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  1. Registriert seit
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    Missverständnisse in der Kommunikation

    begleiten mich mein Leben lang.
    Jedenfalls vom Gefühl her.

    Ich fang in der Mitte von einem Thema an und springe von A nach B, hab dann A ganz vergessen komme zu C und entweder lachen die Leute, oder sie verstehen dann gar nicht was ich meine.

    Ich bin nicht besonders klug, meine Konzentration ist ok (wurde getestet), daran kann es nicht liegen.

    Vielleicht habe ich auch einfach ne vollkommen verzerrte Wahrnehmung und ich kann mich einfach so gar nicht ausdrücken, jedenfalls nicht so, dass mein Gegenüber versteht was ich meine....

    Und so im Berufsalltag ist das wahnsinnig frustrierend. Ich steigere mich da sicher auch zu sehr rein. Ich hab z.B. einen Kollegen mit dem ich nur aneinander vorbei kommuniziere und ich mich frage, wer von uns ist denn noch von Sinnen....liegt das an mir, oder fällt mir das jetzt erst auf.

    Inzwischen werde ich schon frustriert oder wütend, wenn ich ihn schon sehe, weil ich weiß dass wir aneinander vorbeikommuniziere, das sogar angesprochen habe und der sagt mir, wir reden doch über das gleiche Thema. Nein, wir reden über Obst, aber ich rede über Birnen und Äpfel und er nur über Äpfel und sieht die Birnen nicht. Und wenn ich sag, die Birnen müssen wir auch beachten, ignoriert er das.

    Und wir können Obst mit Gemüse ersetzen, etc. Es ist immer das gleiche. Und das passiert mir nicht nur mit einer Person, das passiert mir öfters.

    Wenn ich nicht besonders klug bin, warum sehe ich dann das Obst zusammen und er nur die Birnen? Ist er dann noch weniger fähig als ich, Zusammenhänge zu erkennen? Oder ich bin ich einfach nur unfähig die Zusammenhänge zu erkennen und glaube nur, dass ich sie erkenne? (weil mir irgendwas fehlt, um alles zu verstehen)

    Ich rede entweder wie ein Wasserfall schnell und ohne Punkt und Komma oder finde die Worte nicht und bringe nur Kauderwelsch oder Stottern heraus.

    Manchmal wünsch ich mir ,dass mir jemand sagt, du hast XY das stimmt nicht mit dir und daher bist du so und da gibts ein Medikament oder sonst was dagegen. Aber ne, mir sagen immer alle, das ist noch im Normbereich.
    Geändert von weristdennda (08.10.2019 um 20:22 Uhr)


  2. Registriert seit
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    AW: Missverständnisse in der Kommunikation

    Ok.


    War da eine Frage?

  3. Moderation
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    AW: Missverständnisse in der Kommunikation

    Hm, würde es dir helfen, dir vorher Stichpunkte zu machen, was du sagen willst, und auch wirklich nur das zu sagen?

    Oft kommt man ja vom Hölzchen zum Stöckchen, weil man improvisiert und sich gar nicht richtig klar ist, "was will ich jetzt sagen und zu welchem Zweck". (Oder man hat ADS. )

    Und dann fehlt oft das, worum es einem eigentlich geht. Zum Beispiel vergißt man die Frage, die man stellen wollte. Dann bekommt man komische Antworten, weil Leute raten, worum es einem eigentlich geht, und oft falsch raten.

    Es kann auch sein, daß man alles sagt, was einem in den Sinn kommt, damit es keine Pause gibt, in der einen jemand unterbrechen, anderer Meinung sein oder einen runtermachen könnte. Da muß man dann erst mal über diese Sorge hinwegkommen -- oder über die reale Situation, aus der sie entsteht. (Leider verschärft strukturloses Reden das Problem, weil alle einen unterbrechen wollen!)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **


  4. Registriert seit
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    AW: Missverständnisse in der Kommunikation

    Zitat Zitat von weristdennda Beitrag anzeigen

    Wenn ich nicht besonders klug bin, warum sehe ich dann das Obst zusammen und er nur die Birnen? Ist er dann noch weniger fähig als ich, Zusammenhänge zu erkennen? Oder ich bin ich einfach nur unfähig die Zusammenhänge zu erkennen und glaube nur, dass ich sie erkenne? (weil mir irgendwas fehlt, um alles zu verstehen)
    .
    Ah - da sind ja die Fragen

    Warum glaubst du, „nicht besonders klug“ zu sein?

    Jeder Mensch hat seine eigene Realität. Bei manchen gehört die Birne dazu, für den nächsten die Pappel und für den übernächsten hat das alles überhaupt nichts mit Holz zu tun, der will nur Marmor!

    Der Trick ist, rauszufinden, in welcher Realität der Andere gerade steckt. Da hilft eine Sache ganz vortrefflich:

    Zuhören.


  5. Registriert seit
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    AW: Missverständnisse in der Kommunikation

    Ja das mit Stichpunkten ist eine gute Idee.
    Das möchte ich tatsächlich öfters mal umsetzen, denn dann sage ich auch nur das was ich sagen will. Das stimmt.
    Im Job fehlt mir dazu im Moment leider oft die Zeit - unterbesetzt, hab meistens nur 5 Min Zeit um mich auf Meetings vorzubereiten - da nehme ich dann meinen Laptop in die Tasche und das wars dann.

    Letztesmal habe ich es zumindest geschafft in einem Worddokument Stichpunkte aufzuschreiben und konnte dann alles abrattern - das hilft tatsächlich.


  6. Registriert seit
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    AW: Missverständnisse in der Kommunikation

    Zitat Zitat von _ThirdThought Beitrag anzeigen
    Ah - da sind ja die Fragen

    Warum glaubst du, „nicht besonders klug“ zu sein?

    Jeder Mensch hat seine eigene Realität. Bei manchen gehört die Birne dazu, für den nächsten die Pappel und für den übernächsten hat das alles überhaupt nichts mit Holz zu tun, der will nur Marmor!

    Der Trick ist, rauszufinden, in welcher Realität der Andere gerade steckt. Da hilft eine Sache ganz vortrefflich:

    Zuhören.
    Ich bin wahnsinnig frustriert gerade.

    Ich hab einen Test gemacht, daher weiß ich das. Vielleicht fühle ich mich auch unter Druck gesetzt und versuche daher ne Menge loszuwerden was ich weiß, weil ich nicht so viel weiß. Und alle mir immer sagen, dass ich "sehr klug" bin. Und daher was beweisen will. Aber das stimmt halt einfach nicht - was auch ok ist. Muss man ja nicht.

    Ja genau das ist der Trick. Da hast du Recht. Bei dem Kollegenbeispiel ist es besonder schlimm, weil ich ja sage, du frag doch mal Carola, die hat da schon was und mit dem Team nebenan haben wir das besprochen. Und der fragt nicht die Carola, der spricht nicht mit dem Team, der schaut nirgends nach, wo er Zugriff hat und baut sich ne Parallelwelt auf. Und erstellt in dieser dann was, was es schon gibt (nur halt nicht so ganz ausgearbeitet). Und das jedesmal.

    Ich fühle mich gerade wieder in so einem dejavu der letzten 3 Jobs. Egal wo ich arbeite, irgendwann kommt es immer zur gleichen Grenze - wenn ich auf die stoße, regt mich einfach alles aufregt und ich bin frustriert und fühle mich nicht wertgeschätzt.

    Es fängt immer alles super an, ich bekomme erst so eine Sondereinzelposition, dann werde ich doch irgendwann ans System angepasst, muss mehr mit den Leuten kommunizieren. Und rede aneinander vorbei. Mir fehlt einfach auch ein Verständnis für andere, vermute ich manchmal.

    Vielleicht würde jemand mit gutem Verständnis, tatsächlich versuchen sich in den anderen hineinzuversetzen, anstatt weiterhin über Obst zu reden?
    Geändert von weristdennda (08.10.2019 um 20:43 Uhr)


  7. Registriert seit
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    AW: Missverständnisse in der Kommunikation

    mal ein konkretes Beispiel?

  8. Moderation
    Registriert seit
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    AW: Missverständnisse in der Kommunikation

    Zitat Zitat von weristdennda Beitrag anzeigen
    Im Job fehlt mir dazu im Moment leider oft die Zeit - unterbesetzt, hab meistens nur 5 Min Zeit um mich auf Meetings vorzubereiten - da nehme ich dann meinen Laptop in die Tasche und das wars dann.
    Für Meetings habe ich oft einen Zettel auf dem Tisch, wo ich alles, was mir durch den Kopf geht, was ich auf dem Meeting sagen will, aufschreibe. Oder wieder streiche, wenn ich es nicht mehr sagen will.

    Oft ist auch der Prozeß des Sprechens ein Problem. Man versucht, so schnell zu reden, wie man denkt. Das klappt nicht. Da kann es helfen, jeden Tag der Katze oder der Zimmerlinde etwas laut vorzulesen, und zwar so, als würde man für's Vorlesen bezahlt -- also wie ein Nachrichtensprecher oder Hörbuchvorleser. Ganz ruhig, jeden Satz bewußt wahrnehmen. Sprechen ist Atmung und Muskeln, die lassen sich auf einen anderen Ablauf trainieren. (Ich war mal auf einem eintägigen VHS-Kurs für "Sprech- und Vortragsstimme", das war schon sehr interessant. Man lernt ganz neue Ideen kennen.)

    Manchmal kann man auch, wenn man sich vergaloppiert, innehalten und sagen, "Beantwortet das die Frage?" oder "Gibt es Fragen?" Und immer gucken und atmen, bevor man auf eine Frage antwortet!

    Zitat Zitat von weristdennda Beitrag anzeigen
    Letztesmal habe ich es zumindest geschafft in einem Worddokument Stichpunkte aufzuschreiben und konnte dann alles abrattern - das hilft tatsächlich.


    Es gibt nur wenige Leute, die wirklich gut reden: Nicht nur gut zu hören, und gut zu verstehen, sondern auch gut darin, ihr Thema aufzubereiten und mitzuteilen. Das ist eine Kunst und eine Wissenschaft.
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    ** ansonsten niemand besonderes **


  9. Registriert seit
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    AW: Missverständnisse in der Kommunikation

    Ich denke auch, dass ich versuche so schnell zu reden wie ich denke, und dann selbst überrascht bin ,was da raus kommt. Daher ist wohl oft meine Alternative - gar nichts sagen. Das ist aber nicht unbedingt die tollste Lösung - frustriert irgendwie auch.

    Ich war mal auf nen Rhetorikseminar (auch vhs) und Selbstbewusstsein für Frauen etc. Ich mag es selbst überhaupt nicht, wenn die Leute langsam sprechen und stelle mir selbst oft Videos auf die 1,25 - 1,5 fache Schnelligkeit. Vielleicht auch ,damit es schneller rum ist. Vielleicht ist das ja auch so ein Aspekt? Ich will es schnell wieder los haben?

    Vielleicht Logopäde? Ich glaube ich komme eher in einem Einzeltraining voran, als in einem Gruppensetting.

    Irgendwas muss ich - denke ich schon tun, denn was nützt es mir alle 5 Jahre vor dem gleichen Problem zu stehen, dass mich "angesammelt" dann alles ankotzt und ich für gar nichts mehr Geduld oder Verständnis habe und nur noch mich und mein "Leid" sehe.

  10. Avatar von animosa
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    AW: Missverständnisse in der Kommunikation

    Zitat Zitat von weristdennda Beitrag anzeigen

    Nein, wir reden über Obst, aber ich rede über Birnen und Äpfel und er nur über Äpfel und sieht die Birnen nicht. Und wenn ich sag, die Birnen müssen wir auch beachten, ignoriert er das.
    Du kannst dir angewöhnen, nach dem Gespräch zu sagen, dass du noch nicht mit ihm über die Birnen gesprochen hast. Das möchtest du aber gerne noch machen.

    Du verlierst einfach nicht aus dem Fokus, was du besprechen möchtest. Und du sprichst es immer wieder ganz deutlich und separat an, wenn es deiner Meinung nach untergegangen ist. Immer dann, wenn das Gespräch für den anderen eigentlich schon abgeschlossen ist.

    Ich beobachte auch, dass viele Leute oberflächlich kommunizieren. Man kommt vom 100. ins 1000., weiß eigentlich gar nicht mehr, womit man angefangen hat. Das kann ich auch überhaupt nicht leiden. Weil man dann ja auch nichts wirklich gelöst bekommt. Das hat etwas mit Struktur zu tun. Nicht damit, ob man klug oder nicht so klug ist.

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