, ..., zu diesem, meinem Wesen?
Jedes Mal, wenn ein "Nein" kommt, dann kannst Du davon ausgehen, dass Du über Deinem Energielevel lebst, was Dich auf Dauer runter zieht und dann für negative Gedanken und Gefühle sorgt.
Ich wünsche Dir alles Gute!
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30.10.2019, 07:22
AW: Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....
Die Liebe zu sich selbst verwechseln viele mit Egoismus, hab ich das Gefühl. Ich glaube nicht, dass es wirklich viele Menschen gibt, die sich selbst lieben. Die meisten haben doch ein Problem mit sich und vertuschen es nur. Allein mit ihrer Figur sind doch nur die allerwenigsten zufrieden......Die einen finden sich zu klein, die anderen haben eine zu lange Nase oder sonst irgendwas.....Kompensiert wird das damit verbundene wenige Selbstwertgefühlt, mit großen Autos, Markenklamotten, die eigenen Kinder werden gedrillt, um damit "angeben" zu können.= Klecksfisch;34349057 Du weißt nicht, wie du dich selber lieben kannst, wie das geht, aber du weißt wie du andere lieben kannst und wie das geht und du weißt wie Liebe von anderen auszusehen hat? Irgendwie läuft da etwas falsch, das siehst du was bei der letzten Liebesgeschichte passiert ist.
Deshalb glaube ich nicht, dass ich eine Ausnahme bin, sondern im Gegenteil, eher der Regelfall.
...und du meinst im Ernst, dass es davon so viele Menschen gibt, die so von sich überzeugt sind?Es geht um das Gefühl, was man für sich selber hat. Es geht um den Glauben, den man an sich hat. Es geht nicht darum etwas zu besitzen, zu machen. Es geht nicht um Auto, Urlaub, Arbeit, Hund, Katze weiß der Geier was noch. Es geht nur um das Gefühl, was du zu dir selber hast und den Glauben an dich.
Auch da bin ich sicher ein "Regelfall". Ansonsten würden doch nicht so viele Leute in ihren miesen Jobs verharren...und eben auch in ihren miesen Beziehungen.Wenn du glaubst, du kannst alles schaffen, was dir entgegenkommt, dann hast du Mut und probierst es. Es gibt Umwege, es gibt Niederlagen, es gibt Verluste, es gibt Erfolge, es gibt schöne Dinge, die passieren, du freust dich, du bist stolz auf dich. Das alles gehört dazu, du schaffst es und das ist dein fester Glaube an dich, egal was kommt und wo der Weg dich hinführt, auch wenn du ganz woanders ankommst als ursprünglich geplant, gedacht. Das ist der Weg. Das ist dein Glaube an dich und das ist das Leben.
Nur kommt man da nicht (mehr) raus. Ich hatte ja wie gesagt, schon einige Therapien und das half nicht so richtig viel. Mein Verstand weiß, dass ich "ganz normal" bin, dass ich kein größer Versager bin als die meisten, verinnerlichen kann ich das jedoch nicht. Obwohl ich von vielen Leuten um meinen Mut beneidet werde, denn ich verharre nicht unguten Jobs und trau mich, meinen Mund aufzumachen.Es geht um deine Einstellung, die du zu dir hast.
Wenn du dich für einen Versager hälst, der nichts auf die Reihe bekommt. Was glaubst du, was dann passiert?
Das ist es aber auch, warum ich in meiner unguten Ehe ausharre. Ich trau mir nicht zu, eine Arbeitstelle auf länger Zeit zu behalten. Denn zuu schnell sage ich etwas und Ecke wieder an und zuu schnell komme ich da an meine Grenze.
Was mir in meiner Ehe nicht gelingt, einen entgültigen Schlußstrich zu ziehen, mache ich im Job. Zwar auch nicht übereilt, sondern erst, wenn es überhaupt nicht mehr geht, das passiert aber schon meist nach 1 - 2 Jahren.
Ich frage mich seit längeren, ob mir in Arbeit nur deshalb so schnell alles zu viel wird, weil ich daheim so einem enormen Druck ausgesetzt bin?
Und wie es wäre bzw. ob es mir gelänge einen Job bis zur Rente durchzuziehen, wenn ich anstatt diesen, meine Ehe beenden würde?
Vielleicht ist es ein großer Fehler, zu versuchen, diese unerträgliche Situation daheim zu akzeptieren?
Hmmm......leider kann ich das nicht einfach mal probieren.
Vielleicht lesen das hier ein paar Leute und teilen mir ihre Gedanken dazu mit.
Wie gesagt, vom Verstand weiß ich, dass ich nicht schlechter, dümmer oder häßlicher bin als der Durchschnitt. Ich bin sogar davon überzeugt und das spricht vielleicht schon für Selbstliebe, dass ich dabei besser als der Durchschnitt abschneide. Bei dem "dümmer" bin ich mir jetzt nicht sicher, aber ich bin zumindest soo klug, dass ich weiß, was ich alles nicht weiß und deshalb komme ich mir doch recht oft Dumm vor.....was aber auch eher für eine gewisse Intelligenz spricht.Du hast jemanden, den du lieben kannst!! Und das bist DU.
Das ist so ein Punkt, denn ich nicht glaube. Was eher stimmt ist, wenn man sich selbst nicht liebt, können andere einen auch nicht lieben.Nur wer sich selber liebt, kann andere lieben. Alte Indianerweisheit.
Du bist ganz sicher nicht alleine. Du hast keinen Partner, ja und das glaube ich dir, dass man(n) oder frau auch ohne Partner glücklich sein kann. Aber alleine, ohne nähere soziale Kontakte bist du mit Sicherheit nicht. Du hast sicher sehr gute Freunde oder eine Familie, auf die du dich verlassen kannst.Du kennst keinen Menschen, der alleine glücklich ist? Doch du kennst jemanden: mich. Ich lebe mein ganzes Leben alleine. Etliche gescheiterte Beziehungsversuche und ich vermisse nichts. Ich bin rundherum zufrieden und glücklich.
Mit ALLEINE meine ich bei mir, dass ich niemanden habe, auf den ich mich verlassen kann.Geändert von Aufgewacht (30.10.2019 um 07:32 Uhr)
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30.10.2019, 08:38Inaktiver User
AW: Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....
Aufgewacht, willst du "der Regelfall" sein oder willst du dein Leben leben?
Es ist egal, wenn viele andere Menschen Selbstliebe mit Egoismus verwechseln. Du musst das ja nicht tun.
Für mich bedeutet Selbstliebe nicht, sich selbst mit Glitzer zu bewerfen und sich selbst zu applaudieren. Für mich bedeutet es ein Hinspüren auf das, was ich brauche, welche Bedürfnisse ich habe. Ganz unabhängig davon, was das für ein Licht auf mich wirft, was andere davon denken. Solange ich damit keinem anderen schade, versuche ich das vollständig umzusetzen. Im Kleinen sind das Themen wie "Was brauche ich gerade an Nahrung?", "Brauche ich heute etwas Bewegung?", "Ist jetzt gerade eine kleine Pause notwendig?" usw.. In Bezug auf die großen Themen bedeutet die Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen, das Aussortieren, was man meint zu wollen (weil alle es tun oder wollen) und was man wirklich will und braucht. Nicht jeder wird mit einem vermeintlich allgemeingültigen Lebensmodell a la Partnerschaft - Kind(er) - Eigenheim - Hund - Arbeit (jetzt sehr, sehr plakativ dargestellt) glücklich.
Ich habe bei dem, was du über dein Leben schreibst, den Eindruck, dass du bei weitem noch nicht überall klar hast, was du wirklich willst. Willst du wirklich eine offene Beziehung? Hätte du mit dem Affärenmann eine Beziehung leben können, wie du sie willst/brauchst?
Mit anderen Worten: Ich glaube, du weißt nicht, was du wirklich willst. Manchmal können früh gemachte Erfahrungen dazu führen, dass wir das Gespür dafür verlieren. Manchmal halten wir früh erlebte destruktive Beziehungsmuster für das Normale und orientieren uns daran. Es ist dann zum Beispiel nicht vorstellbar, dass man eine Beziehung leben kann, in der Füreinandereinstehen, Treue, Loyalität und liebevolle Zugewandtheit gelebter Alltag sind. Wenn du schreibst, dass du glaubst, dass sich nicht viele Menschen selbst lieben, dann mag das genau solchen Erfahrungen geschuldet sein - du misstraust dann dem, dass man auch anders (sich er-)leben kann.
Ich bin keine Psychologin oder Fachärztin, aber ich halte @maryquitecontrary´s Hinweise für wertvoll. Und wenn hier User davon schreiben, sich selbst zu lieben, heißt das noch lange nicht, auch als Eremit glücklich zu werden. Es heißt, sich zu sich selbst wenden, sich selbst ernst zu nehmen und die Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse zu übernehmen. Zum Beispiel auch das nach guten (!) sozialen Beziehungen. Und wenn du diese weder bei deinem Mann noch bei deinem Affärenmann bekommst, entsprechend Konsequenzen zu ziehen.
Ich glaube aber, dass du dafür richtig in die Tiefe gehen musst. Auch hin zu möglicherweise alten destruktiven Mustern. Leider sind die oft so sehr mit einem selbst "verwachsen", dass es kaum möglich ist, sie allein aufzudröseln. Auch ich würde dir empfehlen, dich noch einmal auf die Suche nach einem guten, passenden Therapeuten zu machen, mit dem diese "Tiefenbohrung" gelingen kann. Der Vorteil einer guten Therapie ist eben auch, dass sie einem langfristig bei der Veränderung alter Muster begleiten kann, man kann erste Schritte reflektieren, Rückschläge reflektieren, "komische Gefühle" während des Prozesses reflektieren. Das gelingt einem auch mit der besten Fachliteratur nicht, dazu braucht es ein geschultes Gegenüber.
Ich wünsche dir alles Gute.
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30.10.2019, 10:04
AW: Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....
Mit dem Begriff Selbstliebe tu ich mir auch schwer, das klingt für mich so aufgesetzt. Das christliche "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" wūrde ich eher im Sinne von Wohlwollen oder Nachsicht anderen und mir selbst gegenüber interpretieren, zugestehen und akzeptieren,. dass jeder Schwâchen und Fehler hat, aber den Fokus auf das Gute zu legen, dass jeder in sich trägt.
Ich bin zwar streng katholisch erzogen, aber nicht gläubig. Es gab jedoch ein paar Situationen im Leben, in denen ich mich ganz allein und verlassen fühlte, auch wenn es objektiv nicht so war. Da habe ich mir vorgestellt, es gibt eine unsichtbare gute Macht,.die mich trägt, die mich auffängt, wenn ich nicht mehr kann. Ich brauche mich nur vertrauensvoll in diese Hände legen, statt versuchen mich allein nach oben zu kämpfen, wenn ich keine Kraft mehr dazu habe. Es hat geholfen und mir das Gefühl gegeben, es kann mir nichts passieren, jemand schaut auf mich.
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30.10.2019, 10:16
AW: Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....
Vogalonga, das hast Du wunderbar geschrieben!
Ich glaube, dass der Begriff Selbstliebe zu vielen Missverständnissen führt. Dieses Gefühl für sich selbst hat weder etwas mit Egoismus im negativen Sinn zu tun, noch mit der Art Liebe, die man für andere empfindet, wenn man zum Beispiel verknallt ist.
Ich finde das Wort Selbstfreundschaft viel passender. Sich selbst zu mögen ohne Maßstäbe von außen, mit dem, was man ist, einverstanden zu sein, sich ein guter Freund sein und für sich zu sorgen, und auch sich selbst verzeihen können, darum geht es.Wir werden weitermachen!
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30.10.2019, 10:46
AW: Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....
Liebe Aufgewacht!
Für mein Dafürhalten hast Du wenig bis keine Resilienz, auf die Du zurückgreifen
kannst.
Sonst würde, wie zB bei oben beschriebenem Verhalten, ab irgend einem Punkt
die Ratio greifen. Es wäre nämlich nicht schwer einzuschätzen gewesen, dass
der Mann mit einem derartigen Verhalten nicht umgehen kann und auch nicht
will - verständlicherweise.
Resilienz lässt sich, wenn auch nicht auf einfache Art und Weise, noch im
Erwachsenenalter erwerben. Dazu würde die Grundakzeptanz gehören, dass Wandel
etwas ist, das zum Leben gehört.
Bist Du Dir eigentlich sicher, dass das "offene Ehe"-Konstrukt Dir gut tut?
Ich denke nämlich, dass es das Gegenteil von emotionaler Sicherheit und
Geborgenheit bewirkt.
Ach ja, ich war auch immer wieder bei Psychologen, aber alle meinten, dass mit mir alles in Ordnung ist.Ich hoffe sehr, Du missverstehst das jetzt nicht - aber bei dieser Vorgeschichteschon als Kind und ich war schon bei vier verschiedenen Psychologen über einen Gesamtzeitraum von ca. drei Jahren.
Und Nein, dass war nicht mein erster Suizidversuch. Bei meinem ersten war ich noch im Vorschulalter
von "alles in Ordnung" zu sprechen finde ich sehr seltsam.
Entweder Du hast jeweils nicht alles erzählt.
Oder Du bist schlichtweg an die falschen Psychologen geraten.
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30.10.2019, 12:13Inaktiver User
AW: Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....
Liebe Aufgewacht,
ich halte diesen Selbstliebe-Ansatz für problematisch, auf jeden Fall für mißverständlich.
Menschen sind soziale Wesen und nicht dafür gemacht, mit sich selbst allein in inniger Zufriedenheit und Erfülltheit zu leben. Und ich glaube, keiner der Schreibenden hier lebt allein auf der Alm ohne Netz und Verbindung zur Außenwelt.
Mein Ansatz wäre ein ganz anderer: Du hast das Recht, Dir andere Menschen und Liebe in Deinem Leben zu wünschen. Und wenn Du sagst, Dein soziales Gefüge existiert quasi nicht, jedenfalls kein gesundes, stabiles, dann glaube ich Dir zum Ersten und rate Dir zum Zweiten NICHT, Dich noch mehr mit Dir selbst zu beschäftigen. Du bist kein Problem, daß Du lösen müßtest - gar noch alleine. Du bist ein Mensch mit Bedürfnissen. Und die Konzentration, die Fokussierung auf Deinen Mangel und Deine echten oder gefühlten Defizite wird deren Präsenz nur verstärken.
Mein Lösungsansatz wäre: Werde aktiv. Im Prinzip auch das, was schon geraten wurde: Geh raus, lerne neue Leute kennen, such Dir ein Hobby, etwas, aus dem ein soziales Umfeld wachsen kann. Du hast anscheinend viel zu viel Leerlauf, jedenfalls Leere in Deinem Leben. Ich persönlich denke auch, Du würdest auf lange Sicht glücklicher, wenn Du aus Deiner unglücklichen Ehe aussteigst. Aber wenn Du dafür derzeit keine Kraft, keine Reserven hast, dann sorg erst mal für Dich, daß es Dir besser geht und Du Stärke gewinnst.
Möglicherweise bist Du depressiv, ja. Möglicherweise wäre eine adäquate Therapie, evtl. auch medikamentös begleitet, sehr nützlich für Dich. Aber Depressionen werden nicht besser dadurch, daß man grübelt, sich in sich selbst vertieft und in sich selbst die Fehler, Ursachen und auch die Lösung für alles innere und äußere Unglück sucht.
Außerdem denke ich, es könnte helfen, wenn Du mit Deinen Kindern sprichst. Wer sich öffnet, erlaubt anderen Menschen, näher zu kommen. Zuzuhören, mitzufühlen, zu unterstützen.
Desweiteren gibt es Beratungsstellen und Hilfsorganisationen. Häufig sehr viel schneller, effektiver und praktischer als eine langfristige Gesprächstherapie und zuvor das Warten auf einen Platz...
Und etwas ganz Böses zum Schluß: Hör auf, Dich für etwas Besonderes zu halten. Probleme haben viele Menschen. Ungesunde Verhaltensweisen auch. Alleine schaffen muß es niemand. Und: schafft quasi auch niemand.
Ich bin nicht gläubig, aber es gibt einen Grund für diese Rippengeschichte. Adam bekam seine Eva, weil er alleine selbst im Paradies eingegangen wäre. Eva bändelte mit der Schlange an, weil Menschen neugierig sind und nicht den ganzen Tag lang sich selbst genügen können - und weil nur ein Partner allein eben auch nicht glücklich macht im Leben. Und Gott selbst lachte sich einen Sohn an, weil so viel Verantwortung für einen alleine einfach nicht zu tragen ist. Und opferte sein Kind aus Gründen, über deren ethische Grundlage man streiten kann. Nun ja, keine Familie ist perfekt.
LG Sin
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30.10.2019, 12:35
AW: Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....
[QUOTE]Als ich den ersten Satz das erste mal las, dachte ich, Nein, das möchte ich nicht. Doch ich hab ihn mir nochmal durch den Kopf gehen lassen und "ein Regelfall" bzw. "NORMAL" zu sein, ist genau das, was ich gerne sein würde. Einfach "normal".
Normal in dem Sinne, nicht so emotional, nicht so kopflastig oder wie heißt es "fünfe gerade sein lassen können"....usw.
Mein Urproblem kenne ich, "ich war und bin nie genug", deshalb hab ich unheimliche Angst vor Beurteilung. Ich musste mir als Kind mehrmals die Woche von meiner Mutter anhören, das meine besseren zwei Geschwister gestorben sind und ihr nur die drei Blöden (ich hab noch zwei Brüder) geblieben sind. Mir gings damals aber noch nicht schlecht damit, sondern erst, als ich mit meinem Mann ein für MICH traumatisches Erlebnis hatte....und dieses Erlebnis, blieb kein einmaliges, sondern wiederholt sich immer und immer wieder.
....unter diesen Umständen fällt es einfach schwer, sich selbst so zu aktzeptieren wie man ist.
Ich versuche das alles auch so gut es geht umzusetzten, ich hab aber tatsächlich Probleme damit, zu erkennen, wann ES genug ist. Egal ob beim Sport oder in der Arbeit oder mit meinem Mann oder mit meinem "Traummann".....ich gehe sehr oft zu weit und merke das erst, wenn ich total erledigt bin.Für mich bedeutet Selbstliebe nicht, sich selbst mit Glitzer zu bewerfen und sich selbst zu applaudieren. Für mich bedeutet es ein Hinspüren auf das, was ich brauche, welche Bedürfnisse ich habe. Ganz unabhängig davon, was das für ein Licht auf mich wirft, was andere davon denken. Solange ich damit keinem anderen schade, versuche ich das vollständig umzusetzen. Im Kleinen sind das Themen wie "Was brauche ich gerade an Nahrung?", "Brauche ich heute etwas Bewegung?", "Ist jetzt gerade eine kleine Pause notwendig?" usw.. In Bezug auf die großen Themen bedeutet die Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen, das Aussortieren, was man meint zu wollen (weil alle es tun oder wollen) und was man wirklich will und braucht. Nicht jeder wird mit einem vermeintlich allgemeingültigen Lebensmodell a la Partnerschaft - Kind(er) - Eigenheim - Hund - Arbeit (jetzt sehr, sehr plakativ dargestellt) glücklich.
Das stimmt, ich weiß nicht was ich wirklich will.Ich habe bei dem, was du über dein Leben schreibst, den Eindruck, dass du bei weitem noch nicht überall klar hast, was du wirklich willst. Willst du wirklich eine offene Beziehung? Hätte du mit dem Affärenmann eine Beziehung leben können, wie du sie willst/brauchst?
Ich weiß aber genau, was ich keinesfalls mehr will.
Nur so richtig weiterhelfen tut mir die Erkenntnis nicht, denn beides ist so fest miteinander verstrickt, dass wenn ich konsequent durchziehe, was ich nicht will, fällt automatisch auch das weg, was ich gerne mag.
Der Spruch stimmt schon, mit dem Waschen und dem nicht Nass werden.
Doch, ich dachte schon, dass ES anders geht. Ich war der festen Überzeugung, dass es eine "Kleinigkeit" ist, sein Leben zu ändern. Was ich aber auch in den letzten Jahren veränderte, das Resultat war jedesmal schlimmer als es vorher war. Umso mehr ich raus aus diesem "Teufelskreis" wollte, umso enger zog sich der "Strick um meinen Hals".Mit anderen Worten: Ich glaube, du weißt nicht, was du wirklich willst. Manchmal können früh gemachte Erfahrungen dazu führen, dass wir das Gespür dafür verlieren. Manchmal halten wir früh erlebte destruktive Beziehungsmuster für das Normale und orientieren uns daran. Es ist dann zum Beispiel nicht vorstellbar, dass man eine Beziehung leben kann, in der Füreinandereinstehen, Treue, Loyalität und liebevolle Zugewandtheit gelebter Alltag sind. Wenn du schreibst, dass du glaubst, dass sich nicht viele Menschen selbst lieben, dann mag das genau solchen Erfahrungen geschuldet sein - du misstraust dann dem, dass man auch anders (sich er-)leben kann.
Mit taten z.B. viele Beziehungen nicht gut, wie die zu meinen Eltern, zu meinen Brüdern, zu etlichen anderen Verwandten und Bekannten und genauso in der Arbeit. Ich machte mich aber gleichzeitig auf die Suche nach einem anderen, einem neuen Bekanntenkreis, bei dem ich mich wohler fühle. Die Altlasten bin soweit los, aber die neuen Bekannten entpuppten sich letzendlich als nicht soo viel anders, als die, die ich hinter mir ließ. Genauso in den verschieden Jobs.
Alle anderen sozialen Beziehungen abzubrechen, die mir nicht gut taten, war nicht besonders schwer und erleichterten mich. Aber die zu meinem Mann abzubrechen, das schaffe ich nicht (alleine und auch nicht mit einem Therapeuten). Damit ich DAS durchziehen kann, brauche ich vielleicht nicht unbedingt eine Person zur Unterstützung, aber zumindest eine positive Perspektive und die seh ich nicht. Ich denke hin und her, und auch mit den Therapeuten machte ich das und auch mit Bekannten, auch mit solchen, die diesen Schritt schon hinter sich haben.Ich bin keine Psychologin oder Fachärztin, aber ich halte @maryquitecontrary´s Hinweise für wertvoll. Und wenn hier User davon schreiben, sich selbst zu lieben, heißt das noch lange nicht, auch als Eremit glücklich zu werden. Es heißt, sich zu sich selbst wenden, sich selbst ernst zu nehmen und die Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse zu übernehmen. Zum Beispiel auch das nach guten (!) sozialen Beziehungen. Und wenn du diese weder bei deinem Mann noch bei deinem Affärenmann bekommst, entsprechend Konsequenzen zu ziehen.
Egal wie ich es drehe und wende, das Resultat ist alles andere als besser wie jetzt.
Vielleicht nur deshalb, weil ich zuu materialistisch bin. Wie ich aber Anfangs schon mal schrieb, reicht mein Lohn hinten und vorne nicht, für ein einigermaßen vernünftiges Leben. Trotz allem schaue ich, ob ich nicht doch eine bezahlbare Wohnung finde.......und vielleicht ziehe ich die Trennung doch "einfach" durch, obwohl mir die vielen negativen Konsequenzen bewusst sind.....
Falls sich das aber als Reinfall rausstellt, was mach ich dann???
Was genau würde mir eine erneute Thearpie bringen? Da erfahre ich das, was ich auch jetzt schon weiß. Ich weiß genau, dass meine Ehe nicht mehr zu retten ist und ich mich trennen müsste. Bei meinem "Traummann" bin ich mir dagegen nicht soo sicher. "Traummann" ist eigentlich eine unpassende Bezeichung, ich wusste nur nicht, wie ich ihn bezeichnen soll. Er ist kein "Übermann", sondern einfach nur ein Mensch, den ich vom ersten Augenblick an sehr, sehr mochte.Ich glaube aber, dass du dafür richtig in die Tiefe gehen musst.........
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30.10.2019, 12:40
AW: Ich kann einfach nicht "akzeptieren".....


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