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  1. Registriert seit
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Und da Selbstschutz vor Fremdschutz geht, würde ich akzeptieren, daß du nichts mehr mit mir zu tun haben möchstst, wenn ich meine Verantwortung für mein eigenes Leben höher bewerte als meine Verantwortung für deines und dir das höflich bis wohlwollend mitteile.
    .
    Das finde ich jetzt zu hoch aufgehängt, dass sich da geschützt werden muss und das eigne Leben, wenn ein Freund Probleme hat. Es ist für mich auch nicht im Umkehrschluss so, dass ich meines aufgebe, weil ich mal zuhöre oder helfe. Da gibt es schon noch was dazwischen. Es gibt doch nicht nur totalen Rückzug im Problemfall oder totales Helfen und sich aufgeben.

    Auf jeden Fall würde ich mir allerdings diese überzogene Reaktion merken und demjenigen garantiert auch nicht mehr zuhören bei Problemen oder helfen. Dazu gäbe es eine entsprechende Ansage, dass es eine Art von sozialer Verantwortung gibt und man sich da nicht nur die Rosinen rauspicken kann, während man sich drückt. Sowas kann ich nämlich nicht leiden.

    Und klar, hätte ich trotzdem ein Gespür dafür, ob jemand selbst grad genug um die Ohren hat oder ob ich jemanden irgendwas zum 10000 mal erzähle, der mir im Grunde nicht helfen kann. Das setze ich jetzt einfach mal voraus, dass dies nicht die Gründe der Ablehnung waren, sondern eher Egoismus.

    Hair weiß das sicherlich einzuschätzen. Wenn es eine Freundin z.B. mit autistischen Zügen ist, dann wird das sicherlich auch einordenbar sein.

    Das was ich meine, bedeutet auch nicht, dass ich Grenzen anderer nicht achte oder überfahren will. Es wäre eher so eine Enttäuschung, wenn diese Grenzen ständig sehr eng gesteckt sind, dass man selbst wenig Handlungsspielraum noch hat mit dem Gegenüber, Das muss auch nicht zwangsweise in einem Krach enden, dass kann einfach sein, dass ich die Grenzen akzeptiere und aufgrund dieser eben nur noch wenig Bezugspunkte sehe oder eben mit der Person ein angespanntes Gefühl habe, weil sie sehr wenig zulässt, wenig locker ist, so ungefähr und dann sicher auch für mich überlege ob ich solch einen zwanghaften Umgang noch so will bzw. ertrage. Es kann ja durchaus auch sein, dass das für das Gegenüber mit mir auch nicht passt, dann finde ich es auch nicht so schlimm, wenn Wege sich trennen, auch wenns im ersten Moment nicht so glücklich macht.
    Geändert von fromanotherplanet (23.09.2019 um 09:24 Uhr)


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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Um noch mal auf den Eingangs-Post zurückzukommen: ich kann die Empfehlung aus dem Podcast nachvollziehen und habe das für mich in vielen Bereichen schon lange umgesetzt.

    Beispiel Nachrichten: du kannst den ganzen Abend lang auf allen möglichen Kanälen Nachrichten, Politik-Talkshows und Info-Sendungen zu Nachrichten-Themen anschauen, aber ich frage mich dann immer, was davon wirklich relevant ist für mich selbst und mein tägliches Leben. Der neueste Koalitionskrach sicherlich nicht, und der xte Minister, den Trump entlassen hat, auch bestimmt nicht.

    Zum Thema „jammernde Menschen“: ganz eigentlich möchte ich mich in meiner Freizeit nicht über Probleme unterhalten (auch nicht, wenn ich selbst welche hätte). Manche Leute schleppen einen gut gefüllten Problemrucksack mit sich rum, den sie gern vor Gott und der Welt auspacken; da mache ich dann liebend gern einen Schritt an die Seite. Wenn jemand mich dagegen nach einer Meinung bzw einem Rat zu Sachverhalt xy fragt, können wir da gern drüber reden. Aber wer gern jammert, ist meist gar nicht an einer Lösung interessiert.
    "Battlestar Galactica: The Eye of Jupiter (#3.11)" (2006)
    __________________________________________________ ______________
    Captain Kara 'Starbuck' Thrace: Can I make a suggestion that you won't like?
    Major Lee 'Apollo' Adama: Do you make any other kind?

    Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a well preserved body, but rather to skid in broadside, totally worn out, and loudly proclaiming "Wow!" (Hunter S. Thompson)

  3. Moderation
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von fromanotherplanet Beitrag anzeigen
    Das finde ich jetzt zu hoch aufgehängt, dass sich da geschützt werden muss und das eigne Leben, wenn ein Freund Probleme hat. Es ist für mich auch nicht im Umkehrschluss so, dass ich meines aufgebe, weil ich mal zuhöre oder helfe. Da gibt es schon noch was dazwischen. Es gibt doch nicht nur totalen Rückzug im Problemfall oder totales Helfen und sich aufgeben.
    Wenn du nicht akzeptierst, daß es Grenzen gibt für das, was Leute machen können, verlangst du automatisch, daß sie alles können. Wenn Leute dir nicht sagen dürfen, daß sie Grenzen haben, ohne daß du sie als nicht-Freunde betrachtest, verlangst du automatisch, daß deine Freunde dir ihre Grenzen nicht mitteilen.

    Und irgendwann scheppert's dann gewaltig.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **


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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Ich kann nicht mal sagen, dass ich nicht über Probleme reden möchte. Ich kann nur ganz klar sagen: nicht mit jedem. Von meinem Leben aus ist sehr vieles, was ich mitbekomme, Jammern auf hohem Niveau. Was soll ich auch groß dazu sagen. Schon immer ein Graus waren mir die Leute, die "Klagen ohne zu Leiden" in bessergestellten Kreisen. Und niemals habe ich erlebt, dass jemand sich bei mir bedankt, weil ich ihm die Augen für etwas öffne. Daher bin ich inzwischen still, wenn ich es besser weiß. Von meiner bescheidenen Lage hat mein Umfeld nun auch was mitbekommen, und die menschlich großartigsten Momente waren, als Bekannte an mich getreten sind und mir von der bescheidensten Zeit in ihrem Leben berichtet haben. Das hat mich mehr gewärmt als die allerwohlmeinendsten Ratschläge. Also nicht über Negatives reden ist es für mich nicht.
    LASSEN SIE IHRE GEDANKEN NICHT UNBEAUFSICHTIGT.Sie beeinflussen Ihre Gefühle.


  5. Registriert seit
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Wenn Leute dir nicht sagen dürfen, daß sie Grenzen haben, ohne daß du sie als nicht-Freunde betrachtest, verlangst du automatisch, daß deine Freunde dir ihre Grenzen nicht mitteilen.

    Und irgendwann scheppert's dann gewaltig.
    Nein, das würde ich jetzt auch nicht verlangen wollen, aber wundern würde es mich schon, wenn jemand davon so gar nicht ein einziges Problem sich jemals anhören will, sich da vehement wehrt und da gleich dicht macht, um das dann auch mal im absoluten Extrem darzustellen zur Verdeutlichung. Und nein, so richtig mein Freund wäre das eher nicht. Bekannter oder Bekannte trifft es eher. Ich bin aber auch niemand, der ständig nur über sich und seine Probleme redet, insofern scheidet da Nervensäge sein aus. Dass es dann gewaltig scheppert, gut, wäre aber ok, wenn es denn so wäre. Da verstehe ich Hair schon und ihre Enttäuschung. Nicht alle Freunde behält man lebenslang.


  6. Registriert seit
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von neustart_jetzt Beitrag anzeigen
    IJammern auf hohem Niveau.
    Schon immer ein Graus waren mir die Leute, die "Klagen ohne zu Leiden" in bessergestellten Kreisen. Und niemals habe ich erlebt, dass jemand sich bei mir bedankt, weil ich ihm die Augen für etwas öffne. Daher bin ich inzwischen still, wenn ich es besser weiß. Von meiner bescheidenen Lage hat mein Umfeld nun auch was mitbekommen, und die menschlich großartigsten Momente waren, als Bekannte an mich getreten sind und mir von der bescheidensten Zeit in ihrem Leben berichtet haben. Das hat mich mehr gewärmt als die allerwohlmeinendsten Ratschläge. Also nicht über Negatives reden ist es für mich nicht.
    Jammern auf hohem Niveau um zu zeigen, wer man ist, nervt mich auch.

    Bei letzterem was Du schreibst, kann ich nur sagen, dass es für mich ein Unterschied ist zwischen Mitleid und Mitgefühl. Letzteres entwickelt sich aus eigenem Erleben heraus und dem dadurch erworbenen Verständnis für die Misslichkeiten des Lebens bei sich und anderen. Das fühlt sich besser an als Mitleid für beide Seiten. Und ja, es gibt schon Menschen, die Antennen dafür haben, wie es anderen wirklich geht, eben auch weil sie selbst einiges durchgemacht haben und die Phasen kennen des stillen Leidens etc..

  7. Avatar von Hair
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von fromanotherplanet Beitrag anzeigen
    Ich muss ehrlich sagen, dass ich das übel nehmen würde. Ich denke nämlich nicht, dass man daran kaputt geht, wenn man etwas Empathie zeigt und jemandem mal hilft.
    Danke. Genau so sehe ich das auch.

    Im konkreten Fall ist das sogar eine Bekannte, die bei der Caritas arbeitet und sich darauf sehr viel einbildet. Ist auch oft im örtlichen Blättchen abgebildet, wenn wieder mal etwas für gute Zwecke getan wird.

    Meine Beobachtung ist leider auch, dass sehr oft Menschen, die sich für etwas einsetzen, Religion oder sonst was, im Privaten ganz anders handeln.

    Sei es die Grünen Politikerin, die ihre Kinder auf eine Privatschule schickt, die Schwiegereltern, die sich in der katholischen Kirche engagieren, privat in der Verwandtschaft über die Schwiegertochter herziehen und sich im Sterbefall nicht weiters kümmern. (Nicht in meinem, da auch, in anderen im Verwandtschaftskreis)

    Möglicherweise sind die alle mit den schlimmen Nachrichten sooo überlastet, dass sie privat keinerlei zusätzlichen Kummer vertragen?

    Meine private Meinung dazu: Heuchler. Auch vor sich selbst. Man kann sich ja alles schönreden.

    Gut, ich sehe es ein, mit solch einer misanthropischen Weltsicht hat man es schwer im Leben. Davon kann ich ein Lied singen, damit kommen wir wieder ans Jammern.

  8. Avatar von Hair
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von neustart_jetzt Beitrag anzeigen
    Ich kann nicht mal sagen, dass ich nicht über Probleme reden möchte. Ich kann nur ganz klar sagen: nicht mit jedem. Von meinem Leben aus ist sehr vieles, was ich mitbekomme, Jammern auf hohem Niveau. Was soll ich auch groß dazu sagen. Schon immer ein Graus waren mir die Leute, die "Klagen ohne zu Leiden" in bessergestellten Kreisen. Und niemals habe ich erlebt, dass jemand sich bei mir bedankt, weil ich ihm die Augen für etwas öffne. Daher bin ich inzwischen still, wenn ich es besser weiß. Von meiner bescheidenen Lage hat mein Umfeld nun auch was mitbekommen, und die menschlich großartigsten Momente waren, als Bekannte an mich getreten sind und mir von der bescheidensten Zeit in ihrem Leben berichtet haben. Das hat mich mehr gewärmt als die allerwohlmeinendsten Ratschläge. Also nicht über Negatives reden ist es für mich nicht.


    Wenn das mit rumjammern gemeint ist, bin ich bei Dir. Möglicherweise habe ich das Strangthema nicht verstanden?

    Vielleicht können wir da differenzieren? Allerdings gehen die Themenfelder auch ineinander über.


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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von Hair Beitrag anzeigen
    Meine private Meinung dazu: Heuchler. Auch vor sich selbst. Man kann sich ja alles schönreden.

    Gut, ich sehe es ein, mit solch einer misanthropischen Weltsicht hat man es schwer im Leben. Davon kann ich ein Lied singen, damit kommen wir wieder ans Jammern.
    Ja, es hat einen Touch von Ablehnung und Einschränkung im Umgang mit anderen Menschen und das wenn es dem anderen richtig schlecht geht, was natürlich zu einer Gegenreaktion führt. Das Gegenüber akzeptiert ja nicht nur die Grenzen des anderen, es hat ja auch eigene Bedürfnisse und passt sich nicht nur an wie ein kleines Kind seinen Eltern von denen es abhängt. Ich finde es schlimm, wenn man nicht einmal zuhören kann und gleich eine scharfe Grenze ziehen muss, als bedeute dies, dass man ab jetzt Probleme für den anderen lösen muss und 24/7 für ihn da sein muss.

    Es kann allerdings bei Deinen Bekannten auch totale Überlastung sein, aber dann trotzdem unschön, wenn einem die eigene Freundin deshalb in einer Notsituation im Stich lässt.
    Geändert von fromanotherplanet (23.09.2019 um 10:36 Uhr)

  10. Moderation
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von fromanotherplanet Beitrag anzeigen
    Nein, das würde ich jetzt auch nicht verlangen wollen, aber wundern würde es mich schon, wenn jemand davon so gar nicht ein einziges Problem sich jemals anhören will, sich da vehement wehrt und da gleich dicht macht, um das dann auch mal im absoluten Extrem darzustellen zur Verdeutlichung.
    Hm.

    Denkst du, daß ich mit "Jemand, der es nicht kann, tut allen besser, wenn er sagt, "Es tut mir total leid, aber ich kann gerade einfach nicht." als wenn er sich kaputt macht." gemeint habe, sich gar nie nicht und unter keinen Umständen, egal, wie gut man drauf ist und wie viele Ressourcen man hat und wer spricht, irgendetwas anzuhören, was einen nicht erfreut?

    Oder meinst du, daß das das ist, was der erwähnte Podcaster im Eingangsposting gemeint hat?

    ***

    Auf hohem Niveau wird nach meinem Eindruck gerne gejammert, um Göttern oder Nachbarn keinen Anlaß zu Neid zu geben. Oder weil man in einem Umfeld ist, wo man das eben "so tut". Es kann Leute überraschend grantig, defensiv oder mißtrauisch machen, wenn man ihnen sagt, "also, bei mir läuft alles wunderbar."

    Komisch, eigentlich.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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